Beschneidung mit 26, der Fehler meines Lebens

  • Wobei, ich müsste das nochmal genau nachrechnen. Richtet sich nach Art.229, Paragraf 6 EGBGB i.V.m. 199 Abs.2 BGB a.F. bzw. 197 BGB n.F. Ziemlich kompliziert. Und ich rede nur über Zivilrecht, Strafrecht ist in jedem Fall raus.

    Aber Urolüge hat hier erst einmal eine Plattform, um zu erzählen. Was er dann machen möchte und wie er damit umgeht, ist seine Entscheidung, die ich hier an dieser Stelle erst einmal zurückstellen möchte. Jetzt hören wir ihm erst mal zu, ja? :)

  • Zivilrecht ist besser. Wird teurer. *g*

    Und bin ja schon still. Ich habe nur gerade boshafte Bilderchen im Kopf, die darf ich, ja? :)

  • Die Anfangs erwähnte Aussage:"Das machen wir jetzt wie besprochen" galt schon mir. Der Blick auf seinen Studenten sagte eher :" Was mach´mer jetzt, ich hab dir doch was zum schnippeln versprochen". Merke: Die Notitz "Lehrkrankenhaus der Universität XY" ist, glaube ich, nicht unbedingt ein Pluspunkt bei der Klinikwahl ( wohl besonders bei risikofreien Routine-OP´s)

    Finanzieller Ausgleich. Verstehe schon, aber was wäre der Preis gewesen. Sich als psychisch labiler Hypochonder hinstellen lassen. Sich daran aufreiben einen Pfusch nachzuweisen der dir kein Arzt bestätigt "Was wollen Sie denn, schaut doch super aus".(eine Krähe hackt ...). Und Geld ? Was ist so was wert? Ich würde alles geben was ich habe um´s rückgangig zu machen,aber Geld dafür nehmen? Meine Kinder sagen zu Geld "Zettel", was auch dessen Wert entspricht. Kein Geld der Welt kann einen für sowas entschädigen, mich würde es sogar beleidigen/noch mehr verletzen.
    Höchstens wegen mangelhafter Aufklärung hätt ich was machen können. Aber als ich dies begriff war es eh schon verjährt. Und als es noch möglich war, ich hätte es nicht geschafft, da hatte ich Arbeit mit mir selber.
    Aber Aufklärung: Ich war die letzte Zeit nochmal bei ein paar Urologen, die mich auch an größere Kliniken Überwiesen. (überall die Diagnose Meise, wen´s interessiert) Aber auf das Wort Erweiterungsplastik kam immer die, manchmal sogar aggressiv formulierte Antwort "So etwas gibt es nicht, das kann man nur so lösen". Frage an euch. Hat es schon einmal einer geschafft, den Satz, "Ich habe aber im Internet gelesen ..." in Gegenwart eines Arztes zu vollenden?

    Das ist es was mich heute noch schockiert und ich nicht verstehe, dieses leugnen das es auch anders geht. Vor ein paar Monaten, ich war in der Dusche, kam unser ältester (8) und fragte mich: "Du Papa, warum schaut eigentlich dein Penis so komisch aus?". Ich erklärte das man was wegschneiden mußte, ging halt nicht ander´s. Darauf mein Sohn: "Ja weißt du, dem ...(Klassenkamerad) sein Penis schaut genauso aus". Schluck. Garantiert nicht kulturell. Seine Eltern sind gute Bekannte von uns. Die haben noch 2 kleine Jungs.

    Meine Geschichte schreib ich schon noch weiter, verzeiht wenn ich sie Stellenweise mit scheinbar unwichtigen Details ausschmücke, aber zum Schluss ergibt´s ein Puzzle, daß sich mein paranoides Hirn zusammengesetzt hat.

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Höchstens wegen mangelhafter Aufklärung hätt ich was machen können. Aber als ich dies begriff war es eh schon verjährt.


    Wieso wird hier die Sache immer wieder so dargestellt, als sei sie verjährt?

