Beiträge von NoCut

    Sollten die Kinderrechte im Grundgesetz gestärkt werden, also eine Grundgesetzänderung stattfinden, wird die Religionslobby schon darauf drängen, dass die Beschneidung davon nicht betroffen ist.


    Ich frage mich jedes Mal, wo die Kinderrechte im Grundgesetz eine "Schwachstelle" haben sollen, so dass man diese verstärken müsste. Es sind doch aber die Eltern, welche die Rechte der Kinder vertreten und ihnen mit dieser Willkür Schaden zufügen bzw. sie um ihre objektiven Menschenrechte bringen.

    Statt mehr Kinderrechte, wäre eine Schwächung der Elternrechte zu Gunsten der Kinder im Grundgesetz der richtige Weg.

    Moin,
    es hat mir geholfen, in meiner Unsicherheit (dass ich große Probleme habe, zum Orgasmus zu kommen) einfach für Entspannung zu sorgen, da ich keine Angst mehr hatte, dass der Schwanz nicht lange genug steif ist. Meine Frau konnte mich somit in Ruhe lange streicheln... Dabei hat es geholfen, zu entspannen und neue Wege zu finden.


    Falls Du nicht bereits vor der Beschneidung eine leichte ED hattest, klingt dies stark nach Placebo. Sprich am besten mit Deinem Urologen darüber, denn wenn Du jetzt auch noch gegen einen inneren Druck ankämpfen musst, wird das ganze ja noch schwieriger für Euch. Falls Du nicht mit Deinen Urologen darüber sprechen willst oder nicht darüber sprechen kannst, suche Dir außerdem einen, dem Du wirklich (alles an)vertraust.

    Des weiteren lehne ich mich jetzt mal sehr weit aus dem Fenster und behaupte,...


    Bei der Suche nach den Ursprüngen, sollte man tatsächlich am Anfang erst mal zwei Thesen voranstellen. Die erste lautet, dass die Beschneidungen dem Betroffenen irgendwie helfen soll und die zweite besagt, dass die Beschneidung dem Betroffenen bewusst Schaden zufügen soll.

    Die erste These halte ich bereits deshalb für unwahrscheinlich, weil man ja Kinder zwangsbeschneidet. Einem Vorteil würden ja auch erwachsene Männer noch einwilligen. Tatsächlich wurden aber neben Kinder auch gerne Sklaven oder Kriegsgefangene zwangsbeschnitten.

    So gesehen würde ich Deine These sogar gerne rumdrehen und behaupten, dass die Beschneidung eine Ausgeburt eines stark von Sexualität geprägten Denkens ist. Schau Dir die Bibel an oder andere Bücher und deren Fixiertheit auf Sex. Religiöse Sexualmoral ist dann aus meiner Sicht das Produkt eines perversen Sexuallebens bzw. eines unterdrückten und daher fehlgeleiteten Sexualtriebs.

    Dennoch werden wir nie ausschließen können, dass es sowohl medizinische, arglistige wie gut gemeint und schlecht gemachte Argumente dafür gab, welche die Beschneidung vor tausenden von Jahren im Heidentum erstmals entstehen ließ. Was wir heute aber mit Sicherheit feststellen können, ist die Tatsache, dass jede Form von Zwangsbeschneidung (Beschneidung vor der Volljährigkeit) immer eine schwere Form der Körperverletzung darstellt.

    Hallo Urolüge,


    hast Du was gegen mich? Fast jeden Satz von mir machst Du nieder...... O


    Zwei Menschen, zwei Meinungen, wo ist das Problem, wenn hier unterschiedliche Sichtweisen zum Ausdruck kommen.

    Was mich aber etwas verunsichert, ist Deine Schilderung in Bezug auf Sildenafil. Das Zeug kann weder eine Erektion auslösen, noch eine Aufrechterhalten, die nicht durch Hormone und/oder Empfindungen gesteuert wird. Nimmst Du etwa gewissermaßen blaue Pillen als Placebo für psychische Probleme (wird von Ärzten leider oft in diesem Kontext verschrieben)?

    Die rechtliche Position von Kindern würde stärken, wenn sie vor Genitalverstümmelung geschützt wären.
    Stattdessen hat man die rechtliche Position der Sorgeberechtigten gestärkt, und die von Jungen geschwächt, und diese Groko, die, würde heute gewählt, nicht einmal mehr eine Parlamentsmehrheit hätte, wird da einen Teufel tun und was dran ändern. Diese Pfeifen haben es tatsächlich geschafft, die AfD auf 15% zu puschen.


