Beiträge von NoCut

    Das ist der Preis einer "repräsentativen" (welch Hohn!) Demokratie ohne direkte Elemente wie Volksabstimmungen. Wo man nur Gesamtpakete bzw. "das kleinste Übel" bzw. "die Katze im Sack" wählen kann.


    Wenn man seine Stimme abgibt, wählt man tatsächlich die Katze im Sack. Ich bin mir aber fast sicher, dass jetzt zwar 87% der Dänen gegen die Zwangsbeschneidung sind, die Politiker aber ähnlich wie bei uns den Willen der Bürger einfach ignorieren und die Dänen am Ende genauso dämlich sind wie die Deutschen und nichts daraus lernen werden.

    Wir werden dann von den Politikern belogen und betrogen, wenn wir diese wider besseres Wissen im Amt bestätigen. Wer sich z.B. aus Angst vorm Kommunismus fast in die Hose macht und daher keine sozialistische Partei wählen will, kann doch statt den etablierten Parteien dennoch z.B. die Partei der Humanisten, Partei der Vernunft oder die Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz wählen.

    Dänemark wird aber wie Deutschland mit 99% Wahrscheinlichkeit bei der nächsten Wahl wieder die Parteien wählen, welche jetzt ein Verbot der Zwangsbeschneidung verhindern. Und das wissen die Politiker genau. Warum sollen die jetzt auf den Willen der Bürger Rücksicht nehmen, wenn denen am Ende eine korrupte aber bereits bekannte Regierung mehr bedeutet als die Schmerzen und das Leid, welches hier vorwiegend Kindern jüdischer oder islamischer Eltern angetan wird. Am Ende heißt es dann eben, dass es ja nicht das eigene Problem sei und man ja schließlich versucht hätte (für sich) "das kleinste Übel" zu wählen.

    "Die Dich verarschen, die hast Du selbst gewählt."
    Quelle: http://www.die-beste-band-der-welt.de/texte/geraeusch/deine_schuld.htm

    Das nennt sich Demokratie. Was zählt schon der Wille von 87% der Dänen?


    Der größte Lobbyist in einer Demokratie ist der Wähler selbst. Sicherlich haben hier wohl 87% gegen die Zwangsbeschneidung gestimmt und sich somit dafür entschieden, dass in ihrem Land die Menschenrechte nicht nur auf dem Papier verankert sein sollen. Werden diese 87% aber der jetzigen Regierung einen Laufpass geben, weil diese wissentlich die Grundrechte von Kinder bzw. das Recht auf körperliche Unversehrtheit missachtet. Die Wähler in Dänemark lassen sich mit Sicherheit genauso billig kaufen wie die Bürger hier in Deutschland. Bevor hier Menschen auch nur den Hauch eines Risikos eingehen würden, ihren eigenen Wohlstand zu gefährden, nehmen es die Bürger doch lieber in Kauf wenn kleine Babys oder Jungs Höllenqualen erleiden müssen. Dies ist nämlich der Preis, wenn man Parteien wie die CDU & Co. wählt.

    Das gleiche gilt zum Beispiel auch beim Datenschutz. Man kann die Wirkung des Strafrechts bei einem Verstoß gegen den Datenschutz & Co. nicht durch Zivilrecht (BGB) bzw. im beiderseitigen Einvernehmen aufheben (z.B. Versand unverschlüsselter Mails durch einen Rechtsanwalt).

    Der § 1631d BGB soll nach der Idee einer Patentanwältin (oder welchen Job hatte die nochmals) das elterliche Sorgerecht hinsichtlich des § 228 StGB ausweiten und damit die Straffreiheit ermöglichen. Nur kann eben auch das BGB nicht mal eben die Verfassung außer Kraft setzen. Jetzt haben wir einen Paragraphen, der erst dann gekippt wird, wenn ein Betroffener dagegen vorm Verfassungsgericht Klage einreicht. Es muss also erst ein Kind schwer verletzt werden und unter den Eltern ein Streit darüber entstehen, damit alle kapieren, dass hier Politiker versucht haben alle für dumm zu verkaufen.

