Top Ten? Rolf Schieder: Die Beschneidungsdebatte als religionspädagogische Herausforderung

  • Warnung: ganz übles, manipulatives Gesudel und Gegeifer. Nicht auf nüchternen Magen lesen! Gefahr von Geschwürbildung.
    Unglaublich, einfach unglaublich. Der Mann ist tatsächlich Hochschullehrer.

    Schieder in seinem Artikel "Die Beschneidungsdebatte als religionspädagogische Herausforderung".

    Erstmal transportiert er (Protestant) ulkige 60er-Jahre Klischees über die katholische Beichte:

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    Ich phantasiere eine schwüle Atmosphäre in einem halbdunklen
    Beichtstuhl, in dem kniende Minderjährige den indiskreten Fragen eines
    männlichen kinderlosen Erwachsenen wehrlos ausgesetzt sind.

    Das ist ja Kinderschändung! Vergewaltigung! ;)

    Aber heute braucht ja dank TV der moderne Katholik gar nicht mehr zur Beichte. Zu Ostern den päpstlichen Segen gucken, und alle Sünden sind erlassen! ;)

    Er hat also selbst keine Ahnung, nur Phantasien vom heutigen Katholizismus, aber mit dem Judentum da sollen wir uns alle bestens auskennen!

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    Unbeschnittene
    Deutsche sollten über grundlegende Einsichten in den theologischen Bezugsrahmen von
    Beschneidung verfügen, vor allem im Hinblick auf den Bundesschluss mit Gott im Judentum.

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    Jüdische Bürgerinnen und Bürger haben aber einen Anspruch darauf,
    dass die Beschneidungsgegner sich um interkulturelle Kompetenz bemühen.

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    Gerade weil der Säugling einem schmerzhaften Ritual ausgesetzt
    sei, werde die Pflicht, ihn so liebevoll und umsichtig wie möglich auf seinem
    Weg ins Leben zu begleiten, intensiv empfunden.

    Ah, ja da haben wir sie, die "effektive Schmerzbehandlung", die dann zur "im (religiösen) Einzelfall angemessenen" mutierte.

    Äh? Was ist das denn? Ich muss erst weh tun, damit ich mich hinterher verpflichtet fühle liebevoll zu sein? Spielen da also Schuldkomplexe eine Rolle?


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    ..überdurchschnittlich gut gelingt, zeigen alle Listen, die wissenschaftliche, technische,
    unternehmerische und künstlerische Höchstleistungen mit Religionszugehörigkeit
    korrelieren.

    Da hamm wer's wieder, das Nobelpreisträgerargument! Verstümmelt eure Söhne, der Nobelpreis winkt! (Sieht man ja auch an der großen Zahl muslimischer Nobelisten ;) )

    Und dann natürlich das religiöse Horror-Szenario: Religiösen Eltern werden die Kinder weggenommen! (wie bei den 12 Stämmen, aber die sind ja "nur" Christen).

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    Die Kinder müssten während der Haftzeit der
    Eltern in staatliche Obhut gegeben werden.

    Und wartet nur ihr Christen, bald nehmen euch die Atheisten auch die Kinder weg, wegen "Waterboarding"!!!

    Dass das unverhältnismäßig wäre die Eltern einzusperren ist doch klar - den Kindern würde noch weit größerer Schaden zugefügt.

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    Wenn etwa ein deutscher unbeschnittener Strafrechtslehrer...

    Ach, woher weiß Schieder das? Hat er mal nachgeschaut? Jetzt geht das los, dass Menschen in "unbeschnitten" (intakt) und - ja wie - eingeteilt werden!

    Na, einen flammenderen Appell für die Legalisierung der FGM kann man sich kaum vorstellen! :thumbup:
    Könnte glatt von einem ägyptischen "Spezialarzt" sein.

    Man muss nur deren "Binnenplausibilität" nachvollziehen... :thumbdown:

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    Der Staat selbst hat überhaupt keine Weltanschauung, weder eine religiöse noch
    eine areligiöse.

    Richtig, aber er hat Grundwerte und Grundrechte. Z.B. das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das nicht zufällig ganz am Anfang des Grundgesetzes steht.

