• Würde ich drauf wetten. Ganz ehrlich: zu den tausenden Online-Petitionen zu diesem Themenfeld die 1001. hinzufügen, wird nicht viel bringen. Soll ja schon Online-Petitionen gegen Online-Petitionen geben. ;)

  • Avaaz hat soeben eine Aktion gegen FGM in Somalia gestartet. Warum nicht mal eine gegen MGM in USA? Wurde das schon mal versucht?

    Avaaz hat schon vieles erreichen können.
    Ein Versuch wäre es wert,aber warum nur in der USA?
    Europaweit inklusive USA wäre vielleicht besser.
    Vielleicht bewirkt man mehr,wenn genügend Stimmen gegen MGM gesammelt wurden???
    Der Beitrag muß selbstverständlich sachlich formuliert sein .

  • Offenes Statement von Morten Frisch an Avaaz.


  • Toll, ich mit meinem grottigem Englisch...frei übersetzt "Ich unterschreib nicht, weil es mich ankotzt das ihr nur eine Kampagne gegen FGM macht. Solltet ihr irgendwann eine geschlechtsneutrale Kampagne gegen HGM machen bin ich sofort dabei"?

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Ich meine hier in Europa sollten wir vor der eigenen Tür zu erst kehren.

    Mädchenverstümmeln ist hier illegal, und es gibt keine Hinweise darauf, dass das hier in größerem Umfang stattfindet.

    Aber Jungen werden hier zu Hunderttausenden verstümmelt. Das ist doch unhaltbar.

    Also ist das hier das vordringliche Problem.
    WIR können in Afrika weder Gesetze machen, noch deren Einhaltung überwachen.
    Hier können wir das. Und wenn wir diesen Weg gehe, dann wird auch die Jungenverstümmelung nicht mehr in größerem Umfang stattfinden.

    Ganz wird man weder F- noch MGM jemals zum Erliegen bringen können. Aber den Schaden für Kindern summa summarum, den könnte man so drastisch reduzieren.

    Warum in der Ferne schweifen, wenn das Übel liegt so nahe?

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigene Ehefrau zu schlagen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigenen Kinder zu züchtigen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht andere Menschen vollzuqualmen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf geschlechtliche Diskriminierung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf Körperverletzung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

  • frei übersetzt "Ich unterschreib nicht, weil es mich ankotzt das ihr nur eine Kampagne gegen FGM macht. Solltet ihr irgendwann eine geschlechtsneutrale Kampagne gegen HGM machen bin ich sofort dabei"?

    Wenn Du das so sehen möchtest, bitte sehr. Allerdings begründet Morten Frisch es sehr viel differenzierter als mit "es kotzt mich an".

    Ich unterscheide grundsätzlich zwei verschiedene Formen von Organisationen und deren Aktionen:

    1.) Auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtete Organisationen wie Terre de Femmes oder Tabu e.V. die schon seit Jahren vor Ort mit den Frauen arbeiten und Aufklärungsarbeit leisten. Sie haben einen sehr spezifischen Zugang zu den weiblichen Opfern und Tätern der FGM gefunden, der sich nicht ohne weiteres auf Jungen und Männer übertragen lässt. Aber zumindest die beiden vorgenannten Vertreter dieser ersten Gruppe von Organisationen spricht sich gleichermassen gegen weibliche wie männliche Genitalverstümmelung aus, auch wenn ihr Fokus nun mal aus rein praktischen Erwägungen auf FGM liegt.

    2.) Alle Arten von Organisationen, die durch rein politische Arbeit, durch Petitionen und dergleichen Druck auf die Gesetzgeber in den jeweiligen Ländern machen wollen. Sie haben keinen spezifischen Zugang zu den Opfern und Tätern, brauchen sie auch nicht. Sie brauchen allenfalls Zugang zu Politikern einerseits und zur breiten Bevölkerung in den westlichen Ländern, die sich empören, zeichnen und ggf. spenden soll. Es wäre in der Tat nicht zu viel verlangt, wenn sich diese Organisationen die Mühe machen würden, zu begreifen, warum ein Auseinanderdividieren von FGM und MGM weder ethisch vertretbar noch zielführend ist, um auch nur eines von beiden aus der Welt zu schaffen.

    Auch ich zeichne solche einseitigen Petitionen daher grundsätzlich nicht, spende aber sehr wohl für TdF.

