Beiträge von warok

    Ich bin geschockt. Von ihr zu hören und zu lesen, das löste vor einiger Zeit ein großes Gefühl von Mitgefühl und Solidarität aus.

    Dass sie ihre eigenen Verletzungen dann doch an ihren Sohn weitergibt, dem kann ich nichts positives abgewinnen.

    Wie schade!

    Mein Mitgefühl ist bei dem Sohn!

    Hi Weguer,

    ich merke in meiner Reflektion, dass unser "holpriger" Einstieg für mich unglaublich wichtig war, denn er hat mir dazu verholfen, mich selbst unbedingt ernst zu nehmen.

    Auch deine "Anteilnahme" und dein sorgsamer Umgang mit mir hat mir dabei geholen.

    Ich habe gemerkt, dass ich zuallererst mal mir selbst treu bleiben muss.
    Übrigens eine Erfahrung, die mit diesem kindlichen Trauma sehr schwer ist, wurde da doch ein mir selbst treu bleiben völlig übergangen. Ein Kind kann ja nicht selbst entscheiden, ob es einen Schnitt in sein "Heiligtum" möchte!?!

    Aus dieser Treue zu mir selbst finde ich auch den Mut, unseren Dialog bzw, mein "mich-in-meinem-Prozess-mitteilen" hiermit einfach "öffentlich" in diesen thread zu verlegen. Vielleicht hat ja wirklich jemand was davon.

    Mal sehen, was da noch aus mir raus will.

    Denn ich kann hier nicht einfach kurz meine Leidensgeschichte mit einem Punkt darunter erzählen.
    Meine Leidensgeschichte ist nämlich ein im jetzt noch stattfindender Prozess.

    Außerdem spüre ich, dass ich mich auch an der einen oder anderen Diskussion auf der Grundlage meines völlig subjektiven, persönlichen Erlebens einbringen möchte.

    Allerdings muss ich sagen, dass das Lesen hier mich innerpsychisch auch echt manchmal an die Grenze bringt und ich dann wieder Abstand nehmen muss, um mich zu stabilisieren.

    warok

    Hallo Männer,

    danke für eure Rückmeldungen....

    Ich merke, dass ich im Moment nicht die Kraft habe, da gerichtliche Schritte einzuleiten. Ich habe genug damit zu tun, psychisch mit der ganzen Scheiße klarzukommen und meine doch auch gefährdete Arbeitsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Für mich sehr beängstigend.

    Baba, ich spüre an der Vorhaut schon was, sie ist sehr sensibel, aber nicht so sehr im Sinne von Lust, zumindestens nicht mehr, wie jedes andere nicht verhornte Stück Haut an meinem Körper.

    Ich stehe halt für die Erfahrung, wie sehr das Frenulum für Lustgefühle zuständig ist.

    Wenn ich die Kraft habe, werde ich nochmal zu einem Urologen gehen, um den zu fragen, was da bei mir gemacht wurde. Eine Verlängerung (Frenulotomie) oder eine Entfernung (Frenulektomie). Irgendwie will ich das wissen, weil verabredet war eben "nur" eine Verlängerung. Und bei mir sieht das halt so aus, als ob der das wirklich weggesäbelt hat. Ob ich, falls der eben nur eine Verlängerung gemacht hätte, anders oder mehr fühlen würde, das kann ich nicht berichten.

    Mich interessiert das schon. Denn: Sagen wir mal, ein erwachsener Mann muss sich entscheiden, sich beschneiden zu lasen, dann muss er doch auch entscheiden, was mit dem Frenulum passiert.
    Ich weiß auch nicht,....

    Bezüglich der Aufklärung. Also mündlich hat der Typ mich nicht aufgeklärt, ich glaube unterschrieben habe ich was, weiß ich aber nicht mehr. Und wenn dann eben irgendsowas von wegen die sexuelle Empfindung kann sich verändern...

