Beiträge von NoCut

    Wie sich die Scheinargumente gleichen...


    Es geht ja eigentlich nicht um Argumente, sondern um Religion bzw. dem Versuch Religion mit Hilfe von scheinbaren Sachargumenten Geltung zu verschaffen.

    Nehmen wir doch einfach nur zwei dieser selten dämlichen Feststellungen.

    1) Es wird z.B. behauptet, dass unbeschnittene Frauen einen "unangenehmen Geruch" entwickeln würden. Wer diesen Geruch grundsätzlich als unangenehm empfindet, sollte es in Erwägung ziehen, dass seine Partnerwahl vielleicht nicht mit seiner sexuellen Orientierung harmoniert.

    Wer mehr über das Thema sexuelle Duftstoffe erfahren möchte, findet z.B. in den Romanen von Charlotte Roche recht explizite Schilderungen hierzu.

    2) Dann nennt dieser Professor es auch noch als Vorteil, wenn das sexuelle Verlangen durch eine Beschneidung reduziert wird?! Menschen sind sexuelle Wesen bzw. im Gegensatz zum Tier wird bei Menschen der Geschlechtsakt nicht ausschließlich zur Fortpflanzung, sondern auch zur Lustgewinnung und Lustbefriedigung praktiziert. Wer asexuell orientiert ist, sollte sich vielleicht vorher überlegen, ob er nicht besser ohne Partner leben möchte, bevor er sich mit dessen sexuellen Wünschen auseinandersetzen muss.

    Irgendwo ist das schon ziemlich krank. Wer z.B. gezielt die "sekundären Geschlechtsmerkmale" eines Menschen "begrapscht", kann mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden bzw. wenn er dies mit einem anderen gemeinsam tut sogar mit drei Jahren.

    "Begrapschen" aber Erwachsene die primären Geschlechtsmerkmale eines Neugeborenen oder Kindes, um dieses dann auch noch zu verstümmeln, gehen sie straffrei aus. Die einzige Voraussetzung für die Straffreiheit ist die Berufung auf Ausübung ihrer Religion in Form des Missbrauch eines wehrlosen Kindes als Ritualopfer.

    Wenn das Gesetz zum schrägen Abbild der Gerechtigkeit wird, wie will es dann noch Menschen vor Unrecht schützen.

    Vielleicht, weil die Abgeordneten mal ihr Gewissen entdecken, demgegenüber sie lt. GG als Einziges verpflichtet sind?
    ...
    Wir brauchen mehr direkte Demokratie, sonst wird die Politikverdrossenheit immer größer werden. Vor der letzten Wahl haben die Parteien auch viel von so etwas GEREDET. Aber man hat ja Angst vor dem eigenen Volk.


    Warum sollen Politiker, die mit Verlaub von "gewissenlosen" Wählern im Amt bestätigt wurden, so etwas wie ein Gewissen besitzen ;)

    Und auch direkte Demokratie kann von Lobbyisten unterwandert werden. Die Schweiz ist ein gutes Beispiel dafür, dass direkte Demokratie die Beeinflussung von Entscheidungen zwar teilweise aufwendiger, aber nicht absolut unmöglich macht.

    Wir leben in Deutschland und wenn bei einer Volksabstimmung über den § 1631d BGB abgestimmt würde, bin ich davon überzeugt, dass man die Mehrheit im Hinblick auf "unsere Vergangenheit" dazu einschüchtern könnte, dass wir auch für "unsere Zukunft" Schuld auf uns laden. Die "Nazi-Keule" verfängt sich hierzulande fast immer und selbst der Bundestag hat vermutlich schon aus dem Bewusstsein heraus, dass diese "Keule" existiert am 12.12.12 den Kinderrechten eine Absage erteilt und unser Grundgesetz beschnitten.

    Mit anderen Worten ist es Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts, den § 1631d BGB aufzuheben und den verantwortlichen Politiker die schallende Ohrfeige zu verpassen, die sie verdient haben. Wenn das passiert, kann dann wenigstens die "Komikernation" über ihre Kanzlerin und die übrigen Politiker lachen.