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    Die quasi selbstverständliche Unterstellung der Beschneidungsgegner, dass sie
    die Vernunft, das Recht und den Staat auf ihrer Seite hätten, ist voreilig, anmaßend
    und durch die faktische Gesetzgebung widerlegt.

    "Vernunft", vernünftig, rational ist eine Amputation, wenn sie medizinisch indiziert ist. Ansonsten ist sie eben nicht rational begründet. Die Rechtslage vor dem 12.12.12 ist völlig klar, sie kann durch ein grundgesetzwidriges Gesetz zwar geändert, aber nicht "widerlegt" werden.
    Aber "den Staat" hatten die MGM-Gegner, die große Mehrheit der Bevölkerung leider nicht auf ihrer Seite, der hat die Kinder im Stich gelassen statt sein Wächteramt wahrzunehmen.

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    Ihr [der MGM-Gegner] negatives Urteil über die neue
    Gesetzeslage seit dem 01.12.2012 ist nur eine Meinungsäußerung unter vielen.

    Klar, 70% der Bevölkerung, dass sind nur "eine Meinungsäußerung unter vielen". Vereinzelte Einzelmeinungen, gewissermaßen... :wacko:

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    Mit zunehmender Pluralisierung steigen die Ansprüche an die Diversitätsakzeptanz...

    FGM, ick hör' dir trapsen!

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    ...und die Empathiefähigkeit einer Gesellschaft.

    Empathie? Nur für Erwachsene? Sind Kinder nicht noch viel schutz- und empathiebedürftiger?

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    Auch auf die aktive Rolle, die die Religionen im Prozess
    der Modernisierung spielten, ist mit Nachdruck hinzuweisen.

    Ja welche denn?
    Haben die Religionen das Züchtigungsverbot bewirkt? Das Frauenwahlrecht eingeführt?

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    Da die deutsche
    Beschneidungsdebatte singulär ist...

    LOL, Schieder ist nicht einmal in der Lage über den nationalen Tellerrand zu gucken! ^^

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    Es geht darum, sich Rechenschaft über die
    kulturelle Pfadabhängigkeit der vorgebrachten Argumente abzulegen.

    Jo, genau wie bei der FGM, und da gibt es ja anderenorts noch viele andere Rituale, bei denen an Kindern herumgeschnitzt wird. Alles pfadabhängig, aber haben wollen die meisten das hier trotzdem nicht.

    Schieder "klärt auch auf" in Sachen MGM pervers ist:

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    Aber es käme einer Perversion der Garantie der Religionsfreiheit gleich, wenn man
    Kindern den Zugang zu den für die eigene Lebensführung über die Jahrhunderte erprobten religiösen Praktiken ihrer Vorfahren staatlicherseits versperrte.

    Die Babys und Kleinkinder, ja die lechzen ja danach.... :cursing:

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    Niemand kann mich zwingen, die Bild-Zeitung
    zu lesen.

    Das ist auch gut so. Aber warum sollte mich deshalb jemand verstümmeln dürfen?

    Natürlich darf auch die übliche Relativierung nicht fehlen, Ohren anlegen, "Rauchverbot
    für Eltern...Verbot von kindlichem Hochleistungssport, bis hin zu
    Ski- und Snowboardkursen für Kinder," (würg)


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    Mit der Beschneidung werde die sexuelle Empfindungsfähigkeit erheblich
    eingeschränkt und die Heranwachsenden um autoerotische Möglichkeiten gebracht.

    Aber, das ist doch gut so, oder? Da wird der "Sünde" Einhalt geboten!

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    Das Kindeswohl wird mit größter Selbstverständlichkeit auf das Körperliche
    reduziert – und dieses noch einmal einem sexuellen Normalisierungsdiskurs unterworfen.
    Normal sei es, sich seiner Sexualität mit einer Vorhaut zu erfreuen..

    Das sei nicht, das ist normal. Wenn die Vorhaut weg ist, kann man(n) sich nicht mehr dran erfreuen. Die Eltern können sie natürlich in Formalin einlegen lassen und auf den Kaminsims stellen - aber ob das dem Kind viel Freude macht?

