Haut ab! Sonderausstellung ab 24.10. im Jüdischen Museum in Berlin

  • Ah, jener Blogger geht auf Kommentare ein. Und es bahnt sich ein kindisches Gezanke an, wer den nun "bornierter" ist.
    Und aus der Verstümmelung von Kindern werden "ganze Lebenswelten".

    "Der Blogtext nun soll niemanden diffamieren"...und die Diffamierung kommt postwendend: "Eine Schwierigkeit, die meinem Eindruck nach unter anderem in einer allgemeinen Religionsfeindlichkeit begründet ist".

    Zitat

    Daher der Aufruf zum besseren Verständnis

    Verständnis kommt von Verstand. Was irrational ist, kann man nicht verstehen. Muss man auch nicht, solange es keine Menschenrechte verletzt. Das ist aber bei Kindesverstümmelung der Fall. Der kindliche Körper gehört dem Kind.

    Zitat

    ..sich diesem Thema auf die von den Ausstellungsmachern und der Museumsleitung erhofften Weise zu nähern

    Ja nee, ist klar "beschämt" und "andächtig"... :FP01

    Da wird wenigstens klipp und klar gemacht worum es geht: um Werbung. Mit Steuergeldern finanzierte Werbung, für die man dann auch noch zusätzlich acht Euro berappen soll. Werbung für Kindesverstümmelung. Ich glaube mein Schwein pfeift! :rolleyes:

    Interessant ist noch der Satz:

    Zitat

    So oft ich mich mit der hartnäckigen Besucherin darauf verständigt hatte, dass zwischen der rituellen Knabenbeschneidung und der weiblichen Genitalverstümmelung schwerwiegende Unterschiede bestehen..

    Hört sich sehr nach einer diskussionsleiter-dominierten Verständigung an! ;)

    So, so, darauf "verständigt" man sich dann immer wieder? Wie kommt das denn? Das würde man von jenem Herrn doch gerne mal erfahren, warum bei der Amputation erogenen Gewebes je nach Geschlecht ein prinzipieller Unterschied sein soll?

    Warum man das eine "Beschneidung" nennen soll, also ginge es um etwas Nachwachsendes, und das andere korrekt Verstümmelung? Warum mal einmal von "Knaben" redet, und das andere mal von "weiblich" (das impliziert ja auch Frauen)? Und warum nur das eine "rituell" sein soll?

    Der Sohn soll so sein wie der Vater, und die Tochter so wie die Mutter - das ist der "tiefere Sinn" von Jungen- und Mädchenverstümmelung.

    Aber es ist genau wie mit Sarrazins Buch: "Was sie haben es gar nicht gelesen (und damit diesen Mist finanziell honoriert?) - dann können sie ja gar nicht nicht mitreden!"
    "Was, sie waren gar nicht in der Ausstellung (und haben Werbung für Kindesverstümmelung finanziert) - ja wie wollen sie da mitreden?"

    Ich bezahle doch nicht noch Geld, um die Wissenslücken von anderen hinsichtlich der Parallelen zwischen F-und MGM zu stopfen!


    Zitat

    Es sind selbstverständlich die Kinder, die die Schmerzen erleiden.. und es sind die Eltern, die sie in Kauf nehmen..

    Was für ein Satz! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!

    Genau das sagen die 12 Stämme auch. Mit der Betonung auf "selbstverständlich".
    Und genauso erwarten die 12 Stämme "Verständnis" von uns für ihr "Erziehungskonzept". Und die "Bedeutung" und den "Wert" der Züchtigung.

