Theaterstück "Vorhaut"

  • Danke für die beiden Links, R2D2!

    Wenn man die beiden Rezensionen vergleicht fällt sofort auf, wie peinlich-unkritisch die von Mounia Meiborg im rbb ausfällt.
    Ein sehr lustiger Abend...aber auch Wahrheit ...modernes Volkstheater...Es macht Spaß zu sehen...ein sehr lustiger Theaterabend

    Zitat

    Sema Poyraz spielt die Großmutter als herrliche, extravagante Diva

    Die alles erprest, was nicht niet und nagelfest ist und sogar droht, im Falle einer Beschneidungsverweigerung den Stiefsohn Christian zu entmachten, aus der Wohnung zu werfen und darüber hinaus dessen Eltern das gleiche Schicksal anzukündigen.

    Wirklich "herrlich" bzw. gender-korrekt: "dämlich".

    Und ein wenig Adolf muss natürlich immer dabei sein...

    Zitat

    Jede Pointe kommt wie aus dem Kanonenrohr geschossen. Zum Beispiel wenn der palästinensische Schwiegersohn erzählt, wie er Türkisch gelernt hat; nämlich mit einer Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“.

    Geil! Ist das witzig! Hahahahaha! :thumbdown:

    (BTW, damit kann man Feuer machen, aber kein Deutsch lernen. Das kann man auch wenn man Deutsch kann nicht lesen, weil jeder Mensch nach spätestens 15 Seiten von diesem Geblubber einschläft....)


    Zitat

    Nur der deutsche Schwiegersohn bleibt bei Michael Wenzlaff im Clownskostüm arg tölpelhaft und flach.

    Die merkt wirklich nicht wie peinlich das ist, was sie schreibt...

    Deutlich kritisch-informativer die Rezension bei Pagewizz

    Zitat

    Die Krankenschwester Marianna Schwenzer erzählt eine Art Witz: "Kannst du schon schwimmen? Ja? Ich möchte dich gern ins Becken stoßen." Dieses Niveau wird etwa achtzig Minuten durchgehalten.

    Zitat

    Das Thema Beschneidung ist ein durchaus heikles Thema, das die Bereiche körperliche Unversehrtheit und Religionsfreiheit involviert, aber der Regisseur Miraz Bezar möchte eine ernsthafte Debatte vermeiden und lässt alles in Heiterkeit untergehen. Der nächste Lacher ist ihm wichtiger als eine kleine Wunde zu hinterlassen, die zum Reflektieren anregt und die eigene Haltung des Zuschauers herausfordert. Der in der Geburtsstation ausgetragene Crash der Kulturen ist lediglich ein laues Lüftchen mit harmlosen Verbalrundumschlägen, und so wird der Inszenierung der Stachel genommen.

    Und am Ende wird natürlich ein intersexuelles Baby geboren (damit haben wir jetzt aber wirklich "alles drin") - erbarmet... da kann man noch viel mehr schneiden...

    Volkstheater?
    Da lobe ich mir ja glatt noch das Ohnsorg-Theater - und das will was heißen!

    Und noch ein kleiner, aber feiner Unterschied zwischen den beiden Rezensionen. Unter der pagewizz-Rezension befindet sich - wie sich das gehört - eine Kommentareingabe! Was uns der ÖR, also auch der rbb seit jeher üblicherweise verweigert. Da hat man offenbar regelrecht Angst vor Kommentaren.
    Bloß keine Kommentare! Wir wissen auch so, was wir für einen Mist schreiben/senden! :D

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    Aber mit meiner Vorhaut habe ich ja nicht meinen Kopf verloren.

    Genau, man muss immer das Positive sehen! :wacko:

    Zitat

    Und das ist befreiend, auch für die ZuschauerInnen.

    Werden die dadurch von ihrer Klitoris-Vorhaut "befreit"?

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    Kastrationsängste werden weidlich ausgekostet

    Die Ängste von Kindern "auszukosten"... *Kotz*

    Zitat

    Wobei das Detail, dass der Deutsche die ganze Zeit mit Pluderhose und ausgestopftem Po rumlaufen muss - also das denkbar Schlechtangezogene und Unförmige verkörpert -, zeigt, dass das Stück gegenüber Machtgefügen nicht naiv ist

    Zitat

    ..dass einer besonders oft vom Sockel geholt werden muss, weil die deutsche Gesellschaft ihn ständig wieder neu überhöht. Das ist natürlich der deutsche und nicht der türkische Mann.

