Dänemark: Es nicht alles faul im Staate Dänemark

  • Ich bin erstaunt und befremdet, dass dieses Statement der dänischen Ärztevereinigung in der deutschen Wikipedia im Artikel "Zirkumzision" anscheinend nicht erwähnt werden darf.
    Obwohl es dort eine Sektion: "Standpunkte anderer europäischer Fachgesellschaften" gibt, und dort Standpunkte verschiedener europäischer Ärztegesellschaften dargestellt werden.

    Ein entsprechender Eintrag wurde innerhalb weniger Minuten! gelöscht. Mit der Begründung "Keinerlei Fremdrezeption dargestellt".

    Dabei reicht eine Minute googlen, und man findet zahlreiche "Rezeptionen", wie hier im Thread ja auch ersichtlich.
    Nach dem dieser Einwand widerlegt wurde kamen dann noch abstruserer Begründungen der Ablehnung, u.a. der Standpunkt sei "inhaltlich völlig unspektakulär" (siehe Diskussionsseite des Artikels).

    There is no skin like foreskin

  • Wenn ich mir das Konterfei der Frau Tørnæs so anschaue - offenbar hat Frau Tørnæs dem Normierungsdruck der ewigen, vorgetäuschten Jugend und Faltenfreiheit widerstanden - das finde ich prima!
    Ich meine auch, das muss jede Frau selbst entscheiden, ob sie nicht-indizierte Operationen an sich vornehmen lässt.
    Bloß - warum gesteht Frau Tørnæs dieses Recht nicht auch Jungen zu?

    There is no skin like foreskin

  • Anders als bei uns, wo sich die Politiker nicht verblödeten von Kindeswohl zu sprechen.

    Naja, der Winter wird bald zu Ende gehen und der Frühling steht schon fast vor der Tür ;)

    Somit werden wir bald einen beschneidungsliebenden Pfarrer in den Ruhestand schicken und selbst das Komikerlager muss erst mal im Herbst wiedergewählt werden.

    Den Artikel in Bezug auf Dänemark habe ich auch gelesen. Früher war ich so naiv und dachte, dass in einer Demokratie das "Volk" regieren würde bzw. die Politiker den Willen des Volkes nicht einfach völlig ignorieren würden. Aber sowohl in Dänemark wie ja auch in Deutschland interessiert es ja offenbar niemanden, dass die Mehrheit für ein Zwangsverstümmelungsverbot ist.

    Hinweis: Wer etwas in einer repräsentativen Demokratie verändern will, muss nur damit anfangen sein Kreuzchen an einer anderen Stelle zu machen. [Schleichwerbung:ON] Die Humanisten wollen bei der Bundestagswahl antreten und brauchen noch Unterschriften. [Schleichwerbung:OFF]
    https://parteiderhumanisten.de/wp2/2015/05/16…sen-und-rechte/

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Schleichwerbung, richtig.

    Ich habe das Programm jener Partei gelesen.

    Beschneidungsgesetz..unzulässig. BUMM! Gut!
    Säkularisierung, meinetwegen.
    Aber dann... so vieles nebulös, unkonkret oder weltfremd.

    "Liberalisierung" ... des "Abtreibungsrechtes" - was bedeutet das konkret?
    Tötung auch noch ein paar Wochen nach der Geburt? Soll der Vater auch dürfen, wegen Alimente und so? Ist ja auch eine Belastung für ihn!

    Liberal - was für ein Wort für eine Tötung! Liberal - aus wessen Perspektive eigentlich? Des betroffenen Kindes, des Vaters?
    Geht das aus Sicht einer Frau, der das Kind gerade nicht in den Kram passt noch liberaler, als für ein paar Minuten die Ohren auf Durchzug (ist ja eh "ergebnisoffen") zu stellen und sich einen Schein abzuholen?
    Soll die Solidargemeinschaft der Beitragszahler (eigentlich sind die Beiträge für HEILBEHANDLUNGEN gedacht) auch noch für Tötungen von ungeborenen Kindern blechen?

    Also das z.B. hätte man gerne etwas konkreter. Ich vermute, die wissen schon, warum sie da nicht konkreter werden.