    There is no skin like foreskin

  • Nun ja, darauf, wer nun bornierter ist, muss man ja gar nicht eingehen.
    Ich denke es wäre einfach wichtig, darauf hinzuweisen, dass, wer um Verständnis für ein Ausstellungskonzept wirbt, das die Perspektive der eigentlich betroffenen Jungen de facto ausschließt und nur auf die Motivationen der Erwachsenen eingeht, auch damit rechnen muss, dass dieses Konzept kritisiert wird, und zwar selbst NACHDEM man sich eine Führung bei ihm oder das Kapitel von Frau Kugelmann reingezogen hat. Es kann nämlich sein, dass dieses Konzept doch tatsächlich manche Menschen nicht überzeugt. Und das muss der Museumspädagoge auch hinzunehmen bereit sein ohne auf so etwas sofort mit dem Hinweis auf Naziverbrechen oder antisemtische Hassmails zu kontern oder pauschale Religionsfeindlichkeit zu unterstellen.
    Selbst nach dem Besuch dieser Ausstellung und der Lektüre des Kataloges darf man sich vielleicht trotzdem noch eine eigene Meinung zu dem Thema bilden. Und sollte die nicht zu 100% mit dem Ausstellungsziel übereinstimmen, ist man nicht automatisch Freiwild für übelste Beschimpfungen und Vergleiche, die überhaupt nichts mit der vorgetragenen Kritik zu tun haben.
    Übrigens: den Katalog muss man eigentlich gelesen haben. Aber dazu gibt es hier ja schon Posts.

  • Eine Antwort auf "Rerun", die verdeutlicht, wie notwendig weiterhin Aufklärung über Fakten ist, und wie gut die Taktik aufgegangen ist, negativ Betroffene aus der allgemeinen Wahrnehmung auszugrenzen bzw. wie wenig reflektiert wird, welche Empathieverweigerung negativ Betroffenen entgegenschlägt.

    Es wäre sicher sehr gut, hier noch freundlich Basiswissen zu vermitteln, damit dieser niveaulose Quatsch à la "gibt doch Schlimmeres" und "meiner Meinung nach ist FGM viel schlimmer" mal aufhört bzw. als haltlos enttarnt wird.

  • Zitat

    Etwa um Kinder zu schützen?

    Ja, was denn sonst?

    Allein dieses "etwa" ist dreist. Da lugt mal wieder die Unterstellung durch, es ginge in Wahrheit um ganz was anderes (der Antisemitismus-Reflex, so sicher wie der Kniesehnen-)

    Zitat

    Im Ernst: Dafür können Sie Ihre Zeit besser investieren.

    Hey, hier gibt's Anlagetips gratis! Der alte Ablenkungstrick: "kümmern se sich doch erst mal um dies, und um das, und kommen sie in ein paar Jahren wieder, dann hamm wer schon wieder war neues für sie, keene Bange!"

    Es gibt genug ehemalige Kinder, die gerne geschützt worden wären und auf solche Tips pfeifen.

    Zitat

    Während die Genitalbeschneidung bei Frauen auch nach dem Kindesalter höchst problematisch ist, sehe ich das bei der männlichen Beschneidung nicht so.

    Na dann ist es doch einfach: "Männliche Beschneidung" im Erwachsenenalter! Die erwachsenen Frauen die so was wollen können sich ihr Recht auf ihre "Designer-Muschi" ja dann vor dem BVerfG einklagen, ein Selbstgänger.

    Zitat

    In Diskussionen ist mir häufig aufgefallen, dass die meisten Kritiker weder selber beschnitten sind, noch mit den mittlerweile erwachsenen Kindern, die beschnitten wurden, gesprochen haben.

    *plonk* - aber dieses Vorurteil muss man sich ja schon seit Jahren immer anhören. Na denn, vielleicht melden sich ja ein paar Betroffene mal zu Worte....

    Zitat

    Die Beschneidung ist eine religiöse und kulturelle Tradition. Wenn das jemand abschaffen soll (und kann!), dann nur die Gruppe, die das lebt.

