Heinz Jürgen Voss im Männergesundheitsbericht 2017

  • Von der Obsession, immer wieder zu bewerben, an männlichen Kindergenitalien herumzuschneiden...?

    Was dabei heraus kommt, wenn Soziologen zu medizinisch komplexen Fragen publizieren.
    Kann in einem Männergesundheitsbericht eigentlich jeder Hansel zu irgendetwas was schreiben?
    Spielt fachliche Qualifikation gar keine Rolle?

    ***Administration: Bilder der Auszüge wurden aus Gründen der Verletzung von Urheberrechten entfernt.***

    Edit: Jenes Machwerk ist jetzt unter

    https://www.psychosozial-verlag.de/catalog/dispatch-free.php?id=7303

    abrufbar

    Edited 2 times, last by Selbstbestimmung: Link zum Bericht (open access) eingefügt (June 8, 2021 at 10:51 AM).

  • Quote

    Liebe Kolleg*innen und Freund*innen,da das aktuelle NZZFolio der Neuen Züricher Zeitung (Mai 2017) sehr in Richtung von Offenheit und Selbstbestimmung geht, bei aller Heterogenität der Beiträge, möchte ich es hier kurz zur Kenntnis geben. Unter dem Titel „Vom Ende der Geschlechter: Verschwindet der kleine Unterschied?“ sind zahlreiche lesenswerte Beiträge versammelt, die auch gut für Diskussionen in der Bildungsarbeit taugen. Eine Übersicht über das Heft mit einigen frei zugänglichen Beiträgen findet sich hier: http://folio.nzz.ch/ .
    Liebe Grüße
    Heinz / Heinz-Jürgen Voß


    https://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2017/…ne-unterschied/

    (Hervorhebung von mir)

  • Quote

    Sexualität ist wesentlicher Bestandteil von Gesundheit

    Der Dritte Deutsche Männergesundheitsbericht, der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg unter Leitung von Prof. Dr. Voß entstand


    Da habe sie den Bock zum Gärtner gemacht. So eine Art deutscher Morris.

    Die Frage ist doch, was soll dieser Abschnitt überhaupt in einem "Männergesundheitsbericht" soll?

    Ein in den letzten Jahren kontrovers diskutiertes Thema, die »rituelle Beschneidung bei Jungen«, wird von Heinz-Jürgen Voß im Rahmen der deutschen »Beschneidungsdebatte« dargestellt.

    Sind durch die "Beschneidungsdebatte" jetzt Männer gesünder oder kränker geworden? Hat sie sich auf die Lebenserwartung von Männern ausgewirkt? Sind US-Amerikaner gesünder als die Dänen?

    Die Frager der Genitalverstümmelung von gesunden Kindern ist keine medizinische, sondern allein eine ethische Frage. Wem gehört der Körper des Kindes? Wer darf Teile davon zerstören? Wer muss mit diesem Körper 70-80 Jahre klarkommen, das Kind oder seine Eltern?

    Unser einschlägiger Bekannter, der sich auch mit Beschneidungsforen beschäftigt:

    Selbstbestimmung
    October 21, 2016 at 12:24 AM

    There is no skin like foreskin

  • Dieser "Männergesundheits- und Beschneidungsdebattenbericht" ist von der "Stiftung Männergesundheit. Deren wissenschaftlicher Vorstand seit 2015 ein gewisser Theodor Klotz ist.
    Klotz ist Urologe und Chefarzt einer Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie.

    Behandlungsschwerpunkte
    ....
    Beschneidungen

    Die Beschneidung ist sicher einer der häufigsten Eingriffe in der Urologie. Meist liegen eine Vorhautverengung oder rezidivierende Entzündungen vor. Nicht selten wird die Beschneidung jedoch auch aus religiösen Gründen vorgenommen.

    Quote

    Die kosmetischen Ergebnisse sind in der Regel sehr gut. Die sexuelle Gefühlsintensität ist nach ca. 14 Tagen Schonung nicht verändert.

