Anzeige gegen Rabbi Teichtal wegen der Durchführung einer Metzitzah b'Peh Beschneidung

  • Das früheste Zeugnis für den Glauben an den "bösen Blick", vor dem hier so eindringlich gewarnt wird, ist 3000 Jahre alt. Die Beschneidung ist bekanntlich noch älter...

    Das Thema "Chabad in Deutschland" finde ich sehr wichtig für unsere Diskussion. Man wird uns zwar wieder vorwerfen, dass wir uns in Dinge einmischen, die uns nichts angehen, aber wir interessieren uns nun mal für Parallelgesellschaften - aus rein ethnologischen Interessen ("böser Blick" usw.), versteht sich.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Jetzt weiß ich endlich woher diese Bräuche stammen, dass man z.B. erst nach drei Monaten über eine Schwangerschaft spricht oder nur mit einem schlechten Gewissen die Babysachen vor der Geburt kauft.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Jetzt weiß ich endlich woher diese Bräuche stammen, dass man z.B. erst nach drei Monaten über eine Schwangerschaft spricht oder nur mit einem schlechten Gewissen die Babysachen vor der Geburt kauft.

    Mann mann jetzt ist aber mal wieder gut, ja?

  • "...Metzitza be-pe..."

    Klingt irgendwie nach BP. Aber der heutige Online-Fliessbandjournalist kann sich um solche Kleinigkeiten einfach nicht mehr kümmern.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Wie so oft, berichtet die "Times of Israel" recht sachlich über den Vorfall. Schon in den vergangenen Monaten fiel ihre Berichterstattung über die Beschneidungsdebatte in der Regel viel sachlicher aus als im Großteil der deutschen Medien. Das Bild ist übrigens bemerkenswert.

    Times Of Israel

  • Das Bild ist übrigens bemerkenswert.

    Ja, es zeigt deutlich, wie hungrig der Kleine ist. Hätte man ihn nur rechtzeitig gefüttert, würde er ob der geradezu langweiligen Situation dagegen sicher fest schlafen.
    Erfreulich sind die -Stand 15.04.2013, 18.57 Uhr - beiden eindeutigen Kommentare. Soviel zum Thema, die männliche Genitalverstümmelung sei in Israel unumstritten.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Ja, es zeigt deutlich, wie hungrig der Kleine ist. Hätte man ihn nur rechtzeitig gefüttert, würde er ob der geradezu langweiligen Situation dagegen sicher fest schlafen.

    Das muss man Dir lassen: bei Säuglingen kennst Du Dich aus. Oder ist' s doch die geöffnete Windel?
    Die Staatsanwaltschaft in Bad Blöd konnte übrigens auf dem Bild keinen Hinweis entdecken, dass es an der "ärtzlichen Kunst" mangelte.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Wieso auch? Solange nicht mit dem rostigen Deckel einer Sardinenbüchse geschnitten wird, ist doch alles im grünen Bereich! :cursing:

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Zitat

    New York City’s Board of Health now has parents using metzitzah b’peh sign a letter of consent noting they are aware of its dangers.


    Wäre das in Deutschland eine wirksame Einwilligung?

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Wäre das in Deutschland eine wirksame Einwilligung?

    Nicht, soweit der Vorgang dem widerspricht, was im Gesetz zur Legalisierung vom Abreißen fest verwachsener Hautstücke kleiner Babys im Sexualbereich ohne wirksame Betäubung unter nachweisbar extremer Schmerzempfindung, die in ihrer Intensität einer Folterung vergleichbar ist... ähm Entschuldigung, oh, das darf man ja nicht realistisch beschreiben, nicht wahr... also das Gesetz zur Legalisierung völlig harmloser religiöser Traditionen, die mit Menschenrechten von vorneherein nichts zu tun haben: solange damit dennoch ein Widerspruch besteht, dürfte die Einwilligung nicht wirksam sein. Soweit die Theorie.

  • Zitat

    Es wird Leute geben, die versuchen werden, die Debatte neu zu entfachen. Das sind wahrscheinlich dieselben, die gegen Beschneidungen im Allgemeinen sind.

    Na, das wären aber viele Leute! :thumbup:

  • Zitat

    Nach den jüdischen Religionsgesetzen ist das Absaugen mit Pipette zulässig.


    Die jüdischen Religionsgesetze entsprechen sichtbar nicht dem 1631d und auch nicht der ärztlichen Kunst.
    Aber was soll's?

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Zitat

    Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sie Ermittlungen aufnimmt. Nach Ansicht Putzkes muss sie dies. Es liege ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vor, sagte er. „Wegen der Bedeutung der Sache und der klaren Missachtung der gerade erst verabschiedeten gesetzlichen Vorgaben vermag selbst eine Geldauflage das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung nicht zu beseitigen.“ Die Staatsanwaltschaft müsse einen Strafbefehl beantragen oder Anklage erheben. Sollte sie das Verfahren „wider Erwarten“ mangels hinreichenden Tatverdachts einstellen, sei dies als Strafvereitelung und Rechtsbeugung zu werten.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/streit…h-/8075612.html

  • Wenn Holm Putzke Recht hat, erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage, und das Gesetz könnte es bis zum Verfassungsgericht "schaffen". Ich bedanke mich schon mal jetzt bei Rabbi Teichmann für diese Chance. :D

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • und das Gesetz könnte es bis zum Verfassungsgericht "schaffen"


    Hm ich bin da leider eher skeptisch. Die jüdische Gemeinde hat sich bereits vor der Blutsaug-Praxis distanziert, alles paletti, jetzt muss die StA nur noch sagen, das Gesetz decke diese nicht mit ab, dann bleibt die Frage obsolet, ob es im Übrigen verfassungsrechtliche Relevanz hat. Denn das Gericht wird das konkrete Normenkontrollverfahren nur dann einleiten, wenn die Anwendung des Gesetzes für die Entscheidung maßgebend ist.

    Zieht die StA das Verfahren nicht komplett durch, wird der ohnehin schon vorhandene Unmut der Bevölkerung über das Legalisierungsgesetz noch größer.

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