    Ich wusste damals, dass ich meine Vorhaut eigentlich nicht verlieren will, und der Arzt sagte, wir könnte das mit der Verlängerung des Bändchens ja mal probieren. Ich habe jetzt gelesen, dass es den Rat gibt, bei Phimose wenn es sein könnte, dass das Bändchen zu kurz ist, erst dieses Problem zu behebn zu versuchen, weil sonst vielleicht umsonst eine Beschneidung gemacht wird. Ich weiß jetzt, dass dieser Arzt das gemacht hat.

    Dass dann meine schon bestehende Narbe Probleme bekommen kann, darüber hat er mich nicht informiert und ich hätte das nicht für möglich gehalten.

    Und wenn das nicht so diffus formuliert wäre, wie die Erfahrung kann sich beträchtlich verändern.....?!

    Hallo, wenn der mir gesagt hätte oder ich unterschrieben hätte, Junge, du kannst z.B. 70% deiner Empfindungsfähigkeit verlieren, dann hätte ich das wahrscheinlich nicht gemacht!

    Wenn ich also die Kraft hätte würde ich nochmal zu Urologen rennen, um eine klare Antwort auf die Frage zu bekommen, ob das jetzt eine Frenulotomie oder eine Frenulektomie war. Ich würde dann zu dem Arzt gehen und mir zeigen lassen, was ich da unterschrieben habe und ihm dann eindrücklich beschreiben, was diese Operation mit meinem Leben gemacht hat und vielleicht würde ich ihn wirklich anklagen, denn manchmal habe ich wirklich Angst mit der ganzen Scheiße meine Arbeitsfähigkeit zu verlieren und da täte mir dann ein bisschen Schmerzensgeld gut....

    Was mich zusätzlich noch verrückt macht ist, dass es sich halt manchmal nicht nur so anfühlt, dass die alte Narbe brennt, sondern so, als ob dieser Nerv, der durch das Frenulum lief irgendwie weh tut. Was man da dann machen kann. Wieder keine Ahnung, noch ne Baustelle.

    Puh, soweit mal, wo ich grad stehe.

    Ich habe erkannt, dass ihr hier mit dem Teil meiner Erfahrung, der intakte Empfindungsfähigkeit kannte und verlor nichts sagen könnt.
    Um Bilder zu finden....ich glaube ein Junge, der mit nur einem Arm aufwächst und sein Leben lang immer nur einen Arm hat, der weiß einfach nicht, wie es ist zwei Arme zu haben. Er kann versuchen, es sich vorzustellen. Ich habe in diesem Bild etwa 30 Jahre mit 2 Armen gelebt (Solange lebe ich meine Sexualität) und jetzt ist einer Weg, aber mein ganzes Körpersystem will mit ihm greifen, sucht ihn, erinnert sich genau, wie es sich anfühlte, mit ihm greifen zu können, aber er ist weg.

    Ich weiß nicht, welches Schicksal schwerer ist, aber ich habe auch aufgehört zu vergleichen....

    Und doch hilft es mir, euch hier zu lesen, denn ich habe so die Schnauze voll davon, immer wieder zu hören, Mensch, das hat bei dir doch vielleicht eine psychische Komponent und und und, die Menschen können und wollen es oft nicht glauben und das macht einsam...

    Was ich in meinem Fall noch schwierig finde ist, dass diese letzte OP ja selbstentschieden war. Es war ja keine Zwangsbeschneidung....
    Wie kann ich also mir selbst vergeben, dass ich mir das angetan habe.

    Nun, ich wurde Opfer verharmlosender Aufklärung eines Urologen, das erkenne ich für mich mehr und mehr.

    Aber mit wieviel Unwissenheit und fehlführenden Ratschlägen wurde ich konfrontiert.....
    Nicht von Ärzten, sondern von Freunden und bekannten...

    - Mensch vielleicht machst du ja unnötig ein Problem daraus, wir haben auch unseren Sohn beschneiden lasse.

    - Mach das doch, ich hatte in letzter Zeit nur beschnittene Männer und unsere Kinder lassen wir auch beschneiden, so
    11-12 ist ein guter Zeitpunkt

    - Diese vielen Stimmen, die davon berichten, sie hätten gehört, dass das sogar besser wäre...

