Zitat von wernerJe stärker man sich für die Kinderrechte einsetzt, desto mehr geraten die Beschneidungsbefürworter in das gesellschaftliche Abseits, desto deutlicher wird die Absurdität archaischer Religionsriten in der Jetztzeit.
Dieses Einsetzen erfolgt aber auf Seiten der Politik mit einer extremen Einäugigkeit. Auf einem Auge ist man blind. Ja, Schönheitsoperationen, Missbrauch, Prügel - da wird geschützt. Da zählt der Wille der Eltern nicht. Da schlägt das Strafgesetz zu.
Aber die Genitalien von Jungen und Intersexuellen, die sind vogelfrei.
Andererseits macht es auch irgendwo wieder Sinn: Sowohl Nacktheit als auch genitale Intaktheit sind die natürlichen Urzustände des Menschen. Das eine wird jetzt verboten, und die Zerstörung des anderen wurde vor gut einem Jahr legitimiert.
Wenn wir alle nackt herumlaufen würden - dann wäre die Zerstörung immer offensichtlich. Dann würde vielleicht mehr darüber nachgedacht, was da angerichtet wird.
Es ist doch auffällig, dass sich Muslime ihren Kindern nicht einen Halbmond auf die Stirn brennen, oder Juden einen Davidstern.
Meiner Meinung nach wäre - für eine Übergangszeit - ein Kompromiss in Form eines fast unblutigen Rituals - ein kleiner Ritzer, ein Tropfen Blut - weitaus besser als das was wir jetzt haben. Die Vorhaut blieb erhalten, Tätä! das Kind wäre be-schnitten (der Form wäre genüge getan) - und wenn es will, kann es sich die -Vorhaut (egal ob Penis- oder Klitoris-) ja später noch entfernen lassen.