PTBS aufgrund frühkindlichen "Eingriffs" und Frenulumamputation

  • Hallo Männer,

    danke für eure Rückmeldungen....

    Ich merke, dass ich im Moment nicht die Kraft habe, da gerichtliche Schritte einzuleiten. Ich habe genug damit zu tun, psychisch mit der ganzen Scheiße klarzukommen und meine doch auch gefährdete Arbeitsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Für mich sehr beängstigend.

    Baba, ich spüre an der Vorhaut schon was, sie ist sehr sensibel, aber nicht so sehr im Sinne von Lust, zumindestens nicht mehr, wie jedes andere nicht verhornte Stück Haut an meinem Körper.

    Ich stehe halt für die Erfahrung, wie sehr das Frenulum für Lustgefühle zuständig ist.

    Wenn ich die Kraft habe, werde ich nochmal zu einem Urologen gehen, um den zu fragen, was da bei mir gemacht wurde. Eine Verlängerung (Frenulotomie) oder eine Entfernung (Frenulektomie). Irgendwie will ich das wissen, weil verabredet war eben "nur" eine Verlängerung. Und bei mir sieht das halt so aus, als ob der das wirklich weggesäbelt hat. Ob ich, falls der eben nur eine Verlängerung gemacht hätte, anders oder mehr fühlen würde, das kann ich nicht berichten.

    Mich interessiert das schon. Denn: Sagen wir mal, ein erwachsener Mann muss sich entscheiden, sich beschneiden zu lasen, dann muss er doch auch entscheiden, was mit dem Frenulum passiert.
    Ich weiß auch nicht,....

    Bezüglich der Aufklärung. Also mündlich hat der Typ mich nicht aufgeklärt, ich glaube unterschrieben habe ich was, weiß ich aber nicht mehr. Und wenn dann eben irgendsowas von wegen die sexuelle Empfindung kann sich verändern...

    Ich wusste damals, dass ich meine Vorhaut eigentlich nicht verlieren will, und der Arzt sagte, wir könnte das mit der Verlängerung des Bändchens ja mal probieren. Ich habe jetzt gelesen, dass es den Rat gibt, bei Phimose wenn es sein könnte, dass das Bändchen zu kurz ist, erst dieses Problem zu behebn zu versuchen, weil sonst vielleicht umsonst eine Beschneidung gemacht wird. Ich weiß jetzt, dass dieser Arzt das gemacht hat.

    Dass dann meine schon bestehende Narbe Probleme bekommen kann, darüber hat er mich nicht informiert und ich hätte das nicht für möglich gehalten.

    Und wenn das nicht so diffus formuliert wäre, wie die Erfahrung kann sich beträchtlich verändern.....?!

    Hallo, wenn der mir gesagt hätte oder ich unterschrieben hätte, Junge, du kannst z.B. 70% deiner Empfindungsfähigkeit verlieren, dann hätte ich das wahrscheinlich nicht gemacht!

    Wenn ich also die Kraft hätte würde ich nochmal zu Urologen rennen, um eine klare Antwort auf die Frage zu bekommen, ob das jetzt eine Frenulotomie oder eine Frenulektomie war. Ich würde dann zu dem Arzt gehen und mir zeigen lassen, was ich da unterschrieben habe und ihm dann eindrücklich beschreiben, was diese Operation mit meinem Leben gemacht hat und vielleicht würde ich ihn wirklich anklagen, denn manchmal habe ich wirklich Angst mit der ganzen Scheiße meine Arbeitsfähigkeit zu verlieren und da täte mir dann ein bisschen Schmerzensgeld gut....

    Was mich zusätzlich noch verrückt macht ist, dass es sich halt manchmal nicht nur so anfühlt, dass die alte Narbe brennt, sondern so, als ob dieser Nerv, der durch das Frenulum lief irgendwie weh tut. Was man da dann machen kann. Wieder keine Ahnung, noch ne Baustelle.

    Puh, soweit mal, wo ich grad stehe.

