Geht es jetzt auch noch den kleinen Mädchen an die Vulva?

  • Gleichheit im Unrecht ist immer noch Unrecht - die Tendenz in den letzten Jahren ist schon erschreckend.

    Jetzt sogar in der British Medical Journal Group, im Journal of Medical "Ethics".

    Man kennt das ja noch von Peter Dabrock, Leo Latasch und dem deutschen Ethik(ver)rat. Wann immer man das Wort "Ethik" hört muss man die Ohren spitzen!


    Laws that ban FGM are harmful and 'stigmatising' towards migrant communities, academics say

    Ja irgendwie logisch - wenn man den Muslimen, Juden, Aleviten, Yesiden, Philippinos, US-Amerikanern GM durchgehen lässt muss man doch auch den Afrikanerinnen und Asiatinnen entgegenkommen, das wäre ja sonst Diskriminierung, Rassimus! (Ironie)

    Also Legalize it! Langsam fallen wohl die allerletzten Hemmungen. Aber bei den "Anthroposophen" kommt das ja schon fast gebetsmühlenartig. Weg mit der geschlechtlichen Diskriminierung - alle Kinder sollen bluten! *Kotz*

    Quote

    Laws that ban female genital mutilation (FGM) have been deemed harmful and perpetuate stigma towards migrant communities, a group of 25 academics from leading British universities has said.

    The essay, published in the British Medical Journal's (BMJ) Journal of Medical Ethics, contends that opposition to FGM relies on "sensationalist" narratives and "racialised stereotypes".


    Contributors to the piece include scholars from the University of Cambridge, University of Bristol and Brighton and Sussex Medical School.

    Quote

    the essay maintains that anti-FGM legislation in Western nations "can objectify girls and women as passive victims" whilst marginalising immigrant populations and deepening social divisions.

    The authors draw parallels between African practices and labiaplasty, a cosmetic procedure increasingly popular in North America and Europe that is sometimes marketed as creating a "designer vagina" yet never labelled as mutilation.

    They further note that male circumcision rarely attracts similar condemnation.

    Aha! Verstanden!

    Darum geht es also. Ist GGM erst mal legalisiert dann ist BGM besser abgesichert.


    Man hat den Eindruck, es gibt keinen Fortschritt in Sachen Menschenrechte mehr. Nur noch Rückschritt.

    Vorwärts - in die Bronzezeit!


    Dazu "passt":


    Na bitte, was wollt ihr denn? Alles pillepalle! <X

    Wozu sollten Menschen auch ein Recht auf vollständige Genitalien haben? Was kann man eigentlich sonst noch von Kindern abschneiden ohne, dass sie gleich versterben (letzteres wäre natürlich böse) *Brech*

    Kinder gehören doch wohl den Eltern! Sind doch ihr Eigentum! ;)

    In vielen Ländern dürfen sie die doch auch täglich verprügeln (auch in einigen europäischen Ländern), in manchen Ländern müssen die in Minen Steine kloppen oder werden verhökert in Kinderprostitution oder als Kindersoldaten, wollen wir das auch noch legalisieren?


    Das Motto dieser anthrophosophischen E-Ticker ist offensichtlich: es ist alles völlig OK, was irgendwo auf der Welt Eltern mit Kindern machen. Mädchen die Füße verkrüppeln, Jungen die Harnröhre aufschlitzen (Inzision), Kindern immer größer werdende Holzpfähle durchs Kinn bohren, oder Holzteller in die Lippen bauen...

    Wie tief können die Kinderrechte eigentlich noch sinken?

    Natürlich kommt wieder der unsägliche Vergleich mit der "Designer-Muschi". Als ob es das selbe wär, wenn eine erwachsene Frau sich einbildet, sie müsse aus ästhetischen Gründen ihre Vulva modifizieren lassen oder ob nicht zustimmungsfähigen Mädchen Klitorisspitze und Schamlippen abrasiert werden. :huh:

    Und genauso wenig ist es OK, wenn nicht zustimmungsfähigen Jungen 50% der sensiblen Oberfläche ihres Penis geraubt wird.


    Es gibt doch nichts, was man nicht völlig auf den Kopf stellen kann. Nicht die Mädchen werden verletzt, nicht ihnen geschieht Unrecht - nein! Den Minderheiten, die meinen sie verstümmeln zu müssen! :rolleyes::FP01:FP02

    Do legst di nida!