    Sicherlich kann man für den § 1631d BGB auch die internationalen Lobbyisten verantwortlich machen. Wenn ich mir aber anschaue, dass die Politiker incl. die Kanzlerin, welche diesen Paragraph auf den Weg brachten zwei Mal wiedergewählt wurden, sehe ich die Schuld doch eher national und nicht irgendwo im fernen Ausland. Deutschland ist ein freies Land bzw. braucht hier niemand einen Nachteil zu fürchten, wenn er mal Befürwortern der institutionellen Körperverletzungen bei Kindern eine Absage erteilt. Dennoch haben sich doch die Bürger hier bereits zwei Mal mit einer vermeintlich rosigen Zukunft kaufen lassen. Wie nennt man dies nochmals: Lobbyismus!

    Stattdessen: aber die Religion, aber die Juden, tätärätätä!

    Das ist doch etwas einseitig, im 21. Jahrhundert, wo man so viel auf Gleichberechtigung der Geschlechter hält.


    Irgendwie ist alles ganz einfach und doch wieder auch kompliziert. Wir leben z.B. in Deutschland in einer Gesellschaft, wo über ein Drittel der Menschen dem Atheismus angehören. Rund 55% werden dagegen dem christlichen Glauben zugerechnet. Schaut man sich die Kirchenplanungen an, so würde maximal jeder fünfte dieser 55% an Weihnachten einen Platz in der Kirche finden. Dennoch labern Politiker etwas davon, welche Religionen zu Deutschland gehören und welche nicht. Ich für meinen Teil muss hier jedoch klar feststellen, dass lediglich der Atheismus zweifelsfrei zu Deutschland gehört, weil alle anderen Gruppierungen faktisch im Gegensatz zur nominellen Zählweise klar in der Minderheit sind.

    Wir leben eben im 21. Jahrhundert wie "Selbstbestimmung" richtig geschrieben hat und somit ist auch Gleichberechtigung ein Teil unserer gesellschaftlichen Identität geworden. Religion, welche sich daher über die Zwangsbeschneidung von Kindern mit ausschließlich männlichem Geschlecht zu definieren versucht, passen nicht mehr in diesen Kontext. Sie wirken zu recht archaisch und damit obsolent. Was bedeutet dies aber nur für das Judentum oder den Islam? Nur Dummköpfe sind nicht dazu in der Lage orthodoxe Fanatiker von den übrigen Religionsmitgliedern zu unterscheiden. Und sicherlich ist es Fakt, dass auch viele ihre Kinder nur haben beschneiden lassen, weil sie "moralisch" (die Moral ist nach meiner Sichtweise die verhurte Form der Ethik) keinen Ausweg sahen und auch der Gesetzgeber sie nicht daran hinderte.

    Was würde aber geschehen, wenn diese Menschen mit Hilfe eines gesetzlichen Verbotes etwas an die Hand bekämen, was ihnen als Argument helfen könnte, von der Zwangsbeschneidung Abstand zu nehmen. Es gab Juden wie Sigmund Freud, welche den geistigen Horizont besaßen und daher ihre Kinder vor diesem grausamen Ritual bewahrten. Wir können oder dürfen aber aus meiner Sicht nicht erwarten, dass alle Mitglieder der beschneidenden Religionen diese Einsicht aus eigener Kraft entwickeln. Vielmehr ist es daher die Pflicht der Regierungen aller Staaten oder sogar der EU hier mit Gesetzen zu intervenieren. Wir mahnen selbst Raucher, welche "nur" sich selbst schädigen mit abschreckenden Bildern, wir warnen vor exzessivem Alkoholkonsum oder vor Spielsucht, aber beim Thema Zwangsbeschneidung, wo unschuldigen Kinder grausames Leid angetan wird, bleiben wir stumm(!)

    Dänemark scheint mir persönlich ein guter Anfang zu sein, um hier sukzessive ein Zwangsbeschneidungsverbot für ganz Europa auf den Weg zu bringen.

    Und was der Verteidigungsminister? Droht ein Krieg, wenn Jungen vor Genitalvervstümmelung geschützt werden?


