Dänemark: Denmark to once again look at circumcision ban

  • Zitat

    Rabbi Pinchas Goldschmidt, president of the European Conference of Presidents, who visited Denmark last month, told JTA that activists against non-medical circumcision of boys, or brit milah, as it is called in Hebrew, plan to focus their lobbying efforts on Denmark.


    Und ich dachte es sei verboten oder zumindest geschmacklich verwerflich von jüdischer pro-Beschneidungs-Lobby zu sprechen.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Die nichttherapeutische Beschneidung von Jungen (omskæring af drenge) wurde vor drei Tagen also in Kopenhagen in einer Anhörung behandelt. Eine Mindestaltersgrenze des Beschneidens (en nedre aldersgrænse for omskæring) zeitnah durchzusetzen hat allerdings auch in Dänemark Befürworter wie Gegner. Erfreulich, dass Morten Frisch am 22. Oktober anwesend war.

    Das Mindestalter achtzehn Jahre (en nedre aldersgrænse på 18 år) bleibt zweckmäßig (selbstverständlich auch in Bezug auf eine hierzulande von Tatjana Hörnle usw. gewollte und dazu verharmloste Mädchenbeschneidung der FGM-Typen Ia und IV), weil ein jüngerer Mensch die lebenslangen schädlichen Folgen jeder Beschneidung für die eigene Sexualität (und die der Sexualpartner) noch gar nicht abschätzen kann.

    http://www.ft.dk/Folketinget/ud…22.10.2014.ashx

    http://www.tvaerpolitisknetvaerk.dk/Default.aspx?ID=4339

    Sicherlich, im Dänischen heißt myndige Erwachsene. Aber soll damit auch wirklich 18 Jahre gesichert sein, droht denn keine Absenkung des gesundheitsbezogenen Mündigkeitsalters auf 16 oder gar (vgl. deutscher Gegenvorschlag von 2012) auf 14 Jahre? Wörtlich: „Beschneidung von Jungen: Nur wenn sie erwachsen sind bzw. alt genug sind“ (først når de er myndige) sollen sie sich beschneiden lassen dürfen", das reicht ggf. noch nicht lieber Bjarne B. Christensen, denn der Achtzehnjährige ist nicht mehr den diskutierten „Jungen“ (drenge) zuzurechnen, sondern Mann, und ein jüngerer Mensch (also auch ein Mädchen) kann und darf nicht in die eigene Genitalverstümmelung einwilligen.

    Oder soll KiKA-Filmjunge Tahsin bald Gesellschaft von einem gleichaltrigen dänischen oder deutschen Filmmädchen Ayaan oder Waries bekommen dürfen und dazu mindestens die der „milden Sunna“ zugeordneten Verstümmelungstypen, von der WHO klassifiziert als Typ Ia (Klitorisvorhautamputation) und IV (z. B. Einstechen) legalisiert werden?

    http://www.sexogsamfund.dk/Default.aspx?I…5078&PID=153829

    Die leider selbst unter Intaktivisten bejubelten skandinavischen Entwicklungen seit Helsinki 2012 (Declaration of the Right to Genital Autonomy) und Oslo 2013 (Anne Lindboe usw.; Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised) machen mir Sorgen.

    Das jetzt im Oktober, Kopenhagen 2014 dürr Hörende ist einerseits irgendwie erfreulich, andererseits auch nicht so ganz: „Jungen sollten nicht beschnitten werden, bevor sie volljährig sind“ (drenge bør ikke omskæres, før de er myndige). Die Bereitschaft, Jungenbeschneider ebenso anzuklagen und ggf. einzusperren wie Mädchenbeschneider müsste doch wohl entschiedener klingen. Wie auch immer, Fragen bleiben offen.

    Immerhin redet Christensen Klartext zu den schädlichen Folgen jeder Zirkumzision:

    Zitat

    „Denn das ist es, worüber wir hier reden: eine Prozedur, die negative Folgen für Gesundheit und Sexualität hat. (For det er jo det, som vi taler om her – et indgreb, som har negative konsekvenser for både sundhed og seksualitet).“


    http://www.sexogsamfund.dk/Default.aspx?I…5078&PID=153829

    Sehr ausführlich hatte man am 14. Oktober bei Politiken zum Thema berichtet (Omskæring er ikke for børn. Beschneidung ist nichts für Kinder) und die UN-Kinderrechtskonvention Artikel 23 (3) zitiert, zu der sich ja auch Dänemark verpflichtet („um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich. sind, abzuschaffen“). Auf die Ungleichbehandlung von Jungen und Mädchen, die sich ja in der – ebenso wie (noch) in Deutschland allgemein geächteten Mädchenbeschneidung zeigt, etwa auch des richtigerweise (noch) verbotenen (bis zu 6 Jahre Gefängnis gemäß § 245 a des dänischen Strafgesetzbuches) FGM-Typs „milde Sunna“ (Klitorisvorhautamputieren = Typ Ia oder ein Einstich = zu Typ IV) wird hingewiesen.

    http://politiken.dk/debat/debatind…ikke-for-boern/

    Mir stellt sich die Frage, ob die deutschen und dänischen Bürger und Politiker mehrheitlich nicht schon bald, ggf. noch in diesem Jahr sagen wir als Weihnachtsgeschenk sinngemäß rufen: „Na dann erlauben wir doch beides, Zirkumzision und ‚milde Sunna‘“. Man sollte vorbereitet sein, diese "geringfügige" Beschneidung der Jungen und Mädchen, hierzulande evtl., vgl. Juristentag: "Dem Gesetzgeber ist zu empfehlen, § 226a StGB geschlechtsneutral zu formulieren") wäre energisch zu verhindern.

  • Ich glaube noch nicht, dass sich da in Dänemark etwas tun wird. Wenn ich die Aussagen von Else Smith sehe, befürchte ich, dass es auch in Dänemark bei den "staatstragenden" Parteien ein starkes Moment gibt, die Kinderrechte den religiösen Minderheiten unterzuordnen und man sich wie auch die Schweden nicht zu einem Verbot hinreißen lassen wird.

  • Die dänischen Abgeordneten werden jetzt in die Mangel genommen:

    Zitat

    The Jewish community has set up a task force to inform Danish politicians and others on the matter.

    “The tactic among those who oppose non-medical male circumcision is to convince more and more MPs that it is wrong, in the hope that a proposition for an outright ban will be put forward in parliament. So far there has been no such proposition and our job is to see to it that it doesn’t happen,” Mr Rosenberg Asmussen said.

    Zitat

    Dan Rosenberg Asmussen, chairman of the country's Jewish Community, said the local media was "filled with misinformation about circumcision and its effects".

    Dann ist es in den dänischen Medien aber erheblich anders als hier - hier gibt es meistens Kinderverstümmelungspropaganda.

    http://www.thejc.com/news/world-new…ands-a-ban-brit

    There is no skin like foreskin

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