    - Mensch, das wird für dich eine Befreiung sein

    Ach ja, ihr kennt das alles ja!

    Also, ich erkenne, dass ich schon durchaus als Erwachsener noch, mich selbstentschieden zum Opfer gemacht habe, aber darin auch einfach Opfer kollektiver Unwissenheit war.

    Das ist mir wichtig, um mir selbst diese Entscheidung vergeben zu können!

    Ich habe großen Respekt vor dieser Frau, dass sie sich der Auseinandersetzung mit ihrem Sohn und dem Thema gestellt hat.

    Sie sagt, dass sie sich mit ihrem Sohn da in sehr vielen Gesprächen auseinandergesetzt hat. Ich finde das unglaublich.

    Außerdem sagt sie, dass es für diese Menschen, die Genitalverstümmelt wurden, nicht reicht, Intaktivisten zu werden, sondern dass sie einen Raum brauchen, um mit dem Schmerz umzugehen.

    Meine Frage.....

    Ich habe mich meiner Mutter gesprochen, ich bin ihr dankbar, dass sie überhaupt zu gehört hat, aber da kommen natürlich all die "Abers", und die Moslems....und und und

    Auch im therapeutischen Rahmen muss ich mich immer wieder erklären.
    Wenn ich z.B. sage, ich fühl mich kastriert und dann kommt die Antwort, na ja, aber so ganz kastriert sind Sie ja nicht...
    Das ist für mich ein Killersatz....

    Ich habe das Gefühl, die meisten Menschen können meine Erzählungen nicht wirklich ernst nehmen und verletzen mich mit Ratschlägen, mit du musst halt deine Sicht ändern, und und und.

    Es ist unglaublich, was mir da schon alles begegnet ist.

    1.) Meine Frage kennt ihr das?
    2.) Ich glaube, es gibt zu dem Thema keine Selbsthilfegruppen. Oder kennt jemand eine?
    3.) Kennt jemand eine Klinik oder auch eine Therapieform, die hilft?
    4.) Ich erlebe, dass der Ausdruck des Leids hier eine Grenze hat. Gibt es im Internet einen Platz, wo Selbsthilfe noch konkreter stattfindet? Wenn nicht, wäre das vielleicht hilfreich? Reicht Information, Arbeit als Intaktivist, ansonsten geht man halt in seine Therapie?

    Maria Werner
    Hm, ich hatte und habe keine Rechtsschutzversicherung.

    Aphrodite, bei dir lese ich raus, dass das schwierige für dich in deiner Beziehung war, dass dein Partner dir die Schuld dafür gab, dass die Sexualität nicht erfüllend ist/war. Sehe ich das richtig, dass er dich damit doch auch stark verunsichert hat und du dich selbst in deinem Selbstwert als Frau, eben auch bezüglich der Sexualität auf eine Art wieder aufbaust, indem du verstehst, was bei IHM los ist....?
    Mir stellt sich die Frage, was würde es für dich bedeuten, wenn er den Schritt gehen könnte und sagen könnte, ja ich kann nichts fühlen....
    Wie wäre das für dich als Frau dann...

    Ich frage das, weil ich mir selbst eigentlich nicht mehr vorstellen kann, wie ich nochmal mit einer Frau zusammen sein kann ... also sexuell...

    Es ging so lang, bis ich kapierte, dass als Kind Beschnittene überhaupt nicht die Erfahrung einer Sexualität mit einem "vollständigen" Penis haben. Also auch wenn es heute vielleicht Aufklärung wie z.B. hier gibt, ich bin nur all den Mythen begegnet. In meiner Entscheidungsphase zu dieser Frenulumamputation und auch im klagen über mein Leid danach....

    Ich stelle es mir schon schwierig vor, das überhaupt realisieren zu können, dass das mit der Beschneidung zu tun hat.
    Ok., man hatte vielleicht was weiß ich für Gefühle als Beschnittener und hält das für Sexualität und dann kommen Orgasmusschwierigkeiten und das ist dann das Problem.