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    Darunter steht
    http://www.sp%c3%a4terkommen.de. Der Besuch der Homepage klärt darüber auf, dass etwa 20
    Prozent aller Männer unter vorzeitigem Samenerguss litten

    OMG, eine Firma, die Geld mit einem entsprechenden Präparat verdient muss möglichst vielen Männern einreden, dass sie daran litten - so funktioniert Marktwirtschaft.
    Bloß wozu sollte man alle Jungen verstümmeln, weil einige wenige darunter später evtl. praecox hätten? Und dann auch noch darunter litten? Und ob sie nach VA mehr Spaß am Sex hätten ist keineswegs sicher -aber das können sie als Erwachsenen selbst entscheiden - einmal gesprungen ist allerdings der Rückzug abgeschnitten.

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    Es kommt hier allerdings nicht darauf an, die Vor- und Nachteile der Beschneidung
    für das sexuelle Erleben von Männern abschließend zu beurteilen.

    Ja, nee ist klar. Sex an sich ist ja sowieso etwas widerliches, tierisches. Ein notwendiges Übel, auf dass neue Christen entstehen...

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    An dieser Stelle
    soll lediglich darauf aufmerksam gemacht werden, dass der öffentliche biopolitische
    Diskurs nicht dazu führen darf, dass der Staat zum Organisator einer normalisierten
    sexuellen Biographie wird.

    Wie, hat der Staat vor, erwachsenen Männern die selbstbestimmte VA zu verbieten? Wer vorhautlos Sex haben möchte der kann doch jederzeit zum Urologen laufen, wo ist das Problem?

    Ja der Abschnitt "Kinderrechte" ist bei Schieder dann ganz, ganz kurz. Die Kinderrechte kommen bei ihm auch an allerletzter Stelle, auf Seite 31 und beschränken sich auf dürre sieben Zeilen.
    Nach dem Motto: "Schön, dass wir mal darüber gesprochen haben!"

    Juden* bzw. jüdisch* kommt 34 mal im Text vor. Muslim* ganze dreimal. Dabei sind rd 99% der Kindesverstümmelungen in Deutschland muslimisch motviert. Trotzdem sind Muslime offenbar für Schieder nebensächlich. Ist ja eigentlich fast beleidigend für Muslime, dass er auf die große Masse der Kindesverstümmelungen gar nicht eingeht.

    Irgendwie kapieren manche christlichen Theologen einfach nicht, dass sie die Kirchen mit ihrer Haltung zur MGM ins eigene Fleisch schneiden. Dass sie die Kinder so einfach im Stich lassen kommt auch bei den Christen keineswegs nur gut an, und es verstärkt die allgemeine Religionskritik bzw. die Kritik an den Kirchen. Total kontraproduktiv und kurzsichtig.

    "Never catch a falling knife" - die Verstümmelung von Kindern ist ein "falling knife". Irgendwann werden sich die Kirchen (hoffentlich) dafür schämen, so wie sich ja für einiges in Sachen Kinder schämen müssen.

    "Humboldt-Universität Berlin", immer wieder "Humboldt-Universität Berlin". Da muss irgendwie ein Nest sein. Von Kinderverstümmelungsfreunden.

    Hier der Link - er führt direkt unter die Erde:

    http://www.theo-web.de/zeitschrift/ausgabe-2014-01/06.pdf

    There is no skin like foreskin

  • für die Analyse dieses unfassbaren Schwachsinns. Man kann nur hoffen, dass die Reputation von Hochschullehrern, die offensichtlich jeglichen ethischen und menschenrechtlichen Kompass verloren haben, mit solchen Äußerungen leidet und sie keiner mehr ernst nimmt.

    Nur eine Korrektur Deiner Anmerkungen:

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    . Dabei sind rd 99% der Kindesverstümmelungen in Deutschland muslimisch motvier

    Das ist nicht korrekt, wie in Köln von Dr. Kupferschmid dokumentiert wurde. Mehr als die Hälfte aller VA in Deutschland werden medizinisch begründet, rein statistisch damit erwiesenermaßen zum größten Teil unnötigerweise und damit als MGM zu bewerten.