    Ich habe erkannt, dass ihr hier mit dem Teil meiner Erfahrung, der intakte Empfindungsfähigkeit kannte und verlor nichts sagen könnt.
    Um Bilder zu finden....ich glaube ein Junge, der mit nur einem Arm aufwächst und sein Leben lang immer nur einen Arm hat, der weiß einfach nicht, wie es ist zwei Arme zu haben. Er kann versuchen, es sich vorzustellen. Ich habe in diesem Bild etwa 30 Jahre mit 2 Armen gelebt (Solange lebe ich meine Sexualität) und jetzt ist einer Weg, aber mein ganzes Körpersystem will mit ihm greifen, sucht ihn, erinnert sich genau, wie es sich anfühlte, mit ihm greifen zu können, aber er ist weg.

    Ich weiß nicht, welches Schicksal schwerer ist, aber ich habe auch aufgehört zu vergleichen....

    Und doch hilft es mir, euch hier zu lesen, denn ich habe so die Schnauze voll davon, immer wieder zu hören, Mensch, das hat bei dir doch vielleicht eine psychische Komponent und und und, die Menschen können und wollen es oft nicht glauben und das macht einsam...

    Was ich in meinem Fall noch schwierig finde ist, dass diese letzte OP ja selbstentschieden war. Es war ja keine Zwangsbeschneidung....
    Wie kann ich also mir selbst vergeben, dass ich mir das angetan habe.

    Nun, ich wurde Opfer verharmlosender Aufklärung eines Urologen, das erkenne ich für mich mehr und mehr.

    Aber mit wieviel Unwissenheit und fehlführenden Ratschlägen wurde ich konfrontiert.....
    Nicht von Ärzten, sondern von Freunden und bekannten...

    - Mensch vielleicht machst du ja unnötig ein Problem daraus, wir haben auch unseren Sohn beschneiden lasse.

    - Mach das doch, ich hatte in letzter Zeit nur beschnittene Männer und unsere Kinder lassen wir auch beschneiden, so
    11-12 ist ein guter Zeitpunkt

    - Diese vielen Stimmen, die davon berichten, sie hätten gehört, dass das sogar besser wäre...

    - Mensch, das wird für dich eine Befreiung sein

    Ach ja, ihr kennt das alles ja!

    Also, ich erkenne, dass ich schon durchaus als Erwachsener noch, mich selbstentschieden zum Opfer gemacht habe, aber darin auch einfach Opfer kollektiver Unwissenheit war.

    Das ist mir wichtig, um mir selbst diese Entscheidung vergeben zu können!

  • Hi Weguer,

    ich merke in meiner Reflektion, dass unser "holpriger" Einstieg für mich unglaublich wichtig war, denn er hat mir dazu verholfen, mich selbst unbedingt ernst zu nehmen.

    Auch deine "Anteilnahme" und dein sorgsamer Umgang mit mir hat mir dabei geholen.

    Ich habe gemerkt, dass ich zuallererst mal mir selbst treu bleiben muss.
    Übrigens eine Erfahrung, die mit diesem kindlichen Trauma sehr schwer ist, wurde da doch ein mir selbst treu bleiben völlig übergangen. Ein Kind kann ja nicht selbst entscheiden, ob es einen Schnitt in sein "Heiligtum" möchte!?!

    Aus dieser Treue zu mir selbst finde ich auch den Mut, unseren Dialog bzw, mein "mich-in-meinem-Prozess-mitteilen" hiermit einfach "öffentlich" in diesen thread zu verlegen. Vielleicht hat ja wirklich jemand was davon.

    Mal sehen, was da noch aus mir raus will.

    Denn ich kann hier nicht einfach kurz meine Leidensgeschichte mit einem Punkt darunter erzählen.
    Meine Leidensgeschichte ist nämlich ein im jetzt noch stattfindender Prozess.

    Außerdem spüre ich, dass ich mich auch an der einen oder anderen Diskussion auf der Grundlage meines völlig subjektiven, persönlichen Erlebens einbringen möchte.

    Allerdings muss ich sagen, dass das Lesen hier mich innerpsychisch auch echt manchmal an die Grenze bringt und ich dann wieder Abstand nehmen muss, um mich zu stabilisieren.

    warok

  • Hallo warok,
    bitte entschuldige meine späte Antwort, in nächster Zeit werd ich mich hier etwas zurückziehen aufgrund meines privaten Projekts.
    Es freut mich sehr, dass ich Dir mit meinen Erfahrungen und meinen Ansichten helfen konnte oder kann. Das wiederum hilft auch mir.