    Mir liegt hier ein Witz auf der Zunge, den ich mir aber besser verkneife, gerade wenn es um Dänemark, dem Land der unerschrockenen Karikaturisten geht ;)

    [Ironie on] Wenn ich das ganze richtig verstanden habe, soll das Strafmaß für eine Zwangsbeschneidung bei maximal sechs Jahren liegen. Das kann Vor- und Nachteile mit sich bringen. Wenn ein Kind mit 10 Jahren zwangsbeschnitten wird, könnte es seine Eltern nach deren Haftentlassung brutal verprügeln, ohne dafür nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt zu werden. Wird ein Kind aber mit 12 Jahren beschnitten, wäre es wohl zweckmäßig hier "Milde" walten zu lassen und das Strafmaß nicht ganz auszuschöpfen. [Ironie off]

    Ich finde es eigentlich sehr gut bzw. bin ich sogar positiv darüber überrascht, dass die Gala Waris Dirie als "Frauenrechtlerin" und nicht als "Menschenrechtlerin" betitelt.

    Sicherlich trete ich jetzt vielen auf die Füße bzw. es ist vielleicht sogar etwas ungerecht, wenn ich Frauenrechtlerinnen für genauso widerwärtig halte wie Männer, welche Frauen die Gleichberechtigung verweigern. Es hat mal wieder etwas mit Schnittmengen zu tun. Die Schnittmenge, wo Frauenrechtler für die Gleichberechtigung der Frauen kämpfen, finde ich vollkommen in Ordnung. Der Bereich, wo Frauen nur für Frauenrechte kämpfen, aber Waris Dirie die Rechte von Männern einfach ignorieren (z.B. Zwangsbeschneidung von Jungen) ist dann der Teil, wo für mich das Wort Frauenrechtler zum Schimpfwort wird.

    Ein Menschenrechtler setzt sich für die Rechte aller Menschen ein, egal ob Frau, Mann oder wie auch immer. Ein Kampf, der Ungerechtigkeit damit beenden will, dass neue Ungerechtigkeiten geschaffen werden, ist pervers. So gesehen kann sich Waris Dirie aus meiner Sicht gerne mit Alice Schwarzer in die Reihe der Frauenrechtler einreihen.

    Hallo, ja ich weiß wohl, worum es hier geht. Ich finde es ja gut, dass Vieles besprochen werden kann. Keiner muss mit seinem Problem alleine bleiben.

    Ich finde nur, das Thema wird dann doch etwas einseitig behandelt.


    Cuttie hat aus meiner Sicht weder verstanden, was der Sinn und Zweck dieses Forums ist (Sprachrohr gegen [Zwangs-]Beschneidung bzw. Anlaufstelle für Betroffene), noch hat er seine eigene Situation realisiert. Er hat versucht für sich positive Aspekte zu finden, um sich das ganze schön zureden. Dabei stellt sich aber die Frage, warum er sich dann überhaupt hier angemeldet hatte.

    Wer mit seinem Zustand zufrieden ist, meldet sich doch nicht in einem Forum wie diesem an. Oder anders gesagt melden sich hier nur diejenigen an, die ein Problem mit ihrer Beschneidung haben oder die es wie ich nicht ertragen können oder wollen, dass Kindern noch immer in der heutigen Zeit so etwas angetan wird.

    Ein Kopftuch für Kinder kann ja im schlimmsten Fall dahingehend interpretiert werden, dass eine Religion alle Männer oder die der eigenen Religionsgemeinschaft für perverse pädophile und triebgesteuerte affenähnliche Kreaturen hält. Wenn erwachsene Frauen (gesellschaftlich) zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden, kann man natürlich das Wort "pädophil" streichen.

    Die Zwangsbeschneidung scheint irgendwo vom gleichen (männlichen) Menschenbild geprägt zu sein. Irgendwo fühlt man sich an einen Neandertaler erinnert, der keine Gelegenheit auslassen würde, um sich im Zweifel auch gewaltsam zu paaren. Unter dieser urzeitlichen Sichtweise scheint die Jahrtausende alte Tradition eine logische Antwort darauf zu sein, wie man einerseits den Sexualtrieb des Mannes durch Beschneidung bzw. Sensibilitätsverlust mindert oder wie bei der Verschleierung Frauen vor den gierigen Blicken der "männlichen Bestien" versteckt.

    Trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es aber einen wesentlichen Unterschied zwischen Verschleierung und der Zwangsbeschneidung. Eine Frau kann auch im Erwachsenenalter erstmals ein Kopftuch tragen, aber ein Mann wird als Erwachsener, der die Vorzüge einer Vorhaupt begriffen hat, eher selten dazu bereit sein, darauf wieder zu verzichten. Und deshalb wird die Zwangsbeschneidung im Kindesalter gefordert bzw. betont, dass ohne diese ein jüdisches, muslimisches oder puristisch-amerikanisches Leben nicht möglich ist.

    Zum verlinkten Artikel möchte ich noch anmerken, dass es einem Staat nicht nur "nicht von vornherein verwehrt" ist in religiöse Angelegenheiten hinzuregieren, sondern im Falle von Menschenrechtsverletzungen sogar seine Pflicht ist, hier zwischen originären Religionsanhängern und deren Kindern klar zu differenzieren. Wer erwachsen ist, kann und darf sich amputieren lassen was er will. Auch kann und darf er sich auch öffentlich verhüllen, verkleiden oder sonstwie anziehen, ohne dass man es ihm verbieten könnte. Dieses Recht kann aber niemals stellvertretend für Kinder ausgeübt werden. Und genau hier ist der Knackpunkt, wo unser Rechtsstaat gerade jämmerlich scheitert.

    Die Vorgehensweise in Österreich klingt erst kompliziert, aber auch einleuchtend. Wenn sich eine Religionsgemeinschaft auf die Privilegien der Religionsfreiheit berufen möchte, ist es doch legitim, wenn man diese an die Einhaltung der Menschenrechte koppelt.

    Erlaubt z.B. eine Religion, dass nur ein Mann das höchste religiöse Amt einnehmen darf, könnte man hier im Gegenzug finanziell wie auch beim Religionsunterricht die Privilegien reduzieren. Die Gretchen Frage wäre dann aber, wie weit man eine Religionsgemeinschaft sanktionieren müsste, welche Körperverletzungen an Kindern als Tradition verherrlicht.

    Würde man dies jedoch tatsächlich so umsetzen, gäbe es unter den Orthodoxen aller denkbaren Fraktionen einen Aufschrei und alle würden ihr religiöses Leben in der heutigen Form als gefährdet betrachten. Tatsächlich ist aber gegenwärtig nur die körperliche Unversehrtheit vieler Kinder in Gefahr, die höher wiegt als die religiösen Vorstellungen von Menschen, die noch immer mit den allgemeinem Menschenrechten auf Kriegsfuß stehen.

    Aber wie überall haben mal wieder die die Privilegien, welche eine bessere Lobby vorweisen können. Und Kinder ziehen bei dieser Betrachtung eben den Kürzeren. Wer also glaubt, dass Religion nichts mit Macht oder Manipulation zu tun hätte, mag ein guter Gläubiger sein, aber im richtigen Leben bezeichnet man solche Leute auch als Naivlinge.

    Alice Schwarzer hat sicher viel erreicht für die Frauenbewegung, aber mit ihren Einstellungen vertritt sie keinen Feminismus, sondern Männerhass.


    Alice Schwarzer hat hinsichtlich der Gleichstellung von Frau und Mann vieles geleistet. Durch ihr Verhalten, welches Du als "Männerhass" beschreibst, hat sie jedoch ihr eigenes Lebenswerk in Frage gestellt und nach meinem Verständnis sogar dem Begriff Feminismus einen negativen Beigeschmack gegeben.

    Von den Zielen her, besitzen wir beide eine große Schnittmenge. Neben den Kinderrechten und dem Bestreben ein Verbot jeglicher Zwangsbeschneidungen voranzutreiben, bin auch ich ein Verfechter der Gleichberechtigung von Frau und Mann bzw. natürlich auch allem was sich nicht alleine mit diesen beiden Begriffen zusammenfassen lässt.

    Und in der Tat kann man Feminismus nicht mit Alice Schwarzer gleichsetzen, nur weil diese sich gerne als Feministin sehen und feiern lassen möchte. Ich bin hier ein wenig auf Begrifflichkeiten herumgeritten und es war bestimmt nicht meine Absicht, Dich hier irgendwie in die Enge zu treiben. Falls meine "ungeschickten" Formulierungen bei Dir falsch angekommen sein sollten, bitte ich dies daher zu entschuldigen.

