Deutsche Medien und das Thema Beschneidung

  • Bitte Käppner nicht vergessen, der sich zwei Tage nach der Pressekonferenz der Deutschen Kinderhilfe mit Eran Sadeh (!) am 12.9.2012 zu untenstehendem Kommentar verstieg.

    Da wir die SZ seit mehr als zwei Jahrzehnten abonniert haben, und ich im letzten Jahr die Einseitigkeit der Artikel in der Printausgabe (*) irgendwann nicht mehr hinnehmen und meinen Lebensgefährten zur FAZ überreden wollte, hing bei uns erst mal der Haussegen schief. Der Artikel von Merkel hat dann so manches gerettet - unter anderem eben auch unsere Beziehung incl. SZ Abo. ;)

    (*) wenn ich mich nicht sehr täusche, waren die Artikel und Kommentare von Schulte von Drach nur in der Online Ausgabe zu lesen.

    Zitat von Joachim Käppner, SZ vom 14.9.2012

    Wer solche Freunde hat

    Vielen jüdischen Deutschen mag die Beschneidungsdebatte so erscheinen, als hebe der Antisemitismus unter einem Vorwand wieder sein hässliches Haupt. Aber jene, die den Juden nun so zusetzen, all die Kinderschützer und Ärztesprecher und sonstigen Tugendwarte, tun dies mit besten Absichten. Nicht am alten germanischen Unwesen, an der neuen deutschen Besserwisserei soll die Welt genesen. Jeder der Beteiligten würde den Verdacht, Juden feindlich gesonnen zu sein, empört von sich weisen. Nur: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

    Sie haben keinerlei Gespür dafür, was sie anrichten, welch niederträchtige Untertöne die Debatte hat, wie gruselig deutsche Verbandsmenschen wirken, die über jüdisches Leben Gericht halten, als sei man gerade hierzulande berufen, den Juden das wahre Licht zu bringen. Was sich hier zeigt, ist der für diese Jahre so typische Egoismus von Einzelinteressen, der nichts mehr zur Kenntnis nimmt außer seinen eigenen Anliegen.

    Daher ist es richtig, dass prominente Politiker sich hinter die Juden und Muslime stellen. Und es ist zu hoffen, dass nichts aus dem runden Tisch wird, den die Verbände jetzt fordern. Er wäre bloß ein Forum der Selbstgerechten. Für deren moralischen Furor gäbe es übrigens geeignetere Betätigungsfelder: die Nazivergangenheit ihrer eigenen Berufsgruppen zum Beispiel.

  • Ja, lieber Herr Käppner: Ich war mit 7 Jahren dann auch den Egoismus und mein Einzelinteresse an meiner Vorhaut leid und habe sie der Allgemeinheit gespendet. Vielleicht hat ja auch Ihre geschätzte Gattin etwas davon abbekommen und sich einen Teil davon ins Gesicht geschmiert. Kinder halten eben jung. :D

  • In der "Süddeutschen Zeitung" hat Heribert Prantl fünf Kommentare für und Markus Schulte vier Kommentare gegen die Beschneidung geschrieben.

    Erstmal vorneweg: Es gab zu dem Thema noch wesentlich einseitigere Zeitungen als die SZ, vorneweg die Zeit, FR, und der Tagesspiegel - und natürlich der Springer-Dreck.

    Aber die SZ war schlimm genug!

    Ich beschränke mich auf das, was online erschienen ist, und zwar bis zur Entscheidung des Bundestages, also bis zu dem Zeitpunkt, wo die Würfel gefallen und die Weichen für einige Jahre (ja, das ist nun mal leider so :( ) gestellt waren.

    Da gab es nach meiner Zählweise (ich werde das in einem separaten Artikel auflisten, und bitte natürlich ggf. um Korrekturen) :

    Sieben Kommentare kontra "Beschneidung"

    und sechzehn Kommentare pro!

    Das ist wirklich sagenhaft ausgewogen, gell?

    Und dann muss man sich auch mal mit der Qualität und dem Tonfall dieser Kommentare befassen!