    Diese Gruppen schaffen das aber seit hunderten bzw. tausenden von Jahren nicht. Warum sollte sie es also jetzt von sich aus schaffen? Wer es nicht von sich aus schafft, dem muss halt geholfen werden. Wenn es nicht anders geht, mit dem Strafrecht.
    Das wäre nun wirklich nicht das erste mal, dass das Strafrecht dabei helfen muss "alte Traditionen" zu unterbinden.

    There is no skin like foreskin

  • Aha! "Andächtig" und "beschämt" hat der Besucher zu sein, das ist OK, aber er hat keine lästigen Fragen zu stellen.
    Aber wofür soll er sich schämen? Dass es in seinem Land legal ist Kinder zu verstümmeln?


    Hoffentlich werde ich jetzt nicht falsch verstanden, aber die Beschneidung mit heidnischem Ursprung wird ja im alten Testament genannt. Wenn ich jetzt einen Glauben auslebe, der in der damaligen Zeit entstanden ist, dann bringt der noch etwas mehr mit als nur dieses Ritual. Viele haben die "Vergebung" der Sünden im Kopf. Als aber früher der eine Nomadenstamm den anderen überfallen und beraubt hatte, konnte die Rache bis zur den Nachkommen "vererbt werden". Dieses historischen Gegebenheiten finden sich in den Texten des alten Testaments wieder.

    In jeder Religion gibt es Menschen, die ihren Glauben leben und solche, die die Schrift leben. Leute, die "beschämte Besucher" erwarten, könnten daher zu den Schriftgläubigen zählen.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Zitat

    Haut ab enttäuscht

    Kein Wunder.
    Haut dran enttäuscht nicht, im Gegenteil. Bei Bedarf lässt sie sich sogar runterziehen. So hat man alle Optionen.


    Zitat

    Ich sage es ehrlich gleich vorneweg: Ich stehe nicht hinter § 1631d BGB, dem am 12.12.12 verabschiedeten "Beschneidungsgesetz".

    Ja, wenn sie schon mit einer solchen Einstellung in die Ausstellung kommen, so gar nicht "ergebnisoffen"... Andacht ist hier gefragt! ;)

    Zitat

    Wieder muss die Gruppe korrigieren: Die Frage der Teilnehmerin sei durchaus berechtigt.

    Kein Wunder, dass Andy Simanoitz nachts schlecht schlafen kann, bei so aufsässigen Besuchern.

    Zitat

    ...die Harnröhre von oben bis unten aufgeschlitzt wird. Diese Information wird dem Ausstellungsbesucher unterschlagen. Schade – gerade an dieser Stelle wäre Raum gewesen für einen kulturübergreifenden Dialog.

    Ist halt wie bei Dr. Latasch vorm Ethikrat: Schnitt! Bloß nicht zu viel zeigen/sagen.

    Zitat

    "Die weibliche Genitalverstümmelung ist etwas vollkommen anderes.

    Aber nur, weil die verboten ist und die männliche legalisiert wurde. Das wäre Ansatzpunkt für eine interessante Diskussion gewesen. Da hätte man auch mal ein paar afrikanische "Frauenrechtlerinnen" (Verstümmelungsversteherinnen) noch mit einladen können.

    Schade, dass Frau Matthes nicht darauf eingeht, dass die Vorhaut-Teilamputation zu Jesu Zeiten ganz etwas anderes und viel weniger schmerzhaft und folgenreich war als das, was heute "brit mila" genannt wird.

    Zitat

    Dass ein Museumsmitarbeiter scheinbar angehalten ist, seine Führung emotional zu gestalten, in dem er immer wieder nach Befindlichkeiten und Gefühlen in der Gruppe fragt...

    Wenn es um Gefühle geht hätte man ja mal ein "Beschneidungsvideo" zeigen können. Mit den üblichen Schmerzschreien und dem hochroten schmerzverzerrten Gesicht. Und dann man nach den Gefühlen fragen...

    Aber mal richtig zeigen worum es geht, das hat man sich anscheinend nicht getraut.