    Quote

    Customary genital surgeries are not restricted to girls and
    almost always coexist with customary genital surgeries for
    boys.

    "Things to know"? Was ist da neu dran? Das ist doch lange bekannt!

    Und - was wird dadurch besser? Weil das eine nicht OK ist ist das andere was?

    Es zeigt nur - wenn man die Genitalverstümmelung von Mädchen bekämpfen will muss man anfangen die Genitalverstümmelung von Jungen zu bekämpfen. Beides sind Sumpfblüten des selben Missverständnisses. (Aber das wollen Ahmadu und Co. natürlich nicht)

    Die Grenzen des in "wissenschaftlichen" Fachzeitschriften sagbaren werden immer weiter aufgebohrt. ;(


    Dass Ahmadu, Shweder und Johnsdotter an diesem Kotzkübel mitgewirkt haben, und dass das in einem vorgeblichen "Ethik"-Journal erschien verwundert mich nicht im geringsten.

    Dass aber Brian D. Earp da mitgemacht hat, das erschüttert mich.

    There is no skin like foreskin

  • Quote

    The empirical association between patriarchy and genital
    surgeries is not well established.

    Ob das nun "patriarchalisch" oder "matriarchalisch" oder einfach eine archaische Tradition ist, macht das für die betroffenen Kinder einen Unterschied? Wäre das eine weniger schlimm als das andere? Was für ein Stuss!

    There is no skin like foreskin

  • Quote

    The widely publicised and sensationalised reproductive
    health and long-term medical complications associated with
    female genital surgeries in Africa are infrequent events and
    represent the exception rather than the rule.

    Tja, und auf der anderen Seite liest man dann immer wieder: "jede vierte Frau stirbt daran!"


    Und beide Argumentationen dienen dazu BGM zu rechtfertigen. Die einen argumentieren "ist schrecklich, aber ganz was anderes" - die anderen "Ist genau nix anders - kann man also beides nicht verbieten"

    There is no skin like foreskin

  • Jetzt gibt es den (berechtigten, aber einseitigen) Shitstorm in den Medien:


    Statt einer differenzierten Debatte haben die 25 Autoren eine Welle der Empörung ausgelöst. «Wenn man Experten aus unterschiedlichen Bereichen und vor allem auch betroffene Frauen mit einbezogen hätte, wäre das Resultat vielleicht differenzierter ausgefallen»

    Wenn man Experten aus unterschiedlichen Bereichen und vor allem auch betroffene Männer mit einbezogen hätte, wäre das Resultat 2012 in Sachen Jungenverstümmelung vielleicht differenzierter ausgefallen.


    Quote

    Die 25 Autoren behaupten darin, dass die internationale Forderung nach einem Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung schädlich, rassistisch und stigmatisierend sei.

    Ja kiekste, und genau das selbe wurde 2012 über ein Verbot der Jungenverstümmelung gesagt! Und vor allem "antisemitisch".


    Sie befürworten sie nicht – aber sie wollen sie nicht mehr Verstümmelung nennen, lieber Praxis. Die globale Anti-FGM-Kampagne verursache nämlich trotz guter Absichten erhebliche unbeabsichtigte Schäden, indem sie eine vereinheitlichte, stark normierende Deutung etabliere, die die kulturelle Vielfalt genitaler Praktiken und die Erfahrungswirklichkeit der Betroffenen ignoriere.....

    Harter Tobak, doch es kommt noch heftiger! „… eine allgegenwärtige ‚Standardisierung‘ verschleiert die Vielfalt der Praktiken, Bedeutungen und Erfahrungen der Betroffenen.“ Das würde stigmatisieren, das Vertrauen in das Gesundheitswesen erschüttern und differenzierte Stimmen zum Schweigen bringen.

    Quote

    Menschen, in diesem Fall ausschließlich Mädchen und Frauen, teilweise schon als Babys, zu verstümmeln, hat nichts mit „Kultur“ oder „traditionellen Praktiken“ zu tun.

    "Frauen" wohl kaum. Und im anderen Fall sind es Jungen.


    Aber da macht die Springer-Presse seit jeher auf "ganz was anderes" und völlig OK. Und leider nicht nur die.

    There is no skin like foreskin

  • Die NZZ legt noch mal nach: das bekannte, immer wieder repetierte, unbelegte Märchen, dass ein Viertel der Mädchen an den Folgen verstürben.

    Ein Viertel der Mädchen stirbt

    Wäre es so, wären entsprechende Kulturen durch Selektionsdruck längst ausgestorben.