    Bei den Pro-Kommentaren, da gab es zum Teil wirklich Unterirdisches, Unverschämtes, Arrogantes, Beleidigendes,total Unsachliches, z.B. von Prantl, Knobloch, Rabinovici, Kermani, Bagis

    Und dieser wutschnaubende Verstümmelungs-Verteidiger und Verstümmelungsgegner-Diffamierer Heribert Prantl ist nicht irgendwer, er ist einer der Chefredakteure der SZ!

    Die Kontra-Kommentare waren überwiegend sehr zurückhaltend und sachlich. Ein Teil war auch "weder Fleisch noch Fisch" - kritisch gegenüber der "Beschneidung", aber auch nicht ausdrücklich für eine Strafverfolgung.

    Und dann diese elende, tendenziöse Zensur im Forum! Schlimmer ist es wohl nur noch in der ZEIT, den SPON kann man ja eh nicht mehr ernst nehmen. Und die ewigen Wartezeiten, bis die Vorzensur - mit Glück - den Kommentar "genehmigt" - das ist lächerlich.

    Dagegen bei der FR der totale Kontrast - die Artikel einseitig und schlimm, das Forum aber sehr liberal, die Kommentare erscheinen sofort. Auch die Zensur beim Tagesspiegel noch "eher moderat".

    Edit:

    Zitat

    ich werde das in einem separaten Artikel auflisten, und bitte natürlich ggf. um Korrekturen

    Das habe ich inzwischen gemacht:

    Die sagenumwobene Ausgewogenheit der "Süddeutschen"

    There is no skin like foreskin

    Einmal editiert, zuletzt von Selbstbestimmung (7. Juli 2013 um 13:06)

  • in hohem Bogen in die Hall of shame!

    Vielen Dank Joeye!!!

    Der darf dort nicht fehlen.

    Wie übel ist das denn. Unglaublich. Wirklich, ich glaubs nicht! Das ist ja fast schon Satire. Eigentlich kann ich das gar nicht ernst nehmen. Und muss es wohl doch.

    Egal, wir kümmern uns nicht so sehr um Schwachmaten, sondern eher darum, Freunde zu gewinnen und auf offene Ohren zu treffen.

    Nach dem Motto:

    Wir können niemanden zwingen, die Wahrheit zu sagen, aber dafür sorgen, dass sie immer offensichtlicher lügen.

  • Angeregt durch eine Bemerkung in einem anderen Thread habe ich mir mal die Mühe gemacht, die Kommentierung des Themas MGM in der SZ zu untersuchen.

    Ich habe mich dabei ganz bewusst auf den Zeitraum bis zur Verabschiedung des verbrecherischen §1631d und auf online gestellte Artikel beschränkt.
    Das ist zwar "Schnee von gestern", die Kommentierung in den Medien ist aber Teil der Entwicklungsgeschichte der Legalisierung der MGM, und ich halte das schon für wichtig.

    Falls ich etwas übersehen oder falsch eingeordnet habe, bitte ich um Korrekturvorschläge.

    Kontra

    Ratio zwischen Recht und Religion Schulte von Drach (Eigentlich: "Weder Fisch noch Fleisch")

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/streit-…igion-1.1411544

    Fragwürdige Beschneidung der Religionsfreiheit Schulte von Drach

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/umstr…iheit-1.1394792

    Beschneidungsrecht wie bestellt Schulte von Drach

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/gesetze…-alle-1.1480166

    Dieses Ritual widerspricht meinen jüdischen Werten Victor Schonfeld

    http://www.sueddeutsche.de/politik/debatt…erten-1.1535701

    Auch religiöse Gruppen müssen sich verfassungsrechtlichen Werten beugen Schulte von Drach