    There is no skin like foreskin


  • Wenn man diesen Artikel ließt, kommt einem das ganze ungewollt "komisch" vor:

    Zitat

    "Jetzt verstehe ich auch endlich, warum es für das Christentum so notwendig war, dass Gott einen Sohn und keine Tochter hatte: Was hätte Rubens denn sonst darstellen sollen? Das ginge ja überhaupt nicht!" Der Museumsführer strahlt mich begeistert an und stimmt mir zu: "Ja, genau so ist es!"


    Und der Museumsführer "strahlt begeistert", statt dass ihm das Lachen im Hals stecken bleibt?!

    Zitat

    Mit welcher "Ideologie" stehen die Gegner der Beschneidung den religiösen "Ideologen" denn entgegen? Am Ende des Artikels finden wir die Antwort darauf. "[…] die Gegner beklagen eine Verletzung der Menschenrechte […]. Diese ideologischen Haltungen beeinflussen die Wissenschaft in alle Richtungen […]"


    Menschenrechte als Ideologie zu bezeichnen würde ich bei einer Skale von 1 bis 10 mit 11 Punkten als total daneben bezeichnen. Wo bleibt der Verfassungsschutz? Warum greift hier niemand ein? Diese Worten sind ja schließlich Rechtfertigungsversuche für Körperverletzungen an Kindern.

    Wenn ich an Museum denke, denke ich gerne an Ausstellungsräume, wo Exponate aus früheren Epochen gezeigt werden. Ich würde mich freuen, wenn es irgendwann wieder eine Ausstellung zu diesem Thema geben würde, wo der Museumsführer dann erklärt, wie Kinder früher mit den verschiedenen Utensilien beschnitten wurden und dann hinzufügt, dass man dies jedoch heute aus humanistischen Gründen selbstverständlich nicht mehr praktiziert.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Spielt eigentlich Metzitzah b'peh in der Ausstellung irgendeine Rolle? Wird es überhaupt irgendwie erwähnt oder geht der Besucher da raus, ohne etwas von der Existenz dieses Rituals erfahren zu haben? Für mich (habe die Ausstellung nicht gesehen) sieht es bisher so aus, also ob das keinerlei Erwähnung finden würde. Wie ist das zu erklären?

  • Spielt eigentlich Metzitzah b'peh in der Ausstellung irgendeine Rolle?


    Das ist eine interessante Frage, die könntest du doch Andy Simanowitz in dessen Blog stellen.
    Ob etwa auch noch mit Steuergeldern versucht wird Verständnis dafür zu wecken dass erwachsene Männer an den Penissen von Babys saugen.
    Ich meine, das soll ja auch in Berlin passieren, und das Museum ist doch in Berlin.
    Und manche Gläubige halten das ja für ganz unabdingbar, und der Oberrabbiner in Jerusalem hat sich doch da auch sehr positiv zu geäußert, da wird man dann doch sicher auch davor andächtig Respekt haben MÜSSEN, oder? Die Ausstellung will dem Thema doch TIEFE geben, da würde ich wirklich alle Facetten erwarten...

    There is no skin like foreskin

  • http://www.jmberlin.de/blog/2015/02/familienfrieden/

    Hat jemand Lust dort eine Bemerkung zu hinterlassen? Ich bin ob dieser Prosa müde...

    Zitat

    Mittlerweile sehe ich auf der einen Seite vor allem die Vorteile des Eingriffs, wenn ich zum Beispiel an die hygienischen Aspekte denke. Dann ist mir auf der anderen Seite auch der Islam wichtig.


    Zitat

    wahrscheinlich mit Schmerzen verbinden


    Zitat

    Ja, ich finde die Praxis im Judentum viel besser. Auch am achten Tag tut der Eingriff den Kindern wahrscheinlich weh, aber sie werden sich nicht daran erinnern.