    Die designierte Koalition zwischen CDU/CSU und SPD ist tatsächlich eine Art Selbsthilfegruppe bzw. der Zusammenschluss der Wahlverlierer 2017. Dass die AfD jedoch ein zweistelliges Ergebnis geschafft hat bzw. diese Koalition dennoch nicht komplett abgewählt wurde, ist aus meiner Sicht nicht die Schuld dieser Parteien. Es waren in Bezug auf die designierte GroKo die Wähler, die ihr Kreuz aus Gewohnheit, Egoismus oder mangels kritische Abwägung oder warum auch immer erneut an die gleiche Stelle wie vor vier Jahren gesetzt haben.

    Bei der AfD haben sich Menschen eine Veränderung gewünscht bzw. zumindest versucht denen die Quittung zu geben, die sie nicht erneut als Regierung sehen wollten. Und eines haben die Menschen damit erreicht. Es wurde offensichtlich, dass die GroKo aus Sicht der Wähler ausgedient hat bzw. unerwünscht ist. Um so zäher wurden daher auch die Verhandlungen, bei der alle nur verlieren konnten. Ob es legitim ist, eine extreme Partei zu wählen, um etablierte Parteien darauf aufmerksam zu machen, dass man den Kanal endgültig voll hat, ist ein anderes Thema.

    Jetzt haben wir aber jedenfalls vielleicht bald eine neue Regierung und es stellt sich die Frage, wie es mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit bzw. dem Kinderschutz in Deutschland weitergeht. Die meisten Bürger haben die CDU/CSU gewählt, welche den sexistischen Standpunkt vertritt, dass man kleine Jungs ruhig zwangsbeschneiden darf. Die SPD, welche hier zwar keine einheitliche Linie vertritt, dürfte in dieser wackligen Koalition weder die Möglichkeiten noch ein reales Interesse daran haben, hier eine weitere Baustelle in Angriff zu nehmen.

    Und wenn wir schon bei Politik sind, was bedeuten eigentlich Rechte. Wir haben das Recht unsere Politik zu bestimmen und Kinder haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit bzw. eine gewaltfreie Erziehung. Mischt man hier Religion dazu, dann weicht das Recht auf körperliche Unversehrtheit dem Recht die Religion der Eltern anzunehmen und die religiöse Erziehung darf dann auch mal richtig extrem schmerzhaft werden. Wie in der Politik haben wir Rechte, aber andere entscheiden was gemacht wird.

    Es macht daher keinen Sinn, Kinderrechte explizit im Grundgesetz sinnlos zu wiederholen, sondern die Rechte der Eltern diese willkürlich nach eigenen Interessen bzw. diese nicht ausschließlich zum objektiven Wohle der Kinder auszuüben, muss beschränkt werden. Wenn es um Schule geht, verbietet bereits heute die Schulpflicht den Eltern vieles selbst zu bestimmen. In einem Gottesstaat wie Deutschland schreckt man aber selbst im 21. Jahrhundert noch davor zurück, auch der Religion gegenüber den Menschenrechten einen Riegel vorzuschieben.

    Über eines bin ich aber ehrlich gesagt sehr froh. Ich bin nicht daran Schuld, dass die Parteien weiterhin das Sagen haben, welche seinerzeit den § 1631d BGB eingeführt haben und bereits nach dessen Einführung habe ich kein einziges Mal den Verantwortlichen jemals wieder eine Stimme gegeben. Was zu viel ist, ist zu viel und ich werde doch keine Politiker wiederwählen, denen Menschenrechte oder gar Kinderrechte egal sind.

    Ich finde Ihr seht dies mit der neuen GroKo viel zu pessimistisch.

    Es ist doch toll, wenn die Menschen in Deutschland künftig endlich frei uns sicher leben, können, unabhängig von ihrem Geschlecht und es wäre jetzt spießig, wenn man bei diesem großen Versprechen auf kleinkarierten Begrifflichkeiten wie dem Ausdruck "Mensch" herumtrampelt. Als 1789 von l´homme die Rede war, sollten damals sogar noch alle Frauen von diesen Freiheitsrechten ausgenommen sein. Jetzt auf dem Wort "Mensch" herumzuhacken, nur weil man hier die Kinder außen vor lässt, ist doch wirklich unangemessen.

