Beiträge von Sokrates

    Zitat von Selbstbestimmung

    Das ist ein Urmotiv der BGM, die Abhärtung, dass da tapfere Soldaten draus werden. "Ganze Kerle" (die nicht mehr "ganz" sind), harte Jungs!

    Über die Entstehungsgeschichte der Beschneidung streiten sich Antrophologen und Kulturwissenschaftler schon seit mehr als 100 Jahren. Da bin ich vorsichtig, mich auf eine Ursache als den zweifellos wahren und gesicherten Ursprung für die Beschneidung festzugelegen. Außerdem enstand die Beschneidung zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten. D. h. dass es vielleicht nicht "die eine" Genese der Beschneidung gibt sondern mehrere.


    Ich kann dir aber versichern, dass Empathielosigkeit und fehlendes Vertrauen in der westlichen Welt keine positiv besetzten Eigenschaften sind - eigentlich nirgendwo auf der Welt. Es sind auch keine sonderlich erfolgsversprechenden Eigenschaften, um in dieser Welt zu bestehen.

    Zitat von Zipfelmütze

    (Und jetzt ratet mal, wer alle diese Texte geschrieben hat)


    Wer? Bitte verrat es uns. Gerne auch per PM.

    Ja, die "NOCIRC of Germany- Webseite" ist mir auch bekannt. Das war auch jene Seite, an die ich zuerst dachte, als ich schrieb, dass Phimose-Info nicht die erste deutschsprachige Seite war.

    Zitat von Zipfelmütze

    Da gab es schon seit 2002 was. Darüber weiß ich zufällig ganz genau Bescheid.


    Ja, ich denke auch nicht, dass es die erste deutschsprachige Seite war. Aber es war eine außergewöhnliche gute Seite - mit einer sehr tiefgehenden, ausführlichen und aufopferungsvollen Beratung für hilfesuchenden Männer und Eltern.

    Aber berichte doch mal genauer, was das 2002 war. Das würde mich schon interessieren.


    Ich glaube diese Seite war im Deutschsprachigen Raum der Anfang sich mit dem Thema Beschneidung kritisch auseinanderzusetzen.

    Wenn man 2006 "Phimose" bei google eingab stand die Seite an dritter Stelle.


    Ja, das ist auch mein persönlicher Eindruck. Eigentlich wollte ich in meinem Anfangspost noch schreiben, dass diese Seite so etwas wie der Startpunkt der beschneidungskritischen Bewegung im deutschsprachigen Raum war.

    Deshalb ist es auch so verdammt Schade, dass diese Seite jetzt down ist.

    Ich fürchte, diese Studie ist Wasser auf die Mühlen von manchen Leuten, die meinen sie müssten ihre Söhne genitalverstümmeln:
    Mehr Testosteron, mehr Aggressivität? Prima, die werden dann bessere Soldaten!
    Gelobt sei, was hart macht!
    Weniger Empathie? Gut so, die stört im harten Existenzkampf jeder gegen jeden doch nur!
    Weniger Vertrauen - gut so - man kann "den anderen" gegenüber nicht misstrauisch genug sein!


    Wirklich? Glaubst Du das? Ich halte deine Schlussfolgerungen für reichlich übertrieben. Tut mir leid. Die psychologischen Folgen, die diese Studie feststellte, sind ganz klar negativer Natur.

    Das Informations- und Beratungsportal zum Thema Phimose und Beschneidung "Phimose Info Deutschland" ist down. Beim Aufruf der Webadressehttp://www.phimose-info.de erscheint nur noch eine leere Seite.

    Die Seite muss schon länger down sein, da ich vor einigen Monaten die Seite besuchen wollte und Sie nicht abrufbar war. Ich nahm damals an, es handle sich dabei um vorrübergehende technische Probleme.

    Ich finde das unheimlich schade und bedauerlich.

    Weiß jemand genaueres, was da los war?

    Ob, diese Argumentation dem Gericht ausreicht(?) Es kostet einfach viel Zeit solche Schriftsätze zu verfassen.