    Quote

    Gesamtzahl der operierten Patienten Beschneidung seit 2000: > 500
    Jüngster Patient: Direkt nach der Geburt

    Direkt nach der Geburt? Wie geht denn da die:

    Quote

    Allgemeinanästhesie (bei Kindern immer)

    ????

    Ach, der Herr Klotz hat auch ein Buch geschrieben.

    Der Titel lautet ulkigerweise: "Mann Intakt". Dort heißt es unter "Phimose":

    Quote

    Die Diagnose einer Vorhautverengung ist leicht zu stellen. Die Vorhaut kann nicht ohne Schmerzen hinter die Eichel zurückgezogen werden.....

    Die Behandlung einer Phimose besteht in der Beschneidung (Circumcision)....
    Das Operationsrisiko ist sehr gering und das kosmetische Ergebnis in der Regel gut

    Das Wort "Beschneidung" geht Klotz offenbar sehr flüssig von den Lippen:

    Quote

    Offenbar besteht weiterhin eine Infektion. Evtl. feuchte Kammer durch eine relative Vorhautverengung - zum Urologen gehen und beraten lassen. Wahrscheinlich wird man eine Beschneidung = Circumcision durchf�hren m�ssen.


    http://www.medizin-forum.de/archiv/viewtop…ec08866a47225e3

    Jetzt alles klar?

    There is no skin like foreskin

  • Mensch, ist das erfrischend, dass jemand wie Prof. Franz die samtene Atmosphäre der wissenschaftlichen Salons verlässt und Tacheles redet.
    Der Text ist von ausgezeichneter Qualität, soweit ich mir überhaupt anmaße das zu beurteilen, und an den passenden Stellen wird Herr Voss schonungslos mit dem Unfug konfrontiert, den er verbreitet. Alleine das ist im Wissenschaftsbetrieb eher unüblich, aber dem Unsinn angemessen, den er verbreitet.
    Ehrlich, mir wären solche Widersprüchlichkeiten peinlich.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Die Jungenbeschneidung aus Sicht des Sozialwissenschaftlers Heinz-Jürgen Voß.
    Kritische Anmerkungen zum dritten Männergesundheitsbericht.
    Matthias Franz