    Migrationspolitik, Flüchtlingspolitik - vieles naiv bis nebulös. Meinen die ernsthaft, durch unbeschränkte Zuwanderung von hochreligiösen Menschen die zum großen Teil ganz andere Wertvorstellungen und auch Menschenrechtsvorstellungen haben und all ihre interreligösen Konflikten mitbringen würde dieses Land "säkularer"? Oder einfach nur "relativ weniger christlich"? Ist das der Traum dieser Humanisten?


    Zitat

    Deshalb kann die Aufgabenstellung der Bundeswehr nicht ausschließlich auf die Landesverteidigung begrenzt bleiben.

    *Plonk* Für mich das KO-Kriterium. Genau das ist in meinen Augen die einzige Aufgabe der BW: Landes- und Bündnisverteidigung im Verteidigungsfall Und nicht am Hindukusch "unsere Freiheit verteidigen", äh- Menschen totbomben und totschiessen.

    Wir haben es doch jetzt x-mal erlebt, was für ein Elend entsteht, wenn sich der Westen als "Weltpolizei" aufspielt. Irak, Libyen, Afghanistan, usw. usf. eine lange Blutspur. Immer alles gerechtfertigt mit verzerrter Propaganda, mit z.T faustdicken Lügen. Der Westen hat den Terrorismus erst stark gemacht.
    Da werden die kämpfenden Seiten in Schubladen gesteckt, "die guten" und "die bösen", holzschnittartige Simplifizierung wird betrieben
    Nein, keine Auslandsfeldzüge mehr. Von deutschem Boden soll nie wieder Krieg ausgehen!


    Ja, ja, off topic... Aber wenn hier jemand meint Schleichwerbung für eine Partei machen zu müssen darf man auch seinen Senf dazu abgeben.

    Das ist die Krux bei der ausschließlich repräsentativen Demokratie: Man kann nur Gesamtpakete wählen.
    Der Bürger kann seine eigentlichen Vorstellungen nicht wählen: das, das und das will ich, das und das und das will ich nicht.
    Das geht nur mit Volksabstimmungen. Die ja seit dem "Brexit" dämonisiert werden. Man hat halt Angst vor dem eigenen Volk.

    PS: Ich hätte mir von jener Partei erwartet, dass sie in ihrem Programm etwas zu dem Einfluss einiger Religionsgesellschaften auf die sogenannten "öffentlich-rechtlichen Medien" sagt.
    Die auch noch durch unsoziale Zwangsbeiträge finanziert werden.

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  • PS: Ich hätte mir von jener Partei erwartet, dass sie in ihrem Programm etwas zu dem Einfluss einiger Religionsgesellschaften auf die sogenannten "öffentlich-rechtlichen Medien" sagt.

    Die auch noch durch unsoziale Zwangsbeiträge finanziert werden.

    "Wir fordern die Kündigung der bestehenden Kirchenverträge und die Abschaffung der Kirchensteuer. ...Vertreter weltanschaulicher Gemeinschaften haben in diversen öffentlichen Räten, Ausschüssen, Prüfstellen und Gremien keinen Platz. "

    Zitat Grundsatzprogramm Partei der Humanisten


    Wie hätte ein Ethikrat wohl über die Zwangsbeschneidung entschieden, wenn hier nicht Repräsentanten von religiösen Gruppierungen ihren Senf abgegeben hätten. Und wie würde wohl eine Politik aussehen, die nicht auf religiöse Vertreter im Rundfunkrat & Co. Rücksicht nehmen müsste / würde.

    Den übrigen Bedenken zu anderen Punkten verstehe ich durchaus, kann bzw. will aber darauf nicht eingehen, weil sie keinen Bezug zum Thema Beschneidung haben. Ich bitte mich auch nicht falsch zu verstehen bzw. möchte ich betonen, dass ich auch nicht weiß, ob ich diese Partei wählen werde. Nur hört sich hier vieles für mich interessant an (z.B. Thema Beschneidung), weshalb ich gerne wenigstens die Möglichkeit hätte, diese Partei wählen zu können.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • ..Vertreter weltanschaulicher Gemeinschaften haben in diversen öffentlichen Räten, Ausschüssen, Prüfstellen und Gremien keinen Platz. "

    OK, das schließt das wohl mit ein. Hatte ich übersehen.
    Das Problem ist: wenn Leute jahrelang mit größten Bauchschmerzen das vermeintlich kleinste der Übel wählen - und dann in manchen Punkten heftig enttäuscht werden (wer hätte 2009 von den Wählern gedacht, dass seine Partei drei Jahre später Jungenverstümmelung legalisieren würde?) sehen die Leute irgendwann nicht mehr ein, wozu sie überhaupt noch wählen sollen. "Die da oben machen ja doch, was sie wollen!"

