Beiträge von Machtnix

    Das Frenulum beim Mann ist das Pendant zur weiblichen Klitoris. Wer es beim Jungen durchtrennt, wie z.B. die Ärzte des Ärztehauses Kornwestheim, der kann bei Mädchen genauso die Klitoris raus schneiden. Das wäre dasselbe.


    Das ist ziemlicher Blödsinn.Das Pendant zur weiblichen Klitoris ist die Eichel. Bei mir ist das Frenulum in meiner Jugendzeit gerissen. Hat fürchterlich geblutet, aber sonst hab ich keinerlei Probleme mit dem Fehlen des Frenulums, eher im Gegenteil, zB ist der Penis leichter zu waschen. Es ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem Fehlen der Vorhaut.

    Meine Hoffnung, dass es wirklich als Unwort des Jahres gewählt wird, ist zwar sehr begrenzt, aber die Diskussion muss auf jeden Fall weitergehen.

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    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mein Vorschlag für das Unwort des Jahres lautet : Vulgärrationalismus

    Vorkommen:
    Der Begriff wurde im Wesentlichen in der Debatte um die Beschneidungen
    von männlichen Kindern gebraucht, ausgelöst durch ein Urteil des Kölner
    Landgerichts.

    Bekannt wurde er durch einen Artikel von Navid Kermani "Triumph des
    Vulgärrationalismus" im Juni 2012

    Debatte über Beschneidungen - Triumph des Vulgärrationalismus - Kultur - Süddeutsche.de

    Zitat:
    "Der Vulgärrationalismus hingegen, der sich im Urteil des Kölner
    Landgerichts ausdrückt, setzt den eigenen, also heutigen Verstand absolut."

    In der Folgezeit wurde das Wort in dieser Debatte häufig aufgegriffen,
    an höchster Stelle von Bundespräsident Gauck (02.12.2012):

    Beschneidungsdebatte: Gauck rgt "Vulgrrationalismus" - SPIEGEL ONLINE

    Beschneidungsdebatte: Gauck warnt vor "Vulgärrationalismus"

    Zitat:
    "Da haben sich echte, aufgeklärte Sorge um Kindeswohl und körperliche
    Unversehrtheit bei einigen gelegentlich mit einem Vulgärrationalismus
    gemischt, in dem auch antisemitische und antimuslimische Einstellungen
    sichtbar wurden", betonte das Staatsoberhaupt. "Das ist schlimm."


    Begründung:
    Der Begriff "Vulgärrationalismus" diffamiert rationales Denken,
    insbesondere, wenn damit Gerichtsentscheidungen kritisiert werden.

    Gerichte sind zu rationalem Denken verpflichtet, sie sollen ihre
    Entscheidungen unabhängig von Machtverhältnissen und politischen
    Opportunitäten fällen. Anders ist ihnen der Schutz der Menschenwürde und
    der Grundrechte als Basis der Menschenwürde nicht möglich.

    Die Beschneidungsdebatte ist vermutlich die am heftigsten und
    emotionalsten geführte Debatte des Jahres 2012. Im Gegensatz zu den
    meisten anderen Debatten sind die Argumentationsweisen von Gegnern und
    Befürwortern sehr asymmetrisch. Deshalb geht es bei der Debatte nicht
    nur um Kindeswohl und Tradition, sondern auch um unterschiedliche
    Denkweisen.

    Die Gegner der frühkindlichen Beschneidung argumentieren wie das Kölner
    Landgericht selbst mit wenigen, aber kaum zu widerlegenden Argumenten,
    dass sie mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit unvereinbar
    ist. Diese Argumentationsweise ist rational zu nennen, das Denken geht
    von Tatsachen, Prinzipien und Werten aus, und kommt schlußfolgernd
    daraus zu einem Ergebnis, es ist also ein vorwärts gerichtetes Denken.

    Das Denken der Beschneidungsbefürworter dagegen geht vom gewünschten
    oder erzwungenen Ergebnis aus (Die Beschneidungen müssen erlaubt sein)
    und sucht nach Gedanken und rethorischen Mitteln, die zu diesem Ergebnis
    führen. Die Richtung ist also umgekehrt zum schlußfolgernden Denken, es
    ist ein rückwärts gerichtetes Denken.