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetz…eugen-1.1529170

    Beschneidung ist nicht harmlos Wolfgang Schmidbauer

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/nach-de…rmlos-1.1401049


    Die Haut eines Anderen Reinhard Merkel

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/beschne…deren-1.1454055


    Pro

    Wollt ihr uns Juden noch? Charlotte Knobloch (unterirdisch: "Wir ertragen das Verständnis für Selbstmordattentäter")

    http://www.sueddeutsche.de/politik/beschn…-noch-1.1459038

    Richter machen sich zur Über-Religion Matthias Drobinski

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/umstr…igion-1.1394984

    Wie ein unnötiges Gesetz notwendig wurde Heribert Prantl (ganz schlimm)

    http://www.sueddeutsche.de/politik/beschn…wurde-1.1492659

    Vom richtigen Umgang mit Recht Heribert Prantl (ganz schlimm)

    http://www.sueddeutsche.de/politik/streit…recht-1.1413208

    Keine Kompromisse bei der Religionsfreiheit Egemen Bagis (ganz übel)

    http://www.sueddeutsche.de/politik/debatt…iheit-1.1451767

    Vermeintliche Barbaren Michael Brenner

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/streit-…baren-1.1454038

    Raus aus der Illegalität Wolfgang Janisch

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetz…itaet-1.1487406

    Wenn Richter zu Schiedsrichtern der Religion werden Matthias Drobinski

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/urtei…erden-1.1394353

    Zum Glück unpräzise Matthias Drobinski

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetz…ezise-1.1478957

    Triumph des Vulgärrationalismus Navid Kermani (schlimm, aber nicht so schlimm wie Kermani in der FAZ)

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte…mus-1.1397713-2

    Wo das Recht an seine Grenzen stößt Johan Schloemann

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte…oesst-1.1414088

    Das Strafrecht muss sich zurückhalten Heribert Prantl

    http://www.sueddeutsche.de/meinung/beschn…esetz-1.1530865

    Wo das Recht seine Grenzen erreicht Heribert na wer schon (ekelhaft)

    http://www.sueddeutsche.de/politik/beschn…eicht-1.1450827

    Das nötige Minimum Heribertchen, mal wieder

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetz…nimum-1.1549241

    Brachiale Aufklärung Andreas Zielcke

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/diskuss…erung-1.1404230

    Im Hintergrund schwelen Kastrationsängste Doron Rabinovici (ganz schlimm)

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-…ngste-1.1408075


    Zu jenem wichtigen Zeitpunkt stand es also bei der SZ 16:7 pro MGM.
    Natürlich waren andere Zeitungen (ZEIT, FR, Tagesspiegel, Springer (komplett)) noch viel unausgewogener aber kann man kann man das "ausgewogen" nennen?

    Zumal, wenn man die Qualität und den Tonfall der Kommentare berücksichtigt, siehe auch:

    Tonio Walter zu §226a

    Mehrere der Kontra-Artikel sprechen sich nicht mal für eine Strafverfolgung aus, während eigentlich alle Pro-Artikel für eine Legalisierung oder wenigstens eine Straflosigkeit plädieren.


    Als Schmankerl, außer Konkurrenz noch ein echtes Sahnehäubchen aus dem Hoheitsgebiet der Süddeutschen (noch vor Köln!):

    Zitat


    Quatsch natürlich, zumal ein objektiver Betrachter zugeben muss, dass ein beschnittener Penis meist ästhetischer anzusehen ist und auch äh, überzeugender wirkt, als der überwiegende Teil der baumelnden Naturwürmer. Deren wurstzipfeliges Abschlussgekröse ohne Konturen ist ja nicht allzu einschüchternd, wohingegen das beschnittene Glied faltenfrei und eben von Anfang an wie ein Penis aussieht.

    und dann:

    Zitat

    Hinweis: Die Kommentarfunktion unter diesem Text wurde aufgrund massiv unsachlicher Diskussionen (trotz Verwarnung) bis auf Weiteres geschlossen.

    Ja, ja, die freie Meinungsäußerung. Sie beschränkt sich im Süddeutschen auf die Beleidigung intakter Männer!

    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen…zu-was-zu-sagen

    Leider ist da kein Bild von jener Yvonne Gamringer, sonst kämen intakte Männer evtl. auf die Idee, sich auch mal über die "Ästhetik" jener Dame auszulassen. und ob sie nicht vielleicht für die rund 90% der intakten Männer "gut verzichtbar" wäre. :)


    Eigentlich nachrichtlich, aber nicht neutral, positiv (pro MGM) gefärbt:

    Kabinett legt Beschneidungsgesetz vor Heribert Prantl

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetz…z-vor-1.1485899

    So will die Regierung die Beschneidung regeln

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetz…f-weg-1.1491979

    There is no skin like foreskin

    Einmal editiert, zuletzt von Selbstbestimmung (7. Juli 2013 um 13:26)

  • dass es sich quasi um eine "konzertierte Aktion" der Presse gehandelt hat.