    Zitat

    werde ich aber nicht Bescheid sagen.... Ja, anders ginge es nicht. Meine Mutter wäre wahrscheinlich sogar einverstanden. Als Krankenschwester weiß sie, dass es ein häufiger Eingriff ist, der oft nicht aus religiösen, sondern aus medizinischen Gründen durchgeführt wird.

    Zitat

    Vieles führen sie dann auf den Einfluss meines Mannes zurück, weil sie einfach nicht nachvollziehen können, dass meine Konversion ein innerer Prozess ist

    Für Sie ein innerer Prozess. Soweit so gut. Für den Sohn eine äußere Verstümmelung seines Körpers und eine mögliche Verschlechterung seiner Sexualität.


    Zitat

    So hat der Eingriff eine besiegelnde Bedeutung.

    Das kommt mir vor wie eine gefakte Geschichte als Verpackung für die üblichen miserablen "Argumente"

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Ganz ehrlich, ich weiß da schon nicht mehr was ich noch zu sagen soll. Dass jemand, der soetwas von sich gibt, und wohlwissend plant, seinem Kind Schmerzen zuzufügen (für den "Familienfrieden"), nicht vollständig sozial geächtet wird, dass man ihm im Gegenteil noch eine Plattform gibt und das BGB danach umbaut. Ich verstehe es nicht. Jede Mutter die sagen würde, sie würde ihrem Kind einen Finger brechen und hoffen, dass es ihm nicht allzu doll weht tut, da wäre das Jugendamt sofort da.

  • Ich bin ob dieser Prosa müde..

    Das ist genau das Ziel. Man nennt eine solche Vorgehensweise auch "Ermüdungstaktik". Zur Durchführung dieses Gehirnwäsche stehen anscheinend unbegrenzte Steuermittel zur Verfügung.

    Zitat

    Ja, ich finde die Praxis im Judentum viel besser.

    Tätä! :thumbup:

    Zitat

    *Anmerkung: Alle Namen auf Wunsch der Interviewpartnerin geändert

    Das erinnert stark an diverse private TV-Sender, wo da bei Nachmittagsshows so Leute mit dunkler Brille und Perücke so merkwürdige Dinge sagten. Gibt es diese Shows eigentlich noch?

    Es fängt "dramatisch" an:

    Zitat

    Eigentlich bin ich nicht wirklich für die Beschneidung.


    Aber "Happy End":

    Zitat

    Und werdet Ihr Jamal nun beschneiden lassen?

    Ja, in diesem Sommer.

    Könnte man sich auch vorstellen, dass das JM

    Zitat

    Ich finde die Praxis im Judentum schlecht

    auch nur in Erwägung gezogen hätte zu veröffentlichen?

    Aber man kennt das ja beim JM, gerade erst im Dezember:

    Zitat

    Es war für dich also klar, dass die Beschneidung – auch wenn sie ohne Ritual vollzogen würde – dennoch am achten Tag stattfinden sollte?
    Signe: Wenn, dann richtig. Das hat aber auch den praktischen Grund, dass man die Beschneidung innerhalb von acht Tagen ohne Betäubung durchführen kann.


    "Familienfrieden", das ist doch auch mal ein Argument. Der Patriarch bestimmt, Frauchen fügt sich brav!
    Ansonsten droht ja wohlmöglich Sure 4:34...
    Das wäre doch jetzt mal was für unsere lieben Feministinnen! 8)
    Die haben ja Sure 4:34 umgedichtet. Wenn man den Koran uminterpretiert (bzw. umübersetzen) kann, damit er frauenfreundlicher wird, warum kann man dann den Talmud nicht uminterpretieren, damit er kinderfreundlicher wird? (Den Koran müsste man dafür nicht mal uminterpretieren, da steht ja nichts von VA drin.)

    Wann kommt den beim JM mal was über Brit Shalom? Anscheinend nur in Leserkommentaren.

    There is no skin like foreskin

  • Ich bin ob dieser Prosa müde...