    Deswegen brauchen wir mehr direkte Demokratie, auch wenn Volksabstimmungen sicherlich auch manchmal Resultate bringen werden, die mir und/oder dir nicht schmecken. Das ist der Preis, den man bezahlen muss.
    Politik muss "geerdet" werden, und Wahlen erfüllen diese Funktion nicht mehr. Was kümmert Politiker nach der Wahl ihr dummes Geschwätz vor der Wahl?
    Außerdem treten während einer Legislaturperiode Situationen auf, mit denen vor der Wahl niemand gerechnet hat - die auch in keinem Parteiprogramm berücksichtigt sind.
    Auch dann müssen die Bürger eine Möglichkeit zur Mitsprache haben. Wenn immer wieder an der Mehrheit vorbei entschieden wird, dann staut sich etwas auf, und das ist auf die Dauer nicht gut.

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  • Deswegen brauchen wir mehr direkte Demokratie, auch wenn Volksabstimmungen sicherlich auch manchmal Resultate bringen werden, die mir und/oder dir nicht schmecken. Das ist der Preis, den man bezahlen muss.

    Wie schon erwähnt, weiß ich ja auch nicht, ob diese neue Partei eine Möglichkeit ist, unser gemeinsames Ziel, ein Verbot von Zwangsbeschneidungen, Nachdruck zu verleihen. Hier wird man abwarten müssen, ob es diese Partei überhaupt rechtzeitig ins Bewusstsein der potentiellen Wähler schaffen wird.

    Früher glaubte ich auch, dass direkte Demokratie die Politik an die Kandare nehmen könnte. Man sieht ja aber z.B. in der Schweiz, wie dort auch im Rahmen der direkten Demokratie Entscheidungen durch entsprechende Kampagnen "beeinflusst" werden.

    Die Bürger Dänemarks sind wie die Bürger Deutschlands offensichtlich für ein Verbot der Zwangsbeschneidungen. Statt aber mit der Brechstange per Gesetz hier Fakten zu schaffen, schafft man mit der Dokumentationspflicht eine neue Öffentlichkeit für dieses Thema und baut natürlich auch gesellschaftlichen Druck auf.

    Der eine oder andere wird jetzt enttäuscht denken, dass wir hier "nur" von einem Papiertiger sprechen, aber die Reaktionen scheinen klar deutlich zu machen, dass dieses Vorgehen seine Wirkung nicht verfehlt und daher auch schon für entsprechende Reaktionen gesorgt hat:
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26703

    [Man beachte übrigens das "Kompliment" bezüglich der guten Organisation,Vernetzung und Hartnäckigkeit von "uns" Zwangsbeschneidungsgegnern.]

    Sobald ein Gesetzgeber die Zwangsbeschneidung Kraft Gesetz unter Strafe stellt, habe die Religionsgemeinschaften rechtliche Möglichkeiten bis hin zur politischen Lobbyarbeit, um ihrer Interessen zu wahren. Genau so ist es ja auch im Jahr 2012 in Deutschland der Fall gewesen. Sofern jetzt aber die Zwangsbeschneidung nicht verboten, aber immer mehr in den öffentlichen Fokus gerückt wird, entsteht ein gesellschaftlicher Druck, den die Religionsgemeinschaften nicht mehr einfacht mit gezielten strategischen Mitteln ruhig stellen können.