    Ich bitte doch folgendes zu überlegen: Ist es wichtig, ob es eine Verschwörung gibt, wenn schon Verhältnisse vorherrschen, die augenscheinlich denen einer Verschwörung entsprechen?
    Das Wort Verschwörung und das Wort Manipulation sind für mich Unwörter, denn beides findet sofort statt, wenn Menschen miteinander kommunizieren. Sie sind Bestandteil des Miteinanders, ob eine böse Absicht zugrundeliegt oder nicht.

    Das Schöne an einer Verschwörungstheorie ist, dass sie weder beweisbar noch widerlegbar ist. Sonst wäre sie ein Tatsachenbericht oder eine Verleumdung.
    Dass aber im Journalismus eine soziale Reproduktion stattfindet wie z.Bsp. auch in der Medizin, ist nicht zu leugnen. Dann gibt es dort auch eine Neigung zu mimetischen Verhaltens- und Ausdruckweisen. Seriös ist nicht, was wirklich seriös ist, sondern das, worin die meisten übereinstimmen. Da blendet man schon mal die eine oder andere Wahrnehmung oder Information aus, nur um nicht aus dem Mainstream gestoßen zu werden.
    So erklärt sich, warum die Teichtal-Beschneidung von Pressekreisen nicht bearbeitet wurde, obwohl sie ein Skandal und eine Provokation darstellt und die Obsoleszenz des 1631d ganz deutlich herausstellt: Für einen Idealjournalisten zwar das gefundene Fressen, aber alle haben einen hohen Bogen um den Napf gemacht. Das bezeichne ich als "de-facto-Komplizität" von Presse und Politik, weil Verschwörung zu unheimlich und zu geheim klingt.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Dass es Absprachen zwischen Journalisten gibt, würde ich grundsätzlich nicht bestreiten, würde aber auch dafür Belege erwarten, bevor man das behauptet.

    Wie, bitteschön könnte ich das den "belegen"? Soll ich mit Wanzen und Richtmikrophonen bestückt in Richtung Berlin, Hamburg, Frankfurt und München reisen, und mich auf die Lauer legen?
    Die führen doch bei solchen Gesprächen keine Protokolle, die sie dann auch noch versehentlich irgendwo liegen lassen!

    Natürlich redet man miteinander, und natürlich will kein Konzern ein Risiko eingehen bei einem heiklen Thema. (Ganz besonders, wenn es irgendwie mit Juden zu tun hat.)
    Man muss doch grenzenlos naiv sein, wenn man das nicht im Ergebnis mitbekommt. Das war doch schon bei so vielen Themen so.
    Erst wird ausgekäst, was "politisch korrekt" ist, dann brauchen sie lange bis sie es merken, dass sie einen toten Gaul reiten. Und dann steigen sie ziemlich gleichzeitig ab, dann kommt die Kehrtwende um 180°.
    Und die Beteiligten haben keinerlei Interesse daran, dass das ein öffentliches Thema wird, die halten für gewöhnlich schön die Klappe.

    Nur ganz selten plaudert mal ein Insider. Ist schon mehrfach vorgekommen. Dann wird es interessant!
    Wenn z.B. ein hochrangiger Mitarbeiter einer bedeutenden Zeitung vor laufenden Mikrophonen etwas auspackt.
    Dass es solche Absprachen gibt. Dass sich daraus dieser Gleichklang ergibt. Und dass das früher anders war.
    Und dann auch noch großen Applaus dafür bekommt - von Presseleuten (denen das natürlich mehrheitlich auch stinkt!)
    Und kiekste, just diese Sendung ist im Archiv jenes Senders nicht zu finden, die Sendungen davor und danach schon!

    Lasst Euch doch nicht verarschen!