    Bei Behandlungsfehlern gibt es eine Gesamtverjährungsdauer von 30 Jahren. Eine kurze Verjährungsfrist von drei Jahren beginnt für Fälle ab dem 01.01.2002 innerhalb dieser 30 Jahre erst dann zu laufen, wenn der Betroffene Kenntnis vom Behandlungsfehler erlangt hat. Ein körperliches Leid muss der Patient dabei nicht zwingend mit einem Behandlungsfehler in Verbindung bringen, insbesondere dann nicht, wenn er nicht umfassend aufgeklärt und ihm eine psychiatrische Behandlung nahegelegt worden ist.

    Ich möchte ja niemanden zum Prozessieren ermuntern, halte aber das Streuen ungenauer Informationen über Verjährung für unverantwortlich.

  • Und Du kannst selbst mal 2014 minus 14 rechnen. Macht nicht 2002.


    habe ich auch nicht behauptet. Für Urolüge fällt die kurze Verjährungsfrist dann sogar weg. Ich habe sie nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

    Ich stelle fest, dass ich hier für den Hinweis auf ungenaue Informationen zurechtgewiesen werde. Das ist schon unglaublich!

  • zurechtgewiesen

    Lutz, mach doch bei so Sachen einen Verweis zum Verjährungsstrang und schreib dort weiter. So kann sich die Diskussion weiter um Urolüge drehen und driftet nicht ab in Juristisches, die recht schnell sehr technisch und kontrovers wird und dann kaum mehr etwas mit Urolüge zu tun hat.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Hallo,ja das empfinden viele Männer so,wenn es zu spät ist.Und immer noch wird behauptet Araber sind beschnitten und haben alle guten Sex und sind so potent.
    Dies ist erstens nicht wahr und zweitens,wenn eine ganze Rasse es gewohnt ist,hart zu manipulieren,dann kennen Sie es nicht anders und im übrigen halte ich es für möglich daß es bei der Sexualität zwischen Europäern und anderen Rassen auch grundsätzliche Verschiedenheiten/ Unterschiede geben kann.(keine Wertungen!)
    Dein Spannungsgefühl kannst Du mindern,egal ob Du eine Vorhaut wieder haben möchtest oder nicht,in dem Du von Deinem Unteren Bauch / Peniswurzel / Ansatz hin zum Penisschaft massierst und Deine Haut unter Spannung und Zug setzt und damit zum Wachsen Neuer Hautzellen anregst.Wenn Du erste kleine Fältchen am unteren Schaft sehen kannst,also 1,2 mm.dann massierst Du die weiter Richtung Schaftmitte.
    Dann massierst Du Deinen Schaft abwärts von der Eichel beginnend zum Bauch.Nach einigen Wochen wird Dein Spannungsgefühl weg sein oder vermindert sein!Nur an der Haut fassen,niemals das gesamte Glied ziehen.
    Alles Liebe für Dich!

  • Zuerst einmal, ich find euch manchmal echt zum Fressen mit euren Kabbeleien. Aber im Ernst, ich bin echt dankbar andere gefunden zu haben, die auch unter diesem Mist leiden, mich austauschen kann und auf Verständniss stoße. Das hatte ich noch nie, sondern nur den Eindruck und das Gefühl es wäre meine Schuld, mein persönliches Versagen, nur nicht im Kopf dazu bereit.
    Bin auch dankbar für die Tips, habe aber echt schon viel probiert. Das Spannungsgefühl in der Länge hat sich verbessert, hab auch nachgeholfen. Die schmerzende Narbe wurde auch besser, stört aber immer noch. Ich weiß ja nicht, aber kann man bei einer VA auch in Hautschichten rumschneiden, wo man gar nichts verloren hat. Bei einer Erektion fühl ich deutlich leichte Veränderungen unter der Haut.(Am Anfang extremer, wurde auch besser).Meinte das der Arzt im Frühjahr mit "Narbe lässt sich nicht vom Untergrund abheben/latent mit Untergrund verwachsen". Anfangs war meine Eichel nur schmerzhaft (duschen nur einhändig um zu bedecken/Unterwäsche). War dann sogar froh als es abstumpfte und sich Quasi Hornhaut bildete. Hab mir meine Eichel trotz Gleitmitteleinsatz wund gerieben bis ich mich endlich "entladen" konnte. Hab später trotzdem probiert sie wieder empfindlicher zu machen ,und mein bestes Stück wochenlang "in Watte gepackt" und eingecremt, aber keine Erleichterung/Verbesserung.