  • Allerdings begründet Morten Frisch es sehr viel differenzierter als mit "es kotzt mich an".

    Da bin ich mir auch sicher...aber mein rudimentäres Englisch lässt keine differenziertere Übersetzung zu :/ ...aber ich bin mir ziemlich sicher das Morten Frisch es sich gedacht hat...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • aber mein rudimentäres Englisch lässt keine differenziertere Übersetzung zu

    Weil der Text von Morten lesenswert ist habe ich mir mal erlaubt ihn für Urolüge und andere zu übersetzen. Bin kein Anglist oder Dolmetscher, aber besser als Gugeldeutsch ist es hoffentlich geworden:


    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigene Ehefrau zu schlagen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigenen Kinder zu züchtigen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht andere Menschen vollzuqualmen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf geschlechtliche Diskriminierung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf Körperverletzung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

  • Quote from Morten Frisch

    In keinem Land auf der Welt wird weibliche Beschneidung praktiziert, ohne dass Jungen der selben Kultur auch beschnitten werden.

    Das sollte den Diskriminierenden unter den Anti-FGM-Aktivisten doch eigentlich zu denken geben!

    Wer sich gegen Benachteiligung von Frauen wendet und ein gerecht denkender Mensch ist - der MUSS sich doch auch gegen Benachteiligung von Männern wende.
    Unsere Gesetze benachteiligen Frauen nicht. Nicht mehr, muss man korrekt sagen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat der Gesetzgeber alle Gesetze die Frauen benachteiligten geschlechtlich symmetrisiert.
    Z.B. der §226 StGB. Da wurde aus "Zeugungsfähigkeit" "Fortpflanzungsfähigkeit" - damit auch Frauen auf gleich Weise geschützt sind.
    Unsere Gesetze benachteiligen aber Männer. Und "ausgleichende Gerechtigkeit" gibt es im Unrecht nicht.

    Wer also gegen amputative Eingriffe an den Genitalien von Mädchen ist, wie kann der die viel häufigeren amputativen Eingriffe an den Genitalien von Jungen kalt ignorieren, ausblenden, einfach nicht dazu Stellung nehmen?

    Es gibt, so vermute ich unterschiedliche Motive bei den diskriminerenden Anti-FGM-Aktivisten/innen:

    1. Simpler Männerhass. Natürlich gibt es den in feministischen Kreisen. Der Mann ist per se Täter, der Penis Tatwerkzeug. Da kann man gar nicht genug von abschneiden!
    Die "Schnipp"-Handbewegung als symbolischen Kastrationswunsch war eine Zeitlang unter Feministinnen en vogue, wenn z.B. "testosterongesteuerte" männlichen Verkehrsteilnehmer nach ihrem Geschmack zu dicht auffuhren.

    2. Die Angst, FGM durch das Eingeständnis der Parallelen im Unrecht zu relativieren. Denn MGM ist in keinem Land verboten, FGM in fast allen. Die Angst, der Schuss könnte nach hinten losgehen, in dem Sinne, dass dann statt einer Strafverfolgung von MGM eine Legalisierung von "leichteren" Formen der FGM gefordert werden könnte. Die Angst, sich dann mit verschiedenen sehr mächtigen und finanzkräfigen Lobbys anzulegen.
    Morten Frisch zeigt aber auf, warum die Überwindung von FGM nicht ohne die Überwindung von MGM funktionieren wird. Unlogisches ist nun mal schwer vermittelbar.

    3. Die Angst, durch eine Stellungnahme gegen MGM könnten sich Spendengelder (ja, NGOs geht es auch und manchmal nicht nur "auch" um Spendengelder!) reduzieren - diese Angst ist keineswegs unbegründet. Ich vermute stark, der reichste (und einer der verstümmelungsfreundlichsten) Mann der Welt würde dann keinen roten Heller mehr spenden - und etliche andere reiche Mäzenen aus MGM-betreibenden Kulturkreisen auch nicht. Wer aber seine Moral nach dem Geldhahn orientiert der hat keine.

    Besonders pervers und schizophren wird es dann, wenn prominente Anti-FGM-Aktivistinnen wie Waris Dirie als "Krönung" der kognitiven Dissonanz ihre eigenen Söhne verstümmeln lassen.

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigene Ehefrau zu schlagen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigenen Kinder zu züchtigen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht andere Menschen vollzuqualmen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf geschlechtliche Diskriminierung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf Körperverletzung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

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