Der Artikel betrachtet Antisemitismus größtenteils aus anderen Blickwinkeln, aber im letzten Abschnitt geht es auch um die Beschneidung. Mit dem Schlusssatz bin ich nicht ganz einverstanden. Es ist die Rede vom "relativ (!) geringfügigen Eingriff der Beschneidung" im Vergleich zur "immense[n] psychische[n] Zurichtung im Christentum".
MIZ: Fragmentierter Antisemitismus
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Danke, Laffelrog, für den Link.
Der letzte Abschnitt bzw der gesamte Artikel ist offenbar aus der Perspektive des Kulturrelativismus' verfasst. Wenn man das eine kritisiert, müsste man auch das andere kritisieren, ansonsten ist man "anti" bzw. am besten kritisiert man überhaupt nicht. Nein.
Es gibt im Kulturenvergleich Sachverhalte, die sind rational bewertet weniger ethisch als vergleichbare andere. Dies muss man sagen dürfen, ohne gleich in die Gruppe der Anti-wasauchimmer zu rutschen.
Ich halte die frühkindliche einseitige Ideologisierung (in welche religiöse oder politische Richtung auch immer) zwar ebenfalls für kritikwürdig, aber die Taufe ist nun ganz sicher eine andere Nummer als die Amputation eines Körperteils und die damit verbundenen Schmerzen, möglichen Komplikationen und lebenslange Kennzeichnung.
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Es geht ja nicht nur um die Taufe, sondern um die Gesamtheit der "immensen psychischen Zurichtung" im Christentum. Diese jedoch mit einem punktuellen Ritual zu vergleichen, ohne die damit verbundene "Zurichtung" zu thematisieren, sollte einem Wissenschaftler dieses Ranges eigentlich nicht passieren, wenn er sich nicht dem Vorwurf einseitiger Bagatellisierung aussetzen will.
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"immensen psychischen Zurichtung"
Ich wüsste auch mal gerne, welche Religion genau welche immensen Zurichtungen bewerkstelligen, und wie sie das machen. Und wenn wir schon dabei sind, kann man gleich die "immensen psychischen Zurichtungen" der Konsumgesellschaft auf die Seelen der Bürger analysieren.
Problematisch finde ich Formulierungen, die das Wort viele gebrauchen, so wie Graumann auch gerne die Wörter "manche", "einige" gebraucht, in der eindeutigen Absicht den Misskredit auf ganze Bevölkerungsgruppen zu werfen. Hier passiert as nachdem Tabellen genaue Prozentzahlen ausgeben.
ZitatDie Identifikation mit der Nation lässt viele Deutsche das deutsche Verbrechen Auschwitz als persönlichen Makel empfinden.
ZitatDiese Grauzone wurde in der Beschneidungsdebatte deutlich, die von Säkularen aber auch von Rechten vorangetrieben wurde — mit sicher meist unterschiedlichen Motiven, aber ähnlichen Argumenten. Zudem ist es plausibel anzunehmen, dass bei vielen Personen beide Motive überlappen.
Was ist nun viele? ist es relativ zur Gesamtheit zu verstehen oder sind 500 Menschen schon "viele"?
Ich verstehe darunter deutlich mehr als 50%.
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Eigentlich wäre es Aufgabe des Autors, diese Zahlen zu liefern, anstatt es bei einer Plausibilitätsvermutung zu belassen. Wenn er allerdings jedwede Kritik am Judentum als antisemitisch definiert, fällt Beschneidungskritik natürlich auch darunter. Bad Science.
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Hier liegt der Schlüssel zum Verständnis:
Zitat...und arbeitet am Zentrum für Antisemitismusforschung
Wer an einem Zentrum für Feminismusforschug arbeitet, wird unter jedem Stein das unterdrückende Patriarchat finden, und wer an einem Zentrum für Antisemitismusforschung arbeitet, der findet eben dort Antisemitismus. Sonst wird er arbeitslos!
Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing'!
Der Autor arbeitet eben nicht an einem Zentrum für Antichristismusforschung, sonst würden ihm die Worte "die immense psychische Zurichtung im Christentum" gar nicht über die Lippen gehen, vielleicht würde er sich dann bitterlich über die antichristliche Behandlung der "12 Stämme" beklagen, wo die ihre Kindern doch nur streng nach der heiligen Schrift erziehen!
"Zurichtung"? Spricht da ein Alt-68er? Ex-Kommunarde?
Meine Güte, Erziehung ist eben auch das: Zurichtung! Dass Eltern versuchen, ihren Kindern eine Richtung zu geben, auf dass sie nicht orientierungslos durchs Leben irren. Kindern müssen nun mal Werte vermittelt werden!