  • Unbeschnittene Deutsche sollten über grundlegende Einsichten in den theologischen Bezugsrahmen von
    Beschneidung verfügen, vor allem im Hinblick auf den Bundesschluss mit Gott im Judentum.


    Der Bundesschluss mit Gott im Judentum wird als Faktum hingestellt.
    Beschnittene Deutsche haben das Problem der mangelnden Einsicht in den theologichen Bezugsrahmen nicht?
    Ich glaube fast der Mann ist beschnitten. wetten?

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    Jüdische Bürgerinnen und Bürger haben aber einen Anspruch darauf, dass die Beschneidungsgegner sich um interkulturelle Kompetenz bemühen.


    Deutsche Bürger haben eine Anspruch darauf, dass man sich um Menschenrechtskompetenz bemüht.


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    Wenn etwa ein deutscher unbeschnittener Strafrechtslehrer...


    Ich bin, wie Schieder dafür, dass künftig der Beschneidungsstatus als Interessenskonflikt benannt wird


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    Niemand kann mich zwingen, die Bild-Zeitung zu lesen.


    Wie die Beschneidung so ist auch für einen Säugling das Vorgelesenbekommen der Bild-Zeitung (ist ja wenig Text und viel Bildmaterial) möglicherweise ein Grundrecht...


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    Es kommt hier allerdings nicht darauf an, die Vor- und Nachteile der Beschneidung für das sexuelle Erleben von Männern abschließend zu beurteilen.


    Wenn das möglich wird, wie es Morten Frisch gelungen ist, dann wird es allerdings eng. Hier benennt der Autor eine seine Urängste.


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    An dieser Stelle soll lediglich darauf aufmerksam gemacht werden, dass der öffentliche biopolitische
    Diskurs nicht dazu führen darf, dass der Staat zum Organisator einer normalisierten
    sexuellen Biographie wird.


    Weil ja Beschneidung keineswegs ein Mittel der Normierung ist...

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Für mich ist das der Knaller, deswegen hebe ich es noch mal hervor. Und dann ein Verbot der MGM als "pervers" zu bezeichnen...

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    Gerade weil der Säugling einem schmerzhaften Ritual ausgesetzt
    sei, werde die Pflicht, ihn so liebevoll und umsichtig wie möglich auf seinem
    Weg ins Leben zu begleiten, intensiv empfunden.

    There is no skin like foreskin

  • Quote

    Mit zunehmender Pluralisierung steigen die Ansprüche an die Diversitätsakzeptanz...

    In dem Zusammenhang würde ich Schieder ja gerne mal fragen, wie er es denn mit der Prügelstrafe hält. Die ist ja weltweit in vielen Kulturen verbreitet. Und manche (z.B. die 12 Stämme) sehen sie als religiöse Vorschrift.

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    Jedoch gibt es in konservativen christlichen Kreisen (etwa in der bibelfundamentalistischen „Konferenz für Gemeindegründung“, aber auch im traditionalistischen Katholizismus) auch Befürworter eines vorsätzlich, planmäßig und kontrolliert eingesetzten elterlichen Züchtigungsrechts. Pflichtgemäße Eltern hätten dieses Mittel in Erfüllung des göttlichen Auftrags ausdrücklich auch dann anzuwenden, wenn sie dies als unangenehm empfänden. Im Gewissensdilemma, einerseits Kindern Schmerz zuzufügen und andererseits das Wort Gottes zu missachten, sei die Befolgung des Bibeltexts notwendig.[35] Während die Leitung der evangelikalen DEA körperliche Züchtigung ablehnt,[36][35] wird ein maßvolles Züchtigungsrecht von der Konferenz für Gemeindegründung verteidigt.[37][38] Insgesamt lässt sich in Familien, die einer Freikirche angehören, ein überdurchschnittlicher Einsatz von Körperstrafen beobachten, jeder sechste Schüler hat dort in der Kindheit schwere elterliche Gewalt erlebt, bei Eltern ohne höheren Bildungsabschluss mehr als jeder vierte.[39] Die katholisch-traditionalistische Piusbruderschaft musste die Schließung einer ihrer Privatschulen wegen wiederholter Züchtigungen hinnehmen.[40] Sie beklagt dies als Beeinträchtigung des „verfassungsmäßige[n] Recht{s} der Eltern auf Erziehung der Kinder“.[41]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCch…Cchtigungsrecht

    Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Parallele:

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    Jedoch ließ sich in Deutschland lange keine gesetzliche Änderung durchsetzen, weil eine Kriminalisierung der Eltern nicht gewünscht war.

