Eine weitere Geschichte

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      Kurz vorab:
      Nachdem ich mir das jetzt von der Seele geschrieben habe und ein wenig im Forum gelesen habe, bin ich auf den Thread "Gute Gründe, um einen beschnittenen Mann zu behalten?" aus dem August 2018 gestoßen. Er hat mir gezeigt, dass es viel zu leicht ist, sich in seinem eigenen Loch gefangen zu halten. Selbstbestimmung hat das ganz toll zusammengefasst: "Ein Freund von mir und seine Freundin hatten in jungen Jahren einen fremdverschuldeten Autounfall. Seit dem ist sie querschnittsgelähmt. Das ist ein verdammt schweres Schicksal. Da würde ich 1000 mal eher meine Vorhaut abgeben." Das ist einfach so wahr. Es gibt immer noch härtere Schicksale. Ich glaube, dass wir am Ende unser Glück trotzdem noch selbst in der Hand haben. Es ist für uns einfach nur eine größere Herausforderung als für andere.

      Trotzdem geht es mir direkt besser, wo ich nun all diese Gefühle einmal runterschreiben konnte. Und weil so viele von euch den Mut aufgebracht haben, offen über ihre Probleme zu reden, poste ich den Text trotzdem. Vielleicht hilft er dem ein oder anderen von euch, Worte für das zu finden, was ihn so lange schon beschäftigt. Für ein paar nette Worte bin ich euch selbstverständlich auch dankbar.

      Ursprünglicher Text:
      Hey Leute,

      mit etwa 13 oder 14 Jahren wurde bei mir eine Vorhautverengung diagnostiziert. Ich hatte Probleme, die Vorhaut weit nach hinten zu ziehen. Für den damaligen Arzt war die Sache direkt klar und ohne jeglichen vorausgegangen Therapieansatz kündigte er an, dass ich beschnitten werden musste. Kurz darauf war es auch so weit. Mit den Beschneidungsmethoden kenne ich mich noch nicht so ganz aus, aber ich glaube, dass man es high and tight nennt. Es ist praktisch nichts mehr da. Frenulum inklusive.

      Damals als Teenager war mir noch nicht klar, was das alles bedeuten würde. Wenn ich heute lese, dass es zahlreiche vorhauterhaltende Methoden gibt oder ein Eingriff vor einer Therapie mit Salben und Dehnübungen oder überhaupt in einem späteren Alter eigentlich völlig unvertretbar ist, spüre ich einfach so vieles. Rasend vor Wut, Trauer, Frust und Verachtung. Ihr kennt das ja alle.

      Was ich heute fühle kann ich einfach nicht in ein paar Worte fassen. Schon länger habe ich gehört, dass die Vorhaut durch einen langen Prozess nachwachsen kann. Aber das Wissen, dass hier Gewebe für immer verloren ist – ein Teil von mir; gerade so etwas wie das Frenulum – fühlt sich einfach so grausam an. Eine Tür, die für immer verschlossen ist. Es gibt keinen Rückweg mehr dorthin.

      Meine Probleme, die mich überhaupt zur Suche nach diesem Forum veranlasst haben, sind euch ja auch bekannt. Im Bett steht er lange und ich habe Frauen sehr glücklich gemacht. Aber ich selber fühle mich immer auf der Strecke geblieben. Es ist ein Hunger, der nie gestillt ist. Seit meiner Beschneidung habe ich ein für mich sehr schwieriges Verhältnis zur Sexualität entwickelt. Einerseits liebe ich Sex, aber auf der anderen Seite ist es nie genug. Selbst wenn ich komme, ist es wie ein Essen ohne Geschmack, ein Duft ohne Geruch oder ein Bild ohne Farben. Es ist nie das selbe. Es gibt kein Maß.

      Die Aussicht, dass ich noch den Rest meines Lebens so verbringen werden muss, stellt mich vor eine erdrückende Ohnmacht. Eigentlich hilft es ja, nicht daran zu denken. Aber wie soll man das? Es ist einfach eine Leere, die sich durch nichts füllen lässt.

      Heute schreibe ich euch hier, weil ich nach irgendeinem Ort suche, an dem ich irgendwelche Worte des Verständnisses finden kann. Vorhin habe ich mit meiner Freundin telefoniert und ihr gesagt, dass ich darüber nachdenke, so eine Vorhautrestoration auszuprobieren. Sie hat kritisch, gleichgültig und dann ablehnend reagiert. Ihr Exfreund hätte damit keine Probleme gehabt. Ihr Exfreund, der schwere psychische Probleme hat – das ist das einzige, was ich so richtig über ihn weiss.

      Ja, und jetzt sitze ich hier. Nach so vielen Jahren verstehe ich erst in aller Klarheit, woher diese Probleme kommen, die ich mit mir herumtrage. Ich fühle eine Leere, weil mir etwas fehlt. Weil es genommen wurde. Und ich suche da nicht einfach nur nach einem Sündenbock. Vom Kindergartenalter an wurde ich gemobbt. Fast bis zum Ende meiner Schulzeit musste ich die ständige Tortur der anderen Kinder ertragen. Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich viel Zeit mit Nachdenken verbracht habe. All diese Dinge von damals in Stunden über Stunden an Reflexion und Gesprächen aufgearbeitet. Selbstbewusstsein hatte ich keines, als ich fertig war. Heute bin ich selbstständiger Unternehmer und konfrontiere Großkonzerne ohne Scheu. Aber dieser eine Aspekt, die Sexualität, war immer etwas, was ich mir nicht erklären konnte. Wofür ich auch nach Jahren der Fragen keine Antworten finden konnte. Heute wird mir das alles bewusst. Gerade in diesem Moment.