    Auch darf man ja nicht vergessen, dass man gesellschaftlich in Bezug auf die Zwangsbeschneidung ja keinerlei Überzeugsarbeit mehr leisten muss. Die Mehrheit der Bürger lehnen jede Form der Zwangsbeschneidung kategorisch ab und halten sich eher angewidert oder unangenehm berührt aus dieser zutiefst intimen Diskussion zurück. Sobald dieses Tabu aber gebrochen ist und vermehrt Öffentlichkeit erfährt, wird es für die Beteiligten schon schwieriger zu erklären, warum sie nicht ihren Kindern selbst diese höchst intime Entscheidung überlassen.

    Ich denke, das dänische Modell der Dokumentation in Verbindung mit der klaren Empfehlung eine Zwangsbeschneidung zu unterlassen, hat sehr viel Potential, um auch von anderen Länder adaptiert zu werden. Man vermeidet den Eklat und setzt dennoch den mehrheitlichen Konsens der Bürger um. Gleichzeitig schafft man eine Datenbasis, welche im Laufe der Jahre genau aufzeigen wird, welche fatalen Folgen Beschneidungen nach sich ziehen. Und solche Fakten lassen sich dann auch nicht mehr einfach ignorieren oder wegdiskutieren.

    Hier übrigens auch noch ein Link zum hpd:

    http://hpd.de/artikel/daenis…g-kindern-13860

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Der eine oder andere wird jetzt enttäuscht denken, dass wir hier "nur" von einem Papiertiger sprechen, aber die Reaktionen scheinen klar deutlich zu machen, dass dieses Vorgehen seine Wirkung nicht verfehlt und daher auch schon für entsprechende Reaktionen gesorgt hat:

    Verwechselst du nicht Ursache und Wirkung? Der Artikel von der selbst sicherlich genital intakten notorischen Jungenverstümmelungsbefürworterin Wittich nimmt nicht auf die Registrierungspflicht Bezug sondern auf die Forderung von 89% der Dänen, ALLE Kinder mit der "Brechstange" GESETZ zu schützen. Denn die fordern ein Verbot, und nicht eine "Registrierung".
    Was soll denn bei der Registrierung herauskommen? Dass bei MGM die Vorhaut zerstört wird? Oder dass sie heil bleibt?
    Das ist das Grundproblem. Dass Kindern ein Teil ihre Genitals geraubt wird. Ein Teil ihrer sexuellen Sensorik. Unwiderruflich. Dazu braucht man keine Registrierung.
    Oder wird dabei herauskommen, dass es selten zu meist leichten und "behebbaren" "Komplikationen" kommt, wie bei anderen "Eingriffen" halt auch, blablabla... schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!

    Die Brechstange (im doppelten Sinne *Brech* ) ist der §1631dBGB, nicht der §223 StGB, und nicht der Art. 2 GG!

    Ein Gesetz, das Kinder vor Verletzungen schützt eine "Brechstange" zu nennen stellt alles auf den Kopf.

    Der §226a StGB ist keine Brechstange sondern ein sinnvolles Gesetz, das aber aber nicht geschlechtergerecht ist.

    Im Übrigen ist Meinungsmache, spin doctoring ein allgemeines (und großes Problem), das sowohl rein repräsentative Demokratien als auch solche mit direkten Elementen betrifft.
    Man denke nur an den Irak-Krieg und den "Upsexer" Alastair Campbell.

    Bedenke, was es 2012 für eine gigantische Meinungsmache pro MGM gab - in den von uns zwangsfinanzierten ÖR-Medien, bei den wenigen großen privaten Medienkonzernen (duMont, Springer, Holtzbrinck, SZ...)

    Und trotzdem waren 70% der Deutschen gegen den 1631d!

    There is no skin like foreskin

  • Mikkel Andersson im Berlinske Blog:

    Google Übersetzung:


    Zitat

    In Danish legislation, female circumcision is prohibited. Paragraph 245a of the Criminal Code states:
    " Anyone who, in a bodily attack with or without consent, clears or otherwise removes female external sex organs in whole or in part, is punished with imprisonment for up to 6 years. "
    For anyone who advocates legal equality between men and women, it is therefore obvious to ask why not just removing the word "female" in the above paragraph, thus equating the two sexes with the right to decide on their own body.

    Zitat

    Therefore, we must have a ban on circumcision of boys

    There is no skin like foreskin

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