    Der dritte Männergesundheitsbericht mit vielen gelungenen Beiträgen zum Oberthema "Sexualität" ist erschienen. Angesichts der Bewegungsarmut offizieller Stellen in Sachen Männergesundheit ist diese Initiative der Stiftung Männergesundheit grundsätzlich sehr zu begrüßen. Mit einer Ausnahme.
    In seinem Beitrag zur Jungenbeschneidung möchte der Sozialwissenschaftler Voß Ärztinnen und Ärzte dazu bringen - so muss man es verstehen - neugeborenen gesunden Jungen ohne individuelle medizinische Indikation deren gesunde Vorhaut abzuschneiden. Ginge es nach Voß würde in Deutschland allen Eltern nahe gelegt, ihre neugeborenen Jungen beschneiden zu lassen und die gesetzlichen Krankenkassen hätten hierfür generell aufzukommen. Voß will dies durch eine Diskursmanipulation erreichen, indem er die Jungenbeschneidung medikalisiert und ethische Aspekte ausblendet. Beides misslingt ihm gründlich.
    Zunächst ist fraglich mit welcher ärztlich-medizinischen Expertise Voß Stellung zur medizinisch nicht indizierten Jungenbeschneidung nimmt. Wenn er am Ende seines Beitrages leitlinienartige medizinische Empfehlungen in Richtung obligatorische Neugeborenenbeschneidung formuliert, tut er dies ohne jede Legitimierung durch die zuständige AWMF und unter unzureichender Erwähnung erheblicher möglicher
    Komplikationen und Langzeitfolgen vor dem Hintergrund einer unvollständigen und selektiven Zitation vorliegender Forschungsarbeiten.
    Beispielsweise geht gerade die Neugeborenenbeschneidung mit dem erheblichen Risiko einer narbigen Verengung der äußeren Harnröhrenöffnung (und dadurch einem erhöhten Risiko von Blasenentleerungsstörungen und Harnwegsinfektionen) einher und sie wird in aller Regel trotz der enormen Schmerzen ohne ausreichende Anästhesie und daher im Übrigen auch ungesetzlich durchgeführt. In einer Arbeit von Park et al (2016, nicht von Voß zitiert), finden sich sogar Hinweise auf ein speziell nach einer Neugeborenenbeschneidung gestörtes Längenwachstum des Penis.
    Auch unter gut kontrollierten chirurgischen Bedingungen liegt die Rate der z.T. erheblichen (Langzeit)Komplikationen der Jungenbeschneidung hoch, es kommen sogar Todesfälle vor. Die genitale Sensitivität bleibt nach einer Beschneidung der männlichen Vorhaut zudem zwangsläufig lebenslang beeinträchtigt und führt beispielsweise zu einer erhöhten Prävalenz partnerschaftlicher Störungen der sexuellen Zufriedenheit (Frisch et al 2011, ebenfalls nicht von Voß zitiert).
    Auch die schwerwiegende Kritik einer internationalen Expertengruppe an der kulturell tendenziösen und selektiv zitierenden Befürwortung der Jungenbeschneidung der AAP von 2012 scheint Voß nicht zu kennen (Frisch et al 2013).Zumindest setzt er sich in seinem Beitrag nicht differenziert mit ihr auseinander.
    Es gibt aus Sicht eines gesunden kleinen Jungen einfach keinen medizinischen und schon gar keinen ärztlich zu rechtfertigenden Grund ihm seine gesunde Vorhaut, den sensibelsten Teil seines Gliedes, abzuschneiden und dadurch seine sexuelle Selbstbestimmung und genitale Integrität ohne individuelle und objektive Diagnose irreversibel und schwer zu beschädigen. Deshalb zahlen die gesetzlichen Krankenkassen – was Voß bedauern mag - zu Recht nicht für diesen schädlichen Eingriff. Die unberechtigte Kostenübernahme einer eigentlich rituell motivierten Beschneidung durch die Krankenkassen über die inflationäre Stellung der Scheindiagnose einer Phimose – wo eigentlich nur eine natürliche und spontan sich lösende Vorhautverklebung vorliegt – wird hoffentlich künftig durch die Verabschiedung der ärztlichen Leitlinie zur Phimosebehandlung erschwert.
    Warum also einen gesunden Jungen mit der unärztlichen Ausübung körperlicher Gewalt verletzen? Warum nicht warten, bis er selber entscheiden kann, ob und wann er sich beschneiden lassen will? Im Übrigen bringt die Evolution keine überflüssigen Körperteile hervor. Oder würde Voß - bekannt für seinen sozialwissenschaftlichen Dekonstruktionismus - soweit gehen auch die Evolutionstheorie als soziogenes Konstrukt in Frage zu stellen? Hier befände er sich dann allerdings ganz aktuell in zweifelhafter Nähe zu prominenten wissenschaftsfeindlichen Exponenten.
    Was den normativ-menschenrechtlich zu fordernden Schutz (vergl. Stellungnahme Eschelbach et al 2017 unter https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/eschel…ld-beschneidung) kleiner Kinder vor jeglichen Übergriffen auf deren genitale Integrität angeht, wissen wir heute aus der Gewaltopferforschung und aus entwicklungspsychologischer Sicht mit Gewissheit zwei Dinge: Erstens, man tut kleinen Kindern nicht weh, beschädigt sie nicht, weil jeglicher Schmerz Spuren hinterlässt. Zweitens, Erwachsene haben an den Genitalien von Kindern nichts zu suchen. Das gilt auch für Jungen.
    Dass ausgerechnet Voß, der in der Intersex-Diskussion zu Recht gegen chirurgische und hormonelle Eingriffe in früher Kindheit eintritt und ein BMBF-gefördertes Forschungsprojekt zum "Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung" leitet, gleichzeitig aber die Beschneidung neugeborener Jungen propagiert, sich also faktisch für das patriarchalische Branding der Vorhautamputation ausspricht, ist spektakulär. Er wiederholt widerlegte und unzutreffende Behauptungen zur Rechtfertigung der Jungenbeschneidung und nutzt - angesichts einer präabrahamitischen Tradition, die das über Jahrtausende hinweg niemals nötig hatte - eine modern und wissenschaftlich anmutend sollende medikalisierende Coverstory zur Verschleierung der patriarchalischen Hintergründe dieses Rituals.
    Der Versuch von Voß seine tendenziöse Sicht auf die Fakten zu monopolisieren, ethische Aspekte dabei auszublenden und dafür die "Emotionalität" der Debatte - und damit wohl gemeint: der Befürworter des Kinderschutzes - zu kritisieren, um deren Position zu diskreditieren, verdeckt die Lücken seines Beitrages nur unvollkommen.
