Kann eine Zirkumzision das sexuelle Empfinden nachhaltig beeinflussen?

  • Ein ganz liebes Hallo in die Runde!

    Als Physician Assistance-Studentin (B.Sc.) bin in einer besonderen Mission hier: im Rahmen meiner untersuche ich, ob Beschneidungen die sexuelle Empfindung beeinflussen können und wie sich diese möglichen Veränderungen auf die subjektive sexuelle Zufriedenheit auswirken können.

    Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung der Vorhaut für das subjektive sexuelle Empfinden näher zu beleuchten und dadurch einen wichtigen Teil zur Verbesserung der medizinischen Beratung und Aufklärung zu Beschneidungen beizutragen, und sie um das Feld der subjektiven Empfindung zu erweitern.

    Hierfür suche ich Männer, die sich im Erwachsenenalter OHNE medizinische Notwendigkeit (ästhetische Gründe, Hygienegründe, religiöse Gründe…) haben beschneiden lassen und sowohl vor der Beschneidung als auch danach sexuell aktiv waren. Mich interessieren vor allem deine Beweggründe für diese Entscheidung, ob sich deine damit verbundenen Erwartungen erfüllt haben und ob und in wie weit sich das subjektive sexuelle Empfinden vor und nach dem Eingriff verändert hat.

    Deine Daten werden selbstverständlich datenschutzkonform anonymisiert und im Anschluss an die Transkription datenschutzkonform vernichtet. Die ganze Arbeit wird transparent nach Hochschulstandard bearbeitet und von meiner Professorin (Ärztin Prof. Dr. med, Gynäkologie, Urologie und Sexualmedizin) betreut.

    Ich freue mich auf deine Teilnahme, schreib mir auch gerne für weitere Fragen!

    L.K.

    (Physician Assistance (B.Sc.), 7.FS)

    Einmal editiert, zuletzt von PA L.K. (28. September 2026 um 20:28)

  • PA L.K. 28. September 2026 um 20:30

    Hat den Titel des Themas von „Weniger Vorhaut, weniger Gefühl? Ich suche Männer mit persönlicher Erfahrung.“ zu „Kann eine Zirkumzision das sexuelle Empfinden nachhaltig beeinflussen?“ geändert.
  • Der Hinweis auf den Sohn wurde nach Editierung entfernt??? Ich bekomme gerade Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit des Posts und würde mir wünschen, dass die Admins hier ganz genau hinschauen.

    Fakt ist, dass es bereits eine sehr gute Studie gibt, z.B. die von Morten Frisch aus Dänemark:

    https://academic.oup.com/ije/article-abstract/40/5/1367/658163?redirectedFrom=fulltext

    Und auch eine aussagekräftige Untersuchung zur Innervation des Penis und der Vorhaut, die ein relativ klares Fazit enthält:

    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/andr.70118?fbclid=IwdGRzaANxrpdjbGNrA3GuiWV4dG4DYWVtAjExAAEeffSbcEBCpfFy3PD0KrD7IllVS5FUpRPDZE_T0bWN1n5lUygX1x2hcLrfRz4_aem_PURzZizJ2NZwOK-JX_4s1A&sfnsn=scwspmo

    Die Einschränkung der Zielgruppe auf "Beschneidung im Erwachsenenalter OHNE medizinische Notwendigkeit (ästhetische Gründe, Hygienegründe, religiöse Gründe…)" birgt das Risiko, dass statistisch eine starke Verzerrung erzeugt wird, weil damit vor allem auch Männer angesprochen werden, die sich

    • aufgrund eines Fetisch beschneiden lassen und
    • deren Beschneidung noch nicht so lange zurück liegt
      (viele von uns wissen, dass sich der Sensibilitätsverlust oft erst mit den Jahren immer mehr verstärkt)

    Gerade auch die Betonung auf das "subjektive Empfinden" irritiert mich, weil das vor allem auch durch Fetisch-Neigungen oder religiöse Voreingenommenheit maßgeblich beeinflusst sein kann und über den körperlichen Schaden hinwegtäuscht.

    Ich habe daher erhebliche Zweifel, dass die geplante Untersuchung repräsentativ sein wird - oder gar - dass das Ergebnis vielleicht sogar gezielt in eine bestimmte Richtung gesteuert wird...

    2 Mal editiert, zuletzt von Logo (28. September 2026 um 22:27)

  • Danke für deinen Kommentar! Die Studien sind mir bereits bekannt.

    Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Bachelorarbeit. Ich möchte untersuchen, ob und in wie weit eine Beschneidung das subjektive sexuelle Empfinden beeinflussen kann. In einer klein angelegten qualitativen Vorstudie möchte ich leitfadengestütze Interviews zu retroperspektiven Erfahrungsberichten durchführen und untersuchen, ob es zu Veränderungen der subjektiv wahrgenommene sexuelle Empfinden vor und nach dem Eingriff kommt. Beweggründe und Zufriedenheit werden in dieser Arbeit ebenso beleuchtet. Da es eine qualitative Auswertung ist und einen ersten Einblick in die Thematik geben soll, ist natürlich die individuelle Geschichte über einen längeren Zeitraum absolut interessant.

    Als wissenschaftliche Arbeit ist die Untersuchung absolut neutral gehalten und wird nicht in eine Richtung gesteuert.

    Wie bereits erwähnt, die Arbeit soll einen ersten Überblick über das Thema schaffen und die Vorarbeit für eine weiterführende representative Studie darstellen.

    Und genau hierfür suche ich Teilnehmer, die in die Einschlusskriterien fallen und mir ihre Erfahrungen berichten wollen.

  • Danke für deinen Kommentar! Die Studien sind mir bereits bekannt.

    Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Bachelorarbeit. Ich möchte untersuchen, ob und in wie weit eine Beschneidung das subjektive sexuelle Empfinden beeinflussen kann. In einer klein angelegten qualitativen Vorstudie möchte ich leitfadengestütze Interviews zu retroperspektiven Erfahrungsberichten durchführen und untersuchen, ob es zu Veränderungen der subjektiv wahrgenommene sexuelle Empfinden vor und nach dem Eingriff kommt. Beweggründe und Zufriedenheit werden in dieser Arbeit ebenso beleuchtet. Da es eine qualitative Auswertung ist und einen ersten Einblick in die Thematik geben soll, ist natürlich die individuelle Geschichte über einen längeren Zeitraum absolut interessant.

    Als wissenschaftliche Arbeit ist die Untersuchung absolut neutral gehalten und wird nicht in eine Richtung gesteuert.

    Wie bereits erwähnt, die Arbeit soll einen ersten Überblick über das Thema schaffen und die Vorarbeit für eine weiterführende representative Studie darstellen.

    Und genau hierfür suche ich Teilnehmer, die in die Einschlusskriterien fallen und mir ihre Erfahrungen berichten wollen.

    Sehen Sie mir die kritschen Worte nach, aber als negativ Betroffene haben wir es sehr oft hier (und generell) mit Menschen zu tun, die unsere Erfahrung wiederlegen wollen. Und viele von uns haben davon einfach genug!

    Aber zurück zur Sache:

    Der größere Teil der Männer hier im Forum wurde nach meiner Einschätzung im Kindesalter beschnitten. Unter den Männern mit starkem Empfindungsverlust finden sich meiner Erfahrug nach zwei Gruppen:

    • Personen, die unmittelbar nach der Beschneidung einen starken Sensibilitätsverlust erleiden.
      (Das lässt sich z.B. durch unterschiedliche Beschneidungsstile erklären. Je nachdem wie viel von den sensibelsten Strukturen wie Frenulum und Ridged Band bzw. generell vom inneren Vorhautblatt entfernt wird - kommt es eher sofort zu einem deutlichen Sensibilitätsverlust.)
    • Personen, bei denen sich der Sensibilitätsverlust mit den Jahren sukzessive vertärkt.
      (Die meisten Kinder wurden im Alter zwischen 3 und 10 Jahren beschnitten, weil man dachte eine kindliche Phimose müsse operiert werden.
      Viele berichten, dass der Sensibilitätsverlust 30-40 Jahre nach der Beschneidung ein stark beeinträchtigendes Ausmaß erreicht. Interessant wäre daher aus meiner Sicht ein Vergleich von als Kind beschnittenen Männern mit unbeschnittenen Männern im Alter zwischen 50 und 60 Jahren.)

    Da es bereits die Studie von Fritsch gibt, verstehe ich nicht, welchen Nutzen man sich von einer weiteren Untersuchung verspricht. Inwiefern unterscheidet sich Ihre Zielsetzung von der Dänischen Studie?

    Und wie gesagt, aufgrund der gewählten Einschlusskriterien, ist eine Verzerrung des Ergebnisses in Richtung "kein Unterschied oder sogar Verbesserung des Empfindens" aus meiner Sicht nicht unwahrscheinlich. Weshalb z.B. der Ausschluss von Personen mit einer medizinischen Indikation?

