Film "Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut" im TV

  • "Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut" wird im Rahmen der Nachwuchsreihe "Nordlichter" am 19. November, 22 Uhr, auf NDR gezeigt.

    Tja, die meisten Betroffenen haben ja nicht einmal die Möglichkeit, "Auf Wiedersehen" zu sagen. Außerdem gibt es kein Wiedersehen. So ist der Titel allein schon pietät- und respektlos.

  • "Und dann verliebt er sich Hals über Kopf in die schöne, aber 20 Jahre ältere Rabbinerin Rebecca (Catherine De Léan)."

    Man stelle sich das mal umgekehrt vor:

    "Die zwölfjährige xy möchte nicht beschnitten werden. Und dann verliebt sie sich Hals über Kopf in den 32-jährigen geistlichen Anführer xy."

    So stellt sich folglich die Frage, ob dieser Film Verherrlichung von schwerem sexuellen Missbrauch Vorschub leistet.

  • Ist ja grundsätzlich richtig, dass man ihn gesehen haben sollte.
    Wer allerdings eine solche Beschreibung wählt, muss sich nicht wundern, dass sie Menschen auffallen, die schon mal über verschiedene Formen sexualisierter Gewalt nachgedacht haben.

  • Als nächstes kommt bestimmt "Simone sagt auf Wiedersehen zu ihrer Klitoris-Vorhaut" - es muss ja heutzutage alles geschlechtlich ausgewogen sein (Frauenquote)
    ;)

    BTW. sollte man die beiden Threads nicht zusammenführen?


    Quote from Selbstbestimmung

    Und erst mal wenn sich ein 12-Jähriger/ eine 12-Jährige in einen katholischen Priester verliebt.... da wird es sicher humorvoll!

    Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut": Eine Beschneidung als Lustspiel

    There is no skin like foreskin

  • Da sieht man eine wichtige Funktion einer Mütze - sie schützt den Kopf.
    Der Wurm wäre ja tot, hätte er keine Mütze aufgehabt!
    Was lernen wir daraus? Nie ohne Mütze! :P

    Klar, transportieren soll das was anderes: Der Wurm hat sich grosse Sorgen gemacht, aber er hat ja doch grosses Glück gehabt - er hat ja nur seine Mütze verloren!
    Ende gut, alles gut!

    (Eine neue Mütze kann man in jedem Konfektionsgeschäft kaufen - und wo kann man sich eine neue Vorhaut kaufen?)

    Banane, Wurm mit Mütze, offenbar ist kein Vergleich zu schäbig.

    There is no skin like foreskin

  • Ich guck mir gerade den Film an und weiß echt nicht, ob ich mir das zu Ende angucke. Da wird der Simon zu einer Maennerselbsthilfegruppe für Beschnittene geschleppt, die ordentlich durch den Kakao gezogen wird. Einer skurriler als der andere, inkl. Peniskostüm und Ode an die Vorhaut.

  • die ordentlich durch den Kakao gezogen wird

    Wundert mich im hinblick auf die allgemeine Haltung in der Gesellschaft jetzt nicht sonderlich. Warum sich auch über ein Stück "Haut" so aufregen? Als beschnittener Mann ist man einer aus Millionen die damit leben und der einzige der sich beschwert. Wenn man ein Problem damit hat dass durch einen medizinischen Eingriff das Aussehen des Genitals dauerhaft verändert wurde hat man gleich einen Vorhautfetisch oder "andere Dämonen zu bekämpfen" wie einige Urologen gerne mal darüber richten. Alleine die Tatsache dass im Kontext des Films mal von Bananen gesprochen wurde die am Ende völlig zerfetzt waren und sich keiner Gedanken darüber gemacht hat dass das auch mit den Genitalien von Menschen passiert lässt mich an der Objektivität des Films und der geistigen Gesundheit der Produzenten zweifeln. (würg)

  • Insgesamt kann man sagen: ein jüdisches American Pie inkl. Schnuppern an gebrauchten Tampons. Wer nicht wissen will, wie die Sache ausgeht und erst selbst gucken möchte, sollte nicht weiterlesen.

    Display Spoiler

    Der kulturelle Druck und die Verliebtheit in die Rabbinerin führt dazu, dass der Junge zur Selbstamputation mittels Ring greift, was natürlich im Krankenhaus endet. Finden alle aber nicht so schlimm. Man diskutiert nur darüber, ob die halbe Beschneidung zählt oder ob der Junge noch mal nachbeschnitten werden soll, worauf man dann aber doch verzichtet. Die progressive Reformrabbinerin will zwar viele Veränderungen auch gegen ihre Gemeinde, Beschneidung von Jungen findet sie aber doch notwendig. Einzig der tiefreligiös gewordene orthodoxe Papa kommt anfangs nicht so gut weg, das Problem löst sich aber irgendwie in Luft auf, da ihm das irgendwie auf einmal offenbar doch nicht mehr so wichtig ist. Fest steht: Simon vermisst wenige Tage nach seiner Selbstamputation seine Vorhaut nicht und wird dann zum Abschluss ein richtiger Mann.