    Ich habe nicht die geringsten Kenntnisse zum Familienrecht oder dem genauen Ablauf eines solchen Verfahrens. Da frägst Du absolut den Falschen.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein Gericht einer Diagnose gestellt von dir als nicht-psychiatrischen Fachmann - glauben sollte?

    Ist es denn möglich, dass bei familienrechtlichen Streitfällen eine Partei einfach als Verhandlungsstrategie psychische Störungen der anderen Partei zuschreiben kann?


    Nein, meine Ex-Frau will einfach stur, brav und vor allem Angst erfüllt der hier herrschenden Ärztemeinung folgen, damit aus ihrer Sicht alles gut geht, das war schon vor 12 Jahren so, beim älteren Bruder, dem sie drei Operationen aufgebrummt hat, mit einem richtig großen Leiden. Sie ist nun jede Woche damit gebunden, diese Leiden beim älteren Bruder wieder glatt zu bügeln. Ob das Leiden jedoch kausal ist, ist schwer im Nachhinein zu sagen. Ich vermute es einfach, weil es damals vor 12 Jahren genauso sinnlos war.


    Das, was Du über deine Ex-Frau beschreibst, geht fast schon in die Richtung "Münchhausen-Stellvertreter-Sydrom".


    Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom (engl. MSBP Munchausen Syndrome by Proxy, Munchausen by Proxy Syndrome oder FDP Factitious Disorder by Proxy), benannt nach Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen, ist das Erfinden, Übersteigern oder tatsächliche Verursachen von Krankheiten oder deren Symptomen bei Dritten, meist Kindern, um anschließend die medizinische Behandlung zu verlangen. Es handelt sich um eine subtile Form der Kindesmisshandlung, die bis zum Tod des Opfers führen kann.


    Interessant ist auch folgender Aspekt:


    Seitdem sind weltweit einige hundert Fälle benannt worden. Auffällig ist, dass dieses Verhalten fast ausschließlich Frauen – zumeist Mütter – zeigen, die in ihrem sonstigen Erziehungsverhalten als fürsorgend beschrieben werden


    Nun, natürlich ist es, dass unter normalen Umständen, bei diesem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom die Ärzte nur unabsichtlich und nicht passiv beteiligt sind und nur eine Statistenrolle einnehmen. Die Mutter muss ihr Kind verletzen, damit es für den Arzt behandelungsfähig ist.

    Aber offenbar ist in diesem Land gar nicht mehr notwendig. Die Ärzte diagnostieren ganz von allein bei gesunden Kinder irgendwelche Erkrankungen, die gar nicht existieren, um ihnen gesunde Körperteile zu entfernen oder genital verstümmeln zu können.


    Aber wie Ich schon erklärte. Es geht in die Richtung. Ich glaube auch nicht, dass deine Frau unter einem klinisch eindeutig nachweisbaren Fall von "Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom" leidet. Aber deine Schilderungen gehen zumindest in diese Richtung.


    Meine Anwältin, ist in dieser Sache auch nicht drin, ich bereite einen Schriftsatz vor, den diese dann dem Gericht durchreicht. Ägerlich ist dabei noch soviel Zeit, Kraft und Geld in dieses Thema hineinstecken zu müssen.

    Danke für Eure Anteilnahme.

    Das ist natürlich auch nicht gut: Du bräuchtest eigentlich einen versierten und in solchen medizinischen Rechtsfällen versierten Anwalt, der dir Strategie zurecht legt, wie er in diesem Rechtstreit "gewinnen" kann.

    Wenn Du selbst dein eigener Anwalt sein musst, ist das natürlich nicht Sinn der Sache. Du hast zwar erwähnt, dass Du selbst juristisches Fachwissen hast. Aber ich bin der Meinung, dass hier auch auf praktische Erfahrungswerte ankommt - also Anwälte, die wissen, wie Familienrichter ticken, was sie in der Praxis überzeugen kann und was nicht.