    Aber:
    Ich erlebe, dass mir die 80% Lustempfinden fehlen. Und zwar nicht unbedingt beim Orgasmus, der ist gar nicht so schlecht an sich, jetzt, sonder die 80% Lustempfinden von Anfang an des Liebsspiels. Die Lust erreichte von Anfang an des Liebesspiels schon ein großes Niveau, das mir jetzt vollkommen fehlt. Es ist nicht mehr wirklich schön, der Weg zu Orgasmus. Mit Frenulum hatte ich irgendwann meine Orgasmusfixierung erkannt und begonnen den Weg dorthin zu genießen. Ich kannte meinen "point of no return" sehr gut und wenn ich die Sexualität ausdehnen wollte, dann konnte ich an dieser Stelle aufhören mit der Stimulation, die Lust ebbte ab und das Liebesspiel konnte weitergehen. Daraus konnte wirklich langes (Stunden) sehr lustvolles Liebesspiel entstehen. Das Argument Beschnittene können länger halte ich mit meiner Erfahrung für absoluten Quatsch.
    Meine jetztige Erfahrung ist, dass sich die Stimulation jetzt nicht mehr lustvoll, sondern eher wie Arbeit anfühlt, um diesen kurzen Orgasmus zu erleben.

    Jedesmal, wenn ich Sexualität habe, und das noch nach 4 Jahren, sucht mein ganzes System (Das Gehirn) die Erfahrung von früher, aber ich kann sie nicht mehr machen. Ich hoffte, die Erinnerung an die früheren Gefühle würde irgendwann verschwinden, aber das lässt nicht nach....Über 30 Jahre sexuell intakt zu sein, wie soll das Gehirn das vergessen.
    Ich glaube ich werde das immer vermissen....

    Daraus folgt die Frage, wie kann ich nochmal mit einer Frau zusammensein.

    Klar, küssen, den weiblichen Körper spüren, die Nähe, die Lust der Frau, die ich ihr bereiten kann genießen, ... das geht noch...
    Aber was mach ich mit der eigenen Frustration...
    Was mach ich mit der Trauer, der Verzweiflung....weinen, immer wieder....?
    Was mach ich mit dem Gefühl, dass ich fast das Gefühl habe, wenn ich mit der Frau schlafe und denke, die könnte jetzt genausogut einen Dildo nehmen, denn ich spür ja eh nicht so viel...

    Irgendwie sehen so meine persönlichen Fragen aus. Wie geht das, kann eine Frau Lust haben, mit mir zusammenzusein, wenn sie all das weiß?

    Männer, wie geht ihr damit um, falls ihr mit einer Frau zusammenseid?

    Ich selbst stehe noch vor der unlösbaren Frage, wie ich mit dem unerträglichen Brennen umgehen soll, das ich oft habe?
    Ich föne, um Keime zu töten, wenns brennt und benutze dann eine Salbenmischung aus Bebanthen und Jodsalbe. Jod, um die Keime zu töten und Bebanthen, um der Haut/Narbe Feuchtigkeit zu geben.

    Aber das Brennen geht nicht weg und nervt mich schon brutal.

    Ich frag mich seit 4 Jahren, ob ich mich ganz beschneiden lassen soll, aber ich habe riesige Panik vor der OP (Wahscheinlich auch die Kindheitstraumatisierung), auch weil ich dann eben noch die restlichen Nerven der Vorhaut verliere und dann noch mit Abstumpfung der Eichel rechnen muss. (Wenn ich hier lese, müsste ich dann salben und solche Penslips tragen). Ich habe Angst vor dem Gefühl ohne Vorhaut...und und und

    Bin am Überlegen, ob ich diese Phimostop-Platikringe für die Dehnung der Narbe einsetze, aber ich hab fast keine Geduld mehr...

    All so Fragen...

    Dann...ich habe ja immer gedacht, ich habe halt eine Phimose gehabt, da musste man was machen. Wenn mir beim hier lesen klar wird, dass die meisten Phimosen sich mit der Pubertät lösen und es eine Narbenphimose gibt, dann denke ich, man, wenn die bei mir als Kind gar nichts gemacht hätten, dann hätte es vielleicht gar keine Probleme gegeben...