    Auch finde ich es einen tollen Schritt, wenn die Kinderrechte explizit im Grundgesetz verankert werden. Ein Kind soll und muss absolut die gleichen Rechte haben wie ein Erwachsener. Die Ausübung dieser Rechte sind ja dann im BGB wie z.B. beim § 1631d BGB näher geregelt.

    Achtung: Ich möchte nicht ausschließen, dass ich das eine oder andere vielleicht ironisch gemeint haben könnte ;)

    Stimmt so nicht ganz. Ich habe am Sonntag die Redaktionen zumindest dreier großer, also überregionaler Zeitungen bzw. Nachrichtenmagazine angeschrieben und auf die Nachricht bzw. die Meldung in der RT hingewiesen.

    0 Reaktion.


    Sorry, habe vergessen, das ganze als Ironie herauszustellen.

    Ich dachte nur, dass unsere Medien gegen das Schimpfwort "Lügenpresse" (hinterhältiges Schweigen und Lügen sind ja artverwandt) bereits immun sind und daher das "Etikett" der Dilettantenpresse ehr treffen würde ;)

    Die "freie Presse" hat hier neben RT-Deutsch ebenfalls berichtet:

    https://hpd.de/artikel/auswei…ch-jungen-15247

    Und so wie es danach aussieht, könnte es sich hier sogar um eine Art Kettenreaktion handeln (siehe Dänemark). Ich würde jetzt aber den Deutschen Medien nicht vorwerfen, dass sie bewusst Informationen zurückgehalten haben. Vielmehr würde ich sie als blöd und unfähig betiteln, weil ihnen diese wichtigen Informationen offensichtlich durch die Lappen gegangen sind.

    In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, ob man nicht dringend die Rundfunkgebühren abschaffen müsste, denn auch im Radio oder Fernsehen hat man ja nichts davon gehört. Wer seinen Job liederlich verrichtet, braucht ja schließlich nicht auch noch einen Sonderstatus ;)

    Ich möchte eigentlich zwischenzeitlich dazu tendieren, dass wir mit unseren Annahmen alle falsch und zugleich richtig liegen?!

    Ein Mensch entwickelt und verändert sich innerhalb seines Lebens und mit ihm auch seine Sexualität incl. seines Hormonhaushalts. Und dann ist eben jeder Mensch verschieden. Wer aufgrund der Einschränkung durch eine Beschneidung das Thema Sexualität für sich hormonell oder psychisch ad acta gelegt hat, wird sich kaum in einem Beschneidungsforum anmelden oder gar den Versuch einer Vorhautwiederherstellung in Erwägung ziehen.

    Umgekehrt ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, dass jemand, der weder hier im Forum angemeldet ist, noch sonst für seine Situation Hilfe sucht, dennoch vom Gefühl geplagt ist, dass er nicht seine gewünschte sexuelle Befriedigung erreichen kann.

    Wir haben es vermutlich also mit zwei Bandbreiten zu tun, was eindeutige Schlüsse fast völlig unmöglich werden lässt. Und dies könnte im Umkehrschluss dann auch für die Entstehung der Beschneidung bedeuten, dass auch diese selbst parallel bzw. unter verschiedenen Prämissen von Menschen "erdacht" wurde.

    Die These, dass durch eine Beschneidung der Hunger nach Sex nicht ausreichend gestillt werden kann und daher irgendwo ein latentes sexuelles Bedürfnis bestünde, klingt im ersten Moment plausibel. Was passiert aber mit einem Menschen, dem Sex aufgrund einer solchen Einschränkung auch nur eingeschränkt Lust bereitet. Ein Muskel der nicht trainiert wird, athrophiert mit der Zeit. Laut Prof. Schnarch soll dieses Prinzip auch auf den Hormonhaushalt übertragbar sein. Seine These lautet: Use it or loos it.

    Dennoch finde ich die These mit der Jagd nach mehr oder intensiverer Befriedigung sehr interessant. Im Umkehrschluss würde dies ja bedeuten, dass die Beschneidung dann tendenziell dafür gedacht gewesen sein könnte, die Fruchtbarkeit zu erhöhen.

