Amnesty International: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“

  • http://blog.amnesty.de/aktuelles/2015…rhandelbar.html


    Mein Gespräch am 19.03.2016 an einem Informationsstand von Amnesty International in der Innenstadt von Waiblingen:

    „Warum setzt sich Amnesty International nicht gegen die Genitalverstümmelung von Jungen ein?“

    AI-Repräsentantin: “Da fragt jemand was zur Genitalverstümmelung, (zu Ihrem Kollegen) kannst Du etwas dazu sagen?“

    „Warum setzt sich Amnesty International nicht gegen die Genitalverstümmelung von Jungen ein?“

    AI-Repräsentant: „Genitalverstümmelung ist doch in Deutschland verboten, das ist Körperverletzung, das ist nach den Paragraphen … verboten“

    „Ihnen ist also nicht bekannt, dass am 12.12.2012 die Genitalverstümmelung von Jungen im Bundestag legalisiert wurde?“

    AI-Repräsentant: “Ach dann meinen Sie wohl die Beschneidung, und das würden Sie als Genitalverstümmelung bezeichnen?“

    „Ja, das bezeichne ich als Genitalverstümmelung, vergleichbar invasive Eingriffe bei Mädchen werden ja auch als Genitalverstümmelung bezeichnet“

    AI-Repräsentant: „Aber es gibt doch auch Religionen, die Juden und die Moslems, die praktizieren das schon seit tausenden von Jahren.“

    „Folter, Sklaverei und die „Beschneidung“ –wie Sie es formulieren- von Mädchen wird auch seit tausenden von Jahren praktiziert, und angeblich (ich habe auf die Poster am Stand gezeigt) engagieren Sie sich doch gegen Menschenrechtsverletzungen.“

    AI-Repräsentant: „ Aber das ist doch nur die Vorhaut“

    „Mädchen haben auch eine Vorhaut, die Klitoris-Vorhaut, dann hätten Sie auch nichts gegen die Legalisierung vergleichbar invasiver Eingriffe bei Mädchen, die wie bei Jungen ja auch religiös oder kulturell begründet werden, einzuwenden?“

    AI-Repräsentant: „Das ist doch etwas Anderes, aber über die Beschneidung von Jungen, das ist doch immer noch in der Diskussion, da diskutieren doch schon seit Jahren Ärzte und Wissenschaftler mit unterschiedlichen Meinungen“.

    „Dann wollen Sie also noch 100 oder 1000 oder 2000 Jahre weiter diskutieren bis Sie sich zu dieser Frage positionieren?“

    AI-Repräsentant: „Ja, wenn es erforderlich ist, damit hätten wir kein Problem.“


    Ich gebe das Gespräch sinngemäß wieder, da ich es nicht aufgezeichnet habe.

  • Zitat


    Schöne Worte zu finden, ist leicht. Und sie mit anderen zu teilen. Sie
    machen sich immer wieder gut auf Jahrestagen, auf festlichen
    Veranstaltungen, auf Parteitagen. Sie geben uns ein gutes Gefühl,
    erheben und erbauen uns.
    Aber wehe, wir müssen sie ernst nehmen.

    Publikum wartete nicht lang - auf Bumerang.

    Man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll. Tragischkomische Realsatire.
    In vielem ähnlich einem Gespräch, das ich mal mit einem SPD-Wahlkämpfer geführt habe.

    Ein dickes Brett vor dem Kopf. Das nicht sein kann, was nicht sein darf.

    There is no skin like foreskin

  • Es ist doch gut, dass sich Amnesty International für Menschenrechte einsetzt...

    ... und es ist Schei..., dass sie sich nicht für sämtliche Menschenrechte einsetzten, sondern nur für die, welche bequem mehrheitsfähig sind.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

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