    Wir hatten im Nachbarthread etwas über unser Grundgesetz diskutiert. Im Rahmen der Gesetzgebung kommt es immer wieder vor, dass neue Gesetzes verfassungswidrig sind. Nachdem ich diesen Artikel gelesen und darüber etwas nachgedacht habe, sind mir sogar Zweifel an unserem Grundgesetz selbst gekommen.

    Das Grundgesetz garantiert das Recht auf körperliche Unversehrtheit und gleichzeitig die Religionsfreiheit sowie das Recht der Eltern für ihre Kinder entscheiden zu dürfen. Dadurch, dass hier für stupide Gesetzesbastler (siehe Gesetzesentwurf § 1631d BGB) nicht ausdrücklich die Hierarchie für aus der Übung gekommene Juristen klar erkennbar ist, sehe ich damit sogar das Grundgesetz in sich widersprüchlich. Es wäre an der Zeit klarzustellen, dass die Reihenfolge der Artikel auch gleichzeitig die Hierarchie innerhalb des Grundgesetzes festlegt.

    Jedenfalls schockieren mich solche Sätze immer wieder auf neue: 

    Zitat

    Für ihn ist die Beschneidung ein wichtiges Zeichen als Bekenntnis zur Religion.


    Für mich wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn der Gesetzgeber hier allen mit diesen Ambitionen klar zu erkennen geben würde, dass sie in solchen Fällen ihre Religion sonst wohin stecken können nur auf sich bezogen ausleben dürfen bzw. gefälligst die Finger und Messer von ihren Kinder lassen sollen.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • sehe ich damit sogar das Grundgesetz in sich widersprüchlich

    Nein, an der Stelle ist das GG nicht widersprüchlich. Durch Art. 140 GG werden einige Artikel der Weimarer Verfassung übernommen, z.B Art. 136.:

    Zitat

    (1) Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.

    Also wird das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes nicht durch die Religionsfreiheit der Eltern beschränkt.

    Zitat

    (4) Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an religiösen Übungen oder zur Benutzung einer religiösen Eidesform gezwungen werden.

    Art. 137 WV:

    Zitat

    (3) Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes...

    Zitat

    (7) Den Religionsgesellschaften werden die Vereinigungen gleichgestellt, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen.

    Dei Kinderohrläppchenabschneider wären von daher den Vorhautabschneidern gleichgestellt. Wenn beides nicht gegen diverse Artikel des GG verstoßen würde.

    Krass widersprüchlich ist das GG an einer ganz anderen Stelle, und die ist wie die MGM männerfeindlich:

    Art 3.

    Zitat

    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

    Zitat

    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes... benachteiligt werden.

    Art. 12a

    Zitat

    (1) Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.
    (4) ... Frauen...dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.

    Das ist eigentlich lächerlich, aber das BVerfG hat 2002 unter der Präsidentin Jutta Limbach unter viel Geschwurbel gesagt das wäre völlig OK:

    Zitat

    Art. 12a Abs. 1 und Abs. 4 Satz 2 GG haben unverändert gleichen verfassungsrechtlichen Rang mit Art. 3 Abs. 2 und 3 GG. Das Amtsgericht setzt sich, indem es Art. 12a GG zu einer verfassungswidrigen Verfassungsnorm erklärt, weil sie gegen das Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 2 und 3 GG verstoße, über diese Ranggleichheit hinweg.

    Zitat

    Diese Entscheidung ist unanfechtbar.


    Limbach Jentsch Di Fabio

    Di Fabio dürfte den meisten noch in Sachen Genitalverstümmelung in unguter Erinnerung sein.

    Jutta Limbach hatte 2012 bei der Verleihung des Heinz-Galinski-Preises eine eklige Lobhudelei losgelassen, und dann kam vielsagend:

    Zitat

    »Toleranz«, so Limbach weiter, »zielt auf das Aushalten und Ertragen von Meinungen und Haltungen, die den eigenen strikt zuwiderlaufen. Und diese Tugend ist gerade dort gefordert, wo gegensätzliche Glaubensvorstellungen konflikthaft aufeinanderstoßen.

