Stellungnahme Prof. Kristof Graf

  • Stellungnahme von Prof. Dr. med. Kristof Graf (Kardiologe, Chefarzt Jüdisches Krankenhaus Berlin) für den Rechtsausschuss des Bundestages:

    http://www.bundestag.de/bundestag/auss…gnahme_Graf.pdf


    Zum Thema Anästhesie ist mir Folgendes aufgefallen (Text wurde für anderen Gebrauch geschrieben, daher wirkt er in der Formulierung vielleicht etwas komisch...):

    Wäre nett, wenn Leute wie Graf in der Sitzung des Rechtsausschusses mal auseinander genommen würden. Fragt sich nur, a) wer das machen würde/könnte und b) ob das überhaupt üblich ist. Wer sind denn im Rechtsausschuss die Kritiker des Gesetzentwurfs? Bisher habe ich nur von Wolfgang Nešković etwas gehört, aber inwieweit der dann offensiv kritisch auftritt, ist die andere Frage.

  • Das schreit doch nach einer offenen Nachricht an die Damen und Herren des Rechtsausschuss - nur die einfache Frage, ob Prof. graf schon gebten wurde die offensichtlichen Widersprüche aufzulösen...

    Gruß
    Hickhack

  • Die Ärzte des Jüdischen Krankenhauses Berlin schreiben:

    Zitat

    Problematisch ist sicherlich, dass die Schmerzerfassung bei Neugeborenen mit wirklich sicheren Methoden nicht möglich ist. Es gibt aufgrund der langjährigen Erfahrung in unserem Hause weiche Parameter bei Operationen, die als Indikatoren für ein Wohlbefinden beobachtet werden. Dies beinhaltet eine sofortige Einstellung des Schreiens bei Rückkehr in die Arme der Mutter.

    Diese Auskunft bedeutet also, dass im Jüdischen Krankenhaus in Berlin in den letzten zehn Jahren mindestens 385 Operationen an schreienden Neugeborenen vorgenommen worden sind ??! Immer mehr kann ich den großen jüdischen Reformrabbiner Abraham Geiger verstehen. Schon 1845 nannte der die Beschneidung einen "barbarisch blutigen Akt, der den Vater mit Angst erfüllt". (Abraham Geigers Nachgelassene Schriften, 5. Band, S. 181)

  • [size=12]".....Dabei herrscht weitgehend Einigkeit, dass nicht alles, was die Medizin kann, auch tatsächlich durchgeführt werden soll: Das ethisch Richtige ergibt sich nicht aus dem technisch Möglichen. Immer häufiger stellt sich die Frage welche individuellen Maßnahmen für den betroffenen Patienten am besten geeignet sind, nicht zuletzt auch unter dem juristischen Aspekt der Patientenautonomie/Patientenverfügung.

    Die übergeordnete Aufgabe eines KEK besteht darin, die medizinethischen Prinzipien – Nutzen, Nichtschaden, Autonomie und Gerechtigkeit [7] – in Verbindung mit dem organisationsethischen Konsens (Leitbild des Krankenhauses) zu vertreten.
    Die Behandlung ethischer Fragestellungen in einem Krankenhaus wird durch Folgendes behindert [8]:
    .........

    F Verallgemeinerung der Ethik der jeweils eigenen Position und/oder Berufsgruppe;

    F Beharren auf die eigene Sichtweise und fehlende Bereitschaft zum Perspektivenwechsel; ......."

    Quelle


    Muß man nur noch umsetzen!

  • Stellungnahme von Prof. Dr. med. Kristof Graf (Kardiologe, Chefarzt Jüdisches Krankenhaus Berlin) für den Rechtsausschuss des Bundestages:

    http://www.bundestag.de/bundestag/auss…gnahme_Graf.pdf


    Zum Thema Anästhesie ist mir Folgendes aufgefallen (Text wurde für anderen Gebrauch geschrieben, daher wirkt er in der Formulierung vielleicht etwas komisch...):

    Hattest Du diesen Hinweis schon mal an die Ärztekammer Berlin, die Bundesärztekammer, die Deutsche Schmerzgesellschaft und die Mitglieder des Rechtsauschusses gegeben?

    Gruß
    Hickhack

  • Bei der Beurteilung der EMLA- Salbe seitens der Befürworter sollte man genau auf deren Wortwahl achten: bewährt, ausreichend, möglichst,ärztliche Kunst usw. Zusätzlich wird die Schmerzfrage durch die Behauptung, dieser sei angeblich (!) bei Säuglingen "schwer" zu messen, vernebelt. Auch sog. "weiche Faktoren" können wissenschaftlich standardisiert untersucht werden und sind auch bereits schon hinzugezogen worden.
    Festzuhalten ist: es gibt bemerkenswert wenige Untersuchungen zur Schmerzlinderung mit EMLA bei Säuglingen - bemerkenswert insofern, als dass sie doch eine so grosse Rolle in der Argumentation der Befürworter spielt. Und: die Angaben in den Untersuchungen über den Grad der Schmerzlinderung schwanken zwischen 10 und 20%. Es ist schon reichlich verwegen, dies als " ausreichend" zu bezeichnen. Wenn die ärztliche Kunst es bisher nicht geschafft hat, eine deutlichere Schmerzlinderung bereitzustellen, spricht alles dafür, solche Eingriffe wirklich nur im äussersten (!) Notfall vorzunehmen.

    Diese Vernebelung dient m.E. einzig und allein dazu, die nicht- ärztliche Mohel- Beschneidung mit allen zur Verfügung stehenden Worthülsen zu "retten".

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Noch ein Zusatz:

    Wenn ein Arzt, der (auch wenn er Kardiologe ist) in einem "Beschneidungskrankenhaus" arbeitet und mit Sicherheit schon etlichen Beschneidungen beigewohnt hat, angesichts der markerschütternden Schreie von Säuglingen, behauptet, Schmerz sei bei Säuglingen schwer zu messen, dann leidet er - mit Verlaub - an einer massiven Einfühlungsstörung, Dass er dann ein Kollabieren des Kindes in den Armen der Mutter als ruhiges Einschlafen deutet, wundert nicht. Wenn man die Interpretation " weicher Faktoren" den falschen Leuten überlässt, kann es gefährlich werden.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Es widerspricht jeglicher Logik, daß bei Erwachsenen Emla nicht ausreichend ist, bei Säuglingen jedoch schon- vor allem vor dem Hintergrund, daß Babies erwiesenermaßen(!) mehr Schmerzen als Erwachsene verspüren.
    Allerdings findet selbst diese Debatte auf dem falschen Boden statt, denn wenn ich nicht beschneide, stellt sich auch nicht die Frage, welche Form der Anästhesie ausreichend ist.

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