Hallo zusammen,
Ich bin ziemlich ratlos, daher möchte ich euch meinen Fall schildern.
In den späten Jahren meiner Jugend wurde meine vorher problemlos zurückziehbare Vorhaut immer enger. Mir war das wahnsinnig peinlich und so wartete ich, damit zum Arzt zu gehen, bis ich erwachsen war. Meine Hausärztin schickte mich zum Urologen, dort wurde bei mir eine Phimose festgestellt und direkt zur OP geraten. Bei der anschließenden Beschneidung wurde mein Frenulum entfernt, ca. 2cm innere Vorhaut sind noch übrig geblieben und die restliche Vorhaut bedeckt im Schlaffen Zustand noch teilweise die Eichel. Die OP war im Herbst 2016, mit dem Ergebnis war ich damals zufrieden. Wirklich informiert über die OP und deren Folgen war ich damals aber nicht. Dann hatte ich ca. zwei Jahre Ruhe und es begannen neue Probleme.
Zuerst stellte ich eine Rötung am inneren Vorhautblatt und Risse an der geröteten Stelle nach Masturbation und Sex fest. Diese waren anfangs klein, ich probierte es mit Bepanthen. Mit der Zeit wurden die Beschwerden größer, die Rötung blieb und die schmerzhaften Risse folgten bei jeder kleinsten Belastung. Ich ging endlich zur Dermatologin und bei mir wurde Lichen Sclerosus festgestellt. Über die Jahre probierten wir es mit Cortisoncremes, Tacrolismuscreme, Feuchtigkeitscreme (Deumavan), ein Abstrich wurde gemacht und kam negativ zurück - trotzdem wurde eine fungizidcreme probiert. Nur die Cortisoncremes verhinderten eine Verschlimmerung. Leider sind diese auch keine langfristige Lösung. Meine Dermatologin schickte mich in die Uniklinik. Der Leitende Oberarzt schaute sich die Stellen bei mir an und entschied, dass keine Biopsie gemacht wird, da ich zweifelsfrei Lichen Sclerosus habe. Mir wurde eine Pimecrolismus Creme verschrieben, diese brachte auch keine Besserung. Ich suchte einen anderen Dermatologen für eine Zweitmeinung auf. Erneut wurde mir LS als Diagnose bestätigt. Aufgrund der vielen bereits ausprobierten Therapieansätze wurde mir hier Jodsalbe empfohlen, da man ansonsten ratlos sei.
Nach diesem Ärztemarathon stellte meine Dermatologin fest, dass ich austherapiert bin und empfahl eine weitere OP, um die gesamte betroffene Haut zu entfernen. Da die Läsionen bei mir bis dicht an die Eichel gehen, diese aber nicht selbst betreffen, würde es sich also um eine radikale Beschneidung handeln. Diese OP möchte ich auf jeden Fall vermeiden. Meine Dermatologin überwies mich an einen Urologen. Nach einiger Suche im Internet stieß ich auf eine etwas weiter entfernte Urologin, welche sich laut ihrer Website auf die Behandlung von LS spezialisiert hat. Auch sie diagnostizierte LS, riet aber von einer weiteren OP ab, wenn man das irgendwie verhindern könne, da bei mir eben schon so einiges da unten fehlt. Sie startete eine weitere Salbentherapie. Diese ist leider bisher auch erfolglos. In einem Monat steht der nächste Termin an und ich vermute, dass mir so langsam die nicht-operativen Optionen ausgehen.
Ich fühle mich mit dem Thema zunehmend in eine Ecke gedrängt. Einerseits sind die Beschwerden nicht schön - Sex und Masturbation sind nur unter Schmerzen möglich. Andererseits möchte ich mir nicht noch mehr abschneiden lassen. Meine Hausärztin sagt auf Nachfrage, dass ich nur selbst wissen kann, ob ich die OP machen lassen will. Nach Recherchen im Internet bin ich auf die Lichen Sclerosus Leitlinie gestoßen. Laut dieser wird bei Versagen der konservativen Therapie eine vollständige Entfernung der Vorhaut angeraten.
Was kann ich noch tun? Ich weiß nicht mehr weiter...