    Habe vor Wochen in einem Beitrag gelesen, dass über Haarwachstum direkt am Penis nach Beschneidung berichtet wurde.


    Das mit den Haaren verstehe ich nicht. Ich bin nicht beschnitten und dennoch wachsen "dort" auch bei mir Haare, wenn ich nichts dagegen tue ;)

    Bei CRPS sind offenbar vorwiegend Frakturen der Auslöser. Ich bin kein Fachmann, was Du aber vermutlich meinst ist laienhaft ausgedrückt eine Art Überlastung der Nervenbahnen. Wenn ein Schmerz über längere Zeit besteht, können Nervenbahnen wie Stromleitungen überlasten und es baut sich ein Schmerzgedächtnis auf. Deutschland gehört ja im Bereich Schmerzbehandlung irgendwo zu den "Entwicklungsländern", weil oft erst dann was eingeworfen wird, wenn es eigentlich zu spät ist. Aber auch in vielen Kliniken herrscht noch eine paranoide Angst davor, dass Patienten von Schmerzmitteln (Opiate, etc.) abhängig werden könnten.

    Z.B. hat man lange Zeit bewusstlosen Unfallopfern kein Schmerzmitteln gegeben, weil sie ja eh "nichts" gespürt haben?! Die Nerven bekommen aber dennoch einen Schmerzreiz übermittelt, der dann chronisch werden kann.

    Chronische Schmerzen kann man behandeln, aber meist hat dies auch Nebenwirkungen. Was nutzt es, wenn der Schmerz weg ist und es aber im Gegenzug zu einer ED kommt.

    Vorsorglich möchte ich aber nochmals betonen, dass ich absoluter Laie bin und Du das Thema am besten mit einem Arzt Deines Vertrauens besprichst.

    Verarscht, verarscht! Jetzt wird abgeblockt.

    Devise "das Thema ist gegessen".


    Ich würde hier nicht nur der Politik die Schuld geben. Nach 2012 haben doch offensichtlich sehr viele Bürger, die sich beim Thema Beschneidung angewidert abwenden und dieses Ritual nur grausam finden, dennoch dazu entschieden, auch Parteien wiederzuwählen, die mit Formulierungen wie "Komikernation" oder "ein Stückchen Haut" aus ethischer Sicht absolut unwählbar sind.

    Davon abgesehen wette ich darauf, dass auch im September diesen Jahres kaum jemand Skrupel haben wird, diese Parteien wiederzuwählen. Warum soll die Politik was ändern, wenn die Leute mit ihrem Kreuzchen bekunden, dass nichts geändert werden soll?!

    Die Zahlen stimmen zwar bei dieser Grafik nicht ganz bzw. wurden Abwesende und solche, die sich der Stimme enthalten haben offenbar als Nein-Stimmen gewertet, aber man kann die Tendenz gut erkennen.

    @'Weguer
    Danke, dass Du uns dieses Jahr daran erinnerst und vielleicht somit auch eine Entscheidungshilfe gibst ;)

    Da gibt es noch ganz andere Hintergrundvariablen:
    ...


    Und wenn man jetzt bedenkt, aufgrund welcher Datenlage z.B. in Afrika Massenbeschneidungen durchgeführt werden, kann man schon ins Grübeln geraten, was das für das Leute sind, welche solche Vorhaben unterstützen. Ich hoffe nur, dass z.B. mein letztes PC-Update besser durchdacht war ;)

    Circumcision is very important for Muslim boys to mark the arrival of puberty.


    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich über die Dummheit, die aus diesem Satz spricht, köstlich amüsieren.

    Was passiert, wenn ein muslimischer Junge nicht beschnitten wird und der Beginn der Pubertät somit nicht entsprechend "markiert" wird?!