    Konsequenterweise geht Voß daher auch nicht differenziert auf die in der Jungenbeschneidung angesprochenen und manipulativ genutzten Kastrationsängste ein. Es geht bei der Beschneidung - als einem archaischen Rechtsinstitut zur Sicherung gruppaler Funktionalität und Identität - aber in erster Linie um die zumeist religiös verbrämte Aufrechterhaltung des Rechts des Stärkeren auf Kosten des Schwächeren durch körperliche und psychische Bedrohung seiner Sexualität. Dies mag in grauer Vorzeit dem Schutz der eigenen Gruppe vor der – zur Jagd und Verteidigung nach außen hin erforderlichen - Aggression ihrer Mitglieder und der Kontrolle sexueller Impulse gedient haben.
    Je nach dem Alterszeitpunkt seiner Beschneidung erlebt der Junge den verletzenden Akt, den ihm seine Eltern zufügen, bereits unmittelbar bewusst oder mittelbar über die fortgesetzte Gewaltzeugenschaft im Rahmen der ritualisierten Tradition. So wird er keineswegs nur einmalig traumatisiert wie Voß es nahelegen möchte. Vielmehr wird der Junge täglich mit der Realität (und der mithin grundsätzlich gegebenen Möglichkeit) eines Angriffs auf sein Genitale konfrontiert, im Falle von Komplikationen umso schlimmer. Das so eingeschriebene Trauma, die hierdurch bedingte Normalisierung der Gewalt und deren kindlich-phantasmatische Fortschreibung („Wird mir der Rest vielleicht auch irgendwann einmal abgeschnitten?“) bewirken den konstitutiven Ewigkeitscharakter der Beschneidung.
    Der Junge kann dieses Dilemma nur durch eine weitere phantasmatische Operation bewältigen, indem er die Eltern und deren Handlungen idealisiert und sich mit ihnen identifiziert (Franz 2014). Die Identifikation des Jungen mit den Glaubens- und Handlungsbedürfnissen der allmächtig phantasierten elterlichen Aggressoren ermöglicht ihm das seelische Überleben in der Beziehung zu seinen Eltern: „Ich mache künftig alles was ihr wollt und ich denke sogar auch alles was ihr braucht.
    Vorwürfe braucht ihr von mir nicht zu befürchten.“ Ihr Verweis auf religiös-normative Rechtfertigungsgründe macht die Eltern schließlich endgültig unangreifbar. Der Junge und später der Mann reden sich die Wirklichkeit sozusagen (den Eltern zuliebe) schön – eine Grundtendenz, die mancher Leser möglicherweise auch in dem Beitrag von Voß wiedererkennen könnte.
    Aus der angstgetriebenen Identifikation des Jungen mit den Bedürfnissen und Handlungsmotiven seiner Eltern – insbesondere seines Vaters - erwächst schließlich seine patriarchalische Loyalität mit den dazu gehörigen sozialen Rollenausformungen. Dies dient letztlich der Sicherung der Bindung des Kindes an seine Eltern und an deren soziale Bezugsgruppe - und macht jegliche spätere Kritik an ihnen unmöglich. Zudem bewirkt diese Loyalität die ausagierende replikative Reinszenierung des Beschneidungstraumas in der nächsten Generation und eine individuelle wie gruppale Einfühlungsstörung in das Leid und die Angst der eigenen Jungen, die nun die nächsten manipulierten Opfer sind. Unbewusstes und kollektiv tradiertes Movens ist die durch die Kastrations- und Trennungsangst bewirkte Phantasie bei Illoyalität endgültig kastriert und aus der Bezugsgruppe ausgestoßen zu werden. Kritisches Nachdenken über das Gewesene ist so nicht möglich – oder wird mit Todesdrohungen verfolgt. Es rührt an zu große Ängste (Möglichkeit der Kastration) und an tabuisierte Realitäten (Aggression der Eltern).
    Die Opfer-Täter-Transformation ermöglicht so über das Zufügen des ehedem selbst Erlittenen einen individuellen wie gruppalen Stabilisierungsgewinn und eine zudem normativ gerechtfertigte Ausblendung der traumatischen Aspekte des Geschehenen.
    Handeln im Tätermodus erspart das Leiden im Opfermodus.
    Kritische Leser werden sich angesichts des Beitrages von Voß vielleicht fragen müssen, ob die Abschaffung der Prügelstrafe für Kinder wirklich die letzte zivilisatorische Großtat für die Kinderrechte bei uns gewesen sein soll. Dass ein Autor, der für sich die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Folgen sexueller Traumata in Anspruch nimmt, die eben dargestellten elementaren Zusammenhänge der ausagierten Opfer-Täter-Identifikation im Zusammenhang mit der Beschneidung noch nicht einmal andeutungsweise thematisiert und deren Folgen nach dem Motto „einmal ist keinmal“ klein redet, ist doch sehr erstaunlich. Wie immer wirft es Fragen auf, wenn Haltung und Forschungsgegenstand in einem Widerspruch zu stehen scheinen.
    Einen solchen, der genitalen Verletzung von Jungen das Wort redenden Beitrag solitär ausgerechnet in einem Männergesundheitsbericht zum Thema Sexualität finden zu müssen, ist doch befremdlich und wirft einen Schatten auf das Unternehmen. Das Mindeste, was der zum Thema informierte Leser sich von den Herausgebern des Männergesundheitsberichtes gewünscht hätte, wäre - zusätzlich zum Text von Voß - ein ausgewogener Beitrag, der die möglichen negativen gesundheitlichen Folgen, Risiken und Komplikationen der Jungenbeschneidung in ihren Auswirkungen medizinisch realistisch (vielleicht auch mit Fotos?) und vollständig darstellt und sie vor dem Hintergrund des unverhandelbaren Rechtes eines jeden Kindes auf genitale Unversehrtheit auch ethisch einordnet.
    Dass das Recht auf genitale Unversehrtheit im Zusammenhang mit der Jungenbeschneidung auch von Männerplattformen und auch aus Sicht der leidvoll Betroffenen in angemessener Weise behandelt werden kann, zeigen z. B. das aktuelle Positionspapier des Bundesforum Männer (https://bundesforum-maenner.de/wp-content/upl…en-20170505.pdf) und die Beiträge der kürzlich an der Universität Düsseldorf durchgeführten Fachtagung zur Jungenbeschneidung (http://www.jungenbeschneidung.de). Die Herausgeber des Männergesundheitsberichtes hätten aber auch - z.B. direkt über die Betroffenenorganisation Mogis - über das traurige Schicksal von Männern informieren können, die noch als Erwachsene gesundheitlich unter den Folgen ihrer kindheitlich zugefügten Beschneidung leiden - anstatt wie Voß darüber hinweg zu gehen.