    Meine Leidensgeschichte ist nämlich ein im jetzt noch stattfindender Prozess.

    Hier stimme ich Dir zu 100% zu, warok. Auch ich bin noch längst nicht fertig, mich zu erkennen und zu verstehen. Noch immer entdecke ich neue Erinnerungen, werden neue Gefühlsregungen in mir wach in Verbindung mit dem, was mit mir damals geschah.
    Aber ich will das nicht negativ werten, es gehört schlicht und einfach zu mir.

    Allerdings muss ich sagen, dass das Lesen hier mich innerpsychisch auch echt manchmal an die Grenze bringt und ich dann wieder Abstand nehmen muss, um mich zu stabilisieren.


    Auch hier empfinde ich sehr ähnlich. Denn wenn die Bilder in meinem Kopf zu heftig und meine Vorstellung des Schmerzes, den diese "harmlose", "würdige" oder "nützliche" Eingriff auslöst, zu lebendig werden, kommt es schon mal vor, dass ich etwas überdeutlich werde und das dann an anderen Forenteilnehmern auslasse (--> werner :whistling: ).
    Ich verstehe das aber so, dass mir mein Empathievermögen noch nicht gänzlich abhanden gekommen ist. Ist ja auch was wert...

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Kennt jemand in der Freiburger Gegend einen passenden Rechtsanwalt und/oder Psychotherapeuten, mit denen gute Erfahrungen mit "unserem" Thema gemacht wurden?
    Gerne PN.

  • Eine alte Geschichte, und immer wieder...

    Mir ist sie gerade unter die Haut gegangen, hat mich aufgewühlt, viele Gemeinsamkeiten.

    Wie geht man mit sowas um? Auch diese Frage von warok

    Zitat

    ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, mit einer Frau in einer Liebesbeziehung zu sein. All die heiligen, so sehr intimen Emfpindungen sind nicht mehr möglich.


    Keine Beziehung mehr deswegen? Falls doch, erzähl ich mein Problem, und wann und wie?


    Viele Frauen erzählen von ihren Erfahrungen mit beschnittenen und intakten Männern, von der Beobachtung, das die Beschnittenen nicht den befriedigten Eindruck machen nach dem Sex, wie die Intakten.


    Ein Beispiel aus doch-noch http://doch-noch.de/peniswochen-folge-3/#comment-2986

    Zitat

    Ich konnte (leider) sehr deutlich merken, dass die beschnittenen Männer viel weniger fühlen und dass ich ihnen daher leider (!) beim Sex weniger zurückgeben kann als sie mir geben können. Sie haben einfach weniger davon, sind nicht so selig, außer sich etc. wie die intakten, sondern vermitteln immer zugleich auch den Eindruck, dass es “anstrengend” und “mühsam” ist zum Höhepunkt zu kommen. Dabei sollte es doch leicht und genießerisch sein! Ich kann mir noch so viel Mühe geben, es bleibt bei mir immer ein Gefühl bestehen, dass ich sie nicht voll befriedigen kann, weil das eben nicht mehr geht – auch wenn sie selbst jederzeit beteuern würden, dass bei ihnen “alles ok” ist. Sie kennen es ja auch nicht anders – woher sollten sie wissen, was alles möglich wäre wenn ihre Eltern nicht damals leichtfertig …

    Was, wenn man weiß, was möglich wäre, es aber nicht mehr kann? Es seiner Partnerin erzählen?

    Wenn man seine Sexualität ungefähr so beschreibt, auch aus doch-nochhttp://doch-noch.de/peniswochen-folge-3/#comment-3487