    Sind muslimische Kinder genetisch oder biologisch anders veranlagt als andere Kinder bzw. wieso muss man bei ihnen den Beginn der Pubertät mit einer grausamen Verstümmelung "markieren"?!

    [Ironie on] Aber immerhin gab´s die Zwangsbeschneidung für lau. [Ironie off]

    Im Grunde wiegt es die Männer doch nur in falscher Sicherheit und reduziert noch die Benutzung der Kondome die in Afrika eh sehr verschmäht ist und ich denke mal bei beschnittenen Männern eh noch mehr da sie ja eh schon weniger empfinden.


    Ich denke, Du hast Dir die Antwort schon selbst gegeben. Manche denken, sie wären durch die Beschneidung geschützt und mit Kondom werden einige vermutlich gar nicht mehr zu Höhepunkt kommen können.

    In Bezug auf Deine statistischen Untersuchungen wird die sogenannte "Hintergrundvariabale" vermutlich alles zu nichte machen. Oder anders ausgedrückt, entscheidet ja nicht das Vorhandensein oder Fehlern der Vorhaut darüber, ob sich jemand infiziert, sondern es muss eben zu einem ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner kommen. Wenn Monogamie aus religiösen oder gesellschaftlichen Gründen in einem Land stärker verbreitet ist, kann sich schon dies alleine günstiger auf die Infektionsrate auswirken. Genauso hängt es aber wohl auch von der Aufklärung ab bzw. ob Menschen bei einem "Seitensprung" z.B. ein Kondom verwenden oder sich testen lassen, bevor sie miteinander ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren.

    Als eifrigem Kirchgänger ^^ ist mir seit ich mich mit Beschneidung auseinandersetze was aufgefallen, da heißt es dann immer "der Dingens des neuen und ewigen Bundes"...äh und was ist mit dem alten Bund? soll den Jesus mal erwähnt haben?


    Du erinnerst Dich sicherlich noch an Benni, der leider viel zu früh gestorben ist. Er hat die Geschichte mit den Bündnissen mit Gott mal etwas näher erläutert. So wie ich dies dann verstanden habe, wurde jedes Mal, wenn dem Volk Juda oder Israel etwas Schreckliches widerfahren ist ein neuer Bund geschlossen. Im alten Testament herrscht vorwiegend der Glaube, dass Gott die Menschen immer wieder für ihre Sünden bestrafen würde. Daher wird wohl auch akribisch versucht möglichst jeden greifbaren Bund zu erfüllen bzw. wurde wohl auch die Zwangsbeschneidung 2.0 bzw. Brit Periah eingeführt.

    Im neuen Testament wird übrigens auch die Beschneidung Jesu beschrieben (Lukas 2,21). Es gibt ja daher noch teilweise den christlichen Feiertag "Die Beschneidung des Herrn".

    Bezüglich Deines Zitats von W. Albrecht herrscht ja in vielen Religionen die Vorstellung, dass die Sexualität die Menschen vom Glauben abhalten würde. Bereits im alten Testament spielen Frauen daher keine Rolle, weil man sie aufgrund ihrer sexuellen Reize als Gefahr für den rechten Glauben angesehen hatte. Und deshalb auch nur die Beschneidung von allem was "Männlich" ist.

    Das Dogma, dass Glaube und Sexualität in der Religion im Widerspruch stehen, sieht man aus meiner Sicht einerseits in der Beschneidung bzw. in den christlichen Kirchen z.B. beim Zölibat. Nach meinem Wissen war es nur Paulus, der ja auch die Beschneidung als verzichtbar beschrieben hat, der im Grunde grob gesprochen dazu aufrief, dass sich Ehepaar salopp gesagt in der Ehe austoben sollen (1. Korinther 7, 1-9). Es gibt hier aber ein kleines Problem. Vermutlich wurden auch Schriften unter dem Namen Paulus veröffentlicht, die gar nicht aus seiner Feder stammten.

