Die Geschichte einer türkischen Frau

  • Dann würden die Strenggläubigen und ihre verängstigen Anhänger doch dorthin fahren, wo ihnen die Beschneidung nicht verboten wäre.

    Das lässt sich nicht verhindern, kann aber kein Grund für eine grundrechtsopportunistische Entscheidung sein. Bei uns ist Steuerhinterziehung ein Delikt. Andere Länder machen daraus ein Geschäftsmodell durch Beihilfe zur St.-hinterziehung. Bei uns ist das Schlagen seiner Ehefrau oder Kinder unter Strafe gestellt, was nicht in allen Ländern gilt. So ließe sich noch mehr aufzählen.

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • […]

    Um einen "Schlag-Deine-Ehefrau-Tourismus" zu verhindern, sollte das Schlagen der Ehefrau bei uns erlaubt sein - vorausgesetzt, es findet innerhalb den Regeln der ärztlichen Kunst statt. EMLA-Salbe ist für die Schmerzbehandlung der Ehefrau völlig "ausreichend". :whistling:

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • EMLA-Salbe ist für die Schmerzbehandlung der Ehefrau völlig "ausreichend".

    LOL :D

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • kann aber kein Grund für eine grundrechtsopportunistische Entscheidung sein


    das sehe ich auch so. Wollen wir mal sehen wies die Damen nund Herren im Bundestag beurteilen. Übrigens bekam ich Post vom Rechtsausschuss.

    http://www.bundestag.de/bundestag/auss…hmen/index.html

    Ich fragte nach medialen Veröffentlichungen der Sitzung vom 26.11. . Mit diesen schriftlichen Stellungnahmen, die aber vor der Sitzung schon geschrieben waren und von denen ich schon einige hatte, kann man mitlerweile nicht mehr viel anfangen.

    Ein Zusatz der Mail an mich:

    Das Wortprotokoll hierzu können Sie zu gegebener Zeit ebenfalls unter der o.g. Adresse abrufen.
    Mit freundlichen Grüßen
    i. A. Kathrin Schreiber

    Na ja, bin ja mal gespannt, wann dieses Protokoll zu lesen sein wird. Aber ehrlich: liest jemand ein Protokoll aus einer 4-Stündigen Sitzung? Nur weil ich dabei war, und deshalb in etwa weiß wo ich nochmal hinhören möchte, werde ich mir die Mühe machen

  • was würde eigentlich passieren wenn das Verbot hier Gesetz würde? Dann würden die Strenggläubigen und ihre verängstigen Anhänger doch dorthin fahren, wo ihnen die Beschneidung nicht verboten wäre. Damit würde es für die Kinder nicht weniger schlimm werden. Heiei, diese Argumente brachten fast alle meine Freunde vor, und ich wetterte dagegen, daß das keine Rolle spiele, daß wir uns an unsere Grundgesetze halten, und damit klare Position beziehen. Doch die um die es geht, die schützen wir nicht wirklich mit einem Beschneidungsverbot. Oder doch?

    Wo ist das Problem? Jungen (und Mädchen sowieso...) werden SEIT JEHER ins Ausland verbracht, ganz vorzüglich für "ganz besondere Ferien-Erlebnisse" - die in zwangsweisen-Reduktiven-Intim-Chrirurgischen Ritualen ihren Höhepunktt finden.
    Frage doch mal den Herrn Ali Utlu.
    Ich bringe bewusst die Mädchen ins Spiel, weil DAS noch eine weitere Facette beleuchtet: Soll sich der Rechtsstaat auf diese Weise ERPRESSBAR machen à la "erlaubt Ihr uns die Beschneidung nicht, dann bringen wir die Kinder dahin, wo se auffem Hüttenboden mit Rostigen Konservendeckeln, Glasscherben, Gebrauchten, Gehälfteten Rasierklingen u.dgl. mehr dem Physischen, Reduzierten Soll-Zustand zunserer Kultur zugeführt werden?" DAS möchte ich sehen, dass die Bundesregierung Mädchenbeschneidung unter Klinisch Einwandfreien Bedingungen erlaubt, um den "Beschneidungstourismus" zu, sagen wir, etwas zu reduzieren.

  • DAS möchte ich sehen, dass die Bundesregierung Mädchenbeschneidung unter Klinisch Einwandfreien Bedingungen erlaubt, um den "Beschneidungstourismus" zu, sagen wir, etwas zu reduzieren.

    Sehr gutes Argument!

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • du hast natürlich absolut recht, und ich habe hier bewusst die "öffentliche Meinung" wiedergespiegelt. Ich bin froh, daß ich nicht allein die Dinge so sehe, wie ich sie sehe. Fühle mich aber außerhalb dieses Forums in dieser Angelegenheit so. Egal mit wem ich sprach, außer einer einzigen Freundin, alle gaben sie zu bedenken, konnten sich nicht klar positionieren, oder waren der Meinung, daß da eh nix zu machen ist. Ich verstehe das nicht. Wie kann man in der Beschneidungsfrage unklar sein? Deshalb auch bin ich nach Berlin gefahren. In den ersten 3 Stunden der Anhörung war ich abwechselnd wütend und traurig. Die Beschneidungsfürworter waren so zahlreich, ihre Argumente so klar und deutlich vorgebracht, und leider gab es bis fast zum Schluß keine wirklich guten Fragen seitens des Rechtsausschusses. Herr Montag schien nur am "Wie" der Beschneidungsfrage interessiert zu sein. Ganz zum Ende gab es aber eine wie ich empfand, deutliche Wende. Es wurde von einer Frau ,neben Herrn Montag sitzend, wiederholt gefragt, wie es denn mit und um die jüdische Gemeinde stünde, für ein Mitglied das nicht beschnitten ist. Öfter wurde der totale Ausschluß aus der Gemeinde als Folge der Nichtbeschneidung von den Befürwortern überdrastisch geschildert ( einmal kam es von Seiten der Berfürworter fast zur Drohung, doch er hielt noch im rechten Augenblick inne. Die Redner waren wirklich bestens geschult! Mein Kompliment. Wieso eigentlich haben wir nicht so charismatische Leute in der Politik? ) Jedenfalls musste dann auf seiten der Berfürworter eingeräumt werden, daß es sehr wohl die Möglichkeit für Unbeschnittene innerhalb der Gemeinde gibt zu leben. Nur bei den Strenggläubigen wäre das wohl unmöglich.

    Sitzen bei uns die Fatalisten? Na toll. Und denen muß man sich unterwerfen? Das ist peinlich für Deutschland. Und nicht, nach Frau Merkel, " die einzige Nation zu sein, in der Beschneidung verboten ist".

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