    Die eigentliche Arbeit des Feminismus besteht ja gerade darin, sich selbst überflüssig zu machen. :)


    Genau so sehe ich das auch und ich wünsche mir eine Welt, wo der Feminismus durch die Werte des Humanismus obsolent geworden ist.

    Gerade bei der Beschneidung nervt mich daher auch der Sexismus, dem gegenwärtig männliche Babys und Kinder ausgesetzt sind. Auf der einen Seite geht es in Sachen Kinderrechte einen Schritt nach vorn und plötzlich droht die Vergangenheit selbst den Schutz der Mädchen wieder in Frage zu stellen. Der § 1631d BGB ist ja eine Steilvorlage dafür, dass irgendwann Eltern das Recht einfordern auch Mädchen nach dem Typ 1a in Deutschland beschneiden zu dürfen.

    Deshalb sehe ich den Feminismus wie schon erwähnt eher als Sackgasse, weil man hier erst wieder ein Stück zurücksetzen muss, bevor es wieder nach vorn in Richtung humanistischerer Gesellschaft weiter gehen kann.

    Außerdem muss ich bei Feminismus immer an Alice Schwarzer denken und da wird mir übel. Diese Frau besitzt keine Skrupel die Zwangsbeschneidung mit allen Schmerzen, sexuellen Einschränkungen & Co. als Bagatelle und hygenische Maßnahme zu umschreiben. Aus meiner Sicht hat Alice Schwarzer damit dem Begriff Feminismus die Glaubwürdigkeit geraubt bzw. ihr eigenes Lebenswerk ein Stück weit demontiert.

    Hier mal wieder ein Update:

    https://www.focus.de/familie/erzieh…id_8645055.html

    Das vermeintliche Recht Kinder eine Körperverletzung zufügen zu dürfen, wird mit folgenden Argumenten verteidigt:
    - (religiöses) Erziehungsrecht der Eltern
    - Tradition aus der Bibel (=Jahrtausende alte Tradition)
    - Verbot würde das religiöse Leben dieser Sekte in Deutschland unmöglich machen

    Die Argumente kommen einem sehr bekannt vor und es stellt sich die Frage, warum "Züchtigung von Kindern" im Gegensatz zur "Zwangsbeschneidung" verboten sind bzw. warum man hier nicht endlich mal dem ganzen Unsinn ein Ende setzt und damit aufhört Zwangsbeschneidungen zu bagatellisieren.

    Und das von Leuten, die eine Menschenrechtsprofession ausüben und sich als Feministinnen bezeichnen. ?(


    Was sind "Feministinnen"?

    Es gab die Epoche der Aufklärung, welche während der französischen Revolution richtig Schwung bekam. Damals wurden u.a. die "Droits de l’Homme" proklamiert und Olympe de Gouges erkannte schnell, dass mit l´homme nicht Mensch, sondern Mann gemeint war. Sie forderte daher die "Rechte der Frau" ein.

    Obwohl während der französischen Revolution die "Égalité" eingefordert wurde, war die Gesellschaft damals noch nicht soweit, um unter dem Begriff auch die Gleichheit zwischen Frau und Mann anzuerkennen. Olympe de Gouges wurde daher aufgrund ihrer politischen Einstellung mit der Guillotine hingerichtet.

    Und es vergingen wieder über hundert Jahre, bis dann Maria Deraismes erneut den Begriff "Égalité" im Kontext von Frau und Mann zur Geltung bringen wollte. Konkret wurde sie Mitglied einer Freimaurerloge und war somit die erste Schwester dieses humanistischen Bündnisses. Aber auch sie hatte hier die Rechnung ohne den Wirt (England) gemacht, was dann zu einer Art Spaltung dieser "Gemeinschaft" führte (maskulin, feminin und gemischt).

    Irgendwann im letzten Jahrhundert kam dann vermehrt der Begriff "Emanzipation" auf, welcher wohl gegenwärtig durch den Begriff Feminismus ersetzt wurde.