    Literatur
    Franz, M.: Beschneidung ohne Ende? In: Franz, Matthias (Hg.): Die Beschneidung von Jungen: Ein trauriges Vermächtnis. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 130-189. (2014)
    Frisch, M., Lindholm, M., Grønbæk, M.: Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark. Int J Epidemiol. 2011 Oct;40(5):1367-81.
    Frisch, M., Aigrain Y., Barauskas, V., Bjarnason, R., Boddy, S. A., Czauderna, P., de Gier, R. P., de Jong T. P., Fasching, G., Fetter, W., Gahr, M., Graugaard, C., Greisen, G., Gunnarsdottir, A., Hartmann, W., Havranek, P., Hitchcock, R., Huddart, S., Janson, S., Jaszczak, P., Kupferschmid, C., Lahdes-Vasama, T., Lindahl, H., Macdonald, N., Markestad, T., Märtson, M., Nordhov, S. M., Pälve, H., Petersons, A., Quinn, F., Qvist, N., Rosmundsson, T., Saxen H., Söder, O., Stehr, M., von Lowenich, V. C., Wallander, J., Wijnen R.: Cultural Bias in the AAP's 2012 Technical Report and Policy Statement on Male Circumcision. Pediatrics. 2013 Apr;131(4):796-800.
    Park, J. K., Doo, A. R., Kim, J. H., Park, H. S., Do, J. M., Choi, H., Kim, Y. G.
    Prospective investigation of penile length with newborn male circumcision and second to fourth digit ratio. Canadian Urological Association Journal 2016, 10(9-10)