    Zitat

    Ich kann mich dem Bericht von Niel Juhl nur anschliessen. Seit meiner Beschneidung ist das berauschende sprudelnde Gefühl beim Sex und beim Onanieren unwiederbringlich abhanden gekommen. Kleine Berührungen an der Vorhaut waren vorher stimmulierend und Onanie gab mir die nötige Entspannung. Die Vorhaut war ein elementarer Bestandteil des Vorspiels umd beim Orgasmus durchzuckte es meinen ganzen Körper bis un die Zehenspitzen. Ich fühlte mich tiefenentspannt. Jetzt ohne Vorhaut fühlt es sichbeim Hin- und Herschieben der Schafthaut so an, als ob ich eine Socke über einen Besenstiel schiebe. Nur im Bereich der Narbe verspühre ich noch etwas Gefühl. Die Eichel ist nicht so empfindlich, wie der beschneidende Arzt mir versuchte einzureden. Seiner Meinung nach, ist nur die Eichel wirlich empfindlich. Er empfahl mir, die komplette Vorhaut aus ästhetischen Gründen zu entfernen, so dass die Narbe direkt in der Eichelfurche verborgen bleibt. Heute bin ich froh, dass ich darauf bestanden habe, zumindest etwas von der inneren Vorhaut stehen zu lassen. Das Onanieren ist zu einer Zwangshandlung verkommen, in der Hoffnung vielleicht doch noch einmal ein für immer verloren gegangenes Gefühl herauf zu beschwören.

    Eine Zwangshandlung, in der Hoffnung, ein wohl für immer verloren gegangenes Gefühl herauf zu beschwören?

    Kann man(n) sowas seiner Beziehung zumuten?

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Kann man(n) sowas seiner Beziehung zumuten?

    Ja. Ich kann nur für mich reden. Unsicherheit darüber, was der Partner schön findet und was nicht oder Schuldvorwürfe dahingehend, die Frau sei frigide, sind allemal das Schlechteste. Sexualität kann sehr vielschichtig sein, und man kann gemeinsam schöne Wege finden. Ich denke, Ihr solltet hier erst mal auf Euch selbst schauen, auf Eure eigenen Bedürfnisse.

  • oder Schuldvorwürfe dahingehend, die Frau sei frigide, sind allemal das Schlechteste

    Wenn einer frigide ist, dann ich. Ich weiß nicht wie ich es genau beschreiben soll. Ich will, und ich kann nicht. Nach einer Ejakulation, wenn ich statt der früher gewohnten Befriedigung nur Leere und Frustration spüre, fang ich manchmal an zu ....

    Die Geschichte von warok, ich habe sie in diesen Tagen zum Ersten Mal gelesen, und ich bin erschrocken, wie seine Gefühle, seine Gedanken mit meinen übereinstimmen. Man gibt sich selber die Schuld, immer wieder Krisen...

    Was mich zusätzlich noch verrückt macht ist, dass es sich halt manchmal nicht nur so anfühlt, dass die alte Narbe brennt, sondern so, als ob dieser Nerv, der durch das Frenulum lief irgendwie weh tut. Was man da dann machen kann

    Was man da machen kann, weiß ich auch nicht, aber das es einen belastet kann ich bestätigen. Ich dachte anfangs, dieses brennen kommt von evtl. zu starker "Betätigung". Hab dann aber die Beobachtung gemacht, obwohl ich einige Tage "artig" war, das die Narbe trotzdem sporadisch wahnsinnig stark zu Schmerzen anfangen kann, so stark, ich habe mich gekrümmt... und dann die Beobachtung mit Wetterumschwüngen... Gibt es sowas wie Nervenschmerzen?


    Ich hab die Narbe schon zeitweise mit EMLA betäubt. Zuerst eigentlich in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Sexualität, aber das Gegenteil war der Fall. Aber ich stellte fest, wie angenehm es war die Narbe nicht mehr zu spüren, wie störend sie war, obwohl nicht mehr bewusst wahrgenommen. Klingt vielleicht blöd und manche denken jetzt ... Ich konnte, wenn meine Narbe betäubt war, strukturierter denken, meine Arbeit lief mir besser von den Händen, konnte mich wieder besser konzentrieren, ich kannte mich selber nicht mehr. Ich betäubte meine Narbe täglich... Bis ich dann feststellen musste, das es beim Sex wieder massiv erschwert wurde überhaupt zur Ejakulation zu kommen, nicht einmal per Hand, schaffte ich es, obwohl ich die Salbe schon tagelang nicht genommen habe...


    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Kann man(n) sowas seiner Beziehung zumuten?

