Meine Beschneidung, meine Verstümmelung, meine Kastration im Namen Gottes

  • Ich werde einen Brief an meine Krankenkasse vorbereiten und sie auffordern andere Krankenkassen über den Betrug zu informieren. Auch werde ich mich mit der Ärztekammer in Verbindung setzen.

    Du kannst ja Deine Dokumente im internen Bereich als Post einstellen, damit wir alle in Sachen Formulierung, Stil, Rechtschreibung, logischer Aufbau, etc. mitarbeiten können. Dann lieferst Du was ab, was wasserdicht ist und so wenig wie möglich Angriffsfläche bietet.

    Das Forum kann als Korrekturwerkzeug dienen. Dafür brauche ich nur in genau dem Forum, die Mitglieder der Gruppe intern zum Moderator in dem Forum ernennen, dann kann jeder so deinen Post editieren.

  • Warum hast du es machen lassen? Wann? Wo? Magst du das erzählen? Und warum bist du nun überzeugt, daß es falsch ist?


    Ich habe gerade einen langen Text geschrieben, aber als ich ihn abschicken wollte, war ich schon abgemeldet und der Text ist jetzt weg X( .

    Ich wollte ihn vor dem Abschicken noch schnell kopieren, weil ich mir schon gedacht habe, dass ich möglicherweise nach der langen Zeit schon wieder ausgeloggt bin (musste noch zwischendurch heulen...umformulieren etc), aber das hat auch nicht geklappt. Die Copy-paste-Taste funktioniert hier nicht. X(

    Vielleicht versuch ich es morgen nochmal...

  • Hallo Baba,

    ich kann viele Deiner Schilderungen nachvollziehen, etwa dass der Sex mühsam ist. Zeit meines Lebens fand ich auch immer die Reibung der Eichel an der Kleidung und den Schamhaaren unangenehm.

    Ich bin als Säugling beschnitten worden und habe mich erst mit 39 Jahren ernsthaft gefragt, was es mit der Beschneidung auf sich hat – durch reinen Zufall kurz bevor das Gerichtsurteil in Köln gefällt wurde und die Diskussion losbrach. Da meine Frau und ich Kinder haben möchten, fragten wir uns, ob wir unseren Sohn beschneiden lassen würden und ich war zuerst noch dafür – aus den üblichen dämlichen Gründen (Hygiene, vermindertes Infektionsrisiko, usw) Ich recherchierte aber dann einmal zu dem Thema und erschrak dann, als ich die ganzen Informationen fand. Seitdem bin fassungslos darüber, was einem mit der Beschneidung eigentlich genommen wird und dass es sich hierbei um eine alltägliche Praxis handelt, die mal medizinisch und mal religiös begründet wird. Vermutlich trug zu dem Schrecken nicht unerheblich bei, dass ich das Ganze viele Jahre unhinterfragt akzeptierte.
    Jetzt frage ich mich, wie man etwas dagegen tun kann, dass Generationen von Jungen, beschnitten werden. Aus Diskussionen mit Freunden weiß ich, dass Aufklärung über die medizinischen Fakten sehr hilfreich ist. Da haben einige doch sehr gestaunt. Auch die Kommentare zu den Artikeln, die zu dem Thema erscheinen, machen Mut.

  • Man muss sich mit den Menschen unterhalten. Aber es ist (mir) sehr unangenehm zu sagen, dass etwas mit meinem Penis nicht stimmt. Im Internet geht es viel leichter. Hin und wieder versuche ich bei Gesprächen das Thema Beschneidung anzusprechen und wenn das geschehen ist, dann gibt es für meine Gesprächspartner die volle Aufklährungsdosis. Die meisten halten Beschneidung dann auf einmal nicht mehr für so toll. Und wenn einer anfängt sich selber dafür zu interessieren, merkt er schnell, dass das was ich ihm sagte noch verharmlost war und ein neuer Beschneidungsgegner wird geboren.

    Edited once, last by Baba (August 28, 2012 at 11:39 AM).

  • Aber es ist (mir) sehr unangenehm zu sagen, dass etwas mit meinem Penis nicht stimmt.

    Lieber Baba, das ist sicher unangenehm. Bedenke aber, dass es sich lohnt. Den besten Grund hast du selbst genannt: wer soll das Bekenntnis eines Betroffenen in Abrede stellen? Weiter kannst Du dir vor Augen halten, dass Du dem Zuhörer einen sehr hohen Vertrauensvorschuss gewährst. Wenn er damit nicht ordentlich umgeht, dann macht er das mit seinem Gewissen aus. Und was soll er schon damit anfangen, ohne dass man ihn für widerwärtig hält?

  • Damien:
    Ich kenne Deine Gefühle und Erfahrungen sehr gut. Bis vor gar nicht langer Zeit war ich noch Pro-Beschneidung eingestellt und wenn meine Frau nicht aktiv gegengesteuert hätte, hätte ich meinen Sohn ebenfalls beschneiden lassen (mich schauderts heute noch bei dem Gedanken daran). Ich war es von Kind auf gewohnt, hatte es niemals in Frage stellen müssen und kannte die angeblichen Vorteile.
    Als meine Frau dann vehement gegen die Beschneidung unseres Sohnes war, begann ich grundsätzlich mal nachzudenken. Und irgendwann wurde aus Saulus ein Paulus.
    Ich glaube, so ist es bei vielen. Auch die Erfahrung, die Baba gemacht hat, kenne ich. Mein Arbeitskollege hier im Büro meinte noch vor kurzem: Ach, wenn die Juden und Moslems das so machen, dann wird das schon so richtig sein. Und dann hab ich ihm meine Geschichte erzählt. Seitdem ist er auch dagegen. Ein Freund von mir hat mich zunächst belächelt, als er meine Facebook-Aktivitäten mitbekam. Er wurde als Kind von seinen Eltern aus hygienischen Gründen beschnitten und prinzipiell sehr überzeugt davon. Aber auch er ist ins Schwanken geraten.
    Es tut sich was. Aber Falsch- und Desinformation sitzen so tief, das dauert.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

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