Man kann alles "übel zurichten" oder auch gut zurichten.Warum die "psychische Zurichtung" bei Christen nun "immenser" sein soll als bei Muslimen oder bei gläubigen Juden? Das verschweigt der Autor. Er arbeitet halt am Zentrum für Antisemitismusforschung.
Wenn man nicht will, dass christliche Eltern ihre geistigen Werte an ihre Kinder weitergeben, dann kann man das nicht verbieten, wie man Körperverletzung verbietet. Dürft ihr nicht! Die müssten sich ja den ganzen Tag den Mund zuhalten, ihren Glauben vor ihren Kindern verleugnen.
Dann muss man schon konsequenter sein:
Den Christen ihre Kinder wegnehmen, sie in staatliche Heime stecken, wo sie dann unsozialundemokratisch indoktriniert, von Volker Beck "einverständlich" aufgeklärt, und von Sahra Wagenknecht kommunistisch platformiert werden könnten. (Die Union muss wegen ihrer pösen christlichen Vergangenheit natürlich außen vor bleiben)
Erziehung, auch religiöse Erziehung mit Genitalverstümmelung zu vergleichen ist total daneben. Eines Wissenschaftler unwürdig.
Wie heißt es so richtig im §1631BGB (ohne "d"): "Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung!" -
Man sollte es mit der interessengeleiteten Wissenschaft nicht übertreiben. Da kann leicht mal die eigene und die Reputation des Instituts ins Wanken geraten.
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Ich wüsste auch mal gerne, welche Religion genau welche immensen Zurichtungen bewerkstelligen, und wie sie das machen. Und wenn wir schon dabei sind, kann man gleich die "immensen psychischen Zurichtungen" der Konsumgesellschaft auf die Seelen der Bürger analysieren.
Nun, ich gehe davon aus, dass er den Einfluss meint, den religiöses Gedankengut auf die menschliche (nicht nur kindliche) Psyche bzw Charakterentwicklung haben kann. Himmel/Hölle, gut/"böse", in Sünde geboren, strafender Gott etc. fallen mir da spontan ein.
Ich teile diese Auffassung bis zu einem gewissen Grad, aber Guy hat freilich recht, dass solche prägenden Einflüsse auf die Psyche auch in vielen anderen Bereichen auftreten. Der Staat kann hier schwerlich mitreden, bei Körperverletzung hingegen schon.
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"Zurichtung" ist ja eindeutig massiv negativ konnotiert. Diese pauschale (!) Charakterisierung würde ein Christ, der ein positives Verhältnis zu seinem Glauben hat, zu Recht zurückweisen. Die Formulierung riecht nach Kampf der Religionen.
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Warum sollte jene "Zurichtung" überhaupt beim "Feld-Wald-und-Wiesenchrist" "massiver" sein als bei Muslimen, oder gläubigen Juden?
Extremisten gibt es doch von jeder Religion. Z.B. fundamentalistische Scharia-Muslime, Ultra-Orthodoxe Juden....
Das riecht nicht, das stinkt. -
"Zurichtung" ist ja eindeutig massiv negativ konnotiert. Diese pauschale (!) Charakterisierung würde ein Christ, der ein positives Verhältnis zu seinem Glauben hat, zu Recht zurückweisen. Die Formulierung riecht nach Kampf der Religionen.
Genau das meinte ich. Zurichtung steht hier als vermutliche Retourkutsche zum Vorwurf der Zurichtung per Skalpell, durch die Beschneidung.
Hier wird wieder versucht Übel mit Übel zu vergelten. Das ist Sandkasten-Rhetorik.
In allen Religionen gibt es einen radikalen Anteil im Klerus, der mehr Interesse hat an Macht als an der Tradierung der Inhalte der Religion. Das einander gegenüberzustellen ist der hilflose Versuch sich reinzuwaschen und dabei eine friedliche religiöse Mehrheit zu verunglimpfen.
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Zitat
"Die MIZ ist seit über 30 Jahren das politische Magazin für Konfessionslose und AtheistInnen, FreidenkerInnen, HumanistInnen und SkeptikerInnen, Ungläubige aller Art."
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Oh, oh, das verräterische Binnen-I! Dann ist auch klar, warum die MGM mit religiöser Erziehung, und nicht mit dem naheliegenden, mit der FGM verglichen wird!

Freidenker wollen die sein? So frei, dass man nicht mal über seine eigene körperliche Vollständigkeit entscheiden darf?

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