I Had My Baby Boy Circumcised & 8 Years Later, It's My Biggest Regret

  • Der folgende Artikel ist ein "Regret"-Text, also ein Text, in dem Elternteile, typischerweise Mütter, öffentlich ihr Bedauern darüber ausdrücken, dass sie ihren Sohn beschneiden liesen.

    I Had My Baby Boy Circumcised & 8 Years Later, It's My Biggest Regret, Cafemom, 23. 10.2018

    Derartige Texte "bedauernder Mütter" sind im US-amerikanischen Raum sehr viele erschienen, die meisten auf Facebook oder privaten Blogs und einige wenigen auch in rregulären Medien.

    Diesen Text finde ich besonders interessant, weil er den psychologischen Verteidungsmechanismus sehr schön beschreibt:



    Part of me knew that I had made the wrong choice that day, but I defended my decision vehemently for years. I didn't want to believe that I had made such a permanent mistake. It was much easier to tell myself that I had done what was best for my son than to accept that I had made a big mistake and had my son's genitals permanently altered without his consent.

    *** **** ***
    Ein Teil von mir wusste, dass ich an diesem Tag die falsche Entscheidung getroffen hatte, aber ich verteidigte meine Entscheidung Jahre lang vehement. Ich wollte nicht glauben, dass ich solch einen unabänderlichen Fehler gemacht hatte. Es war viel einfacher, mir selbst einzureden, dass ich getan hatte, was für meinen Sohn das Beste war, als zu akzeptieren, dass ich einen großen Fehler gemacht und die Genitalien meines Sohnes ohne seine Zustimmung dauerhaft verändert hatte.

    Edited 12 times, last by Sokrates (October 24, 2018 at 10:53 AM).

  • Die einen glauben daran, dass Gott so grausam sei, dass er ihnen befohlen hätte, ihre Kinder grausam mit einer Zwangsbeschneidung zu quälen und andere wie diese Mutter glauben, dass eine Beschneidung sinnvoll oder richtig sei ("I believed it really was the best thing.")

    Im richtigen Leben werden aber selbst diese geistesschwachen Menschen vor dem Überqueren einer Straße erst nach links und rechts schauen, statt sich hier vollkommen auf ihren Glauben zu verlassen. Ergo, sind hier Leute unter uns, deren "Glauben" so stark ist, dass er deren Vernunft bei weitem übersteigt und sich die Frage stellt, ob diese Menschen überhaupt noch in der Lage sind für sich oder gar ihre Kinder vernünftige Entscheidungen treffen zu können.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Quote from NoCut

    Die einen glauben daran, dass Gott so grausam sei, dass er ihnen befohlen hätte, ihre Kinder grausam mit einer Zwangsbeschneidung zu quälen und andere wie diese Mutter glauben, dass eine Beschneidung sinnvoll oder richtig sei ("I believed it really was the best thing.")


    Hast Du den Beitrag vollständig gelesen? Diese Mutter "glaubt" es ebe nicht mehr!

    Im übrigen drückt 'believe' im Englischen eine stärkere Gewissheit als die deutsche, wortwörtliche Übersetzung "glauben". Es bedeutet eher so viel wie, "der festen Überzeugung sein".. "der Meinung sein...."

  • Hast Du den Beitrag vollständig gelesen? Diese Mutter "glaubt" es ebe nicht mehr!


    Im übrigen drückt 'believe' im Englischen eine stärkere Gewissheit als die deutsche, wortwörtliche Übersetzung "glauben". Es bedeutet eher so viel wie, "der festen Überzeugung sein".. "der Meinung sein...."


    Diese Mutter hat ihren Sohn aufgrund ihres "Glaubens" beschneiden lassen, denn sie hat nach einer Überzeugung gehandelt, die faktisch nicht fundiert war. Mit anderen Worten hat sie geglaubt das Richtige zu tun. Nicht hinter jedem Glauben, Aberglauben oder Ideologie muss immer eine Religion der Schuldige sein.

    Dass die Mutter vom Saulus zum Paulus wurde, ändert nichts an der Tatsache, dass auch hier der "Glaube" und nicht fundiertes Wissen der Grund für die Zwangsbeschneidung war. Heute scheint sie zu wissen, dass sie den Ärzten die Einwilligung dazu gegeben hat ihren Sohn schwer zu foltern und zu verstümmeln. Das Gejammere kommt aber zu spät, denn ihr Sohn musste als Säugling aufgrund ihrer "Überzeugung" bzw. ihres fehlenden Willens sich hinreichend zu informieren massive Qualen ertragen und wird wohl auch sein Leben lang unter den Folgen leiden oder zumindest Nachteile in Kauf nehmen müssen.

    Im Grunde gibt es ja nur zwei Lösungen für derartige Fälle. Entweder nimmt man allen die Entscheidungsgewalt, welche hier unvernünftig handeln oder man spricht besser ein generelles Verbot von Zwangsbeschneidungen aus. Letzeres wäre aus meiner Sicht für die Betroffenen weniger verletzend als wenn man deren Kompetenz als Eltern hier direkt in Frage stellt.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

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