    There is no skin like foreskin

  • Wie, bitteschön könnte ich das den "belegen"? Soll ich mit Wanzen und Richtmikrophonen bestückt in Richtung Berlin, Hamburg, Frankfurt und München reisen, und mich auf die Lauer legen?
    Die führen doch bei solchen Gesprächen keine Protokolle, die sie dann auch noch versehentlich irgendwo liegen lassen!


    Wenn Du es nicht belegen kannst, solltest Du es eben auch nicht einfach so behaupten, oder zumindest ganz klar als Vermutung kennzeichnen.
    Im übrigen stimme ich Guy zu, es ist völlig (oder wenigstens weitgehend) irrelevant, ob das abgesprochen ist oder nicht. Ein Trauerspiel ist es in jedem Fall.

    Nur ganz selten plaudert mal ein Insider. Ist schon mehrfach vorgekommen.


    Äh ... also gibt es doch Belege, sogar mehrfach? Dann nenn sie doch einfach.

    Wenn z.B. ein hochrangiger Mitarbeiter einer bedeutenden Zeitung vor laufenden Mikrophonen etwas auspackt.
    Dass es solche Absprachen gibt. Dass sich daraus dieser Gleichklang ergibt. Und dass das früher anders war.


    So konkret, wie Du das hier schilderst, muß es doch möglich sein, Roß und Reiter zu nennen. Wann hat wer wo was ausgepackt? (Und wieso sollte das früher anders gewesen sein?)

    Und kiekste, just diese Sendung ist im Archiv jenes Senders nicht zu finden, die Sendungen davor und danach schon!


    Mag sein, aber es sollte doch genügend Leute geben, die sie gesehen haben und das z.B. in einem Blog thematisieren.

    Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen. (Sorbisches Sprichwort)

  • Zitat

    Nur ganz selten plaudert mal ein Insider. Ist schon mehrfach vorgekommen.

    Zitat

    Äh ... also gibt es doch Belege, sogar mehrfach? Dann nenn sie doch einfach.

    Also, dass Insider mal über die "internen Praktiken" von Medienkonzernen berichtet haben, das schon. Und da tun sich dann Abgründe auf. Man denke nur an z.B. "Hans Esser". (Ich bin auch selbst mal von der Springer-Dreckspresse "behandelt" worden, alles erstunken und erlogen. Einfach frei erfunden!)

    Man muss sich das nicht so vorstellen wie regelmäßige "Bilderberg-Treffen" o.ä.
    Man sieht sich, man redet miteinander, usw...
    Diesen Pudding kann man kaum an die Wand nageln.

    Was ist denn aus der FTD geworden, die die ganze "unerwünschte" Diskussion angestoßen und mehrfach sehr kritisch geschrieben hatte? Die dafür von allen Seiten gegeisselt wurde (u.a. vom Tagesspiegel).
    Ja, das ist immer schlecht, wenn man aus der Deckung des Schwarms ausschert.

    Es gibt sie nicht mehr! (Leider, leider!). Natürlich, "aus wirtschaftlichen Gründen". Für andere chronisch unwirtschaftliche Zeitungen (z.B. die FR) da findet sich immer ein "weißer Ritter".

    Im übrigen ist mir schon immer ziemlich wurscht gewesen, was ich "sollte".

    Zitat

    Mag sein, aber es sollte doch genügend Leute geben, die sie gesehen haben und das z.B. in einem Blog thematisieren.

    Ja siehst Du, und das ist das Verblüffende: das war zur Hauptsendezeit. Und natürlich muss es Zeugen geben.
    Ich habe intensiv recherchiert, und absolut nichts gefunden.
    Nun schlecht, bei einigen Treffern hat mir die Google-Zensur die Anzeige verweigert. Weil sich deutsche Stellen beschwert hätten.
    Früher konnte man solche Links über den Search-Comparator von Chillingeffects aufsuchen - das scheint aber inzwischen nicht mehr zu funktionieren?