    Im Grunde ist aber das Ergebnis, wie man Beschneidung beurteilt, immer das Gleiche. Wenn es Lust reduzieren soll, reden wir von Unterdrückung und wenn es der Fortpflanzung hätte dienlich sein sollen, stellt sich die Frage, ob man wirklich ein Dutzend Kinder haben möchte. In früheren Kulturen mag die Säuglings- und Kindersterblichkeit höher gewesen sein, so dass hier mehr Schwangerschaften die Chance erhöht hatten, dass man am Ende wenigsten das eine oder andere Kind durchgebracht hätte, welches einem dann selbst im Alter versorgt hätte.

    Nachtrag:
    Beim Orgasmus wird u.a. Dopamin ausgeschüttet. Wird aber die Lust zum Frust, kann dies Stress bedeuten und der Körper kann hier Prolaktin ausschütten. Prolaktin wirkt dann in Bezug auf die Lust wieder dämpfend. Hier brächte man dann wohl aber Studien von einem Endokrinologen.

    Genau...der Berliner Psychologe W. Albrecht schrieb mal auf seiner Website dazu:

    "Bei der Beschneidung bzw. Genitalverstümmelung werden entweder zeitnah nach der Geburt oder zu einem späteren Zeitpunkt Operationen am Genital des Kindes bzw. der/des Jugendlichen ohne der/dessen vollgültiges Einverständnis vorgenommen. Die Gründe dafür werden teilweise religiös ummäntelt, fußen aber in der Regel auf Traditionen aus vorhistorischer Zeit und haben zum Ziel, die sexuelle Erregbarkeit und die Ausbildung von erotischen Phantasien zu hemmen oder ganz zu unterdrücken...."


    So würde ich dies auch sehen. Bei der Beschneidung geht es i.d.R. um kindliche Genitalien und damit um den Sexualtrieb. Der oder diejenigen, welche sich die Beschneidung ausgedacht haben, waren sich mit Sicherheit ihrer eigenen sexuellen Triebe bewusst und hatten wohl auch erfahren, welche Macht und welchen Reiz Sexualität auf uns Menschen ausübt. Entweder wollten sie diese Macht verdammen oder für sich selbst nutzen, in dem sie versuchten andere dieses Erlebnis in seiner vollen Intensität zu rauben, um damit selbst Macht über diese auszuüben. (wg. Macht der Sexualität siehe z.B. auch Sexualmagie, Ordo Templi Orientis, etc.)

    Das Thema sexuelle Enthaltsamkeit bzw. generell die Fixierung vieler Religionen auf das Thema Sexualität zeigt ja eigentlich, wie pervers die Weltreligionen in Wahrheit sind. Die beschneidenden versuchen die Sexualität mit äußerster Brutalität zu "bändigen", die christliche Religion nur in einigen Ausprägungen, aber ob es nun das Zölibat oder das moralisch auferlegte Verbot sexueller Begegnungen außerhalb dem "heiligen Bund" der Ehe sind (z.B. vorehelicher Geschlechtsverkehr), wird Sexualität in allen Religionen streng reglementiert.

    @brokendream
    Deine Überlegung, dass es in Ländern mit hoher Beschneidungsrate mehr Sexualstraftäter geben müsste, würde voraussetzen, dass solche Verbrechen in den jeweiligen Ländern auch entsprechend verfolgt und bestraft werden. Es gibt ja aber sogar Länder, wo junge ledige Frauen gesteinigt werden, weil sie verheiratete Ehemänner zur "Vergewaltigung verführt" haben sollen! Und Israel würde ich auch keinen Freifahrtschein ausstellen. Was passiert denn dort mit den Kindern, die an den Folgen einer Beschneidung versterben. Sie verschwinden aus dem Stammbaum und damit aus dem kollektiven Bewusstsein.

    Dein Beispiel mit dem betrunkenen Wiesenbesucher zeigt doch sehr deutlich, dass wir hier in Sachen Sexualität nicht frei von Fehl und Tadel sind, aber dennoch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung viel aufgeklärter behandeln. Ein Betrunkener, der einer Frau unter das Dirndl fasst, kann sich auf eine saftige Anzeige gefasst machen. Selbst der erzwungene Beischlaf unter Ehegatten haben wir zwischenzeitlich als Straftatbestand im Gesetz. Wie sieht es aber in patriarchisch geprägten Gesellschaften aus, wo sich Frauen den Männern unterordnen müssen. Und ist es hier auszuschließen, dass es hier zu Übergriffen kommt, die weder bestraft noch öffentlich publik werden.

