Hallo zusammen,
gerne möchte ich meine persönliche Erfahrung mit meiner Beschneidung mit euch teilen. Vielleicht kann ich damit dem einen oder anderen die Angst vor diesem Eingriff ein wenig nehmen.
Ich hatte bereits seit meiner Kindheit eine Phimose. Leider wurde damals versäumt, diese im Kindesalter behandeln zu lassen, sodass ich das Thema nun fast vier Jahrzente mit mir herumgetragen habe. Tief im Inneren wusste ich eigentlich immer, dass irgendwann der Tag kommen würde, an dem ich mich diesem Eingriff stellen muss. Eine alternative Behandlung hatte letztlich leider nicht mehr geholfen.
Im Internet findet man zu diesem Thema viele negative Erfahrungsberichte. Das hat mich im Laufe der Jahre zunehmend verunsichert und mir ehrlich gesagt auch ziemlich viel Angst gemacht. Deshalb habe ich den Eingriff immer wieder vor mir hergeschoben.
Vor einigen Wochen kam dann plötzlich der Moment, in dem ich gespürt habe: Jetzt ist es an der Zeit, das Ganze endlich anzugehen. Und diesmal war ich fest entschlossen, es wirklich durchzuziehen.
Nach intensiver Recherche konnte ich mir eine gute Praxis suchen. Schon kurze Zeit später hatte ich meinen Termin für ein Erstgespräch. Dort wurde mir alles ganz in Ruhe und ausführlich erklärt. Ich habe mich von der ersten Minute an gut aufgehoben und ernst genommen gefühlt.
Zu meinem Glück bekam ich sogar innerhalb weniger Tage einen Termin für die ambulante Operation. Das war für mich im Nachhinein vielleicht gar nicht so schlecht, denn dadurch blieb wenig Zeit, um erneut ins Grübeln zu kommen.
Der Tag der Operation
Operiert wurde ich vor zwei Tagen. Die Tage davor waren für mich emotional wirklich eine Herausforderung. Ich glaube, ich war selten zuvor in meinem Leben so aufgeregt. Ich musste ständig an den bevorstehenden Eingriff denken und hatte wirklich große Panik.
Als der OP-Tag schließlich gekommen war, stand für mich trotzdem fest: Ich ziehe das jetzt durch und sage den Termin nicht ab.
Also bin ich ziemlich nervös und mit zitternden Knien in die Praxis gegangen. Dort wurde ich von Anfang an unglaublich freundlich und einfühlsam betreut. Der Chirurg hat mir vor dem Eingriff noch einmal jeden einzelnen Schritt erklärt, sodass ich wusste, was auf mich zukommt.
Die Betäubung erfolgte über eine Peniswurzelblock-Betäubung. Auch davor hatte ich großen Respekt, weil ich im Internet einiges über die Spritzen gelesen hatte.
Aber genau an dieser Stelle möchte ich euch wirklich beruhigen: Man spürt einen kurzen Piks, und danach merkt man praktisch nichts mehr. Meine Angst davor war im Nachhinein also völlig unbegründet.
Der eigentliche Eingriff dauerte, soweit ich es einschätzen kann, ungefähr 30 Minuten und war damit schneller vorbei, als ich gedacht hatte. Während der Operation gab es zwischendurch einmal ein ganz kurzes Pieksen. Es wurde direkt noch einmal nachbetäubt, und danach war der gesamte Eingriff für mich schmerzfrei.
Die Zeit nach der Operation
Auch nachdem die Betäubung nachgelassen hatte, hatte ich keinerlei Schmerzen. Weder tagsüber noch nachts. Selbst die nächtlichen Erektionen waren bisher überhaupt nicht schmerzhaft. Das hatte ich mir ehrlich gesagt ganz anders vorgestellt.
Heute habe ich den Verband entfernt. Dieser hatte stellenweise etwas festgeklebt, aber mit etwas Einweichen ließ er sich ebenfalls nahezu schmerzfrei lösen.
Und jetzt sitze ich hier und bin einfach unglaublich froh und erleichtert, dass ich diesen Schritt endlich gewagt habe.
Wenn ich auf die vergangenen Wochen zurückblicke, muss ich sagen, dass die Angst vor dem Eingriff für mich persönlich viel schlimmer war als der Eingriff selbst.
Natürlich ist jeder Mensch anders und jeder Heilungsverlauf individuell. Ich möchte auch nichts verharmlosen, denn die nächsten Tage und Wochen der Heilung liegen noch vor mir. Aber meine bisherigen Erfahrungen sind wirklich durchweg positiv.
Mein Wunsch mit diesem Beitrag ist es, allen, die vielleicht schon seit Jahren mit dem Gedanken an eine Beschneidung spielen und sich aus Angst nicht trauen, ein wenig Mut zu machen.
Lasst euch nicht ausschließlich von negativen Erfahrungsberichten im Internet verunsichern. Sucht euch eine gute Praxis, lasst euch ausführlich beraten und sprecht offen über eure Ängste. Ihr müsst euch damit nicht allein fühlen.
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich meinen inneren Schweinehund überwunden habe. Hätte ich gewusst, dass es für mich persönlich so unkompliziert und nahezu schmerzfrei abläuft, hätte ich diesen Schritt wahrscheinlich schon viel früher gewagt.
Manchmal ist die Angst vor etwas tatsächlich viel größer als das, was uns am Ende erwartet.
Alles Liebe und viel Mut an alle, die diesen Weg noch vor sich haben! ❤️