    Vielleicht alles wirr, aber es tut mir gut es rauszuschreiben.....

    Wobei, so wirr ist es gar nicht, es ist halt einfach Scheiße!

    Nun Leute, auf eine Art bin ich froh, dass ich euch und dieses Forum gefunden habe, auf der anderen Seite ist es für mich unglaublich schwer, mit all dem umzugehen, was ich hier lesen kann...

    Seit meiner OP vor 4 Jahren bin ich in extremer, oft auch suizidaler Krise.
    Ich bin ein Mensch, der gelernt hat, auch bezüglich größter auch emotionaler Verzweiflung in Kontakt mit Menschen zu gehen, zu sprechen, meine Gefühle zu zeigen und mir Unterstützung zu holen.
    Doch das Thema, mit dem ich eben seit dieser OP "unterwegs" bin ist 1. wirklich unerträglich und 2. kostet es so viel Kraft, den Menschen immer wieder zu erklären, was ich erlebe und dabei auch immer wieder gegen die weitgehende Unwissenheit und die verbreiteten Mythen anzusprechen. Und das eben bei größtem empfundenen persönlichen Leid.
    Letztendlich macht es alle Menschen, denen ich mich zeige dann irgendwann einfach auch nur hilflos.

    Ich war in meinem Leben in verschiedensten Selbsthilfegruppen, doch mit oder zu diesem Thema gibt es keine Selbsthilfegruppen.
    Selbst im Internet finde ich es schwierig damit einen Platzt zu finden.

    Mir täte es glaube ich unglaublich gut, mich hier umfangreich zu äußern, aber ich weiß nicht genau, ob das willkommen ist.

    Vielleicht könnt ihr mir da bei meinem Zögern, hier richtig in die Tasten zu hauen helfen?

    Auch bin ich mir unsicher, ob ich auch ausführlich über den Unterschied meines Erlebens von Sexualität vor und nach der Amputation zu schreiben, weil ich niemanden verletzten oder schockieren will, der als Kind schon radikal beschnitten wurde.

    Wie ist das für euch?


    Aber folgendes will ich doch schon mal schreiben:


    Zitat von »warok«

    "Ach ja, ein Urologe sagte mal zu mir, dass die Berichte im Internet zu Beschneidung kein guter Ratgeber sind, denn da würden nur die paar wenigen Unzufriedenen schreiben..... "

    Zitat von noskin

    "Ich höre dieses Argument immer wieder von Ärzten. Ich erkläre mir das heute so, dass durch das Internet ihre Position angreifbar geworden ist. Mittlerweile ist es durch das Internet möglich geworden, sich umfassend zu informieren. Betroffene (egal welches Problem) wissen teilweise mehr, als der behandelnde Arzt"

    Von dem genannten Urologen wollte ich wissen, ob bei mir eine Frenulumverlängerung oder eine Frenulumentfernung vorgenommen wurde.
    Seine Reaktion:

    1.) Wollte er den Namen des Operateurs wissen. In diesem Zusammenhang machte er mir klar, dass die Urologen sich in Deutschland eigentlich fast alle kennen würden...Das machte mich irgendwie sehr misstrauisch diesem Berufsstand gegenüber.

    2.) Natürlich würde ich ausflippen, wenn ich eine Frenulumverlängerung wollte und eine Frenulumamputation durch geführt wurde. Natürlich gibt es da in mir auch den Gedanken, dann diesen Urologen z.B. anzuzeigen. So ... darauf sagte mir der Urologe nach der Untersuchung, dass das gut gemacht wäre und dass es keinen Unterschied zwischen einer Entfernung oder Verlängerung gäbe. Erst im Schreiben dieser Zeilen erlaube ich mir an dieser Aussage zu zweifeln. Mein Verdacht: Diese Jungs schützen sich gegenseitig!

