Graumann und die "demoskopische Hetze"

  • Kennt von euch jemand die renommierte Zeitung," in der die Beschneidung generell gleichgesetzt wurde mit Genitalverstümmelung von Mädchen, mit Menschenopfern, sexueller Gewalt gegenüber Kindern, mit der Prügelstrafe. Woche für Woche, über Monate hinweg!" ???

    Wer bitteschön hetzt hier eigentlich?

    Zitat

    Viele von denen, die damals „Beschneidungsverbot“ gesagt haben, meinten in Wahrheit Juden- oder Islamfeindschaft.

    Zitat

    Das ist publizistisch niemals aufgearbeitet worden. Ebenso wenig wie jener berüchtigte Brief von 700 Wissenschaftlern, die sich unter der suggestiven Parole „Man tut Kindern nicht weh“ in einer Arroganz und einem Belehrungswahn sondergleichen über das Beschneidungsritual ereifert haben.

    Nee ist schon klar, man tut Kindern natürlich weh, so ein Blödsinn aber auch!

    Was publizistisch noch kaum aufgearbeitet worden ist, wie der Zentralrat und ihm nahestehende Kräfte ein grundgesetzwidriges Gesetz dem Parlament geradezu diktiert haben. Bis in die feinsten Verästelungen.
    Wer hat denn die Regierung mit "angemessener" EMLA-Salbe "betäubt"?

    Graumann:

    Zitat

    Für mich war das eine ganz schlimme Zeit.

    Für die Mehrheit der Bevölkerung war das eine Zeit der kurzzeitigen Hoffnung. Für mich auch.
    Endlich! Richter, die ein Herz für Kinder haben! Die selbstverständliche Grundrechte auch für Kinder gelten lassen!

    Zitat

    In keinem Land der Welt ist je mit solcher Schroffheit über die Beschneidung geredet worden und mit solchem Hochmut gegenüber altehrwürdigen religiösen Vorschriften im Allgemeinen, gegenüber Juden im Besonderen.

    Erstmal heißt das nicht Bescheidung, weil der Pimmel kein Pflanzentrieb ist und da nicht mehr nachwächst.
    Zweitens wurde und wird in anderen Ländern nicht weniger entschieden über die MGM geredet.
    Und drittens hat das nichts mit "altehrwürdigen religiösen Vorschriften im Allgemeinen" zu tun.


    Zitat

    Warum das gerade in Deutschland so ist, darüber sollte man sich ruhig noch einmal Gedanken machen.


    Aha! Hört, hört! Mit den Deutschen, da stimmt was nicht! Uns Deutschen liegt das Böse im Blut. In den Genen. Ganz wie bei Goldhagen. Da ist mit Umerziehung nichts zu machen.

    Zitat

    Das mag man gut finden oder nicht, verstehen oder nicht – nur respektieren sollte man es.

    Warum in aller Welt sollte man Genitalverstümmelung von Kindern "respektieren", obwohl man sie schlecht, sehr schlecht findet? Sinn???

    Zitat

    Als Symbol dafür vergeben wir unsere höchste Auszeichnung, den Leo-Baeck-Preis, in diesem Jahr an den EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider.

    Angie hat ja auch so einen tollen Verdienstorden bekommen. Ja, klopft euch schön gegenseitig auf die Schultern. Wundert euch dann aber nicht über Politik- und Kirchenverdrossenheit!

    Und wo durfte Graumann in dieser Form gegen Kinderschützer hetzen? Natürlich bei der FR!

    http://www.fr-online.de/politik/zentra…6,24242038.html

    Ich wünsche mir auch Respekt, und da weiß ich mich auf einer Linie mit der großen Mehrheit der Menschen hier.
    Respekt vor dem Menschenrecht auf körperliche Vollständigkeit. Respekt vor denen, die sich nicht wehren können. Den Kindern.

    There is no skin like foreskin

    Einmal editiert, zuletzt von Selbstbestimmung (8. September 2013 um 21:00)

  • Nochmals die Bitte an alle, darüber nachzudenken welche "sehr renommierte Zeitung" Graumann gemeint haben könnte!