    "Kriminalisierung der Eltern", kommt euch das irgendwie bekannt vor?

    Dass die Prügelstrafe für Kinder schädlich ist, ist doch sicher auch nur eine (germanozentrische - in den allermeisten Ländern der Welt ist sie doch erlaubt, selbst in in halb Europa!) "Deutung", gell? Wie im Grunde ja alles bei Schnieder zu beliebigen, "pfadabhängigen" Deutungen verkommt. Seid doch mal tolerant! Lasst sie doch ihre Kinder prügeln! Nun respektiert das doch mal!

    Bei Schieder, da höre ich so einige Nachtigallen trapsen. Ich bin selbst noch Opfer der Prügelstrafe geworden, im Kindergarten, in der Schule. Heute undenkbar. Ich kann nur sagen: es ist verdammt gut, dass dieser Scheiß verboten wurde. Es hat viel zu lange gedauert.

    There is no skin like foreskin

  • http://www.zeitzeichen.net/geschichte-pol…istische-falle/

    Edit Selbstbestimmung: https://web.archive.org/web/2014102404…istische-falle/

    Mein Gedächtnis versagt, aber hat jemals derart tendenziösen und geballten Unfug über die Beschneidungsdebatte gelesen?

    Zweifelsfrei. Dieser Mann will Karriere machen...

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    Soll die Beschneidung im Namen des Kindeswohls verboten, die Tötung eines ungeborenen Kindes aber straffrei bleiben?

    da ist man sprachlos....

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    Das fällt besonders jenen Altachtundsechzigern schwer, die fest daran geglaubt hatten, Religion sei unter den Bedingungen der Moderne ein anachronistisches Restproblem. Mit ihm müsse man sich intellektuell schon deswegen nicht mehr beschäftigen, weil es bald verschwinden werde. Für sie ist die Einsicht in das weltweite Wachstum der Religionen mit der narzisstischen Kränkung verbunden, sich im Blick auf öffentliche Bedeutung und politische Kraft des Religiösen gründlich geirrt zu haben.

    auf welcher Seite die narzisstischen Kränkung stattfindet, lasen wir mal dahingestellt.

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    Weil zum geschichtsphilosophischen Irrtum auch noch religionstheoretische Ahnungslosigkeit hinzutritt, rettet man sich in den alarmistischen und kulturkämpferischen Warnruf vor der Gefährlichkeit der Religionen. Aber auch diese Strategie wird diese Leute nicht vor der Einsicht bewahren können, dass sie mit den Religiösen in einem Boot sitzen. Auch eine religionsferne Weltanschauung ist nur eine Weltanschauung, die mit den Religionen das gemeinsame Schicksal teilt, auf Gewissheiten zu beruhen, die als solche nicht beweisbar sind. Religiöse wie Areligiöse sind einander also Anerkennung ebenso schuldig wie Rechtfertigung.

    Wer war, während der Debatte alarmistisch und kulturkämpferisch?
    Menschenrechte zu vertreten sind ein Gauben, wie alle anderen.
    Der Schmerz, die möglichen Folgen sind Gewissheiten, die nicht beweisbar sind.


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    Und so lässt sich die Heftigkeit der Debatte über die Beschneidung auch mit dem sozialpsychologischen Begriff der "Schuldabwehr" erklären. Die Erleichterung vieler nichtjüdischer Deutscher darüber, auch bei den Juden etwas "Schlechtes" - in Fall der Beschneidung Kindesmissbrauch - gefunden zu haben, war deutlich spürbar.

    Im Namen de Schuld ist jegliche Kritik untersagt, selbst dann wenn sie sich nur auf ein verhalten einzelner Subgruppen bezieht.
    Während die Pro-Seite eindeutig pauschal disqualifizierende Argumente bemüht hat, die umgekehrt angewandt als rassistisch bezeichnet würden.