    @Johannes Micha
    Sicherlich ist die Beschneidung ein pars pro toto Menschenopfer. Und hier stellt sich dann aber auch die ethische Frage, wie beispielsweise die jüdische oder islamische Religion besonders auch in der heute aufgeklärten Zeit damit umgehen will, dass hier bewusst ein religiöses Menschenopfer Bestandteil dieser Religionen geworden ist. Natürlich ist dieses Menschenopfer wohl nur ein theologischer Vorwand einer perversen Sexualmoral. Fakt ist aber, dass dies im alten Testament so zu lesen ist und Mohamed die Gläubigen angeblich aufgefordert haben soll dem Beispiel von Abraham zu folgen.

    Die ethische Frage der Beschneidung führt übrigens aus meiner Sicht unweigerlich in eine Schuldfrage und damit zu dem Dilemma, wie man mit der bis dato begangenen Schuld umgehen wird bzw. wie man diese aufarbeiten möchte. Gerade die jüdische Religion wird in Deutschland aufgrund der Nazi-Verbrechen als Opfer wahrgenommen. Wie schwer wird hier der Paradigmenwechsel sein, wenn man sich nun selbst gegenüber den zwangsbeschnittenen Kindern für schuldig bekennen muss. Wir haben ähnliche Sachverhalte in den christlichen Kirchen hinsichtlich der Hexenverfolgung im Mittelalter oder den Missbrauchsfällen erlebt und noch immer kann man verfolgen, wie schwer und peinlich die Schuldfrage an den Kirchen nagt.

    @Selbstbestimmung
    Deine Überlegung mit der Light-Zigarette würde ich nicht auf die Zwangsbeschneidung übertragen wollen. Ein Raucher, der vorher die volle Dröhnung mit Nikotin, Teer und allem als normal erlebt hat, wird bei der Light-Zigarette etwas vermissen und dies durch einen gesteigerten Konsum auszugleichen versuchen. Die Zwangsbeschneidung wird ja aber an Kindern verübt, welche dann den Unterschied nicht kennen bzw. auch daran gehindert werden, jemals zu erleben, wie es anders gewesen wäre.

    @all
    Wie die Beschneidung entstanden ist, lässt sich ja definitiv nicht mehr beantworten. Theorien bezüglich der Religionen oder Aberglaube, dass am Mann weibliche und bei der Frau männliche Anteile amputiert werden müssten, würde ich tendenziell als Rechtfertigungen oder Vernebelungstaktik hinsichtlich der wahren Hintergründe betrachten. Und somit bleibt am Ende wohl nur Sex und Macht übrig. Wer an eine Religion glauben will, die von (negiertem) Sex und Macht besessen ist, wird somit bei allen drei Weltreligionen fündig. Wer jedoch an einen gütigen Schöpfer und freie Geschöpfe glauben will, wird nicht umhin kommen, sich mit seinem eigenen Glauben kritisch auseinander zu setzen.

    Nein, die sind nicht dümmer als andere auch. Solche pauschalen Aussagen sollte man nicht machen.


    In dem verlinkten Text, ging es doch darum, dass die Eltern des einen Kindes die Zwangsbeschneidung für falsch halten und die anderen ihren Sohn beschneiden lassen wollten. Daraus entstand dann indirekt die Frage, welche der beiden Eltern "dumm" sei.

    Wikipedia liefert hier einen guten Ansatz:

    "Im engeren Sinne bezeichnet Dummheit die mangelhafte Fähigkeit, aus Wahrnehmungen angemessene Schlüsse zu ziehen beziehungsweise zu lernen."

    Wenn ein Säugling vor Schmerzen brüllt, ein erwachsener Mann aufgrund seiner Beschneidung sexuelle Einschränkungen erleidet, dann fehlt hier wohl einigen die Fähigkeit, aus diesen Wahrnehmungen angemessene Schlüsse zu ziehen.

    Ich gebe Dir aber selbstverständlich insofern Recht, dass Eltern, die ihre Kinder zwangsbeschneiden lassen, nicht automatisch in jeglicher Hinsicht verblödet oder unemotional sein müssen. Allerdings fällt es mir offen gesagt dennoch schwer zu begreifen oder nachzuvollziehen, wie es möglich sein soll, dass normal intelligente Menschen mit ausreichendem Bildungsstand dennoch nicht in der Lage sind zu erkennen, dass sie hier völlig irrational eine schwere Körperverletzung an ihrer eigenen Kinder in Auftrag geben. Religion kann und darf niemals ein Rechtfertigungsgrund für eine Körperverletzung sein.