    Zitat

    Es gab beispielsweise eine sehr renommierte Zeitung, in der die Beschneidung generell gleichgesetzt wurde mit Genitalverstümmelung von Mädchen, mit Menschenopfern, sexueller Gewalt gegenüber Kindern, mit der Prügelstrafe. Woche für Woche, über Monate hinweg!

    Habe ich etwas völlig verpasst? "Es gab" eine Zeitung, gibt es sie nicht mehr?

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    Viele von denen, die damals „Beschneidungsverbot“ gesagt haben, meinten in Wahrheit Juden- oder Islamfeindschaft.

    Das ist nur die halbe Wahrheit, den diese "Feindschaft" richtete sich auch gegen Eltern, die ihren Jungen das Onanieren erschweren wollen oder in Sachen Hygiene krankhafte Ansichten vertreten. Einfacher gesagt richtet sich diese Feindschaft gegen jeden, der Minderjährige mit einer schmerzhaften Operation verstümmeln will. Wer sich angesprochen fühlt, wird wohl zu einer der Zielgruppen gehören, die sich nicht für Menschenrechte oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit interessieren.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • meint er die FAZ. Die war ja auch noch so gemein, das EMLA-Märchen zu enttarnen und damit dem Gesetzgeber die angebliche Voraussetzung der Zustimmung zur Zwangsbeschneidung zu entziehen.

    Graumann meint wohl weiterhin, sich mit Beleidigtsein und billiger Polemik einer sachlichen Diskussion entziehen zu können. Sehr traurig und kontraproduktiv.

  • Die Freund-Feind-Linien, die Graumann hier aufbaut, grenzen schon an Demagogie. Das ist IMHO weit weit mehr als nur Polemik. An seiner Darstellung ist fast alles masslos übertrieben und verzerrt. Von "intellektueller Redlichkeit", die er von Anderen anmahnt, zeugt dies in keinster Weise. Da wird nur der blanken Wut Ausdruck verliehen. Ob man damit Lobbypolitik betreiben kann, muss er sich selbst fragen. Der schlechteste Zentralratsvorsitzende, den wir je hatten.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Ganz klar die FAZ, auch wenn er in Bezug auf Qualität und Quantität maßlos übertreibt. Die FAZ war die einzige überregionale Zeitung die sich traute mehrheitlich kritische Artikel zu veröffentlichen. Bei allen anderen war das Verhältnis deutlich zugunsten der Verharmloser ausgeprägt.

    Wenn ich diese Sätze lese, dann frage ich mich ja dauernd, wovon er spricht, wenn er ein "Mindestmaß an intellektueller Redlichkeit" einfordert. Er muss das auf offenbar auf sich beziehen, denn dass was er und andere Beschneidungsbefürworter in der Debatte abgeliefert haben, war von dieser meilenweit entfernt. Das fängt schon mit Graumanns Satz "Wir tun unseren Kindern nicht weh" an, der objektiv durch nichts begründet ist und endet bei der dauernden Wiederholung, dass die Gegner antisemitisch und fremdenfeindlich sind (natürlich immer mit "viele" o.ä. an der völligen Verallgemeinerung haarscharf vorbeiformuliert, aber im Grunde doch gemeint) noch lange nicht auf. Intellektuelle Redlichkeit würde es mit sich bringen, die Ewiggestrigen, die Antisemiten und Xenophoben mal einen Moment mal bei Seite zu lassen, und sich darüber zu unterhalten, was eine Beschneidung ist: Ein nicht zu rechtfertigende Körperverletzung mit lebenslangen Folgen für die Sexualität.

  • Die Freund-Feind-Linien, die Graumann hier aufbaut, grenzen schon an Demagogie. Das ist IMHO weit weit mehr als nur Polemik. An seiner Darstellung ist fast alles masslos übertrieben und verzerrt. Von "intellektueller Redlichkeit", die er von Anderen anmahnt, zeugt dies in keinster Weise. Da wird nur der blanken Wut Ausdruck verliehen. Ob man damit Lobbypolitik betreiben kann, muss er sich selbst fragen. Der schlechteste Zentralratsvorsitzende, den wir je hatten.