    Ja umgekehrt wurde man das Rassismus nennen, oder wenn es gar um Juden ginge Antisemitismus. Aber in die Richtung ist natürlich OK. Vor allem, wenn die Macher Türken sind.

    Zitat

    Wer bei der französischen Erfolgsklamotte "Die Töchter des Monsieur Claude", noch gedacht hatte, niemals können Deutsche sich mit dieser Leichtigkeit über tief verwurzelten Rassismus lustig machen, darf sich nun revidieren.


    "Tief verwurzelter Rassismus" - meinen die Macher des Stückes sich selbst? Und darüber sollen wir lachen?

    Die taz wird auch immer unterirdischer....

    There is no skin like foreskin

  • Klasse Kommentar, hätte ich einer Zeitung der DuMont-Gruppe gar nicht zugetraut! :thumbup:

    Zitat

    Am Ende löst sich das Problem dann von selbst: ein Hermaphrodit ist geboren! Lustig, was?

    Wenn man das jetzt vergleicht mit der taz...

    There is no skin like foreskin

  • Was an dem Kommentar klasse sein soll, erschließt sich mir nicht... nur, weil die Rezensentin das Stück und die Darsteller scheisse findet und sie immerhin zugibt, dass es eine wichtige Debatte zu dem Thema gab?

    Zitat

    Ein bisschen Vorhaut wurde zum großen Ding, was keineswegs läppisch oder aufgeblasen ist, sondern direkt in Kernbereiche religiösen Selbstverständnisses zielt.

    Ekelhafter Sexismus äußert sich in mal wieder einer geringschätzigen Formulierung über männliche Genitalien... und wenn diese Debatte in irgendwelche Kernbereiche zielte, dann in die der Allgemeinen Menschenrechte. Hat die Frau Redakteurin in all ihrem Frausein und sich in jedem Quadratmillimeter ihres Körpers staatlich geschützt Fühlen leider nicht dran gedacht. SIE betrifft es ja nicht. SIE lebt ja mit vollständigen Genitalien. Geht ja nur um Jungen.

    Und der Biodeutsche, der "kein Fitzelchen Vorhaut" an seinem Sohn missen möchte.... schon wieder so eine menschenverachtende Sprache.

    Nee danke, die Kritik dieser Frau geht völlig an dem vorbei, was man wirklich kritisieren müsste. Die hat gar nichts kapiert.

  • Das habe ich anders gelesen. Das mit dem "Biodeutschen" macht sie sich ja nicht zu eigen, ich lese das eher als Zitat aus dem, was im Stück vorgetragen wird und genau daran reibt sich die Kritikerin ja. Ähnlich das "bisschen Vorhaut", dem die Autorin attestiert, dass es eben nicht aufgeblasen ist, wenn das zum "großen Ding" wurde.

  • Aber das "kleine Stückchen Haut" ist deswegen ein großes Ding, weil es das Selbstverständnis von Religion trifft! Nicht etwa aus sich selbst heraus, aus dem Verlust für den Jungen/Mann!
    Der Biodeutsche ist freilich Zitat, meine Kritik war das "Fitzelchen Haut". Es wird in keiner Weise angedeutet, dass der Biodeutsche vielleicht das ganze Gegenteil von lächerlich sei, in dem er sich für die körperliche Unversehrtheit seines Sohnes einsetzt.