    »Men du kender mine forældre. De er jo ikke dumme mennesker. Jeg siger jo heller ikke, at dine forældre er dumme, bare fordi de gør noget, jeg ikke forstår«.

    Wenn die einen Eltern glauben, dass eine Zwangsbeschneidung gut sei und die anderen der Auffassung sind, dass diese schlecht ist, wird man doch irgendwo zu dem Schluss kommen müssen, dass ein Teil der Eltern dumm ist. Die einen haben den Glauben auf ihrer Seite und die anderen die Vernunft. Da sich der Glaube der Vernunft schon Kraft Definition entzieht, erscheint mir die Frage somit eindeutig geklärt.

    Hauptsächlich geht es in vorliegendem Artikel zwar um Gewalt gegen Kinder in Form von Schlägen...

    Ob ein Kind geschlagen, angebrüllt, eingesperrt oder zwangsbeschnitten wird, ist aus meiner Sicht doch alles das Gleiche. Wir reden von Gewalt gegen Kinder, die unter dem Deckmantel der Erziehung daher kommt. Viele Erwachsene haben es bis heute nicht begriffen, dass Kinder keine Menschen zweiter Klasse sind und glauben daher, dass Gewalt gegen Kinder legitim sei.

    Um was geht es denn bei der Zwangsbeschneidung? Kinder sollen im Glauben der Eltern "erzogen" werden und die Beschneidung ist hier ein Erziehungsinstrument wie ein Rohrstock oder ein Gürtel, nur mit dem Unterschied, dass eine Zwangsbeschneidung ein Kind auch im späteren Erwachsenenalter ständig vor Augen führt, zu welcher religiösen Zugehörigkeit die Elten es gezwungen haben.

    Interessant finde ich auch die Überlegungen von Herr Rettinger, wie es dazu kommt, dass Eltern gegenüber ihren Kindern handgreiflich bzw. gewalttätig werden. Er führt hier u.a. Schwäche und Hilfslosigkeit als Gründe an.

    Warum wurde das heidnische Ritual der Beschneidung ins alte Testament aufgenommen? Warum hat sich der jüdische Glauben und damit später auch der christliche (siehe z.B. koptische Christen) oder der islamische Glauben diesem grausamen Ritual angeschlossen.

    Wir haben es hier mit Religionen zu tun, deren Wort und Glaubhaftigkeit einfach zu schwach sind und die in ihrer Hilflosigkeit mit brachialer Gewalt gegen wehrlose Kinder versuchen mit Hilfe der Zwangsbeschneidung eine lebenslange Religionszugehörigkeit zu manifestieren. Laut Grundgesetz ist es nicht verboten einer "schwächlichen" Glaubensgemeinschaft anzugehören oder "schwach" im Glauben zu sein. Auch ist es nicht strafbar, wenn man erzieherisch Defizite aufweist. Es ist aber verboten, anderen Menschen und damit auch Kindern Schmerz und Leid zuzufügen.

    Leider sind aber nicht nur die Religionsgemeinschaften in Deutschland und anderen Ländern (Türkei, Israel, etc.) sehr schwächlich, sondern auch die Politiker, die uns zu regieren versuchen. Und daher ist der § 1631d BGB auch ein Ausdruck dessen, wie schwach und hilflos diese sind. Wer hier an meiner These zweifelt, braucht sich übrigens nur anschauen, wie wir in regelmäßigen Abständen mit neuen Gesetzen überzogen werden, die für jede kleine Verfehlung eine möglichst drakonische Strafe vorsieht.

    So ein dummes Gelaber :"...für die Kirchen war das früher ein Grund zum Feiern"

    Ganz früher, als die "Beschneidung des Herrn" noch gefeiert wurde, feierte man auch die Verbrennung von Ketzern. Gott sei Dank hat sich die Christenheit weitestgehend nicht nur zur Abschaffung der Beschneidung (Ausnahme z.B. koptische Christen) entschieden, sondern man wurde auch toleranter.

    Was folgen wir daraus? Nimm keinen für voll, der ständig von "früher" faselt.

    Ich glaube hier wird Prof. Dr. Montgomery völlig missverstanden. Als Radiologe ist ihm selbstverständlich bewusst, dass Röntgen keine religiöse Tradition besitzt und somit deren Anwendung nur bei medizinischer Indikation gerechtfertigt wäre.