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    Wie kann man ernsthaft einen Gegensatz zwischen dem Kindeswohl und der Aufnahme des Kindes in den Bund mit JHWH aufmachen? Selbstverständlich dient nach jüdischem Selbstverständnis die Beschneidung eines männlichen Säuglings seinem Wohl. Was für ein reduktionistisches Verständnis von Kindeswohl muss man haben, wenn dieser Zusammenhang nicht evident ist?

    Das "jüdische Selbstverständnis" wurde zum Maß für die Gefährdung der Vorhäute aller Jungen erhoben.
    Fürwahr ist die Beschneidung ein "reduktionistisches Verständnis" von Kindeswohl. Das sensorische Feld des Penis wird reduziert.


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    Die Kirchen haben sich aus dieser Debatte nicht nur aus Solidarität mit ihren Vätern im Glauben herausgehalten.

    herausgehalten? Das ist Satire.


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    Und christliche Beschneidungsgegner sollten sich stets vor Augen halten: Für Paulus kommt die Taufe einer Beschneidung des Herzens gleich. Und damit ist der Eingriff in die Identität eines Kindes im Christentum ungleich größer als im Judentum.

    Oh ja! Die symbolische Beschneidung des Herzens ist als Angriff auf Leib und Leben des Jungen "ungleich größer".

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Bei diesen geballten Unterstellungen, kann man Herrn Schieder schon mal die Frage stellen
    "Mister Schieder, what makes you run?"
    Herr Schieder, kann es sein, dass Sie beschnitten sind?

  • Der Artikel ist ja wirklich tolldreist. Was hat ein Verbot der Beschneidung mit der an Voraussetzungen gebundenen Straffreiheit einer Abtreibung zu tun? Alleine Verbot und Straffreiheit als Widerspruch darzustellen. Und dann die Behauptung "Es gab und gibt in Deutschland kein Gesetz, das die Beschneidung verbietet", völlig ignorierend, dass es allgemeine Gesetze gibt, die die Körperverletzung an Dritten verbieten.

    Hall of Shame, eine derart ekelhafte Verdrehung der Fakten ist selbst in dieser an Verdrehungen nicht armen Diskussion selten.

  • Wenn von Lehrstühlen und Kanzeln derart menschenverachtender ideologisch verblendeter Unsinn verkündet wird und das von den Organisationen unwidersprochen bleibt, dürfte das Klima für Religionen zumindest in ihrer institutionalisierten Form tatsächlich rauer werden, weil noch mehr Menschen aus den Kirchen austreten werden. Man fasst sich ja nur noch ungläubig an den Kopf, wenn man so Unfassbares liest.
    Wenn ich Prügelstrafe und FGM legalisieren wollte - ich näme diesen Text des Professor Schieder, denn seine "Argumente" rechtfertigten auch das komplett ab.

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    Soll die Beschneidung im Namen des Kindeswohls verboten, die Tötung eines ungeborenen Kindes aber straffrei bleiben?

    Das "Abtreibungsargument" kommt bei den christlichen Theologen so sicher wie das Amen in der Kirche. Man möchte dann mal fragen, wo der Herr in Sachen "Tötung eines ungeborenen Kindes" steht?
    Wenn er eine solche Tötung ablehnt, dann wäre die Frage, warum der Art 2. dann vor der Geburt gelten soll und dannach nicht mehr. Irgendwie unlogisch.
    Wenn er sie aber OK findet, dann müsste er ja irgend einen rechtlichen Unterschied zwischen geborenen und ungeborenen Kindern sehen. Oder ist er der Meinung, es wäre auch OK geborene Kinder zu töten? *schauder*
    Da wird das Argument dann auch wieder unlogisch. Gehupft wie gesprungen!

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    Die Erleichterung vieler nichtjüdischer Deutscher darüber, auch bei den Juden etwas "Schlechtes" - in Fall der Beschneidung Kindesmissbrauch - gefunden zu haben, war deutlich spürbar.

    Spürbar, ach ja? Wie hat Schieder das denn herausgefunden? Hat es im Hühnerauge gezwickt? (ein untrügliches Zeichen!) Oder hat er dafür Belege? Oder ist das einfach so seine Einbildung?