  • Bei den Einlassungen der Macher darf auch nicht vergessen werden, dass es sich hier (im Gegensatz zu manch schnibbelfreudigem Arzt/Ärztin oder Politikern, Journalisten, Rechtsprofessoren etc) um Betroffene handelt, und zwar der Art, die ihr Erleben mit offensichtlichen Schutzbehauptungen bagatellisieren ("was ist mit Impfungen?"). Gleichzeitung sprechen sie von "todtraurig" und dass "mancher versucht hat, wegzulaufen". All das sind Anzeichen, dass die Künstler ihrem eigenen Erleben gegenüber womöglich ratlos - wie als seien sie immer noch Kinder - gegenüber stehen und die Produktion des Stücks unterm Strich nichts anderes als die Funktion eines Abwehrmechanismus erfüllt. Sie haben ein Bedürfnis, sich darüber mitzuteilen,irgendwie wackelt der Status quo, der bisher ihre eigene VA legitimierte. Und bleiben dann aus Angst vor der Konfrontation mit sich selbst auf einem völlig oberflächlichen Niveau hängen. Anstatt Konfrontation mit sich selbst Konfrontation mit der Aussenwelt, der pe se Islamophobie unterstellt wird.
    Die Komödie als Ausweg. Für mich sind die Macher nicht in erster Linie Gegner o.ä., sondern Opfer: alles was sie von sich geben, spricht in diese Richtung. Besonders auch die Tatsache, dass ihre Aussagen im Gegensatz zu denen vieler Anderer NICHT so weit gehen, klar ein "Recht" auf Kinderverstümmelungen o.ä. zu fordern. Es bleibt bei unreflektierten, großspurig pubertär mosaikartigen aber eben auch verstört wirkenden Aussagen.
    Das Schlimme ist für mich deshalb weniger das Stück selbst, sondern dass diese Gesellschaft diesen Mechanismen eine derartige Plattform bietet, und zwar bereitwillig und sich damit sogar noch tolerant und bestens unterhalten vorkommt. DAS ist wirklich schlimm. Unser Protest sollte sich gegen das Theater richten, gegen diejenigen, die sowas mit staatlichen Mitteln fördern usw und damit ein Klima mit herstellen, in dem Kinderverstümmelungen toleriert werden bzw. die Kritik daran diffamiert wird.

    Eine das Kindeswohl wirklich beachtende Gesellschaft würde Menschen, die mit einem solchen Skript ankommen, sagen: "Such Dir einen guten Therapeuten, für mich klingt das so, als ob Du Hilfe brauchst. Denn es scheint alles sehr widersprüchlich. Ich bin aber damit überfordert, Dir da einen Rat zu geben." Oder so ähnlich.
    Aber es passiert (noch) genau das Gegenteil.

  • Zitat

    Tunçay Kulaoğlu: "Und dann kommt irgendein Gericht, fällt irgendein Urteil und schon redet man über 'die Anderen'. Ob das jetzt in der Kopftuch-Geschichte... ist oder 'Ehrenmord' oder Pisa-Studie - es ist jedes Mal nach diesem Schema: Wir hier, ihr da."

    Kaum kommt irgend ein Gericht und fällt ein Urteil - über einen Mord?
    Über Mord darf man auch nicht mehr debattieren? Soll der jetzt auch noch legalisiert oder rabattiert werden, wenn er irgend eine gefühlte "Ehre" wieder herstellen soll? *Brech*


    Zitat

    Ich sehe Deutschland noch nicht da, wo ich es gern hätte, aber wir sind auf einem guten Weg. Und ich denke, dass ich mit meiner Arbeit auch ein Stück weit dazu beitrage, neue Normen zu setzen

    Es wird immer klarer, was da für neue Normen installiert werden sollen.

    Zitat

    Necati Öziri: "Ob es das Ideal ist, weiß ich nicht, aber schauen wir mal, was mit dem männlichen Glied so passiert, wenn Deutschland sich irgendwann abgeschafft hat."

    Aha! Sarrazin auf türkisch... *Brech*

    Deutschlandradio Kultur? Was haben Genitalverstümmelung und "Ehrenmorde" mit Kultur zu tun? Das ist Unkultur!
    Oder wann kommt der erste FGM-klitternde Beitrag beim Deutschlandradio?

    Zitat

    Den Kritikern ging es nicht um das Wohl der Kinder, sondern um eine generelle Abrechnung mit dem angeblich rückständigen Islam, sagt Regisseur Mıraz Bezar:

    Nein, um eine Abrechnung mit dem stellvertretenden tollpatschigen "Biodeutschen" im Dummclown-Kostüm. Um eine Abrechnung mit den Verstümmelungskritikern.

    Wenn das so weiter geht mit der Maulkorberteilerei, dann bekommen wir auch noch einen Paragraphen "Beleidigung des Türkentums bzw. Judentums" (=Verstümmelungskritik)

    Die Kinderverstümmelung ist das größte Integrationshindernis überhaupt.

    There is no skin like foreskin

  • Ob es veröffentlicht wird weiß ich nicht


    http://www.welt.de/kultur/buehne-…scher-Mann.html

    "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


    George Santayana (1863-1952)

  • diese Äußerungen in der WELT unterstützen traurig meine Thesen.

    Er beschwert sich, man wisse in Deutschland ja gar nichts über Beschneidung.