  • Oh, die sind geistig sehr gesund:
    Angepasste, pseudo politisch-korrekte Karrieristen, die sich auf Kosten von Betroffenen mediale Aufmerksamkeit und Beifall der Lobbies, die diesen Film unterstützt haben, sichern.

    Was ihnen fehlt ist Empathie mit Betroffenen.
    Mitfühlen bei sexualisierter Gewalt.
    Jegliches Bewusstsein für ein Männerbild, das ein Bewusstsein für den eigenen Körper und eine eigene Sexualität jenseits von Klischees entwickelt.

    Aber das würde nur ihr mit dem Strom schwimmen gefährden.

  • Rezension eines angesehenen Kritikers:

    http://www.tittelbach.tv/programm/ferns…tikel-3906.html

    "Der Film beginnt mit der Beschneidung eines Säuglings; bei Männern mit ausgeprägten Kastrationsängsten wird die entsprechende Szene starke Fluchtimpulse auslösen."

    Herr Gangloff meint also wohl:

    Wehleidige Luschen von Männern, die es nicht ertragen können anzusehen, wie einem wehrlosen Kind der sensibelste Teil seines Genitales amputiert wird - noch dazu ohne Betäubung - sollten besser draußen bleiben.

    Ich kann keine Worte für die (unbewusste?) Menschenverachtung finden, die aus solchen Worten eines gefeierten Kritikers spricht.

    Angemessen wäre zu schreiben: bei MENSCHEN, denen eine allgegenwärtige Propaganda in Medien und Politik nicht bereits jegliche Empathie und jegliches Bewusstsein für Menschenrechte aus Hirn und Herz geblasen hat, wird diese Szene gesunde Fluchtreflexe auslösen.

  • Quote from Jerzy Freitag

    Jetzt habe ich den Film gesehen. Männer, die mit ihrer Zwangsamputation nicht einverstanden sind, sind skurille Typen in Peniskostümen, die in Selbsthilfegruppen lächerliche Gedichte an die Vorhaut verfassen und der Junge, der hinterher zur Selbstamputation greift, vermisst seine Vorhaut am Ende natürlich überhaupt nicht. Als 12 jähriger. Beschneidung ist und bleibt diesem Film zu Folge harmlos und eine liebenswürdige, nicht so wirklich schlimme Sitte. Dass da ein Kind kulturell und religiös zur Selbstverstümmelung getrieben wird, finden die Filmemacher und der NDR offenbar ok.

    https://www.facebook.com/simons.vorhaut…879560408826956

  • Ich guck mir gerade den Film an und weiß echt nicht, ob ich mir das zu Ende angucke. Da wird der Simon zu einer Maennerselbsthilfegruppe für Beschnittene geschleppt, die ordentlich durch den Kakao gezogen wird. Einer skurriler als der andere, inkl. Peniskostüm und Ode an die Vorhaut.

    Und auf facebook schreiben die vorher sowas:


    Wir freuen uns mit Ihnen darüber zu diskutieren, nachdem Sie den Film gesehen haben. Dann werden Sie aber feststellen, daß der Film weder betroffene verhöhnt noch ein Plädoyer für Beschneidung ist. Tatsächlich geht es in dem Film auch nicht primär um Beschneidung sondern es ist eine Familien-, Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte.

    Heuchelei...

  • Dass da versucht werden würde negativ-Betroffene lächerlich zu machen deutete sich ja bereits im Trailer an.

    Schäbig, schäbig, schäbig! :-((

    Wie? Wo wurde der Film denn jetzt gezeigt? Der sollte doch eigentlich erst am 19.11. gezeigt werden?


    Quote

    Tatsächlich geht es in dem Film auch nicht primär um Beschneidung sondern es ist eine Familien-, Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte.

    So ein ähnliches verklärendes Geschwafel gab es damals auch zu dem Inzest-Film "Herzflimmern" von Louis Malle".

    Mit 12 ist niemand in der Lage (noch dazu wenn er unter dem Einfluss eines Geistlichen steht, in den er sich verknallt hat) in eine lebenslang nachwirkende Amputation an seinem Geschlecht einzuwilligen, und mit 14 ist niemand in der Lage "einverständlichen" Sex mit seiner Mutter zu haben.

    There is no skin like foreskin

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