    Wer die Bibel wörtlich nimmt, hält nur die Asche in seinen Händen. Das Feuer des Glaubens egal welcher Ausprägung (Judentum, Christentum, Islam oder jeder andere Glaube) kann nur der erleben, der mit dem Herzen sieht. So jedenfalls meine persönliche Meinung.

    Daher sehe ich es auch als absolut unbeachtlich, welche Form der Beschneidung die Richtige sein soll, weil Asche nun einmal Asche bleibt und nicht aufs neue zu brennen beginnen kann.

    Er muss doch dann wissen wie schlimm es muss, aber genau das wird es sein, die Empathie wird mit beschnitten, buchstäblich Teile im gehirn bleiben unterentwickelt zurück durch Traumata als Baby.


    Stopp, Halt, zurück auf Anfang ;)

    Wir reden von Deinem Mann, den Du sicherlich liebst und davon abgesehen hast Du mich offenbar falsch verstanden. Mit der Beschneidung im Denken, ging es mir nicht um einen Verlust an Empathie, sondern eher um eine Art Konditionierung. Dein Mann traut sich vermutlich gar nicht mehr kritisch über seine Religion nachzudenken.

    Es gibt die These, dass die Beschneidung im Säuglingsalter die Schmerzwahrnehmung verändert und psychologisch betrachtet kann wohl der furchtbare Schmerz der Beschneidung auch das Urvertrauen verletzen. Die Überlegung, dass die Beschneidung wie bei Abraham beschrieben wesentlich weniger schmerzhaft oder unproblematischer sein könnte, wage ich zu bezweifeln. Nach der Beschneidung wird es sich nicht verhindern lassen, dass ständig Urin an die Wunde kommt, die dann wohl wie Hölle brennt. Säuglinge haben aber noch nicht gelernt mit Schmerzen umzugehen.

    Die Beschneidung ist übrigens im neuen Testament nicht abgeschafft, sondern nur keine Pflicht mehr. Daher wird z.B. auch bei den koptischen Christen noch heute oft beschnitten.

    Der Grund warum aber Beschneidungen in der Religion wohl so wichtig sind, wird wohl sein, dass ein Kind im Erwachsenenalter sich leicht von der Religion der Eltern abwenden kann, aber niemals in der Lage ist, seine Stigmatisierung in Form der Beschneidung rückgängig zu machen. Und damit dieses Vorhaben auf für die nächsten Jahrtausende so bleibt, wurde aus der Brit Milah die Brit Periah.

    Wir reden also von einem "Verein", dem es scheinbar wichtiger ist, dass seinen Mitglieder lebenslang eine Kennzeichnung aufgedrückt wird, statt dass man sich Gedanken darüber macht, wie man die Leute alleine durch den Glauben lebenslang an sich binden könnte.

    Und religiöse Traditionen müssen doch geschützt werden oder? Religionsfreiheit!!!

    Was eine Jahrtausende alte Tradition ist, muss dringend daraufhin untersucht werden, ob es mit den heutigen Vorstellungen in Bezug auf Menschenrechte noch kompatibel ist. Selbst ein alter Oldtimer kann sich beim TÜV nicht auf seine Tradition berufen, wenn seine mangelhaften Bremsen Menschenleben gefährden.

    Es bleibt dabei, wer für Menschen- und Kinderrechte ist, ist Antisemit und muss von Menschenhass angetrieben sein.


    Du meinst es ironisch, aber das alte Testament kennt vorwiegend den "zürnenden Gott", dem sich die Menschen und damit auch die Kinder uneingeschränkt zu unterwerfen haben, wenn sie seinen Zorn nicht zu spüren bekommen wollen (siehe z.B. Sintflut). Aus diesem Blickwinkel sind Menschenrechtler tatsächlich teilweise antisemitisch veranlagt.

    Antisemitismus kennt aber verschiedene Ausprägungen und die hier diskutierte Partei lehnt ja auch ein "christliches Abendland" vehement ab, wenn man sich mal die Vorstellung in Bezug auf die Nächstenliebe anschaut.