    Es geht aus von einer Macht, die nur ein Ergebnis duldet. Im Falle der
    Beschneidungsdebatte von einer kollektiven Macht der Gewohnheit, einer
    Tradition. Die Befürworter sind entweder in diese Tradition eingebunden
    oder sie scheuen den Konflikt mit ihr, fürchten sich beispielsweise, als
    Antisemit in Verruf zu geraten. Wenn nun die Rationalität gegen die
    Macht spricht, bleibt ihnen nur das Rückwärtsdenken, ein ganzes Arsenal
    an rethorischen Tricks: Von Ablenkungen und Verdrehungen, über
    massenweise eingesetzte Scheinargumente bis hin zur Diffamierung dessen,
    worauf sich die Rationalität beruft.

    Das geht soweit, dass nicht nur Prinzipien und Werte wie die Körperliche
    Unversehrtheit angegriffen und diffamiert werden, sondern sogar die
    Prinzipien der Rationalität selbst.

    Die Verabschiedung des Beschneidungserlaubnisgesetzes mit großer
    Mehrheit im Bundestag zeigt, dass es keineswegs einen "Triumph des
    Vulgärrationalismus" gegeben hat, sondern einen Triumph des sicherlich
    nicht weniger vulgären Antirationalismus bzw der Macht der Gewohnheit.

    Das rationale Denken, das die Menschenwürde zu schützen hat, ist selbst
    schutzbedürftig geworden. Die Wahl von "Vulgärrationalismus" zum Unwort
    des Jahres 2012 wäre in kleiner Beitrag dazu.

    In der Tagesschau wurde im Beitrag über die Abstimmung über das Gesetz hervorgehoben, dass "die eigentlich Betroffenen, Muslime und Juden, nur zuschauen können" - die Armen!


    Die eigentlich Betroffenen, die muslimischen und jüdischen Kinder, können wahrscheinlich nichtmal zuschauen. Sie bleiben wohl ahnungslos, bis es geschieht.

    Was die die muslimischen und jüdischen Erwachsenen angeht, ist es mir immer noch ein Rätsel, was daran so schrecklich ist, seine Kinder nicht zu beschneiden.

    Nur, an der aktuellen Situation geht er komplett vorbei, es geht nicht um Vo- und Nachteile der Beschneidung, es geht um das Recht der Junxx auf Gleichberechtigung, freie Religionswahl, Körperliche Unversehrtheit etc. Und das diese elementarsten Menschenrechte, im Grundgesetzes verankert, aberkannt werden, das bleibt außen vor.

    Genau, immer diese Themenverschiebungen. Selbst wenn es tausend Vorteile der Beschneidung gäbe und nur einen Nachteil, wäre das kein Grund, einem Menschen die Entscheidungsfreiheit über seinen Körper und über seine Sexualität zu nehmen, indem man ihn schon als Kind beschneiden lässt.

    Dieser Artikel ist wohl in die falsche "Hall" gerutscht.[Guy: stimmt! ist korrigiert]


    Zitat

    Wie fragil diese Offenheit und Toleranz tatsächlich sind, hat das Urteil
    des Landgerichts Köln gezeigt, das im Frühjahr 2012 religiös motivierte
    Beschneidungen als strafbare Körperverletzung wertete. Das Kindeswohl
    wurde als von der Religion bedrohtes Gut eingestuft.

    Da wurde mal wieder alles so zurecht gedacht, bis es passt. Das Landgericht hat alle Beschneidungen ohne medizinische Notwendigkeit als Körperverletzung bewertet, es ging nicht gegen die Religion.

    Zitat

    Er hat Juden und Muslime monatelang unnützerweise geängstigt. Mich ärgert das.

    Mich freut das. Es konnte nur nützen, dass auch Juden und Muslime wahrnehmen mussten, dass Beschneidung nicht von allen als selbstverständlich hingenommen wird. Immerhin sind die jüdischen und muslimischen Beschneidungskritiker, die es ja auch gibt, durch die Debatte gestärkt und besser informiert worden.

