Kerstin Griese (SPD)

  • abgeordnetenwatch.de: Kerstin Griese

    hier der Abdruck der vollständigen Äußerung von Frau Griese... kurz und knapp, gell?


    "ich bin der Auffassung, dass eine Beschneidung nur dann erlaubt werden kann, wenn sie von medizinischem Personal im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis und unter örtlicher Betäubung ausgeführt wird. Der Bundestag hat die Bundesregierung aufgefordert, noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorzulegen, um dies zu regeln. Juden und Muslime sollen in Deutschland mit ihrer Religion leben können."

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Die Abgeordneten erzählen uns in der Mehrheit die Sprachregelungen ihrer Fraktionen. Das ist sehr unergiebig und enttäuschend.

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • Aaaaaah! Ich erkläre meine Stimme im Nachhinein für ungültig. Schade, daß mich keiner gezwungen hat sie zu wählen! Dann müßte ich mich jetzt nicht ärgern.....
    Das schreib ich ihr gleich mal.
    In Analogie zu dem Schwachsinn, den wir mit dem Hinterzimmer immer zu hören kriegen, sollte ich ihr eigentlich damit drohen, daß sie mich mit ihrer Stellungnahme zwingt, ganz weit rechts zu wählen.
    Tue ich natürlich NICHT, aber die Argumentationsweise scheint ja Erfolg zu haben.

  • abgeordnetenwatch.de: Kerstin Griese


    Zitat

    eine Beschneidung, wie sie religiös-kulturellen Rahmen bei Jungen vollzogen wird, ist in keiner Weise mit der bei Mädchen ausgeübten Genitalverstümmelung, bei der weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden, zu vergleichen. Dies ist der Grund dafür, dass bereits nach der heutigen Rechtslage die Genitalverstümmelung zweifelsfrei als Körperverletzung bestraft wird. Die von Ihnen angesprochene Gesetzesinitiative fordert, dieses Delikt als "schwere Körperverletzung" zu verfolgen, die Verjährungsfrist später einsetzen zu lassen und die Auslandsstrafbarkeit sicherzustellen.


    Auch für Jungen?

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • eine Beschneidung, wie sie religiös-kulturellen Rahmen bei Jungen vollzogen wird, ist in keiner Weise mit der bei Mädchen ausgeübten Genitalverstümmelung, bei der weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden, zu vergleichen

    Es ist ja richtig, das sich Frauen auf der ganzen Welt wehren, Opfer männlicher Gewalt, unterdrückt und diskriminiert zu werden. Dreimal ja. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass Frauenrechtlerinnen jetzt dazu neigen, die Verhältnisse umkehren zu wollen, indem sie leugnen und verharmlosen, dass es auch strukturelle Gewalt und Genitalverstümmelung in patriarchalischen Gesellschaften gegenüber Männern - hier kleinen Jungen - gibt.

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • Langsam reicht es!
    Letztlich weiß ich noch nicht einmal, warum wir immer diesen Vergleich mit den Mädchen brauchen und stundenlang Analogien oder Unterschiede diskutieren. Das lenkt nur vom eigentlichen Thema ab:
    Es gibt EINEN körperlichen unversehrten Zustand und jede Änderung dessen ist eben VERSEHRT, beschädigt, verändert, amputiert, was auch immer. Jedenfalls nicht mehr intakt.
    Der Referenzpunkt ist NICHT die weibliche Genitalberstümmelung und die Frage, wie schlimm RELATIV dazu gesehen die Beschneidung ist!
    Die Frage lautet ganz schlicht: Darf man kleinen Jungen aufgrund der religiösen Überzeugungen ihrer Eltern die Vorhaut amputieren vor dem Hintergrund daß die Datenlage unklar ist?( Ist sie natürlich nicht, aber wir tun jetzt mal so, als ob wir die " Experten" der Gegenseite in ihrer Argumentation ernst nähmen).
    Die Antwort kann selbst dann nur: NEIN! lauten.

  • Naja, zumindest sagt sie:

    Zitat

    Klar ist: Der Kinderschutz ist höherrangig als die Religionsfreiheit. Das wird kein Gesetz ändern können.

    und

    Zitat

    Eines fehlte in den Medienberichten fast völlig: Stellungnahmen von
    Jugendlichen oder Männern, die ihre eigene Beschneidung als Trauma oder
    „Brandmarkung“ verstehen.

    Wer ihr schreiben will:
    [email protected]

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Schreibt ihr doch, dass Sie sich mal bitte hier umsehen soll. Hier haben einige Männer die Zurückhaltung und die Scham aufgegeben, die Männer sonst um Ihre Genitalien besitzen, bis hin sich im Fernsehen zu outen, vor Wut missachtet zu werden.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Zitat

    Dieser „Hass“ sei besonders in der Debatte um die Beschneidung von
    muslimischen und jüdischen Jungen aus religiösen Gründen eskaliert

    Na toll, DIE alte Leier.... :thumbdown:

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Es wäre schon viel gewonnen, wenn sich der Begriff "Zwangsbeschneidung" durchsetzen würde. - Gegen die freiwillige sind ja gar nicht alle.

  • Also, bei mir wächst nicht der Hass auf Religiöse oder Religion, bei mir wächst langsam eine tiefe Verachtung gegenüber Ignoranten.
    Wenn ich das nächste Mal ihr Gesicht auf Wahlplakaten sehe, kriege ich ein spontanes Tourette syndrom.....

  • Auf der verlinkten Tagung gab es auch folgendes Statement:

    "Der SMD-Jugenddelegierte Friedemann Kuttler (Tübingen) sagte, die Kirche müsse die christliche Botschaft vor allem in einer neuen, verständlichen Sprache vermitteln."

    Übertragen auf die Beschneidung könnte das heissen: die davon betroffenen Religionen müssen verständlich machen, warum ihr "Seelenheil" vom Eingriff in die körperliche Unversehrtheit von Kindern abhängt. Einem grossen Teil der Bevölkerung ist das immer noch nicht "verständlich". Kann das ein Grund sein, diesen Teil als "Atheisten" zu bezeichnen? Vielleicht haben sie nur einen ANDEREN Gott...

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Zitat

    "Denn viel zu oft wird bei uns Religionsfreiheit als "Freiheit von Religion" interpretiert. Das ist nämlich falsch. "


    Mal wieder prächtigster Stuss. Ich persönlich würd mich freuen, wenn's so wäre, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Ganz abgesehen davon hat Fr. Griese den Sachverhalt der Beschneidungsdebatte mit den Elementen Körperverletzung, Elternrecht und der darin verschachtelten "Religionsfreiheit" offensichtlich überhaupt nicht erfasst.

    Sagt mal, haben unsere Politiker eigentlich alle ihr Gehirn an der Rezeption abgegeben? Zombie-like und wie fremdgesteuert wird ihr dahergeplapperter Nonsens immer abenteuerlicher. Wer hat diese Personen nur gewählt?

    Art. 2 GG:
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Geschuldet der deutschen Vergangenheitsbewältigung gilt dieses Grundrecht ausdrücklich nicht, wenn die Person a) ein Kind und b) männlich ist, c) die Eltern entweder jüdischen oder muslimischen Glaubens sind und d) das kindliche Genital das Ziel der Versehrtheit ist.

  • Wie kann die evangelische Kirche der verbreiteten Gottvergessenheit und einem zunehmend aggressiven Atheismus wehren?

    Willkommen im religiösen Paralleluniversum.

    Etwas, wofür es keine Evidenz gibt, kann man nicht vergessen, ganz einfach, weil man es nicht erlebt haben kann.

    Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

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