    100% einverstanden! Und gut formuliert, Werner.


    Ich schrieb schon einmal, dass ich Graumann für einen vollendeten Demagogen halte. Damals fand ich das fast riskant, mittlerweile ist es eine Gewissheit.

    ZdJ distanziert sich

  • Ich habe ja auch gegrübelt. Die FAZ gibt es ja noch, Graumann schrieb aber im Präteritum. Die FTD? Die hatte zwar den ersten, aber sonst nur ganz wenige Artikel dazu geschrieben, der "Steckbrief" von Graumann passt da einfach nicht.

    Die FAZ ist sicher die einzige größere Zeitung, die kritisch und untendenziös über die MGM geschrieben hat.


    Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ in derselben:

    Zitat

    Inversion, wenn im Jahre 2012 eine jahrtausendealte Praxis wie die Beschneidung von deutschen Gerichten als „Körperverletzung“ verurteilt wird und in Deutschland eine Debatte darüber beginnt, die „Judentum“ und „Körperverletzung“ in einen juristisch-semantischen Zusammenhang bringt, der einen sprachlos macht, in dem jüdische Eltern angeblich ihre eigenen Söhne verletzen...

    http://www.faz.net/aktuell/feuill…n-11898706.html

    (Anmerkungen zum sprachlichen Sadismus aus Anlass der Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille durch die Jüdische Gemeinde Düsseldorf. )

    Feridun Zaimoglu durfte in der FAZ einen einzigartigen, rassismustriefenden, frauenverachtenden Amoklauf gegen die lächerlichen Durschschnittsdeutschen (so hat er die natürlich nicht genannt) hinlegen. Durfte sich regelrecht auskotzen.
    Die gefälligen Fragen stellte Eren Güverci.
    "Sie können zwar keinen richtigen deutschen Satz aufsagen, plappern aber alles nach." Sprach Feridun, der preußisch-osmanische Besserdeutsche.
    "Krawallschwestern,...streitsüchtige keifende Frauen, die wie die Wildsau durchs Unterholz krachen."
    Und dann auch noch selber die Rassimuskeule schwingen:
    "Für den, der den Muslim hasst, ist jedes Mittel recht. "
    "Himmel, es geht um das Stückchen Penisspitzenummantelung. Schnippschnapp, Läppchen weg".

    http://www.faz.net/aktuell/feuill…h-11832954.html

    Man kann nun nicht sagen, dass in der FAZ nicht alle möglichen Seiten zu Wort bzw. zu "Brüll" kamen.

    Es ist eine ganz linke Tour, die Graumann da abzieht.Die unterste Kiste. Er beschuldigt, diffamiert, nennt aber nicht Ross und Reiter. Weil - sonst wäre er belegpflichtig. Und dann stünde er auf dem Schlauch. Was er behauptet stimmt ganz einfach nicht.
    Da wurde nichts generell über Wochen und Monate gleichgesetzt. Zumindest nicht, wenn man noch weiß, was "gleichsetzen" ist.
    Jene Zeitung, die sollen sich die Leser denken. Denn die hat nicht mitgemacht bei dem allgemeinen Tenor, und deshalb muss sie jetzt abgestraft werden. Aber schön aus der Deckung heraus arbeiten, sich nicht angreifbar machen.
    Hier unterschätzt Graumann aber ganz klar die Intelligenz der Leser.

    Ja, es gab da Artikel, z.B. zwei kluge Artikel von Volker Zastrow, wo die FGM in dem Zusammenhang ins Spiel gebracht wurde. Das ist einfach ein Gebot der Logik, wenn man kein Brett vor dem Kopf hat.

    Zastrow schrieb z.B.:

    Zitat

    ...der ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 2005 zitiert: „Dabei verbietet sich eine Unterscheidung nach der Art der Verstümmelung.“

    Also auch - und richtigerweise - bei der Klitorisvorhautbeschneidung, die freilich der üblichen Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen entspricht.

    Da beißt nun mal keine Maus einen Faden von ab!

    Das ist aber keine "generelle Gleichsetzung"

    Wer lesen und verstehen kann/will, ist klar im Vorteil!