    Vielleicht ist es vielen wirklich nicht bewusst, was die Abkehr von der Zwangsbeschneidung für orthodoxe Gläubige bedeutet. Sie wurden dahingehend erzogen, dass Gott sie zürnen würde, wenn sie seine Gebote nicht einhalten würden. Diese Gebote wurden jedoch von Menschen aufgeschrieben, abgeschrieben, verfälscht und die "Spielregeln" ständig verändert. Am Ende haben wir es aus meiner Sicht mit abergläubischen Menschen zu tun, welche die Rache eines Gottes fürchten, der in dieser Form eher eine Erfindung von denen ist, welche die Bibel maßgeblich "geprägt" haben.

    Das ist aber hier OT, weil die AfD eine Partei ist, die jede Form von Religion ablehnt bzw. eher in den Bereich Ideologie tendiert.

    BTW, darf man "Weiberfasching" überhaupt noch sagen?

    Solange man die Zwangsbeschneidung in Form der Vorhautamputation "verniedlichend" als Beschneidung bezeichnen darf, würde ich das Wort "Weiberfasching" noch durchgehen lassen. Ich habe aber das Wort "Weiberfasching" nicht ohne Grund in Anführungszeichen gesetzt, weil es nicht meine Art ist Frauen als Weiber zu betiteln.

    Diesen Trick nennt man "in den Mund legen".


    Dieser Trick schlägt sich ja sogar im Partei-Namen nieder. Aus dem Wort "alternativenlos" entstand die noch eher neutrale "Wahlalternative 2013", welche dann politisch nach ihrer strikten Trennung von den Freien Wählern zur heute bekannten AfD mutierte.

    Eine Politik, die andere Meinungen mit dem Begriff "alternativenlos" zum Schweigen bringen will, sucht sich halt anderswo ein Ventil. Nicht alle, die in der AfD eine Chance sehen, haben ja unlautere Absichten. Ich finde es daher nicht verwunderlich, dass es in der AfD offenbar Menschen gibt, welche den Schutz von Kinder höher achten als das Recht von Eltern, ihre Kinder für religöse Rituale zu missbrauchen.

    "Traditionell" betrachtet scheint es aber für die AfD in der jetzigen Form stimmig zu sein, kein Problem mit der Zwangsbeschneidung zu haben. "Germany first" wird sich doch nicht den Kopf über Kinder zerbrechen, welche diese Partei vermutlich am liebsten gar nicht im Land hätte. So jedenfalls meine subjektive Einschätzung.

    Heute ist "Schmutziger Donnerstag" oder "Weiberfasching. Diese Tradition hatte ihren Anfang in Bonn-Beul. An diesem Tag übernehmen die Frauen die Macht.

    Vielerorts ist es heute Brauch, den Männern die Krawatten zu "beschneiden". Der psychologische Aspekt hierbei ist die Entmachtung der Männer, weil sie danach mit einer Krawatte rumlaufen müssen, die beschnitten ist. Als Entschädigung bekommen die Männer dafür ein Küsschen (ähnlich wie die Geschenke nach einer Beschneidung oder der Tropfen Wein bei Babys).

    Wenn die "Beschneidung" einer Krawatte bereits psychologisch eine Entmachtung symbolisieren kann, was bedeutet dann die Amputation der Vorhaut. Bei der Beschneidung von Krawatten sind Männer die "Opfer". Bei der Zwangsbeschneidung der Genitalien sind aber Kinder die Opfer, die sich absolut nicht wehren können!

    Jedem leuchtet ein, dass dieser Karnevalsbrauch in gewisser Weise "ehrabschneidend" sein soll. Was hier spaßig daher kommt, zeigt doch aber auch deutlich, was die physiologische Beschneidung der Vorhaut psychisch bedeutet. Kinder werden von ihren Eltern ein Stück weit lebenslang entmachtet bzw. werden sie einer Religion unterworfen, deren Macht noch nicht mal vor deren Intimbereich Halt macht.

