Erol Özcaraca (SPD)

  • Mich wundert nicht, dass Beschnittene GEGEN Beschneidung eintreten - mich wundert, dass Beschnittene FÜR Beschneidung eintreten.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Ich hab diesen langen Text leider nur überfliegen können. Mir scheint, wir haben hier einen der (viel zu) wenigen Politiker mit Weit- und Klarsicht...

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Ich habe Herrn Kollegen Özkaraca was Nettes zu seinem Artikel geschrieben

    Ich auch.

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • Da hast Du gar nicht so unrecht...
    Ich schreib ihm mal!

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Wieder ein hervorragender Text .
    Der Mann ist gut! :thumbup:

    Ich bewundere Herrn Özkaraka und bin gleichzeitig entsetzt darüber, wie sich Rabbiner immer wieder ausgrenzen: Hier die Juden und dort die Deutschen. Anscheinend war es eine Illusion zu glauben, dass diese Ausgrenzung der Vergangenheit angehört. Ist diesen Rabbinern nicht klar, welche Wirkung sie mit einer solchen Sprache erzielen?

  • Descant: Danke, Du hast Recht, ich hatte den 2. Teil auch schon vermisst! :)
    Götz: Das waren auch meine Gedanken. Ein furchtbarer Sprachgebrauch, den diese Rabbinerin an den Tag legt. Sich selber auszugrenzen und dann dem Rest der Menschheit Ausgrenzung vorzuwerfen ist schon abenteuerlich. :thumbdown:

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Die Unterscheidung zwischen " Juden" und "Deutschen" macht nicht nur diese Rabbinerin, sondern (fast) alle Juden. Aber auch " die Deutschen" verfahren in der Mehrheit so.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Die Unterscheidung zwischen " Juden" und "Deutschen" macht nicht nur diese Rabbinerin, sondern (fast) alle Juden. Aber auch " die Deutschen" verfahren in der Mehrheit so.


    Hier gibt es eine gute Erläuterung zum Thema "Juden": http://www.hagalil.com/judentum/gemeinde/much.htm

    Der Zentralrat der Juden Deutschlands, der ja eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit ebenso wie die christlichen Kirchen Teil des Deutschen Staates ist (!) hat als Mitglieder die jüdischen Gemeinden. Es ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl der Mitglieder dieser jüdischen Gemeinden (2011: rd. 103.000) die deutsche Staatsbürgerschaft haben und sich deren Lebensmittelpunkt in Deutschland befindet.

    Auch der Begriff des "Deutschen" ist nicht eindeutig: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche Der Sprachgebrauch wird sich jedoch überwiegend an der Definition in Art. 116 GG orientieren. Das bedeutet, dass die Mehrzahl der Menschen jüdischen Glaubens, die vom Zentralrat der Juden vertreten werden auch Deutsche sind.

    Ich denke, dass es wichtig ist, dieses hier mal festzustellen.

    Dies vorausgeschickt verlange ich von einer Rabbinerin, dass sie diese Unterscheidungen machen kann. Sie kann vielleicht für Personen jüdischen Glaubens sprechen, wobei diese auch in höchst heterogenen Gemeinden organisiert sind. Die Gegenüberstellung hier Juden dort Deutsche ist aber falsch. Dass dieser Fehler von Personen nichtjüdischen Glaubens ebenfalls gemacht wird, ändert nichts an der Unkorrektheit.

  • Danke für die Darlegung der Rechtslage. Aber warum hält sich keiner dran?