    Merkel ging dann auch anschließend prompt auf die "Toleranz" (gegenüber Erwachsenen, bzw. die mangelnde Toleranz gegenüber den Körpern von gesunden Jungen) ein:

    Zitat

    »Doch es ist traurig, dass es überhaupt dieses Gesetzes bedurft hat, um wieder Rechtssicherheit herzustellen… in einer Frage, in der der soziale Friede über Jahrhunderte eigentlich nie gefährdet war«.

    Das führe sie zu der Frage, wie Toleranz für Riten herstellbar sei, »die der Mehrheit völlig fremd, für die betroffene Minderheit aber essentiell« sind.

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  • Zitat

    Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

    Bedeutet dies im Zweifel, dass Jungen und Mädchen nicht gleichberechtigt sind *** duck weg ***

    Das Thema benachteiligen und Geschlecht könnte übrigens auch schön fehlinterpretiert werden. Jungen wird ja nichts bei der Zwangsbeschneidung genommen, was Mädchen in exakt gleicher Form jemals gehabt haben. Reden wir also vielleicht sogar um eine teilweise geschlechtsangleichende Amputation im Rahmen der Verminderung einer teilweise bestehenden biologischen Ungleichheit *** duck weg und renn ***

    Die Juristerei ähnelt hier den Religionen. Sobald Textgläubige alles verdrehen und den wahren Sinn mit Füßen treten, entsteht Leid und Unrecht.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Zitat

    Powerpoint-Karaoke

    :thumbup:
    Den kannte ich noch nicht...

    Zitat

    Denn, so fuhr ich fort, wenn ich aus diesem Vortrag alles abzöge, was da an soziologischem Geschwafel, an Phrasen und Rhetorik drin war, bliebe gar nichts mehr übrig. Ich hätte da keine Aussage drin gefunden. Die glotzten mich fassungslos-verständnislos an. Ich lege nach: „Was wollten Sie damit eigentlich sagen?” Gelächter im Publikum, aber die Gesichter auf dem Podium hätten Ihr sehen müssen. Wenn Blicke töten könnten.

    Wenn Blicke Vorhäute abtrennen könnten! Selten so gelacht! :D

    Tausend Dank an Hadmut Danisch für diese köstliche Rezensur!

    Zitat

    Später sprach mich draußen noch ein hoch amüsiertes Ehepaar lachend an und meinte, sie hätten das ganz genauso gesehen wie ich, sich aber nicht getraut, das so direkt zu sagen

    Ja, da hat ein Mann mal MUMM (und es gehört ja Mumm dazu, aus der Masse des Publikums herauszutreten, sich zu exponieren, und keine Lobhudeleien sondern Kritik zu äußern) - dann wird aus diesem Mut - eine "Krise der Männlichkeit" gemacht... :FP01

    Zitat

    Das ist halt so der Haken an der Sache, wenn man verständlich redet: Dann merkt das Publikum halt auch, dass es Humbug ist.


    :thumbup:


    Zitat

    Auch sie hob auf das vermeintliche Paradoxon zwischen individueller Selbstbestimmung und dem Recht des Staates hinaus, und erwähnte, dass die Beschneidung in den USA, in England, in Frankreich usw. überhaupt nicht in Frage gestellt würde, nur in Deutschland.

    Wenn das stimmt, dann lügt die Frau, oder sie hat überhaupt keinerlei Durchblick.

    Zitat

    In Australien hingegen diene die Beschneidung dazu, das Känguru wegen dessen langanhaltender Erektionen zu imitieren.

    Wenn ihr nicht werdet wie die Kängugurus.. das hat die Bundesregierung noch ganz vergessen in der Gesetzesbegründung, es gibt da draußen nicht nur die von ihr erwähnten Xhosas (wo es leider oft tödlich endet)!

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