    Insbesondere fehlt bei einer Fokussierung auf Männer, die im Erwachsenenalter beschnitten wurden, die Möglichkeit einer validen Langzeitbeobachtung, was aber - wie Sie meiner obg. Erklärung entnehmen - sehr wichtig wäre.

    Viele werden sich in Anbetracht des initial in Ihrem Post enthaltenen Bezugs auf Ihren Sohn natürlich auch Fragen, weshalb Sie sich persönlich für dieses Thema entschieden haben.

    Trotz meiner kritischen Worte, drücke ich Ihnen die Daumen, dass Sie repräsentative Teilnehmer finden.

  • Zitat

    Die ganze Arbeit wird transparent nach Hochschulstandard bearbeitet und von meiner Professorin (Ärztin Prof. Dr. med, Gynäkologie, Urologie und Sexualmedizin) betreut.

    Bei so viel Transparenz dürfen wir doch sicher erfahren um welche Hochschule es geht und um welche Hochschullehrerin?

    There is no skin like foreskin

  • Da es bereits die Studie von Fritsch gibt, verstehe ich nicht, welchen Nutzen man sich von einer weiteren Untersuchung verspricht. Inwiefern unterscheidet sich Ihre Zielsetzung von der Dänischen Studie?

    Geht ja um Erfahrungsberichte für eine Bachelor Arbeit. Das ist etwas anderes als eine Studie eines Etablierten Wissenschaftlers.

    Hier sind schon öfters Menschen aufgetaucht die nicht unbedingt gute absichten hatten. Deshalb die kritischen nachfragen.

  • Eine Bachelorarbeit ist ja schon hier gelandet, wobei mich schon erstaunt wie umfangreich so etwas ist. 120S sind nichts was man mal so eben hinschreibt, mit Quellensuche und Hintergrundrecherche. Doch wenn schon keine Rückmeldung mehr kommt....

    Die Menschheit war schon immer bereit, Themen im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Wichtigkeit zu diskutieren. Je mehr eine Frage uns alle berührt, umso mehr gilt daher, dass selbst kluge Menschen behaupten, die Frage existiert überhaupt nicht.--Samuel Butler--

  • Wir hatten hier mal einen Aufruf zur Teilnahme an einer Studie, wo uns nach kurzer Zeit Zweifel an der Seriösität derselben kamen. Wir sind in der Hinsicht "gebranntes Kind".


    Sehr auffällig das nachträgliche Editieren bezüglich des eigenen Sohns

    Ich kann keinen Grund dafür erkennen die Uni und die Professorin nicht zu nennen.

    Öffentliche Forschung ist doch nicht "geheim".

    Das wäre eine einfach Möglichkeit die Seriösität der Arbeit zu verifizieren.

    Keine Antwort ist auch eine Antwort.

    There is no skin like foreskin

  • Ganz abgesehen davon: Logo hat ja schon berechtigte Einwände vorgetragen.

    Mit einer solchen "self reported" Studie kann man wohl kaum objektiv etwas über eine veränderte Empfindlichkeit nach der Vorhautamputation herausfinden.

    1. Zirkumzision ist nicht Zirkumzision! Es gibt verschiedene Arten von Eingriffen, von "ganz stramm" und radikal inkl. Entfernung des Frenulums bis zu moderaten Zirumzisionen, die einen Teil der inneren Vorhaut belassen - allein das kann schon einen großen Unterschied machen.
    2. "Ästhetische Gründe": Hier betreten wir das Gebiet des Körperfetischismus.

      Körperfetischisten sind eine Sorte für sich! So ähnlich wie Autotuner, die ein Serienauto stinklangweilig finden, ständig ihre Karre noch weiter aufmotzen und noch ein paar PS mehr herauskitzeln meinen zu müssen.

      Da gibt es Frauen, die geradezu süchtig nach Schönheitsoperationen sind, stolz berichten von 20 solcher OPs an einem Tag.

      Ich sehe zweimal die Woche im Fitnessstudio magersüchtige Mädchen und junge Frauen, die aussehen fast wie KZ-Häftlinge und sich immer noch für "viel zu dick" halten. Die ihre Gesundheit schwer schädigen und in den Augen der meisten einfach erschreckend aussehen.