    Also danke an euch alle. Und meine Geschichte erzähl ich noch zu Ende, muss dazu aber immer Zeit und Ruhe finden um wieder in den Mist von damals "abtauchen" zu können.

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Na dann, wieder mal ein Stück meines Lebens. Ein Detail das ich noch vergessen habe. Bei der Nachbeschneidung in Klinik B war zuerst nur ein Arzt am Schnippeln. Kaum hatte er angefangen, kam eine junge Ärztin ums Eck und fragte ihn ob sie noch helfen dürfe. Sie durfte, und kurz darauf sagte sie leise zu ihm:"Schau mal", er nickte nur kurz und war danach sehr einsilbig. Der Eingriff dauerte max. 15min. und ich durfte sofort gehen, ohne Nachkontrolle. Ich bedankte mich noch, aber der Arzt kam mir nicht mehr so gutgelaunt vor (Bauchgefühl). Und noch ein Detail, der Urologe, der mich zum Psychiater überwies, probierte mich mit den Worten zu trösten, er habe ein Montagsauto und ich halt eine Montagsbeschneidung (er meinte es echt mitfühlend, er konnte es halt nicht besser)

    Das was folgte hab ich ja schon oben beschrieben, ne Narbenphimose in der Eichelfurche, Schmerzen, sexuelle Frustration, Depression, Suizidversuch(e), Psychiatrie. Dort dann einmal die ganze Palette Antidepressiva rauf und runter, keines half, das einzige was ich immer bemerkt waren die Nebenwirkungen, aber keine Stimmungsaufhellung. Das letzte Mittel das mir verschrieben wurde verschaffte mir etwas Linderung. Es war ein Neuroleptika, zur Behandlung von Schizophrenie, also das Wahrnehmen und Fühlen von Dingen, die nicht der Realität entsprechen. Das Zeug nahm ich ca. 7 Jahre.
    Psychotherapeutisch sagte man mir, "Sie glauben doch nicht, mit einer solchen Depression befriedigenden Sex haben zu können". Irgendwann denkst du dir, die könnten ja recht haben. Also probierte ich mein Problem auszublenden, und mein Leben wieder in den Griff zu bekommen und stürzte mich wieder in meine Arbeit. (in der Psychiatrie lernte ich auch meine heutige Frau kennen und lieben, sie war Krankenschwester in Ausbildung und sie wusste somit auch von Anfang an von meinem Beschneidungsproblem).