    Quote

    Die Forderung nach einem Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung sei rassistisch und ungerecht. Das schreibt eine Gruppe von Anthropologen und Soziologen in einer seltsam verhedderten Schrift.

    Wie verheddert sind denn die Rechtfertigungsversuche für die Jungenverstümmelung - an der in Afrika zu Hauf verstorben wird?


    Quote

    Besonders eindrücklich in dem Essay sind zwei Aussagen: Die Forschung von Gynäkologen und anderen habe ergeben, dass verstümmelte Frauen in der Regel keine Einschränkungen ihrer sexuellen Lust erführen. Darüber hinaus seien die medizinischen Berichte über die stark erhöhte Müttersterblichkeit und Komplikationsrate bei Geburt übertrieben und nicht wissenschaftlich erwiesen....

    Quellenangabe? Keine.

    Haben Judith Blage und Georg Rüschemeyer die Studie überhaupt gelesen?


    Da gibt es 65 Quellenangaben! Von Gruenberg bis Earp. Z.B. "‘Female genital mutilation’ in Europe: Public discourse versus empirical evidence." oder "Rethinking the Anti-FGM Zero-Tolerance Policy: from Intellectual Concerns to Empirical Challenges."


    Offenbar die selbe Verharmlosungskampage wie bei der Jungenverstümmelung. *Brech*


    Quote

    Experten vermuten sogar hohe Dunkelziffern von Todesfällen und Komplikationsraten, weil es in vielen der betroffenen Länder weder ein Gesundheitssystem noch Bevölkerungsstatistiken gibt.

    Tja, wenn es um JUNGEN geht wird dann argumentiert, die Verstümmelung müsse halt nur "medikalisiert" werden.


    Quote

    Dafür aber liefern sie viele Schlagworte, die aus dem woken Denkuniversum entlehnt sind: Die Verbotskampagne gegen Genitalverstümmelung sei eine Art «racial profiling». Also eine Art Rassenkampagne gegen Migranten und Afrikaner.Dafür aber liefern sie viele Schlagworte, die aus dem woken Denkuniversum entlehnt sind: Die Verbotskampagne gegen Genitalverstümmelung sei eine Art «racial profiling». Also eine Art Rassenkampagne gegen Migranten und Afrikaner.

    Ja, oder halt gegen Muslime und Juden. Wenn es um JUNGEN geht.


    Quote

    Brian Earp, einer der Koautoren, will die Praxis der Genitalverstümmelung nicht verteidigen, er lehne sie sogar ab. «Im Gegenteil. Wir sollten jede Form von Genitalbeschneidung ablehnen, die nicht medizinisch notwendig ist. Egal ob bei Mädchen, Knaben oder im Fall von geschlechtsangleichenden Operationen.»

    Da hat er einfach Recht. Allerdings muss man das dann auch verbieten. Denn Kinder haben ein Recht auf staatlichen Schutz vor Verletzungen, insbesonders Verstümmelungen.


    Quote

    In den meisten sind Operationen an Minderjährigen ohnehin verboten.

    Was für ein Quatsch! Das wäre ja verheerend, so manche Operation ist lebensrettend.

    Was geboten wäre: Elternwunsch-Operationen an Kindern zu verbieten. Da gibt es leider einen fetten blinden Fleck.


    Quote

    In einer Sache hat der Essay allerdings recht: Auch die männliche Beschneidung wäre nach der gängigen Definition eine Körperverletzung.

    Was soll der Konjunktiv? "Wäre"? Sie ist eine Körperverletzung, das ist auch unter Juristen völlig unstrittig. Jede Operation, auch eine medizinisch notwendige ist eine Körperverletzung. Leider wurde diese Körperverletzung 2012 in Deutschland explizit legalisiert. Jungen wurde entrechtet.


    Quote

    Doch auch hier lässt die Schrift eine entscheidende Differenzierung aus.

    Es herrscht keineswegs moralische Einigkeit darüber.

    Ist ja bei der Mädchenverstümmelung auch so. Da gibt es auch keine "moralische Einigkeit".

    Quote

    Selbst in religiösen Kreisen wird diskutiert, ob man sie abschaffen sollte.

    Seit tausenden von Jahren.

    Und? Ist sie "abgeschafft"? Keineswegs, jedes Jahr werden in Deutschland zehntausende Jungen aus religiösen oder Traditionsgründen genitalverstümmelt.