    Im Grundgesetz ist als erster Satz die hohle Phrase vermerkt:
    "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

    [Anmerkung: Entweder nimmt der Staat seine Verpflichtung nicht ernst oder wir leben in einer Komikernation, die nicht mal in der Lage ist, dem ersten Satz im Grundgesetz Geltung zu verschaffen.]

    Denn wenn bereits das humoristische Abschneiden einer Krawatte eine Entmachtung symbolisiert und jemanden seiner Ehre berauben soll, dann ist die Vorhautamputation der gezielte Versuch jemanden lebenslang ein Stück seiner Würde als Mensch zu nehmen. Man fügt ihm physisch und psychisch eine Narbe zu, die er mehrfach am Tag vor Augen hat und die ihn daran erinnert, dass andere über ihn verfügt und bestimmt haben.

    Helau :(

    Aber er tendiert eh zu "pharisäischem" denken, das merke ich immer wieder bei anderen Dingen, er kennt nur seine Art und weise, so ist es korrekt alles andere ist böse/falsch/rebellisch usw... würde er nie offen zugeben aber das was man zugibt und das was man tut sind ja zwei verschiedenen Dinge.


    Dein Mann "denkt" nicht, sondern er glaubt ;)

    Und Dein Mann glaubt daran, dass er die Gebote Gottes beachten würde und befolgt stattdessen vieles, was Menschen sich ausgedacht haben. Wenn er auch nur einen Teil seines Glaubens in Frage stellen würde, müsste er sich wohl auch eingestehen, dass er "falsch" geglaubt hat.

    Verstehe mich nicht falsch, ich will bestimmt nicht den Glauben Deines Mannes oder gar die Religion allgemein in Frage stellen. Schließlich verbindet ihn und mich oder auch Dich ein Glaube, der zwar in vielen unterschiedlichen Gewändern erscheint, aber einen "gemeinsamen Nenner" hat. Was mich und Deinen Mann aber wesentlich unterscheidet, ist meine kritische Einstellung zu Dogmen.

    Man kann die Bibel lesen und sich daraus Rat oder Verhaltensweisen für sein Leben ableiten. Ich finde es aber nicht richtig, wenn man ein altes Buch wie die Bibel ließt und danach völlig unkritisch Kinder beschneidet. Die Bibel wurde lange Zeit vor der Aufklärung geschrieben. Sie kannte noch nicht die Menschenrechte in der heutigen Form, Frauen wurden noch nicht als gleichwertig anerkannt (daher nur Beschneidung "alle was männlich ist" ...) und Kindern wurden noch nicht als eigenständige Träger von Rechten verstanden, die es heute Kraft Gesetz zu schützen gilt.

    Dein Mann hat wohl wirklich ein psychisches wie physische Trauma erlebt, welches ihn verändert hat. Genau diese Veränderung ist wohl auch der Sinn einer Beschneidung. Dein Mann wurde damit in seinem freien Denken beschnitten und sein Glaube ersetzt hier teilweise die Vernunft.

    Das Problem dabei ist jetzt nur, dass jeder Versuch Deinerseits, Deinen Mann von seinem "pharisäischen" Glauben abzubringen von ihm vermutlich als "Versuchung" vom "rechten Glauben" abzufallen, gedeutet werden könnte. Ich würde mich an Deiner Stelle daher nicht mit Details aufhalten, sondern auf das neue Testament stützen und ihm den Begriff "Liebe" näher bringen. Wen man liebt, den möchte man nicht leiden sehen und wenn Gott ein Baby oder ein Kind liebt, warum soll er dann dessen Beschneidung fordern.

    So, jetzt habe ich von der Gesellschaft für Freiheitsrechte eine Rückmeldung bekommen. Es handelt sich vermutlich um eine Standardmail, weil die offensichtlich von derartigen Anfragen überrannt werden. In der Mail wurde mir mitgeteilt, dass mein Anfrage zum § 1631 d BGB geprüft würde und ich Nachricht erhielte, wenn dieses Anliegen weiter verfolgt würde.