    Und inzwischen kommen solche auf der Hand liegenden Betrachtungen auch in bislang sehr verstümmelungsfreundlichen Zeitungen wie der ZEIT (Tonio Walter).

    Zitat

    In Deutschland wird jetzt Genitalverstümmelung bestraft – aber nur, wenn Frauen die Opfer sind

    Die nicht-indizierte chirurgische Entfernung von erogenem Gewebe von den Genitalien eines Kindes kann man nur "Verstümmelung" nennen. Ansonsten wird der Ausdruck an sich sinnlos. Und das hängt nicht vom Geschlecht ab.

    Ich differenziere zwischen Graumann, Kramer, dem Zentralrat, Teichtal und "den Juden in Deutschland". Das liegt vielleicht auch daran, dass ich einige Menschen sehr gut kenne und sehr schätze - die Juden sind.
    Nicht alle Leute können differenzieren, wo man differenzieren muss.
    Graumann schüttet mit seiner Demagogie Gräben auf, wo keine Gräben sein müssten. Sondern echter Dialog. Nicht "da oben", sondern "da unten". Er macht alles nur schlimmer.

    There is no skin like foreskin

  • Das liegt vielleicht auch daran, dass ich einige Menschen sehr gut kenne und sehr schätze - die Juden sind.


    Au, mach's dem Graumann doch nicht so leicht. Das sei nämlich, so die herrschende Meinung unter den Inquisiteuren, ein klassischer Satz, den Antisemiten gebrauchen, wie z.Bsp. auch: "meine besten Freunde sind Juden...". ;)

    Graumann fordert regelmäßig und vehement das ein, was er selbst nicht auch nur ansatzweise zu erfüllen bereit ist. Es wurden seine sprachlichen und dialektischen Tricks vielfach demaskiert, aber wir leben in einer Mediendemokratie, sprich: er macht einfach weiter, wird immer dreister und immer lauter.

    Wäre ich Jude, würde ich mich auf's Schwerste dagegen verwenden von ihm vertreten zu sein. Und ich weiß es, weil "manche meiner jüdischen Freunde" es mir gesagt haben. :rolleyes:

    Das Ganze erinnert mich an so manche double-bind Situation (Bateson/Watzlawick).
    Graumann hat und hatte eine ausgesprochen toxische Wirkung auf die Debatte.

  • Zitat

    Au, mach's dem Graumann doch nicht so leicht.

    Mir ist das schnurz, was irgendwelche Nazometer oder Anitsemtismusdetektoren anzeigen.
    Wenn das so weiter geht mit der Inflation, dann kann man ja stolz sein, wenn man von bestimmten Leuten mit dem "Titel" bedacht wird.
    Aber wie benennt man dann die tatsächlichen Rassisten?

    There is no skin like foreskin

  • Genervt von der ewigen Fragerei, wann im Fussball "Abseits" sei, antwortete Franz Beckenbauer einst: " Abseits ist, wenn der Schiedrichter pfeift." Dasselbe gilt für Antisemitismus. Antisemitismus ist, wenn Graumann pfeift. Ist doch ganz einfach, oder?

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Ist es vorstellbar, dass Graumann genau weiß was er tut und es absichtlich in der Form durchzieht?
    Es macht den Eindruck, als wolle er Unverständnis und Ablehnung auf sich ziehen, um eventuell seine Daseinsberechtigung zu erhalten. "Seht wir haben noch Widersacher, Ewiggestrige, die nichts verstanden haben". Wenn eine Organisation Druck von außen bekommt, stärkt das meist ihre Kohäsion. Diesen Druck kann man auch provozieren.
    Die Inhalte, die Graumann vehikuliert, ließen sich auf ohne Diffamierungen und Verunglimpfungen verpacken. Er wählt diesen Weg bewusst nicht.

  • Prof. Latasch zeigte in der Sitzung des Ethikrates am 23. August 2012 ohne Not und um die Geringfügigkeit des Eingriffes zu demonstrieren ein Video von einer jüdischen Beschneidung, in dem das Neugeborene während des gesamten Eingriffes durchdringend und jämmerlich brüllte. Wohlgemerkt zu Aufklärungszwecken und um die deutsche Öffentlichkeit und seine Kollegen im Ethikrat zu informieren.