    Wie viel Mädchen werden denn in Deutschland jedes Jahr genitalverstümmelt? Ist überhaupt ein einziger Fall bekannt?

    Und in den entsprechenden Kulturen wird nicht diskutiert die Mädchenverstümmelung abzuschaffen?

    interessant ist doch auch, dass die Mädchenverstümmelung nur in Kulturen gibt, wo es auch die Jungenverstümmelung gibt. Wenn schon, muss man logischerweise beides bekämpfen.


    Quote

    Betroffenenverbände fordern ein Verbot

    Das haben Betroffenenverbände bzgl der Mädchenverstümmelung auch. So what?


    Quote

    Nur weil diese Form der Gewalt noch geduldet ist, bedeutet es nicht, dass eine andere - die weibliche Genitalverstümmelung - deshalb nachsichtiger betrachtet werden sollte.

    Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Weil die Mädchenverstümmelung in praktisch allen Ländern verboten und hierzulande aufs schärfste bekämpft wird sollte endlich auch geschlechtergerechterweise die Jungenverstümmelung verboten und bekämpft werden!


    Was für ein Niveau bei der NZZ!


    Man merkt aber, dass die Parallele zwischen Mädchen- und Jungenverstümmeliung die Autoren ganz schön getriggert hat! ^^

    Das musste aber subito "differenziert" werden. Allerdings mit einem Bumerang nach dem anderen.

    There is no skin like foreskin

  • Wie sich die Argumente gleichen:


    ...circumcision is part of our culture, religion...

    Ist nur ein ganz kleiner Eingriff, wird nur ein winziges Fitzelchen entfernt, den Kindern geht es sofort wieder bestens, die Kultur verlangt, dass es im Kindesalter passiert, hat gesundheitliche Vorteile... kommt alles so verdammt bekannt vor!

    There is no skin like foreskin

  • Kinder werden zu Opfern, wenn Erwachsene nicht medizinisch notwendige Operationen an ihnen vollziehen – und nicht, wenn Kampagnen diese anprangern.

    Wow! Wie wohltuend richtig! Und das in der ta:z (die durch die vielen Doppelpunkte fast Augenkrebs verursacht).


    Quote

    Einige von ihnen lehnten „jedes genitale ‚Cutting‘ ab, das nicht freiwillig oder medizinisch notwendig ist“, während „andere“ der Ansicht seien, dass Eltern über ihre Kinder entscheiden und der Staat sich aus „kulturell bedeutsamen Praxen“ heraushalten solle. Letzteres widerspricht der UN-Kinderrechtskonvention.

    Dann widerspricht auch jedes genitale "Cutting" an gesunden Jungen der Konvention.


    Quote

    Wenn gar kindliche Opfer genitaler Manipulation im Globalen Norden als skandalöser eingestuft werden als im Globalen Süden, ist das dann friendly racism?

    Nicht, wenn es um Jungen geht. Dann wird nicht skandalisiert, dann wird blitzschnell legalisiert.

    Dann heißt es "identitätstiftend", "im Angesicht der deutschen Geschichte", "ausgerechnet in Deutschland!", "jüdisches und muslimisches Leben muss in Deutschland möglich sein!" usw...


    Quote

    „Religiöse Kultur“ und „ethnische Community“ grundieren den Artikel, als sei Hegels Kugelmodell homogener Kulturen zurück. FGM wird zur Eintrittskarte in sie. Dabei ist die Ansicht, der „Körper“ gehöre zur „größeren Gruppe“ und Entscheidungen über ihn „oblägen eher deren Autoritäten als dem Individuum“, das eigentliche Skandalon des Textes.

    Genau! Genau! Genau!

    So ist es!

    Und genau an dem Punkt setzt die geschlechtliche Diskriminierung mit voller Wucht ein. Genau da wird es richtig schizophren.

    Quote

    Zu Recht wird auf fehlende Kritik an männlicher Beschneidung verwiesen. Doch statt für ein Verbot der Praxis zu votieren, wird „weibliche Beschneidung“ zu „Gendergerechtigkeit“ stilisiert.

    Und? Selber so? Setzt sich Tina Hartmann:

    Quote

    Tina Hartmann, Autorin, Publizistin und Literatur­kritikerin ist Professorin für Literatur­wissenschaft an der ­Universität Bayreuth. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die historische Aufklärung, Gender, Diversity, ­Nonbinarität sowie Anti­semitismus und Misogynie.

    für ein solches Verbot ein? Oder wäre das für sie "Antisemitismus"? Jetzt mal Butter bei die Fische, Frau Hartmann! "Misandrie" scheint ja nicht ihr Gebiet zu sein.