    Wenn man die Geschichte nicht nur punktuell beleuchtet, muss man aus meiner Sicht erkennen, dass Feminismus eine Sackgasse darstellt. Der Mensch oder die Menschen waren und sind seit jeher durch unterschiedliche Rahmenbedingungen ihrer Freiheit beraubt. Mal ist es die Religion, der Kulturkreis oder eine Regierung und vieles mehr, welche die Menschen unfrei macht. Aber auch die Kriterien, nach denen Menschen ihrer Freiheit beraubt werden, sind vielfältig. Das Geschlecht ist neben der Rasse bis hin zur Abstammung nur eines von vielen der willkürlichen Unterscheidungsmerkmale.

    Ein Mittel, um den Menschen für immer ein Stück seiner Freiheit zu nehmen, ist somit auch die Zwangsbeschneidung. Und weil es um humanistische Werte geht, sehe ich persönlich auch keinen Sinn darin, bei der Beschneidung zwischen den beiden Geschlechtern zu unterscheiden. Jeder Mensch muss unabhängig von seinem Geschlecht das Recht auf körperliche Unversehrtheit besitzen und dieses Recht kann und darf auch immer nur persönlich und niemals stellvertretend ausgeübt werden dürfen.

    Ich freue mich daher, dass Du offenbar auch humanistisch denkst und Dich daher auch für die Rechte von (männlichen) Kindern einsetzen möchtest. Somit auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.

    Im Focus-Online gibt es aktuell man wieder einen Bericht über das Thema Beschneidung:

    https://www.focus.de/regional/muenc…id_8638652.html

    Wie üblich laberrababerdielaber... wird hier mal wieder suggestiv jede Beschneidung als pharaonische Beschneidung "verkauft" bzw. muss man schon genau lesen, um zu erkennen, dass diese ja nach wie vor zum Glück die Ausnahme ist. Dann kommt mal wieder die "hochwertige journalistische Arbeit" beim Focus zum Tragen, so dass man hier lesen kann, dass die Amputation der Klitoriseichel der Amputation des kompletten Penis bei einem Mann entsprechen würde. Sicherlich wird hier lediglich ein Frauenarzt (Dr. Christoph Zerm aus Herdecke) zitiert, aber offensichtlich hat dieser Arzt noch nichts davon gehört, dass die Klitoris ein Organ ist, welches eben nicht nur die Größe einer Erbse besitzt. Davon abgesehen hat dieser Arzt offenbar als "Fachmann" (ich möchte mir hier ein Schimpfwort besser verkneifen), offenbar wenig Ahnung von männlichen Genitalien und deren Funktionsweise.

    Hier in diesem Forum geht es primär um die (Zwangs-)Beschneidung von männlichen Kindern oder männlichen Erwachsenen. Dennoch bin ich der Auffassung, dass wir uns auch gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen einsetzen sollten. Davon abgesehen würde ja aber ein Verbot von Zwangsbeschneidungen bei Jungen auch den Mädchen helfen, weil es nichts nützt, wenn man das vordere Scheunentor schließt und das hintere sperrangelweit offen stehen lässt.

    Die GroKo hat viele Ziele und Wünsche formuliert. Wenn ich das aber richtig verstanden habe, wurde nie davon gesprochen, dass diese auch innerhalb der verbleibenden dreieinhalb Jahre realisiert werden sollen.

    Davon abgesehen ist die Beschneidung doch bereits heute unter konsequenter Anwendung des Grundgesetzes verboten. Es ist somit weniger entscheidend, was im Grundgesetz steht, sondern ob irgendwann auch mal Politiker dem Mumm bekommen hinter den Worten des Grundgesetzes zu stehen, statt hier den religiösen Lobbyisten feige nachzugeben.

    Es hat sich heute allgemein die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Masturbation eine normale Erfahrung der kindliche Sexualität und nicht schädlich ist.

    Es kann sogar eine medizinische Indikation geben, wo Urologen dem Patienten ausdrücklich zur Masturbation raten. Davon abgesehen hat es wohl die Kirche, Gespenster, die den Verstand ihrer Opfer aussaugen oder einfach die allgemeine menschliche Verblödung geschafft, Masturbation zu einem Tabu zu erklären. Dies nur mal als Einwurf, weil Masturbation (männlich wie weiblich) gerne ausschließlich als kindliches Verhalten bezeichnet wird.

    https://www.focus.de/politik/deutsc…id_8600566.html

    Im obigen Video erklärt der Recht- und Islamwissenschaftler Mathias Rohe die "Hierarchie" zwischen religiösen Vorschriften und dem Grundgesetz. Oder konkret gesagt räumt er mit dem Märchen auf, dass wir es hier überhaupt mit zwei Gesetzen zu tun haben, die man auch nur ansatzweise auf eine Stufe stellen könnte. Es gibt das Grundgesetz und eben auch religiöse Vorschriften. Solange religiöse Vorschriften etwas regeln, was nicht gegen das Grundgesetz verstößt, haben wir es mit Religionsfreiheit zu tun.

