ich finde es unglaublich, sowas das Ergebnis von Frauenemanzipation und moderner Religionsausübung!
Ich finde es auch sehr verwirrend - das Bildungsniveau als Ärztin, die Zugehörigkeit zum Reformjudentum - aber beschnitten werden muss. Kann da der Analyse von Pizarro73 nur zustimmen.
Die Filme habe ich nicht angesehen und kann ich im Moment auch nicht ertragen - ist es Deusel, die so empathisch lächelnd wirkt? Egal welche Verstümmlerin, wundern tut mich nicht mehr, dass es diese Kombi von hartherzigem Verhalten und freundlichem Auftreten gibt. Ist mir ohnehin, wenn auch in schwächeren Abstufungen, aus meinem Privat- und Berufsleben schon sehr gut bekannt. Ich habe auch in zwei einschlägigen Fernsehdiskussionen in 2012 gesehen, wie der für die Beschneidungserlaubnis Werbende hartnäckig in die Kamera lächelt. Vielleicht können so etwas Frauen besser? Aber Rabbi Ehrenreich sah da wirklich aus wie ein Honigkuchenpferd.
Irgendwie muss man mit dieser verwirrenden Situation bzw. den vielen von Beschneidungs-Propagandisten verschossenen Nebelkerzen umgehen. Sie halten sich selbst für die Güte in Person, deshalb können sie das so gut und würden auch nicht verstehen, was ich hier mit Nebelkerzen meine.
Die moralische Bewertung von Aggressoren: ich praktiziere da beide Sichtweisen, einmal sind sie einfach verrückt und selbst schwer traumatisiert (als Kind Zeugin von Beschneidung, kann das traumatisieren? und, zum Überleben, redete sich das kleine Mädchen ein, dass die Eltern alles nur gut meinen, denn die Eltern waren nicht nur bei der Beschneidung ihres Bruders hartherzig?), ein anderes Mal neige ich doch zur moralischen Verurteilung, denn es ist empörend, wie sie einfach über die späteren MÄnner hinweggeht, die sie fragen werden, ob sie ihnen ihre Vorhaut zurückgeben kann.