    Es scheint mir vor diesem Beispiel doch wahrscheinlicher, daß hier einfach ein großer Realitätsverlust auf Seiten der jüdischen Funktionsträger vorherrschend ist.

  • In der gesamten Diskussion ist später niemand auf das Video eingegangen. Latasch selbst erwähnte Betäubungssalbe und Sucrose. Das stand jedoch ziemlich zusammenhanglos im Raum, und bezog sich auf Schönheitsoperationen und das Legen von Kanülen. Später wurde bezweifelt, dass in Deutschland rituelle Beschneidungen allesamt ohne Betäubung stattfinden, wie Merkel ausgeführt hatte. Offensichtlich kannte sich niemand mit der Betäubungsproblematik aus.

    Latasch dachte wohl, dass die Anwesenden von der Altehrwürdigkeit des Rituals zutiefst beeindruckt wären. Der Schuss ging aber total nach hinten los. Trotzdem hielten alle die Klappe. Genau darauf zielt Graumann mit seinen barschen Äusserungen ab. Dass Frau Deusel "kompromissbereit" mit der EMLA-Salbe öffentlich herumwedelt, müsste aus Graumanns Sicht schon an Antisemitismus grenzen, wird damit doch dem Schmerz des Säuglings eine Bedeutung zugemessen - fast schon ein Verrat an der Altehrwürdigkeit des Rituals.


    Was Latasch übrigens nicht mehr zeigte, war, dass der Mohel anschliessend das Blut mit dem Mund absaugte.

    Man kann annehmen, dass Graumann schon vor dem Kölner Urteil seine Strategie in der Schublade hatte, schliesslich begannen Putzke et.al. schon 2008 mit der juristischen Dekonstruktion der Beschneidung. Eine Diskussion fand dann 2009/20019 zwischen ihm und F.Schramm ( Justiziar der BDU, nicht E.Schramm) in der Zeitschrift "Der Urologe" statt und 2010 kam der Aufsatz von Fateh-Mogdan. Dass Graumann das alles nicht wusste, ist naiv anzunehmen. Aber erst, als die FTD das Kölner Urteil öffentlich machte, öffnete Graumann seine Schublade.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • meint er die FAZ. Die war ja auch noch so gemein, das EMLA-Märchen zu enttarnen und damit dem Gesetzgeber die angebliche Voraussetzung der Zustimmung zur Zwangsbeschneidung zu entziehen.

    Sie war schon gemein, aber dann erschien der Artikel nicht in der Online-Version...
    Dafür erscheint dort m.E. weniger Wichtiges.
    Die Argumente, mit denen der Deckel drüber gehalten wird, kennen wir aus erster Quelle:

    • Die Debatte ist beendet
    • Das interessiert niemanden mehr
    • Es muss wieder Frieden einkehren
    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Die Audioversion des Videos von Prof. Latasch ist immer noch auf der Internet-Seite des Deutschen Ethikrates nachzuhören:
    http://www.ethikrat.org/sitzungen/2012…zung-23-08-2012
    Ab Minute 7:30 ungefähr geht's los.

    Eigentlich könnten die Funktionsträger der Zentralräte einem leid tun, daß sie keine andere Verteidigungsstrategie haben als die von Guy beschriebene. Aber nur eigentlich .... wenn es nämlich nicht um die Schmerzen und Verstümmelungen kleiner Jungen gehen würde.

  • Auf welche alternative Verteidigungsstrategie sollte sich Graumann denn auch einlassen? Mir fällt jedenfalls keine ein. Graumann wusste/weiss ja, dass er verlieren würde, wenn er sich auf juristische, medizinische oder ethische Argumente einlassen würde. Also macht er dasselbe, was z.B. auch die Politiker auf abgeordnetenwatch.de tun: sich gar nicht erst auf die Argumente der Kritiker einlassen, sondern sie auf der Metaebene beschimpfen: verletzend, respektlos, antisemitisch usw. Mit solchen Leuten kann man nicht auf Augenhöhe diskutieren. Rhetorikkurs, 1. Semester.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

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