    Oder ist das jetzt nur ein Strohmann, um den Autoren jenes Textes Scheinheiligkeit nachzuweisen und sie damit unglaubwürdig zu machen? Zu kritisieren oder ein Verbot zu fordern ist bei weitem nicht das selbe!

    Setzt sich die ta:z für ein solches Verbot ein? Wo?


    Kommentare scheinen ungnädigst nicht zugelassen zu sein. Anscheinend ist der ta:z das Thema inzwischen zu "heikel".

    There is no skin like foreskin

  • Für ein Verbot setzt sich kaum jemand mit Entscheidungsgewalt ein (viele haben sicher Angst vor der Lobby der zwei großen Weltreligionen). Logische Folge wäre, dass die weibliche Beschneidung in 1631d aufgenommen wird..vor allem wenn ständig Geschlechtergerechtigkeit im Raum steht, das ist dann eben die Folge davon, wenn man Religion/Kultur über den Körper stellt.

  • Die für ihre permanente BGM-Verteidigung bekannte Springer-Presse:


    Quote

    Wenn Wissenschaftler das brutale Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung verteidigen

    In einer renommierten medizinischen Fachzeitschrift verharmlosen 25 Forscher die folgenschwere Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen – und brandmarken den Kampf dagegen als rassistisch. Insbesondere ein grotesker Vergleich sorgt für die Relativierung der Menschenrechtsverletzung.

    Was das wohl für ein Vergleich sein soll? Aber nein, kein Geld für Springer, nicht mal einen Euro!

    There is no skin like foreskin

  • Eine Rezension von Alexander Woiber beim hpd:

    Ein kürzlich veröffentlichter Essay über weibliche Genitalverstümmelungen sorgte für Aufregung und Diskussionen, denn die Autoren relativieren in ihrem Text die Gefahren und Folgen, die von ihr ausgehen. Maßnahmen zur Eindämmung von FGM werden zudem als "rassistisch" beschrieben. Der Essay weist einige gravierende Mängel auf.


    Quote

    Jedoch weist der Text einige gravierende argumentative Mängel auf, die weitaus mehr Aufschlüsse über die weltanschauliche Gesinnung der Autoren geben, als relevante Erkenntnisse über die aktuelle FGM-Debatte.


    Einige der Autoren fallen ja schon seit Jahren durch eine geradezu fanatische Verharmlosungskampagne der Mädchenverstümmelung auf.

    Man fragt sich, ob es einigen nicht hauptsächlich um die indirekte Rechtfertigung bzw Absicherung der Jungenverstümmelung geht.


    Quote

    Ein Punkt kann dem Essay jedoch bedenkenlos gegeben werden: Die Frage, warum weibliche Genitalverstümmelung anders eingeordnet wird als männliche. Sicherlich ist die Tragweite der Schädigung in vielen Fällen eine andere, jedoch lässt sich die männliche Zirkumzision durchaus mit Typ 1 der FGM (u.a. Entfernung der Klitorisvorhaut) vergleichen. Die Amputation der Penisvorhaut ist ebenfalls mit medizinischen Risiken und Einschränkungen der Lebensqualität verbunden und wird tatsächlich auch heute noch weitgehend verharmlost und an religiösen Bedürfnissen dritter relativiert.

    Warum das in der Politik anders eingeordnet wird? Ist das so schwer zu verstehen?

    Wir kennen doch noch die "Argumente", mit deren Hilfe die Jungensverstümmelung 2012 durchgedrückt wurde "Dann müssen wir gehen!" (und wie steht ihr dann da?) "Versprochen ist versprochen!", "Im Angesicht der deutschen Geschichte", "Ausgerechnet in Deutschland!", "Deutschland wäre das einzige Land", "Komikernation","jüdisches und muslimisches "Leben" muss in Deutschland möglich sein!" (afrikanisches und asiatisches "Leben" zählt nicht so?), Edi Gast machte mal so eben 10 Mio. locker für eine pro-BGM-Kampagne (it's money that matters) und man kann kaum glauben, dass er der einzige reiche Unterstützer solcher PR-Kampagnen war, "[Ein Beschneidungsverbot] "wäre dem Versuch einer neuerlichen Schoah, einer Vernichtung des jüdischen Volkes, gleichzusetzen - nur diesmal mit geistigen Mitteln" und später, als es um den Europarat, Dänemark, Island ging:

    Quote

    Since the resolution passed, the Knesset, under Speaker Yuli Edelstein’s leadership and the guidance of Knesset Diplomatic Advisor Oded Ben-Hur, sent delegations of MKs, Jewish and Muslim, to PACE and to countries from Azerbaijan in the east to Paris in the west, to enlist their European colleagues from other countries in the battle against the decision and other initiatives to ban ritual circumcision.