    Und wegen der Muslime, da sind sie nicht "erleichtert"?
    Auch bei den Juden? Auch? Was machen die nichtkinderverstümmelnden Deutschen denn alles so "Schlechtes"? Dass sie mehrheitlich gegen Kinderverstümmelung sind? Oder sind es die Christen mit ihrer "Terror-Waterboarding-Folter"? ;)

    Aber wenn das denn "nichtjüdischen Deutschen" doch Erleichterung verschaffte - dann wollten sie das doch nicht unterbinden? Dann wäre ja die ganze "Erleichterung" weg! ;)

    Dass es Menschen gibt, denen der Schutz von Kindern vor Verstümmelung am Herzen liegt, dass ist für Schieder wohl unverstellbar?

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    Was für ein reduktionistisches Verständnis von Kindeswohl muss man haben, wenn dieser Zusammenhang nicht evident ist?

    Evident? Der Mann redet in dem Zusammenhang ernsthaft von "Evidenz"? Dann ist sicher auch der Kreationismus "evident". (Dass sich die Sonne nicht um die Erde dreht, das hat sich allerdings neuerdings sogar im Vatikan herumgesprochen - ein Wunder!, ein Wunder!)

    Beschneidung des Herzens?

    Ja, das stelle ich mir auch als ungleich schwerere OP vor. An einem so empfindlichen, lebenswichtigen Organ! Aber das machen doch bestimmt dann Herzchirurgen, und keine religiösen Beschneider?

    There is no skin like foreskin

  • Ja, das stelle ich mir auch als ungleich schwerere OP vor. An einem so empfindlichen, lebenswichtigen Organ! Aber das machen doch bestimmt dann Herzchirurgen, und keine religiösen Beschneider?

    Das macht man doch inzwischen endoskopisch ^^

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Islamwoche 2014. IBMus, INSSAN, MJD und Beschneidungsfreund Rolf Schieder mittendrin.

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    Im Vorfeld war Kritik laut geworden, dass einzelne IBMUS-Mitgliedsverbände unter Beobachtung des Verfassungsschutzes seien. Der Politologe Johannes Kandel hatte beklagt, dass sich die Senatskanzlei nicht vorab über Veranstalter und Referenten informiert habe. 


    http://www.ekbo.de/nachrichten/1090856/

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    In einem Brief an Wowereit protestiert er [Johannes Kandel] gegen die Zusammenarbeit des Regierenden mit den Veranstaltern und spricht von „tatkräftiger Beteiligung reaktionärer Muslim-Verbände“. Zugleich kritisiert Kandel, dass sich die Senatskanzlei nicht über die Veranstalter und Referenten informiert habe: „Sie hätten durchaus einmal bei der Abteilung Verfassungsschutz beim Innensenator nachfragen können und es wären Ihnen gewisse Erkenntnisse nicht verschlossen geblieben.“

    Tatsächlich bekam der Verfassungsschutz keine Anfrage aus der Senatskanzlei. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Webseite des Veranstalters IBMUS, welcher Teil der Islamischen Föderation ist [IFB], die wiederum an Berliner Schulen Religionsunterricht anbietet. Unter seinem Dach versammeln sich etwa die Islamische Gemeinschaft in Berlin, das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum (IKEZ) [HAMAS-nah, s. u.] und die Muslimische Jugend in Deutschland [MJD]. 


    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/islamwo…8,26582490.html


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    Der Verfassungsschutz hält das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum (IKEZ) in Neukölln für einen Treffpunkt von Anhängern der radikalislamischen Hamas.


    http://www.tagesspiegel.de/berlin/neukoel…er/1299654.html

    MJD (Fereshta Ludin, die vor dem Bundesverfassungsgericht das sogenannte Kopftuchurteil erstritten hatte, war von 1997 bis 1999 im Vorstand der MJD)

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    Die Auffassungen Qutbs, Maududis oder auch Yusuf al-Qaradawis durchziehen darüber hinaus im Internet veröffentlichte religiöse Schriften der MJD. 


    http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimische_Jugend_in_Deutschland

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