    Ich bin inzwischen zu der Überzeugung gelangt, die in der ganzen Kampagne der Kinderschutz zu sehr in den Vordergrund gestellt wurde. Die Politiker konnten sich leicht herausreden, indem sie dafür sorgten, dass eine Betäubung stattfindet und ein Arzt schneidet. Damit war für diese das Kapitel Kinderschutz zu Recht erledigt. Kinder haben in dem fraglichen Alter noch keinen Sex und sind daher nicht weiter beeinträchtigt.


    Hallo Götz,
    du hast recht, dass die Spätfolgen in der öffentlichen Diskussion viel zu kurz gekommen sind. Auch die Beschneidungsgegner haben viel zu wenig darauf hingewiesen , dass es nicht nur um den Vorgang selbst geht, sondern um das gesamte Leben des Beschnittenen, insbesondere das sexuelle.

    Aber der Gegensatz zwischen Erwachsenen und Kindern, den du hier aufbaust, ist kontraproduktiv. Um Zwangsbeschneidungen bei Erwachsenen müssten wir nicht diskutieren, da gäbe es weder Politiker noch Religionsfunktionäre, die Erlaubnis dafür fordern würden.

    Es sind fehlende bzw missachtete Kinderrechte, die Zwangsbeschneidungen überhaupt erst ermöglichen. Es geht um die Missachtung der Menschenrechte im Kindesalter, deren Folgen den ganzen Menschen während der gesamten Lebenszeit beeinträchtigen. Es geht auch nicht nur um sexuelle, sondern ebenso um psychische Folgen, die auch schon beim Kind auftreten. So eine Verletzung im Kindesalter ist auch ein Bruch des Urvertrauens. Ich kenn jetzt keine Studien über den Zusammenhang von paranoidem Verhalten und Beschneidung, aber es erscheint mir sehr logisch.

    Hallo Cenna,
    ich find das ganz toll, dass du zu dem Thema aktiv werden willst. Doch da du auch mit anfeindenden Reaktionen rechnen musst, wie du selbst geschrieben hast, musst du dir gut überlegen wie du vorgehst. Ich denke, am wichtigsten ist es, gleichgesinnte Freunde zu finden, denn allein ist man schnell einzuschüchtern und traut sich dann kaum noch etwas. Hast du mit deinen Freunden und Freundinnen schon darüber gesprochen ? Gibt es welche, die da mitmachen würden ? Im Prinzip geht es darum, eine Bewegung aufzubauen, und dazu braucht es einen Freundeskreis, bei dem sich jeder auf jeden verlassen kann. Wenn ihr stark genug seid, dass ihr öffentlich auftreten könnt, werden sich weitere anschließen, die auch schon lange solche Gedanken gehabt haben, sich aber damit allein gefühlt haben.

    Es sind drei Fragen, mit denen die Zufriedenheit (Satisfaction) gemessen wird.

    Ich habe Schmerzen an meinem Penis bei der Erektion. (invertiert)
    Ich denke, mein Penis sieht gut aus für mich.
    Ich denke, mein Penis sieht gut aus für meinen Partner.

    Die Ausdauer spielt da keine Rolle.

    Schlechtere Erektion, verminderte Sensitivität und höhere ("improved") Befriedigung?

    Es geht hier wohl nicht um Befriedigung sondern um Zufriedenheit :


    Ich glaube sie trösten sich damit, dass es angeblich schöner aussieht.

    Aus der "persönlichen" Erklärung:

    Zitat

    Im Falle einer Illegalisierung der Beschneidung käme es sicher häufiger zu nicht fachgerechten Eingriffen durch unqualifizierte Beschneider.
    Dies gilt es zu vermeiden.

    Wenn man der Argumentation folgt, dürfte bald nichts mehr illegal sein. Tauchen schützt vor Regen, aber nicht vorm nasswerden.

    Anscheinend hat sich auch bei den Grünen immer noch nicht herumgesprochen, dass es nicht um eine Beschneidung wie bei Fingernägeln geht, sondern um eine irreversible Amputation, die sich nicht nur im Eingriff selbst auswirkt, sondern vor allem im lebenslangen Fehlen eines Körperteils.

    Sicher würde es einige Hardliner geben, die dann im Ausland oder in der Illegalität beschneiden lassen würden. Aber viele Eltern wären auch froh, einen Grund zur Nichtbeschneidung zu haben, der akzeptiert werden muss.