    Dabei ist es ja er selbst, der gar nichts darüber weiß, er gibt es ja selbst zu, dass man kaum darüber spräche. Er weiß so wenig darüber, dass er sich noch nicht einmal mit den physischen und psychischen Folgen auch für ihn selber auseinandergesetzt hat.
    Das ist ja für ihn persönlich sein gutes Recht!
    Aber ist das nicht etwas wenig Anspruch an jemanden, der ein Theaterstück konzipiert?

    Von Reflektion über psychische Mechanismen wie die "Identifkation mit dem Aggressor" bei Herrn Bezar keine Spur.
    Wohl aber genutzt wird jede Möglichkeit, aggressiv nach außen gegen die "Mehrheitsgesellschaft" zu polemisieren. Freilich ohne die Nennung eines einzigen Beispiels.
    Der Mann folgt einem "Gefühl" und passt die Realität dem einfach an. Eine sehr kindliche Reaktion. Die eines vermutlich Traumatisierten.
    Es steht mir nicht an, darüber zu urteilen. Wohl aber, nach Gründen zu suchen, warum ein intelligenter Mensch Dinge behauptet, die mit der Realität wenig bis nichts zu tun haben und dabei andere Menschen und den Schutz von Kindern in ihren Grundrechten diffamiert.

    Dann das Gefühl des Zurückversetzfühlens gegenüber jüdischen Menschen. Und reflektiert überhaupt nicht, ob es angemessen ist, in einen sozialen Wettstreit um gesellschaftliche Anerkennung zu treten auf der Ebene, wer am ehesten noch ein Gesetz geschrieben bekommt, dass er weiter seine Kinder verletzen darf.
    Was offensichtlich wird: spätestens hier hat seine Argumentation dann völlig den Kontext "Beschneidung" verlassen. Es stellt sich also die Frage, wer hier eigentlich eine "Scheindebatte" führt, um auch ganz anderen Gefühlen (die berechtigt sein mögen, nur nichts mit dem Thema Kinderrechtsverletzungen zu tun haben) Ausdruck zu verleihen.

    Und das "Gefühl", man hätte "über sie" entschieden und gesprochen. Dies These hält auch keiner Prüfung statt. Zahlreiche PolitikerInnen aus dem Kulturkreis waren 2012 in Zeitungen und TV-Shows präsent, und natürlich auch ein ZdM-Vertreter im Rechtsausschuss geladen.

    Ihm scheint auch gar nicht bewusst zu sein, dass er gerade eine große Medienplattform geboten bekommt, und sich sein Theaterstück aus öffentlichen Geldern finanzierte.
    Christa Müller hätte für (I)NTACT nicht einmal eine Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen, wenn sich ihr Verein auch für Jungenrechte in der Frage von Genitalverstümmelungen satzungsmäßig ausgesprochen hätte.
    Das nur mal zu den Fakten!
    Über das wissenschaftlichen Symposium in Köln waren auch all die Medienorgane informiert, die auch von seiner Theatepremiere erfuhren.
    Ergebnis:
    eine Veranstaltung von anerkannten internationalen Fachleuten bringt:

    0 Artikel

    ein Theaterstück über die Agressionen und unreflektierten Thesen einer einzelnen Person aus dem Kreis derer, die man angeblich gesellschaftlich übergeht:

    öffentliche Gelder und ein Artikel, ein Interview nach dem anderen.

    Das sind die FAKTEN.

    Die einzigen, die fast gar nicht gehört wurden bzw deren Erleben in der schließlichen gesetzlichen Regelung zu 0 % berücksichtigt wurden, waren die negativ Betroffenen. Aber die kommen für Herrn Bezar ja auch einfach nicht vor.

    Einmal editiert, zuletzt von Pizarro73 (14. Oktober 2014 um 10:38)

  • Zitat

    Erpressung durch dominante Frauen

    Ach kiekste, und bei der FGM wurde immer gesagt, sie sei patriarchalisch, und deshalb böse. Aber matriarchalische Unterdrückung von männlicher Sensibilität ist dann wieder total OK...

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    Die überzogene, heitere und derbe Stimmung auf der Bühne steht im starken Kontrast zum Ärger und zur Verletzlichkeit der Theatertruppe, die die seelischen Narben der öffentlichen Diskussion noch nicht überwunden hat.


    Da ist man doch ganz bei unserem Pizarro73...
    Nur das Pizarro73 die eigene Beschneidung meint und nicht die Debatte als Ursache der eigenen "Verletzlichkeit".
    Wieder so ein semantisches "Abgleiten"... um der Realität nicht ins Auge zu sehen.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)

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