    Wenn man den Ansatz etwas weiter spinnt, kommt man aus meiner Sicht dann sogar zu dem Punkt, wo religiöse Vorschriften, die gegen das Grundgesetz verstoßen, eine Religion im Grunde in eine Art verfassungsfeindliche Gruppierung verwandelt, weil ja dazu aufgerufen wird gegen geltendes Recht zu verstoßen. Alleine der Aufruf die Grundrechte von Kindern zu missachten bzw. hier an diesen massenhaft Körperverletzungen zu verüben, kann also wohl nicht mehr mit dem Recht auf Religionsfreiheit gedeckt sein.

    An alle Orthodoxen (Juden, Christen und Moslems) die Kinder beschneiden: Ihr dürft Eure Religion frei ausüben, ihr dürft Euch die Vorhaut oder was auch immer komplett abschneiden, aber ihr habt kein Recht dazu Eure Kinder zu verstümmeln, nur weil dies in Eurer Religion schon seit Jahrtausenden so gemacht wurde. Davon abgesehen schützt auch eine Tradition nicht davor, dass man etwas Falsches tut, wie man hier klar erkennen kann. Was ihr als Erwachsene miteinander tut, ist Religionsfreiheit, was ihr Kinder antut ist und bleibt aber eine Körperverletzung, egal was der § 1631d BGB dazu sagt, denn der § 1631d BGB steht nicht im Strafgesetzbuch und ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

    Was den christlichen Gottesstaat BRD betrifft: Der befindet sich in der Defensive gegenüber einer stärker werdenden säkularen Demokratiebewegung und massenhaften Kirchenaustritten. Er versucht die Antiaufklärung als ökumenischer Gottesstaat im Bündnis mit muslimischen und jüdischen Theokraten noch so lange wie möglich zu verteidigen. Mir geht es darum, bis zur Einführung einer säkularen Demokratie in Deutschland so viele Vorhäute wie möglich zu retten.


    Das sehe ich ganz ähnlich. Und wenn die "christlichen Kirchen" sich dazu berufen fühlen, ebenfalls religiöse Befindlichkeiten mehr Gewicht zu geben als den elementaren Grundrechten von Kindern, ist es wohl eindeutig an der Zeit, auch über deren Existenz und Privilegien (preiswerte Steuereintreibung durch den Staat, Propaganda in Form von Religionsunterricht in öffentlichen Schulen, Bezuschussung von christlichen Kindergärten, etc.) zu diskutieren. Weg mit den Orthodoxen und allen ewig Gestrigen, welche die Religion missbrauchen, um andere zu unterdrücken oder eine Körperverletzung von wehrlosen Minderjährigen als Religionsausübung verhöhnen.

    @Selbstbestimmung
    Danke für die Arbeit, die Du Dir gemacht hast.

    Und nun zu den Verfechtern der Kinderrechte:

    - Vielen Dank Olav. Mir ist bewusst, dass es für Dich sicher keine leichte Entscheidung war entgegen Deiner Fraktion mit Nein zu stimmen.

    - Vielen Dank Frau Sylvia Kotting-Uhl. Wir kennen uns nicht, aber aus Dankbarkeit für Ihr Abstimmungsverhalten habe ich Sie natürlich bei der Bundestagswahl mit meiner Erststimme bedacht.

    - Vielen Dank an alle anderen, die ich weder kenne, noch denen ich meine Stimme geben könnte. Sie haben das Richtige getan und irgendwann wird man sie wohl als die hundert Abgeordneten in Geschichtsbüchern würdigen, die erstmals den Mut besaßen die Kinderrechte über religiöse Befindlichkeiten zu stellen.