    Daher mal offene Frage in die Runde, was jetzt zu tun ist. Vielleicht kann man das Thema pushen, wenn mehr Mails folgen. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob man in Bezug auf diese elementare Menschenrechtsverletzung in Form des § 1631 d BGB überhaupt den Versuch unternehmen muss, hier zu pushen. Der Verein bekennt sich zu den Freiheitsrechten und selbst wenn das Thema mit einem Tabu behaftet ist, dürfte dies doch kein Hinderungsgrund sein. Dennoch sind alle nur Menschen, weshalb die Devise, viel hilft viel, auch nicht falsch sein muss.

    Daneben habe ich jetzt auch mal etwas praktischer nachgedacht. Die bekommen vermutlich massenhaft Anfragen und kein Geld, um diese Themen anzugehen. Ich persönlich bin jedoch davon überzeugt, dass "wir" genug Geld zusammen bekämen, um so einen Prozess selbst im fünfstelligen Bereich finanzieren zu können. Natürlich läuft dies nicht, wenn nur das Forum zusammen legt, aber wir sind ja nicht alleine bzw. gibt es ja viele Gruppen, die sich dem Thema Zwangsbeschneidung angenommen haben.

    Über Eure Meinung zum weiteren Vorgehen würde ich mich sehr freuen.

    Na ja das Problem ist das er ja keinen Beweis will, er ist ja überzeugt das seine Sichtweise richtig ist und das sein Land das richtig macht und kommt dann mit dem Argument von wegen MUSS ja richtig sein, Gott macht keine Fehler und weiss es am besten.


    Die die hier und da ein Argument einbringen will bin ja ich. Und ich will gut gerüstet sein für jede Gelgenheit, deswegen aben auch diese Such nach diesem Ursprung, Milah, Peria usw.


    Deine Suche nach Beweisen gleicht der Frage, wie viele Engel auf eine Nadelspitze passen.

    Als ich damit begonnen habe, mich in Bezug auf die Bibel mit der Beschneidung zu beschäftigen, habe ich als erstes das Buch: "Die Bibel und der Sexus" gelesen. Später habe ich dann auch noch das Buch "Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden: Wie die Bibel wurde, was sie ist" verschlungen und auch das Buch, "Die Bibel in 100 Minuten" hilft etwas, das Buch der Bücher in einem anderen Kontext zu sehen.

    Du wirst in diesen Bücher keine Antwort auf Deine "eigentliche" Frage finden, aber Du wirst vielleicht auch zu dem Schluss kommen, dass "streng bibelgläubige" Menschen im Grunde abergläubisch sind, weil sie nicht an Gott, sondern an die Worte von Menschen glauben. Und wenn Du dann noch nach einer Unterscheidung zwischen Sekten und den Weltreligionen suchst, könntest Du zu dem Schluss kommen, dass hier vorwiegend die Anzahl der Anhänger bei der Definition den Unterschied ausmacht.

    Ich bin übrigens kein Atheist und ich plädiere auch immer wieder dafür, dass man im Glauben nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten suchen soll. Daher unterscheide ich nicht, ob jemand an irgend eine Art von höherem Wesen glaubt oder jemand seinem Schöpfer wie in den drei Weltreligionen einen Namen gegeben hat.

    Wenn Dein Mann sich von den Buchstaben löst und damit beginnt, mit dem Herzen zu glauben, dürfte das Thema Beschneidung vom Tisch sein. Die Buchstaben geben den meisten Gläubigen aber viel Halt und so wie ein Kind selbst entscheiden muss, wann die Stützräder vom Fahrrad abmontiert werden können, ist es auch irgendwo im Glauben. Dies ist jedoch ausdrücklich nur meine persönliche Sichtweise.

    Nachtrag:
    Im Buch "Die Bibel und der Sexus" müsste auch die Frage geklärt sein, wann und warum man die heutige Form der Beschneidung eingeführt hat.