    Ja selbstverständlich kann man das seiner Beziehung zumuten. Wichtig ist, das über Probleme geredet wird und Lösungen gemeinsam gefunden werden. Dazu braucht man natürlich eine gewisse Basis, die langsam wächst. Da Probleme von der Umwelt verleugnet werden, kann der Partner auch nicht wissen, das welche vorhanden sind, daher ist ein offener Umgang sehr wichtig.

    Gibt es sowas wie Nervenschmerzen?

    Ja, es gibt Nervenschmerzen oder sog. Phantomschmerzen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Phantomschmerz

    Zitat


    Behandlung des Phantomschmerzes

    Wie andere neuropathische Schmerzsyndrome (Nervenschmerzen) profitiert auch der Phantomschmerz von Medikamenten, die die Funktion des Zentralnervensystems beeinflussen. Jedoch sind die Erfolge der medikamentösen Behandlung begrenzt. Positive Berichte gibt es zu Antidepressiva, Opioiden und zu Medikamenten, die die Erregbarkeit des Gehirns verändern. Gibt es Veränderungen am Stumpf, können Injektionen oder auch lokale Reizverfahren erfolgreich sein. Biofeedback kann über eine Beeinflussung der lokalen Temperatur und Durchblutung hilfreich sein.

    Quelle: http://www.dgss.org/patienteninfor…phantomschmerz/

    Vielleicht hilft Dir das ja. Ich wünsch Dir alles Gute

    "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


    George Santayana (1863-1952)

  • Hab dann aber die Beobachtung gemacht, obwohl ich einige Tage "artig" war, das die Narbe trotzdem sporadisch wahnsinnig stark zu Schmerzen anfangen kann, so stark, ich habe mich gekrümmt... und dann die Beobachtung mit Wetterumschwüngen... Gibt es sowas wie Nervenschmerzen?

    Diese Beobachtung kann ich in zweifacher Hinsicht bestätigen. Zum einen aus eigenem Erleben, allerdings nicht in Verbindung mit meiner B-Narbe. Ich habe eine andere Narbe an meinem Körper, die EXTREM empfindlich ist. Jede Berührung dort ist unangenehm, stoße ich mich dort nur ein wenig an, sind die Schmerzen richtig heftig.

    Außerdem weiß ich von einem guten Freund, der ebenfalls oft sehr starke Schmerzen an seiner B-Narbe hat, so dass er sich - wie Du beschreibst - davon krümmt. Das mag nicht die Regel sein, aber leider auch nicht unmöglich.

    Wie eine Narbe verwächst und wie sich die davon betroffenen Nerven verhalten, kann niemand voraussagen. Es kann alles gut gehen und die Narbe ist nicht mehr oder weniger empfindlich als umgebendes Gewebe. Aber das kann halt auch ganz anders ausgehen und die Narbe kann beinahe taub oder eben extrem empfindlich werden.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Hab dann aber die Beobachtung gemacht, obwohl ich einige Tage "artig" war, das die Narbe trotzdem sporadisch wahnsinnig stark zu Schmerzen anfangen kann, so stark, ich habe mich gekrümmt... und dann die Beobachtung mit Wetterumschwüngen... Gibt es sowas wie Nervenschmerzen?

    Ja sowas gibt es tatsächlich, zumindest laut meinem Hautarzt! Kenne das Problem. Hab entlang der Narbe ganz kleine rote Pusteln die oft mal sehr gereizt sind. Der Hautarzt meinte das sind so eine Art Nervenaustrittsstellen. Soll da mit Urea schmieren, mehr kann man da net machen.

    Den Zusammenhang mit Phantomschmerzen und VA hab ich mir auch schon überlegt, bei Gliedmaßen ist das ja der Fall, warum nicht auch bei einem so sensiblen Teil des Penis?

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit. (Anatole France)

  • Zuerst mal danke für eure Tipps und gleich noch Entschuldigung fürs rumheulen, aber die Geschichte von warok, sein Denken und Fühlen, es war als ob ich meine Gedanken von damals aufgeschrieben und wieder gelesen hätte...

    Ja selbstverständlich kann man das seiner Beziehung zumuten. Wichtig ist, das über Probleme geredet wird und Lösungen gemeinsam gefunden werden.