      Dann Männer mit monströsen Muskelbergen auf Anabolika-Basis. Dieses Dreckszeug sorgt für schwere Gesundheitsschäden (Herz, Leber u.v.a.m) lässt die Hoden schrumpfen - aber egal! Sie finden sich so toll, sind meist noch von oben bis unten tätowiert, gepierced (den Prinz Albert sieht man natürlich nicht) in den Augen der meisten sehen sie eher nach "Prolo" aus. Besonders bizarr wirkt das alles bei alten Männern, denn da ist sonnenklar, dass da nichts natürlich gewachsen ist - das geht einfach nicht.

      Sie meinen, dass ihr Körper eine Art Modelliermasse ist und dass sie ständig daran etwas "verbessern" (in ihrem Scheuklappenblick) müssten.

      Wenn sich jemand also aus "ästhetischen" Gründen von seiner Vorhaut trennt - wie sollte der zugeben, dass ggf. der Sex anschließend sich verschlechtert hätte?

      Der stände doch als Depp da! Da würden doch alle sagen: "Ätsch! Selber Schuld! Was machst auch so einen Quatsch?"

      Es fällt den meisten Männern sowieso schwer, über Probleme mit ihrem Penis zu reden.

      Der Penis ist ein wichtiger Prestige-Körperteil des Mannes. Da darf nichts falsch sein, da muss alles perfekt sein! Und - je länger, desto besser! (davon leben wieder die plastischen Chirurgen (dabei kann man den nicht wirklich länger machen, nur ein kleines Stück herausziehen - reine Optik - für den Sex ändert sich (bestenfalls) nichts))

      Wenn es keinen Weg zurück gibt hilft nur, sich das Ergebnis schön zu denken und mit Gleichgesinnten schön zu reden (dafür gibt es ja bekanntlich auch Foren)

      3. Hygienische Gründe? Gibt es nicht! Niemand lässt sich aus hygienischen Gründen zirkumzidieren, auch wenn das manchmal behauptet wird. Die Reinigung des intakten Penis ist eine Sache von Sekunden, fließend Wasser und Seife steht in Europa überall zur Verfügung und ein Mann, der gepflegt sein will muss sich eh täglich waschen, ob intakt oder vorhautlos. Ein hygienisches Problem kann sich höchstens ergeben, wenn ein Mann eine persistierende Phimose hat. Dann gibt es dadurch meist auch Probleme beim Sex. Wenn dem Zustand nicht durch konservative Therapie abgeholfen werden kann, dann kann ein Triple Incision oder eine moderate Zirkumzison für eine Verbesserung sorgen. Das ist dann aber eine medizinische Indikation und wird auch von den Kassen bezahlt.

    3. 4. Religiöse Gründe Das betrifft in der Regel Konvertiten.

      Konvertiten werden von der angestammten "Community" oft skeptisch beäugt und meinen sich durch besonderen religiösen Fleiß etablieren zu müssen. Und treten dann oft als Verteidiger der Genitalverstümmelung von Jungen auf, siehe z.B. Gunda Trepp oder Stefan Kramer ("es [die Amputation] tut weh" "es geht darum...für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und Verständnis zu werben"). Sie meinen ihrer Gemeinschaft in den Rücken zu fallen, wenn sie Zweifel an der Zirkumzision sähten. Außerdem muss man davon ausgehen, dass es eine Art "religiösen Placebo-Effekt" gibt. Wenn man feste glaubt, dass man durch die Zirumzision verbessert wird, richtig dazu gehört, einen Bund eingeht - dann nimmt man Nachteiliges vielleicht gar nicht wahr oder blendet das aus.

      Auf Grund dieser Verzerrungen halte ich eine Befragungs-Studie dieser Art nicht für sinnvoll.

      Sinnvoll wären objektive Messungen. Es ist vermutlich nicht einfach, die Qualität eines Orgasmus zu messen. Ich weiß nicht, ob man so etwas per EEG machen könnte.

      Oder mit MRT des Gehirns des Mannes wo man evtl. die Aktivität des limbischen Systems bewerten könnte. Es gibt ja MRT-Aufnahmen eines kopulierenden Paares...

      PS: Seltsamerweise fehlt ein nicht-medizinischer Grund; Zirkumzison auf Grund von "peer pressure" oder Druck der Partnerin / des Partners.

      In letzterem Fall gilt: Vorhautamputation ist für immer - die Liebe meistens nicht

      Wie so etwas ausgehen kann hat Z.B. Nils Juel in der taz beschrieben.

      Ansonsten gibt es hier im Forum etliche Beiträge von Männern die sich (allerdings auf Grund von Phimose) haben beschneiden lassen - und das bereut haben.

    There is no skin like foreskin

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