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Ich habe den Eindruck und kann mich sicher auch täuschen, dass von jüdischer Seite oft dieses 'Anderssein', das 'Ausgegrenztsein' herbeigeredet, ja herbeigewünscht wird.
    Dieses Selbstmitleid hat die jüdische Gemeinde nicht nötig und wird von den "normalen" Juden auch gar nicht gelebt. Aber der ZdJ pflegt ihn dagegen umso mehr. Schließlich hält man dadurch ein mächtiges Instrument in der Hand.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Ich glaube, man darf nicht übersehen, welche Art von "schleichendem" Antisemitismus es in Deutschland gibt. Mehr oder weniger direkte Anfeindungen im Alltagsleben, die nicht in der Zeitung stehen, aber erlebt, und natürlich weitererzählt werden, und dazu führen, sich der eigenen Gruppenzugehörigkeit zu versichern, sich "anders" und getrennt zu fühlen, eben nicht als Deutsche, sondern als " Juden in Deutschland". Dieser alltägliche Antisemitismus ist ja keine Einbildung der Juden, und ich würde es nicht richtig finden, ihnen die Schuld daran in die Schuhe zu schieben.


    Andererseits frage ich mich natürlich auch, welche Juden der ZdJ eigentlich vertritt. Vielleicht ein Drittel aller hier lebenden? Was ist mit den liberalen Juden? Was ist mit denjenigen Juden, die in interreligiösen Ehen leben? Was ist mit denjenigen Juden, die mit der Religion nichts am Hut haben? Bekannt ist, dass es innerhalb den jüdischen Gemeinden grosse Konflikte gibt. Dass es dabei u.a. auch um die Verteilung der Gelder geht, die der Staat qua "Kirchensteuer" von Juden einnimmt usw.usf.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Ich persönlich habe noch nie einen Vorfall gesehen oder irgend einen
    Deutschen schlecht über Juden reden hören. Daher kann ich mich Werner nicht so
    richtig anschließen. Wenn wir als Kritiker in dieser Debatte schon als Antisemiten bezeichnet werden,
    frage ich mich wo dieser schleichende Antisemitismus denn beginnt?

  • Was mit einfällt, was man eindeutig, in der Absicht, als antisemitischen Übergriff bezeichnen muss, ist der Fall Ilan Halimi in Frankreich, der von einer Gang, weil er Jude war, zu Tode gequält wurde. Dabei wurde das alte Stereotyp bemüht, Juden seien reich und es ließe sich folglich ein sattes Lösegeld erpressen.
    Ferner irgendwelche Schmierereien auf jüdischen Friedhöfen. Derartige Übergriffe kommen häufiger vor und sind sicherlich das Werk von Rechstextremisten, die Öffentlichkeit wollen.
    Wenn aber eine jüdische Person überfallen wird, dann fällt es mir schwer zu glauben, dass das Motiv immer Antisemitismus sein soll.
    Inzwischen bin ich selbst empfindlich geworden, wenn es heißt, da sei wieder etwas passiert, aus antisemitischer Motivation heraus. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man jeden Übergriff als Antisemitisch bezeichnet, der auch jeglichen anderen Mitmenschen hätte treffen können. Gewalt ist leider ein Bestandteil unserer Gesellschaft und trifft wahllos seine Opfer.
    Die ADL konnte im Dokumentar Defamation keinen echten antisemitischen Übergriff belegen, außer dem Verbot durch einen Arbeitgeber einen Sonderfeiertag anlässlich eines jüdischen Feiertags zu genehmigen, der aber kein gesetzlicher Feiertag war... In solchen Fällen von Antisemitismus zu sprechen, ist eine krasse Verharmlosung dessen, was echter, bösartiger Antisemitismus ist. Die durch den Mitarbeiter bei der ADL eingereichte Klage ist m.E. eine miese Form der Erpressung.

  • Mich wundert nicht, dass Beschnittene GEGEN Beschneidung eintreten - mich wundert, dass Beschnittene FÜR Beschneidung eintreten.

    Das ist leider ein häufiger psychologischer Effekt, auch bei anderen verletzenden Erlebnissen. Wie oft kann man hören, die Ohrfeigen oder Prügel haben mir nicht geschadet.

    Es ist eine Rationalisierung, das vergangene Leiden ist besser zu ertragen, wenn man sich einredet, dass es notwendig war, oder gar, dass es garnicht anders möglich war.

    Erwachsen sein ist heilbar !

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