    Der Einsatz eines Skalpells um einen beträchtlichen Teil der Haut an einem gesunden kindlichen Genital zu amputieren, lässt sich unter seriöser medizinischer Betrachtung ja ebenfalls nicht rechtfertigen. Hier nimmt man aber gerne das Angebot der kinderrechtsverachtenden Politiker an, welche hier eine Körperverletzung unter dem Deckmantel von Religion ohne strafrechtliche Folgen für statthaft erklärt bzw. somit die Möglichkeit der honorarrechtlichen Abrechnung erlaubt.

    Würde man alle potentiellen Zuwanderer mit zweifelhaftem Alter röntgen, könnte dies übrigens einerseits dazu führen, dass viele Zuwanderer niemals "richtige" Patienten würden und andererseits könnte ich mir vorstellen, dass dieses Massengeschäft des Röntgens von Zuwanderern sich für die Radiologen weniger rechnet als das Klientel, welches erste (PKV) und zweite (GKV) Klasse versichert ist. Denn sollte ein massenhaftes Röntgen tatsächlich angeordnet werden, reden wir hier ja nicht von einer medizinischen, sondern von einer stupiden gewerblichen oder im besten Fall gutachterlichen Leistung, welche seitens der "Auftraggeber" mit Sicherheit recht billig abgegolten würde.

    Eins vorab, ich rasiere "dort" nicht mehr ;)

    Ich finde es lustig, wenn hier Leute von Modetrends sprechen, die man ja aber im Alltag gar nicht sehen kann. Mit Ausnahme vom Duschen nach dem Sport, bei Arzt oder in der Sauna bekommt doch kein Fremder mit, ob man untenrum ohne oder mit Behaarung ist.

    Und wer dieses Thema nicht nur vom Hörensagen kennt, dem dürfte auch aufgefallen sein, dass nicht nur im Gesicht von Männern wieder vermehrt Haare sprießen. Die deutliche Mehrheit ist zwar noch immer unbehaart (mich eingeschlossen), aber ich habe den Eindruck, dass es hier "liberaler" wurde und jeder wieder so rumläuft, wie es ihm gefällt.

    Ich mag die Entfernung der Intimbehaarung nur aus sexuellen Gründen. Wenn beide Partner unbehaart sind, fühlt sich dies nach meinem persönlichen Empfinden einfach schöner an. Und genau hier sehe ich den wesentlichen Unterschied zur Beschneidung. Die Entfernung der Intimbehaarung bringt bei den meisten wohl einen Lustgewinn, wohingegen die Beschneidung das Gefühlserlebnis vermindert.

    Das Argument, dass Intimrasuren gerne zu Schnittverletzungen führen, kenne ich leider aus eigener Erfahrung. Die Alternative tut zwar etwas mehr weh und man(n) muss hier auch erst eine Schamgrenze überwinden, aber sie macht auch mehr Sinn, weil dann die Haare nicht so "scharfkantig" nachwachsen bzw. weicher und dünner werden. Geht es nur um die Optik, ist die Rasur wohl die billigere Alternative.

    Ich stelle also fest, dass eine Studie, die Intimrasur und Waxing (oder Sugaring) nicht unterscheidet bzw. den Vorteil beim Sex nur darin wahrnimmt, dass man keine Haare im Mund hat, nicht wirklich als substantiell eingestuft werden kann. Davon abgesehen finde ich es geradezu sexistisch, wenn dieses Thema nur auf das weibliche Geschlecht reduziert betrachtet wird.

    "We all have our aesthetic preferences, but we have to be careful not to make other people feel bad about how their bodies look (more on this below)."

    "Like I said above, it’s really important not to make your guy feel like a “freak” because he has a little flap of skin that never got cut off."

    Diese Sätze haben mich richtig schockiert. Wenn der natürliche Zustand als freakig empfunden wird, kann man das in Amerika wohl gängige "Schönheitsideal" eindeutig als pervers bezeichnen. Ergo ist eine Zwangsbeschneidung nicht nur eine Amputation der Vorhaut, sondern auch eine gesellschaftliche Verstümmelung der Psyche, welche offensichtlich bereits zum Fanatismus mutiert ist.

    BTW: Wir sollten aber umgekehrt nicht den gleichen Fehler begehen und Beschnittene als "unnatürlich" wahrnehmen. Ein menschlicher Körper bleibt immer "natürlich", egal was ihm widerfahren ist.