    Tja, ich muss wohl halluziniert haben, LOL! :D
    Nein, nein, ich bin noch ganz Herr meiner Sinne. Ich schneide so viele Sachen wohlwissenderweise ;) mit, aber da... leider nicht. :cursing:

    There is no skin like foreskin

  • Beschneidung: 30 Tote in Südafrika

    Plötzlich, am 7.7. merken 5 Blätter, vorbehaltlich weiterer Meldungen dieser Art, dass in Südafrika 30 Burschen sterben, weil man sie, mittels Beschneidung, in den Erwachsenenstand erheben wollte.

    Genau das meinte ich weiter oben. Erich Böhme sagte einmal, Information sei eine verderbliche Ware. Das ist nicht immer so. manche Dinge lassen sich gut lagern.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Ich glaube, in diesem Fall war der Auslöser, dass in einer bestimmten Zeitung (ich glaube aus Südafrika) darüber berichtet wurde und dieser Bericht den Weg in die Agenturmeldungen geschafft hat, von der dann wiederum alle in Deutschland abschreiben.

  • von der dann wiederum alle in Deutschland abschreiben

    Und genau das ist generell für die Berichterstattung so fatal. Die wenigsten haben ihr eigenen Quellen und seien es lokale freie Mitarbeiter, sondern werden im Wesentlichen von AFP und DPA "beliefert". So funktioniert Pressewesen inzwischen.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Zitat

    Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) zeigte sich "erschüttert" über die neuen Todesfälle und rief dazu auf, die Beschneider medizinisch zu schulen, damit "ein verwurzelter und notwendiger Teil unseres kulturellen Gewebes" sicherer werde.


    Das ist ja nur der erste Schritt. Auf die Idee das ganz zu lassen, dazu ist es noch ein langer Weg.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Siehste Maria, das hasse ich an der ZEIT, und deswegen bin ich auch nicht traurig über meinen Rauswurf - ich habe einfach keinen Bock auf so etwas. Ich vermisse die ZEIT auch nicht.
    Die war früher mal Pflichtlektüre (im Abo). Lang, lang ist's her!

    Zitat

    Narwal2012
    12.07.2013 um 15:58 Uhr

    11. […] Entfernt. Bitte beachten Sie, dass der Artikel die Beschneidung von Mädchen, nicht von Jungen thematisiert. Danke, die Redaktion/jp

    http://www.zeit.de/2013/28/genita…t=9#cid-2895862

    Unfassbar, die können nicht einmal ihre eigenen Artikel lesen! Da kommt sechzehn mal das Wort "Jungen" vor! Und 3 mal "männlich". Und einmal "Männer".

    OT: Und wenn ich dann noch diesen grauenhaften Artikel von Drohnen-Joffe über die liebe gute NSA sehe, dann bin ich schon wieder weit, weit weg. (würg)

    There is no skin like foreskin

    Einmal editiert, zuletzt von Selbstbestimmung (12. Juli 2013 um 21:21)

  • Ja Selbstbestimmung, das Blatt ist in vielen Dingen FURCHTBAR geworden. Ich hatte auf Post Nr.2 nicht so geachtet und darum folgenden Post wortwörtlich genau so veröffentlicht:


    “Das Gesetz schützt Mädchen vor sämtlichen Veränderungen an den Genitalien, z. B. auch schon vor einer nur teilweisen Entfernung der Klitorisvorhaut. Diese Vorhaut ist das Gegenstück zur Vorhaut der Jungen - deren Beschneidung ist kürzlich ausdrücklich legalisiert worden. Mit dieser unterschiedlichen Gesetzgebung (auffällig dabei: bei Mädchen wird der Eingriff Verstümmelung genannt, bei Jungen Beschneidung) verstößt der Gesetzgeber gegen einen zentralen Satz des Grundgesetzes: dass niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Aus medizinischer Sicht ist sowohl die Beschneidung der Klitorisvorhaut als auch die Beschneidung der Vorhaut von Jungen ein schwerwiegender Eingriff, der allenfalls bei medizinischer Indikation gebilligt werden kann, nicht aber aus anderen Gründen.

    Jungen haben wie Mädchen ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Und dieses Recht muss der Gesetzgeber schützen und auch Jungen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit garantieren.”

    Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles…=4598&nodeid=26
    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles…=4598&nodeid=26

    Der Satz:

    Zitat

    verstößt der Gesetzgeber gegen einen zentralen Satz des Grundgesetzes: dass niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden darf.

    ist sogar wortwörtlich so in dem Artikel von Tonio Walter aufgeführt worden.

    Der User "Martin Franck" schleimt ja in Posting Nr.1 wie ein Wahnsinniger über die ach so tolle ZEIT, vielleicht wurde deswegen Posting Nr.2 stehengelassen.

  • Deinen Post Nr. 3 haben sie aber stehen lassen, obwohl der mindestens so off topic ist (nach deren Beurteilung) wie der zensierte.
    Ich würde ihn nochmals posten, etwas versüst, mit dem Hinweis darauf, dass das Zensur war und sehr wohl ein Zusammenhang besteht, der aber nicht bestehen darf, weil die redaktionelle "Kultur" das nicht haben will.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Zitat


    "Bitte beachten Sie, dass der Artikel die Beschneidung von Mädchen, nicht von Jungen thematisiert.". Mit diesem Hinweis wurde Post 11 entfernt.

    Das Hausrecht steht Ihnen zu, liebe Redaktion, aber....

    Warum thematisiert wohl Tonio Walter die weibliche Beschneidung und das letzte Gesetz? Doch gerade weil er ansonsten auch kein Haar am 1631d BGB lässt!
    Tonio Walter sieht sehr wohl diesen Zusammenhang, sogar in diesem Artikel, wo er deutlich darauf anspielt. Insofern thematisiert er es auch.
    An der Zurückhaltung der Politik im Strafmaß und am Auslandstatbestand sieht man doch sehr deutlich, dass seitens der Politik die Angst besteht, dass man über dieses Gesetz eine Türe öffnet für eine Verfassungsklage gegen 1631d.
    Wann enden endlich Scheinheilligkeit und Doppelmoral?

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Das Verhalten und die Zensurwut dieser Redaktion ist völlig unberechenbar und läßt sich in keiner Weise intellektuell nachvollziehen. Daher halte ich es nicht für zielführend, hier Nettigkeiten von sich zu geben, als stünde man vor der "Obrigkeit". Es ist eine Zeitung, die an Glaubwürdigkeit und Niveau immer weiter absinkt und ihren guten Ruf, den sie einmal unter den Intellektuellen dieses Landes genossen hatte, immer stärker verliert.

    Morgen früh kaufe ich mir wieder die FAZ am Sonntag.

    Selbstbestimmung, hattest Du denn nicht Screenshots der Postings angefertigt, die bei der ZEIT zensiert worden waren?

  • Ich würde ihn nochmals posten, etwas versüst, mit dem Hinweis darauf, dass das Zensur war und sehr wohl ein Zusammenhang besteht, der aber nicht bestehen darf, weil die redaktionelle "Kultur" das nicht haben will.

    Das dürfte mit ziemlicher Sicherheit den Rauswurf zu Folge haben. Das geht bei der ZEIT ganz geschmeidig. Von einer Sekunde auf die andere kannst du dich nicht mehr einloggen, und das war's.
    Die Zensur bei der ZEIT ist das dreisteste, tendenziöseste und widerwärtigste, was sich in Presseforen erlebt habe. Mit Abstand!
    Und dann wirst du anschließend noch jahrelang mit SPAM (Probe-Abo!) bombardiert, an die mail-Adresse, die du bei der Registrierung zwangsweise angeben musstest. (würg) :cursing:

    Leute macht Euch doch nichts vor - wie ich bereits geschrieben habe - die paar großen Medienkonzerne, unsere selbsternannte "Qualitätsmedien") die kommunizieren miteinander. Und dabei kommt heraus: Nach Verabschiedung des 1631d soll jetzt endlich "Ruhe einkehren" in Sachen MGM.
    FGM aber, das ist der Dauerbrenner. Darüber kann man sich gar nicht genug entsetzen. Obwohl das in D nur einen winzigen Bruchteil der stattfindenden Genitalverstümmelungen ausmacht.

    There is no skin like foreskin

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