    Geb ich dir absolut Recht. Aber Sexualität, sehr sensibel. Weiß noch genau, wie mir mal gesagt wurde, jetzt reicht es, es fängt an weh zu tun... Ich war so fixiert auf mich, das ich es gar nicht bemerkt habe, war erschrocken über mich selber...
    Schwer zu beschreiben, aber seiner Partnerin sagen, das was ich will, das kann mir niemand mehr geben, ich suche was, was ich nie mehr finden werde...
    Zu wissen, ich kann meinen Partner nicht wirklich befriedigen...?

    Außerdem weiß ich von einem guten Freund, der ebenfalls oft sehr starke Schmerzen an seiner B-Narbe hat

    Hat dein Freund schon mal versucht die Narbe zu betäuben z.B. mit EMLA. Es ist keine Dauerlösung, und es hat sich nach meinem exzessiven Gebrauch auch alles wieder normalisiert. Aber die Befreiung von diesen unterschwelligen Schmerzen, das kurzzeitige Abschalten dieser Störquelle hat mir geholfen zu verstehen...

    Hab entlang der Narbe ganz kleine rote Pusteln die oft mal sehr gereizt sind

    Da bin ich verschont. Anfangs meinte ich immer die Schmerzen kommen von aussen, also kleine offene Stellen an der Narbe (unartig ^^ ) bis ich dann merkte, auch wenn ich länger brav war, ging es trotzdem auf einmal los. Hab eine gute Creme gegen Schrunden, offene Stellen an den Händen, die ich aber immer gut merke, wenn sie in die offenen Stellen kommt. Die hab ich dann auch draufgeschmiert, und habe sie nicht gespürt... dann wurde mir erst langsam klar, die Schmerzen kommen nicht von der Oberfläche...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Geb ich dir absolut Recht. Aber Sexualität, sehr sensibel. Weiß noch genau, wie mir mal gesagt wurde, jetzt reicht es, es fängt an weh zu tun... Ich war so fixiert auf mich, das ich es gar nicht bemerkt habe, war erschrocken über mich selber...
    Schwer zu beschreiben, aber seiner Partnerin sagen, das was ich will, das kann mir niemand mehr geben, ich suche was, was ich nie mehr finden werde...
    Zu wissen, ich kann meinen Partner nicht wirklich befriedigen...?

    Du hast sicher Recht, das Sexualität sehr sensibel ist. Genau deshalb ist es wichtig hier die Karten auf den Tisch zu legen. Das das sehr schwer ist verstehe ich schon. Ich war in dieser Situation ja der weibliche Part. ( https://www.beschneidungsforum.de/index.php?page…d&threadID=4299 ) Mir hätte damals schon gereicht wenn mein Partner nicht nur immer "lass das, das ist unangenehm" und so gesagt hätte. Aber wahrscheinlich wusste er selber nicht genau warum und weshalb es für ihn nicht schön war. Da hat ein Mann der weiß warum er etwas nicht mag einen Vorteil. Er kann sagen warum er was nicht möchte und wie es besser geht. Hätte er mir das gesagt, hätte ich nicht das Gefühl gehabt, das er mich gar nicht wirklich will. Aber glaub mir, es gibt noch andere Praktiken die voll befriedigend sein können. Das muss ein Paar für sich herausfinden und das braucht Zeit. Dazu gehört eine große Portion Vertrauen und man muss sich klar darüber sein, das sowas nicht über Nacht kommt. Vertrauen muss gepflegt werden, dann wächst es. Das kann aber jeder schaffen.

    "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


    George Santayana (1863-1952)

  • Also bei mir ist es n der Kindheit passiert ohne wirkliche Narkose ich bin auch erst abgehauen dann haben die mich erwischt war in der Türkei. Da war ich eventuell 7 oder 8 kann mich noch dran erinnern jetzt 49 wie ich gestrampelt habe auf der liege und einige mich festgehalten haben. Aber ich nehme es hin ist halt passiert. Ich hatte mal einen Burnout aufgrund meiner Arbeit da ich selbstständig bin aber würde jetzt nicht sagen das es aufgrund der nichtgewollten Beschneidung passiert ist. Habe seit dem auch mit Panikattacken zu kämpfen seit den Burnout des ich mit Anfang 30 hatte.

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