    Und dann gibt es Momente die vergisst du nie. Es war nun über 1 Jahr das ich versuchte mein Problem so gut es ging auszublenden und mein Leben zu leben. Aber es besserte sich nicht und meine Zweifel wuchsen. Meine Frau kam nach Hause, sie hatte Unterricht (Krankenschwesterausbildung in der Klinik die meine erste OP machte), und erzählte mir, dass heute Urologie dran war. Nachdem Unterricht ging sie zum lehrenden Oberarzt, und stellte Fragen bezüglich Zirkumzision, war an dem Tag auch dran. Sie stellte auch die Frage nach Komplikationen bei einer Beschneidung, worauf dieser meinte, eigentlich keine, er wisse nur von einem Fall vor ca. 3 Jahren, bei dem einem 26jährigem Patienten Nerven durchtrennt wurden. Aber das sei auch nicht so schlimm, die könnten wieder zusammenwachsen. Der Oberarzt war der erste der mich 10 min. nach meiner ersten OP unters Hemdchen schaute um zu Kontrollieren. Das alles erzählte sie mir freudestrahlend, um mir Hoffnung zu machen, das wird schon wieder, und das es mein Fall sein müsse, er habe noch Sachen erwähnt, die nur auf mich zuträfen. Und für mich brach irgendwie alles zusammen, alles Lug und Trug, wem kann ich noch trauen. Und was soll sich nach 3 Jahren noch bessern/zusammenwachsen. Ich war zwar noch in Therapie, erzählte aber nichts. Es war auch eher keine Therapie sondern alle 4 Wochen ein Rezeptabholen für meine Pillen. Es kamen wieder stark depressive Phasen und wenn ich so zurückdenke, meine arme Frau.
    Sie meinte auch immer ich sollte mir alle Unterlagen Zusammentragen, alle Arztbriefe, Op-Berichte. Ich konnte nicht, wollte nichts mehr davon wissen. Na bis Ende 2013 ich mich aufmachte zusammenzutragen was noch vorhanden ist. Die größte Überraschung war der Arztbrief des Urologen(der mit dem Montagsauto) mit dem er mich an den Psychiater verwies (der diesen glaub gar nicht gelesen hat). Darin schreibt er, das er mich psychisch stabilisieren soll. Er habe schon mit einer Ärztin in München über meinen Fall gesprochen,die einen "operativen Eingriff im dystalen Bereich?" andenkt. Er habe mir nichts gesagt, um nicht wieder falsche Hoffnungen zu wecken , da die momentane Situation eh sehr frustrierend für mich sei, und er eine gewisse Suizidgefahr sehe. Und besagte Ärztin (spezialisiert auf geschlechtsangleichende OP's) würde den Eingriff nur an einem psychisch stabilen Pat. vornehmen (alles meine Worte, hab den Arztbrief schon noch). Na und dann die Diagnose des Psychiaters "psychosexuelle Entwicklungstörung aufgrund eines urologischen Problems, das aber inzwischen operativ behoben wurde", schon war ich "gefangen" in der Psychiatrie. War dann auch nicht mehr bei dem Urologen, denn ich meinte er hat mich fallengelassen/aufgegeben. Ausserdem ging er ca. 2010 in Rente, und welch Ironie, der Oberarzt der Klinik übernahm seine Praxis.


    Schreibe bald zu Ende, schon wieder so spät.

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  • Hallo Urolüge,
    danke für Deine Fortsetzung. Man kann wohl nur erahnen, was Du durchgemacht hast ;(
    Danke, dass Du all das mit uns teilst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es unheimlich befreiend sein kann, Schmerz auszusprechen. So geht es nicht allen, manche belastet die weitere Auseinandersetzung damit nur noch weiter. Wie geht es Dir damit?

    Sie durfte, und kurz darauf sagte sie leise zu ihm:"Schau mal", er nickte nur kurz und war danach sehr einsilbig.

    Diese Stelle ist mir noch nicht so ganz klar. Was hat sie ihm da gezeigt? Hat sie dabei auf Deine Wunde gedeutet?

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Es geht mir gut damit. Es ist ein Teil meines Lebens, so passiert, nicht mehr änderbar, muss es annehmen, sonst.... .Und es fühlt sich befreiend an den Mist "abzuladen". Ich verstehe aber jeden, der sich damit nicht mehr auseinandersetzen will da es ihn nur noch mehr belasten würde. Das war bei mir auch sehr lange so, aber es holt dich einen immer wieder ein. Es belastet mich zwar immer noch, aber irgendwie anders. Also Danke fürs "zuhören".
    Das "Schau mal" bezog sich eindeutig aufs OP-Gebiet, sie hatten gerade alle Hände im Einsatz (ich hab immer noch den Geruch verbrannten Fleisches in der Nase vom Lötkolben mit dem die Blutungen verödet werden).
    Der Montagsautourologe überwies mich immer zusammen diesem OP-Bericht an Größere Kliniken, hab ihn jedoch nie zu Gesicht bekommen, und er ist inzwischen schon vernichtet. Den der ersten Klinik habe ich mal gelesen, stand aber nichts besonderes drin. Nur der AIPler war nicht erwähnt, dafür stand ein anderer Arzt drin, der definitiv nicht dabei war.

    Ich hoffe das alles irgendwie verständlich, nachvollziehbar von mir erzählt wird, ist ja echt ein Roman. Wenn einer sagt, den Mist was ich da von mir gebe, kann er nicht glauben, ich verstehe es. Ich glaubs manchmal selber nicht so wirr und verschachtelt ist das ganze.

    Fortsetzung folgt.

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

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