    Da wurden/werden alle Hebel in Bewegung gesetzt

    Quote

    The Conference of European Rabbis worked with rapporteur Rafael
    Huseynov of Azerbaijan, who composed the report on which the new
    resolution was based, over the course of 18 months to make sure the
    interests of European Jewish communities were taken into consideration.

    Quote

    The American Jewish community can help in practical ways. They have the know-how to face the mass media and social media — Google, Twitter and others. They also have the know-how to attract opinion leaders to change the atmosphere

    Quote

    The CER, which comprises more than 700 Jewish religious leaders across
    Europe, is bracing for a tougher battle over efforts to ban elements of
    Jewish religious practice. Having already spent the past 10 years
    fending off attacks against shechita (kosher slaughter) and brit mila
    (circumcision), the CER’s stated aim is to maintain and defend the
    religious rights of Jews in Europe.

    Knallharter Lobbyismus und Erpressung:

    Quote

    Conference of European Rabbis President Rabbi Pinchas Goldschmidt told The Jerusalem Post that his organization used a three-pronged approach to try to combat Iceland’s move: pressure from Jewish groups; coalitions with other faith groups; and appealing to international economic and political interests.

    Und so kam es dann auch...

    Amid intensive lobbying by Jewish groups, a parliamentary committee last week said it is advising parliament to scrap the bill, thus dramatically diminishing its chances of being put to a vote.

    It was incredible to see how all the organizations and civil groups took initiative fast and acted fast because we didn’t have a lot of time...

    Quote

    We will enlist the international community, as we did in Iceland and other countries, in order to fend off this attack.

    Over the past few years we have seen a number of similar legislative attempts against circumcision in Finland, Iceland, Denmark, Sweden, and Norway. We have seen how the process moves forward and only after a battle we waged with the help of international organizations, not one of these countries banned.

    U.S. intervenes in Europe’s circumcision wars

    The Obama administration’s anti-Semitism monitor has added an issue to his office’s portfolio: defending circumcision in Europe.

    Die Verharmlosungskampagne der Mädchenverstümmelung ist dagegen ein kleiner, armseliger Haufen. Dem im Westen ein starker, besonders vom Feminismus geprägter Aktivismus entgegensteht. Die westlichen Medien sowieso.

    Das ist ja auch gut so, nur ist diese Bewegung häufig von Einseitigkeit und Unsolidarität gegenüber Jungen "ist ganz was anderes" geprägt.


    Quote from hpd

    Wer sich für authentische Erfahrungen von Opfern weiblicher Genitalverstümmelung interessiert, sei an dieser Stelle auf die Autobiografie "Wüstenblume" von Waris Dirie, verwiesen.

    Autsch! Das hätte jetzt nicht nötig getan.

    Dirie hat mindestens einen Sohn, wenn nicht beide Söhne genitalverstümmeln lassen.

    Quote from Waris Dirie

    We had Aleeke circumcised in the hospital a day after he was born. This is very different from female genital mutilation; that should never even be called circumcision - it's not. In males it's done for medical reasons - to ensure cleanliness. I could hear Aleeke crying when they did it but he stopped as soon as I held him. Despite my strong feelings about FGM, I knew it was the right thing to do. My son has a beautiful penis. It looks so good and so clean. The other day he told me he had to go to the bathroom. I said, 'You can do that alone, you are a big boy now,' but he wanted me to come and see him. His little penis was sticking up straight and clean. It was lovely to look at!

    Und Dirie, die einer besonders schwerwiegender Form (Infibulation) der Mädchenverstümmelung unterzogen wurde ist keineswegs repräsentativ für das Gros der Mädchenverstümmelungen weltweit. Aber die Infibulation wird immer hochgehalten um zu beweisen, dass Mädchen und Jungenverstümmelungen genau nix mit einander zu tun hätten. Dirie ist die Impersination von "Doppelstandard".

    There is no skin like foreskin

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