    Das war für die Regierung Gold wert!
    BTW, was ist eigentlich der Unterschied zwischen "Elternverantwortung" und "gelebter Elternverantwortung"? ?(


    Das wusste ich gar nicht. Das ist wirklich extrem. Die Begründung macht das Gesetz noch schlimmer als das Gesetz ohnehin schon ist. Ich lese diese Begründung heute zum ersten Mal.

    Ich weiß nicht was ich dazu noch sagen soll. Diese Begründung gibt offen zu, dass dieses Gesetz ein Freifahrtscheint ist, ist ihre Kinder aus Lust und Laune beschneiden zu lassen - und das dies keine ungewollte Nebenwirkung sondern eine einkalkulierte Folge. Ja, im schlimmsten Fall könnte man sagen, dass dies sogar ein gewünschtes Ziel dieses Gesetzes sei. Wenn man lustig ist, könnte man das fast schon als eine Art Empfehlung an Eltern interpretieren, ihre Kinder auch aus nicht-religiösen, "prophylaktischen" Gründen beschneiden zu lassen.

    Unterbruch ist da eigentlich keiner. Aber mir fehlt vorne die Engstelle der Vorhaut, will heißen sie hat nicht wirklich halt und rutscht gern von selber zurück.


    Hallo "aspect",

    Das ist natürlich immer etwas schwierig aus der Ferne eine Diagnose zu stellen. Aber das deutet zumindest stark darauf, dass deine Vorhaut teilweise beschnitten wurde. Also "Normal" im Sinne von "die Regel" ist das nicht.

    Das Muskel-Gewebe in der Vorhaut bildet an der Spitze eine Art Schließmuskel (Medizinerlatein "Sphinkter"), der dafür sorgt, dass im Kindesalter die Vorhautöffnung, wenn man nicht uriniert, verschlossen ist (Siehe: Fig 2. http://www.cirp.org/library/normal/). Dieser Vorhautschließmuskel sorgt auch dafür, dass die Vorhaut vorne über der Eichel bleibt.


    Das ist, so weit mir bekannt ist, auch ein typisches Phänomen bei Männern, die ihre Vorhaut restorieren - also durch eine Dehnung die verbliebene Restvorhaut oder Schafthaut anwachsen lassen: Die restorierte "Vorhaut" bleibt nicht so richtig an Ort und Stelle vor über der Eichel und rutscht leicht mal vor und zurück.


    Aber wie Betonung liegt auf "Deuten". Es ist auch denkbar, dass die Ärzte irgenetwas anderes mit dir gemacht haben oder dass deine Vorhaut, sei es nun infolge der Operation oder Veranlagung, ungewöhnlich locker ist.

    Zitat von Rolf

    Prof. Stehr bittet zur Untersuchung nach Nürnberg und Herr Kupferschmied nach Ulm. Aus einer Bayerischen Großstadt ist das mit einigen Stunden Autofahrt verbunden. Ich Versuche mit der Mutter Einigkeit zu gewinnen in den nächsten Tagen


    Können Die nicht aus "der Ferne" ein Gutachten schreiben. Es muss ja nichts weltbewegendes sein. Oder anstatt eines Gutachtens eine Stellungnahme. Darin sollte nur drinnstehen, wie die natürliche Entwicklungsgeschichte der Vorhaut abläuft und dass diese ganzen vorausgesagten Probleme (Vorhaut reißt beim Sex) pseudowissenschaftlicher Schwachsinn ist, die jeden, der es verbreitet, als Arzt disqualizieren sollte.

    Kupferschmid könnte und sollte nach Möglichkeit die Stellungnahme mit dem Siegel des Kinderärzteverbandes veröffentlichen.

    Im amerikanischen Recht gibt es eine "Amicus Curiae". https://de.wikipedia.org/wiki/Amicus_Curiae#Deutschland
    An so etwas hatte ich gedacht.
    Ich weiß, dass es soetwas im deutschen Recht eigentlich nicht gibt. Aber vielleicht kann man das hinbekommen, dass man am Ende eine Stellungnahme hat, die einer "Amicus Curiae" im Sinn und Zweck erfüllt.