  • Sagenhaft, mit welcher Präzision und Sachlichkeit Matthias Franz das Machwerk von Voss zerlegt, da kann man nur den Hut ziehen, besser kann man es nicht machen!

    Vielen Dank, Herr Dr. Franz! :thumbup:

    Ein kleiner Typo hat sich aber eingeschlichen und sollte korrigiert werden:

    Der korrekte Link zu Eschelbach lautet:

    https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/eschel…ld-beschneidung

    There is no skin like foreskin

  • "Sehr geehrter Herr Prof. Huppertz, sehr geehrter Herr Dr. med. Kupferschmid, sehr geehrter Herr
    Prof. Franz,
    in Ihrer Stellungnahme zum Kapitel „Beschneidung bei Jungen“ von Heinz-Jürgen Voß im Dritten Männergesundheitsbericht „Sexualität von Männern“ fordern Sie die Stiftung Männergesund-
    heit als Herausgeberin dieses Berichtes auf, sich von Inhalten des Artikels zu distanzieren und zur Beschneidung von Jungen Stellung zu beziehen."

    Offensichtlich hat die Stiftung Männergesundheit noch von weiteren fachärztlichen Stellen deutliche Kritik einstecken müssen.
    Ziemlich peinlich für die Stiftung Männergesundheit.

  • Man windet sich und versucht nun, irgendwie wieder den Deckel auf Pandoras Büchse zu kriegen...

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Quote

    Eine nach dem Geschlecht unterschiedene Sicht auf die Beschneidung von Säuglingen und minderjährigen Kindern zementiert die immer noch verbreitete gesellschaftliche Verleugnung männlicher Verletzungsoffenheit.
    Dem müssen wir als Stiftung Männergesundheit entgegentreten.

    Der Grundsatz, keinen körperlichen Eingriff vorzunehmen, der nicht medizinisch geboten ist, ist nach unserer Auffassung gerade bei Kindern eine wesentliche Grundlage medizinischen Handelns. Das grundgesetzlich

    Unterschrieben: Theodor Klotz.

    Wie passt das zu:

    Quote

    Nicht selten wird die Beschneidung jedoch auch aus religiösen Gründen vorgenommen.

    Die sexuelle Gefühlsintensität ist nach ca. 14 Tagen Schonung nicht verändert...

    Gesamtzahl der operierten Patienten Beschneidung seit 2000: > 500
    Jüngster Patient: Direkt nach der Geburt

    Und direkt daneben prangt das Konterfei von Klotz, als Chefarzt eben jener Klinik?

    Heinz Jürgen Voss im Männergesundheitsbericht 2017

    There is no skin like foreskin

  • Quote

    Jüngster Patient: Direkt nach der Geburt

    Ich geh dann mal kotzen.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

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