    Ich war tatsächlich schon dran den Typ anzuzeigen, der mir das Frenulum entfernt hat, aber dazu bräuchte ich doch wohl ein klares Gutachten eines anderen Arztes, der mir atestiert, dass da nicht gemacht wurde, was ich wollte!

    Ich würde gerne meine Geschichte teilen, eigentlich müsste ich ein Buch schreiben, so vielfältig sind meine Erfahrungen und Gedanken. Ich versuche mich kurz zu fassen.

    Ich bin ein Mensch, der sich sich selbst über Therapie und Innenschau sich selbst und seiner Vergangenheit gestellt hat. Irgendwann kam ich dabei an eine Grenze. Gewisse Erfahrungen, und psychische und physische Schmerzen brachte ich einfach in keinen Zusammenhang mit Erinnerungen. Es kamen Schmerzen im ganzen Beckenbereich, Panikzustände und extreme Verlorenheitsgefühle in mir hoch.
    Eine Spur, die sich ergab war die Erinnerung, dass mir mein Vater mit seiner Hand die Vorhaut zurückzog, als ich in der Badewanne saß. Für mich eine seltsame Erinnerung. Warum hat er mich angefasst und mir nicht gesagt, was ich tun sollte. Mit etwa 40 Jahren konfrontierte ich ihn damit. Er sagte, meine Mutter hätte ihm das aufgetragen. Mehr konnte er nicht sagen....
    Meine Mutter erzählte dann, dass sie beide das getan haben, wenn sie mich wuschen, weil....
    ich als Kind, muss unter 5 Jahren gewesen sein, einen Schnitt in die Vorhaut bekommen hätte. Daraufhin waren sie wohl von dem Arzt dazu instruiert, mir die Vorhaut immer wieder zurückzuziehen, damit dieser Schnitt nicht wieder zuwächst. (Die Wunde)
    Dieser Schnitt wurde ohne Narkose durchgeführt. Mein Vater weiß schon gar nichts mehr davon und meine Mutter beschreibt zwar, dass dieser Arzt sehr unsensibel und ruppig gewesen wäre, aber es kein großes Ding gewesen wäre.
    Ich finde das unglaublich....

    Ich habe unter anderem Kontakt mit moslemischen Kindern. Ich habe sie von ihrer Beschneidung erzählen hören. Ein Junge erzählte, wie er versuchte abzuhauen, sie ihn dann aber eingefangen hätten...
    Schwierig für mich, mir solche Geschichten anzuhören.
    Filme von Beschneidungen im Säuglingsalter fühlen sich für mich als Verbrechen an.....

    Für mich alles eine extreme Erfahrung. Da es keine Beschneidung war, wäre ich nie im Leben darauf gekommen, dass mir da mal jemand einen Schnitt ohne Narkose verpasst hat, denn es war nicht zu erkennen. Ich spüre klar, dass diese Erfahrung auf schmerz und leidvolle Art und Weise in meinem Körper steckte, aber ich hatte keine Ahnung.

    Schnitt

    Bevor ich das wusste entschied ich mich mit 25 aufgrund empfundener Enge der Vorhaut zu einer Teilbeschneidung.
    Danach ging die Vorhaut auch im erigierten Zustand über die Eichel und ich hatte ein paar Jahre Ruhe.
    Prognostiziert wurde mir, dass die zwischen innerer und äußerer Vorhaut entstandene Narbe wieder schrumpfen könne.
    Das pasierte dann wohl auch, langsam stellte sich wieder ein Engegefühl ein, es gab nur einen gewissen Spielraum, in dem ich die Vorhaut lustvoll auf der Eichel hin und herbewegen konnte.

    Dann ging die Qual los.
    Ein Arzt riet mir, mich nicht beschneiden zu lassen, solange es irgendwie geht, da bei mir Lust und Schmerz nahe beieinanderliegen würden.
    Also ließ ich die Sache erstmal ruhen und lebte mit dem bisschen Schmerz.
    Durch eine neue Partnerin und anders gelebte Sexualität wurde ich stäker mit der Verengung konfrontiert.
    Ich war mit großer Ambivalenz dadurch in dieser Beziehung.
    Wusste, dass ich schon problemloser Sexualität gelebt hatte.