    Vielleicht würde es sich auch anbieten, die beiden britischen Leitlinien übersetzen zu lassen von einem Übersetzungsbüro.

    Zitat von Rolf

    danke für die Tipps zur neuen Leitlinie in Vorbereitung. Prof. Dr. Stehr konnte/wollte mir die aktuelle zur Verabschiedung ausstehende Fassung (noch) nicht zur Verfügung stellen.


    Davon weiß ich nichts. Ich weiß nur, was auf dem grünen Kasten auf der AWMF-Seite steht.


    Zitat von Rolf

    "Ich werde versuche auf diesem Weg argumentativ zu überzeugen, denn in den nächsten 2 Wochen soll ich Stellung nehmen zum Vorhaben des Gerichts, das mein Einverständnis zur körperlichen Untersuchung durch ein gerichtliches Einverständnis zu ersetzen will."


    Was soll das heißen? Dein Einverständnis durch ein gerichtliches Einverständnis zu ersetzen? Soll das etwa heißen, dass das Gericht die Beschneidung deines Sohnes gerichtlich erzwingen will.


    Zitat von Rolf

    Hat jemand Empfehlungen wie wirksam so ein gerichtliches Ersatzeinverständnis zu verhindern wäre? Mein Ansatz wäre hier massive Grenzüberschreitung des Gerichts (Staats) und Eingriff in die aus Art.1 GG geschützte Privatsphäre sowie in das väterliche Sorgerrecht geschützt durch Art. 6 GG, deshalb sollte sich der Staat bei prophylaktischen Untersuchungen, die möglicherweise zu prophylaktischen Körperverletzungen führen zurückhalten. Bisher argumentierten die Ärzte und Chirurgen aus vorausschauender Prophylaxe sollte die Körperverletzung vorgenommen werden und wäre empfehlenswert.


    Nein, ich zumindest nicht. Denn ich bin juristischer Laie. Und die anderen, die sich bislang in diesem Thread gemeldet haben, sind meines Wissens auch keine Juristen.

    Um ehrlich zu sein, verstört mich dein Hilferuf ein wenig. Hast Du denn keinen Rechtsbeistand? Wir haben dir bereits geraten, dir einen Anwalt zu besorgen, dich an Ärzte zu wenden und dir auch schon einige Ärzte genannt. Hast Du das bisher nicht getan, oder hat sich daraus bisher nichts ergeben?

    Nimm doch Kontakt mit Herrn Christoph Kupferschmidt auf oder mit Herrn Dr. Stehr. Oder mit beiden. Ich entnehme aus deinem letzten Beitrag, dass Du Kontakt zu Prof. Dr. Stehr hast. Vielleicht können die dir ein Gutachten - ohne körperliche Untersuchungen - anfertigen. Dass das gerichtliche Gutachten nun doch nicht zu Stande kommt (falls ich das richtig verstanden habe) heißt nicht, dass Du keine Gutachten eigenständig vorbringen kannst, oder? Vielleicht können Sie sogar mündlich vor Gericht aussagen.

    Zitat von Rolf

    Lieber Uro-Engel,

    Es könnte also eine Eingabe an die Autoren der Leitlinie gemacht werden:
    Autoren:
    R.-B. Tröbs, Herne; K. Becker, Bonn; L. Burkhardt, Herne
    den Absatz der Prophylaktische Beschneidung zum Beispiel wie folgt positiv umzuformulieren:

    Davon kann ich nur abraten. Das halte ich für kein sinnvolles Manöver.

    Achte mal Bitte auf den "Grünen Kasten" auf der Webseite:

    http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/006-052.html

    Laut dem grünen Kasten wird die Leitlinie überarbeitet bzw. ist bereits eingereicht. Die alte Leitlinie, aus der du zitiertst, ist schon seit über einem Jahr nicht mehr gültig.