    Der Wunsch dieses Spannungsgefühl zu verlieren tauchte auf.
    Ein moslemischer Urologe sagte mir, dass ich mich beschneiden lassen sollte, denn es wäre viel besser.
    Ein deutscher Arzt sagte mir, ein Drittel fände es wie vorher, ein Drittel besser und ein Drittel würde sagen "mach mir das Ding wieder dran!".
    In mir völliges Durcheinander. Eine schon angeraumte OP sagte ich aus lauter Kastrationsangst ab.
    Der deutsche Arzt meinte, ich wäre überinformiert und könne deshalb keine klare Entscheidung treffen.

    Irgendwann kam ich auf die wohl irrationale Idee, dass eine Frenulumverlängerung helfen könnte die Enge zu beheben. Es war wirklich irrational, denn wirklich logisch war mir das nicht.
    Ein nochmals anderer Urologe sagte mir, dass man das probieren könne. Ich dachte so etwas zu probieren, was mir die Lust erhielt, da ich ja die Vorhaut behalten würde.
    Klar, ich unterschrieb wohl so einen Wisch, in dem glaube ich auch stand, das sich das sexuelle Erleben verändern könne.
    Aber das, was ich seit diesem "Eingriff" erlebe, das hätte ich mir nie denken können.

    Erstens hatte ich auf dem OP-Stuhl das starke Gefühl aufzustehen und wegzugehen. Ich zog aber meine Entscheidung durch. Heute sehe ich darin eine Wiederholung des kindlichen Traumas, das ich zu Beginn beschrieben habe.

    Nun, Folge war, dass ich wie andere Vollbeschnittene hier Beschreiben extrem viel Lustgefühl verloren habe. Ich empfinde es als 80%. Das Frenulum war völlig wegoperiert. Ich war schockiert und habe das nicht als Verlängerung erlebt.
    Ein anderer Urologe sagte mir später, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen einer Frenulumverlängerung und einer Frenulumentfernung gibt. Ich verstehe das bis heute nicht wirklich....
    Nun, ich habe noch die Vorhaut und doch sind 80% des Gefühls weg.
    Ich finde das einfach eine wichtige Information, die ich hier teilen möchte. Die verbleibende Vorhaut fühlt sich vom Lustempfinden eben jetz auch eher wie normale Haut an.
    Wirklich Lustvoll sind nur noch Bewegungen am Eichelkranz.

    Ich fühle mich kastriert, völlig frustriert und meiner Sexualität beraubt. Onanie ist längst nicht mehr so schön und ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, mit einer Frau in einer Liebesbeziehung zu sein.
    All die heiligen, so sehr intimen Emfpindungen sind nicht mehr möglich.

    Zu allem Drama brennt jetzt nach sexueller Betätigung die Narbe meiner Teilbeschneidung. Ich habe es mit Waschen, Fönen und einer Mischung aus Bebanthen- und Jodsalbe einigermaßen im Griff, aber es belastet trotzdem.

    Ich habe noch keinen Weg gefunden, das Leben noch gut zu finden, nach diesem Verlust und durch das Brennen überlege ich immer wieder, ob eine Ganzbeschneidung es mir nicht nehmen könnte. Aber das wiederum würde noch ein paar Vorhautnervenzellen kosten, dann wäre da vielleicht noch 10 % Lust und wenn die hier beschriebene Keratinisierung der Eichel stattfindet, wäre ich bei ...?????

    Unerträglich, ein unbeschreibliches Dilemma und für mich keine wirkliche Lösung in Sicht.

    Aufgrund meiner Erfahrung stelle ich mal folgende Frage in den Raum. Man sagt ja, dass bei manchen Beschneidungen das Frenulum erhalten bleibt und bei manchen nicht.
    Ist das vielleicht die Erklärung, dass manche Beschnittene es ganz ok finden und die ohne Frenulum es eben nicht?

    Das wars mal in der mir möglichen Kürze.