      Ich habe mir vorhin den Manhood Restorer bestellt. Ich will zumindest einmal versuchen, sehen, spüren, ob es daran liegt. Ich habe keine Lust, mich ein Leben lang als Opfer zu sehen. Nichts liegt mir ferner als das.

      Aber dieses Wissen stürzt mich in eine tiefe Ohnmacht. Ich hatte ja immerhin für die Hälfte meines Lebens eine Vorhaut im Gegensatz zu so vielen von euch. Aber dieser auf Ewig verschlossene Weg zu diesen Gefühlen... Ich kann es einfach nicht beschreiben. Es tut einfach nur weh. All die Jahre, die mich dieses Thema schon rumtreibt und ich weiss einfach nicht, wie man das ein Leben lang ertragen soll.
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      Seit gerade mal 12 Stunden beschäftige ich mich mit dem Thema und auf einmal ergeben so viele Dinge einen Sinn. Verhaltensmuster, die ich mir nie erklären konnte, liegen jetzt mit dem Gefühl von "ja, na klar" bar vor mir. Meine Zweifel an meiner Partnerin, nicht genug für mich zu sein. Meine Zweifel an mir, nicht genug zu sein. Mein Bedürfnis risikoreich zu fahren. Das Gefühl, dass man Dinge nicht verdient hat, weil man sie auch einfach nicht spürt. – Es fühlt sich alles genauso an wie das, was ich jetzt entdeckt habe. Oder auch einfachere Dinge, wie dass ich immer weite Hosen tragen wollte und mich Jahre lang gewehrt habe, passende Hosen zu tragen. Ich habe nie darauf geachtet, aber es fühlt sich einfach so unangenehm an. Man vergisst einfach, dass die Reibung und das Scheuern da ist. Wo ich mehr darauf achte, fühlt sich die Eichel an wie eine offene Wunde. Etwas, das ständig verletzt ist. Ich habe sie jetzt ein paar mal eingecremt und verpackt. Seitdem ertrage ich es kaum noch ohne herumzulaufen.

      Ich glaube, dass da noch ein paar Dinge mehr hinzukommen werden. Aber ich kann jetzt so gut verstehen, worunter die anderen Männer alle leiden, nachdem ich endlich einen eigenen Zugang dazu gefunden habe. Ich hoffe nur, dass meine Freundin das auch verstehen wird können.
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      Ich glaube, dass wir uns als beschnittene, verschnittene, beschädigte Männer sehen können. Aber ich glaube auch, dass wir uns trotzdem durch unsere Träume und Taten identifizieren können.

      Die Jungen und Männer auf der Straße heute habe ich in einem völlig anderen Licht gesehen als bisher. Ich wünsche mir sehr, dass ihnen das allen erspart bleibt.

      Es sind mir inzwischen wieder neue Dinge aufgefallen. Ein sehr unterbewusstes Gefühl, das gerade in den letzten fünf, sechs Jahren bemerkbarer geworden ist. Eine ständige Unruhe. Mein bester Kumpel bezeichnet mich schon seit Jahren als einen "Rastlosen". Und ich glaube endlich zu wissen, woher das Gefühl und diese Rastlosigkeit kommen. Es ist genau das, was ich durch die Nacktheit und Unbedecktheit empfinde. So ein Gefühl von Flucht, Bedürfnis nach Sicherheit. Wie ich auch darauf komme? Eines meiner liebsten Gefühle ist, wenn mich meine Freundin unten festhält. Wenn sie ihre Hände schützend über den Schaft legt. Das sind Momente, in denen ich echten Frieden finde.

      Ich habe mich deswegen dazu entschlossen, ein Gerät auszuprobieren. Am liebsten wäre mir natürlich, wenn Foregen morgen plötzlich marktreif wäre, aber das liegt wohl noch in der Zukunft. Bis dahin kann ich ja zumindest schon einmal anfangen.
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      Wow, vielen Dank für deinen offenen und wunderbar klar strukturierten Bericht. Ich weiß aktuell gar nicht, worauf ich inhaltlich eingehen soll. Ich glaube, was in dir vorgeht, verstehen hier jeder Betroffene nur zu gut. Mich mit eingeschlossen. Was deinen Fall vermutlich noch etwas tragischer als die üblichen macht, ist die Tatsache, dass du schon vor dem Eingriff vermutlich sexuell aktiv warst und den Unterschied kennst. Ich rate dir auch zum restoren, auch wenn es wirklich ein Ultramarathon ist und extrem viel Gedult erfordert. Das mit Foregen ist so eine Sache. Ich verfolge Foregen seit 2013. Es scheint definitiv weiterzugehen damit, aber ob es sinnvoll ist, darauf zu warten, ist eine andere Frage. Seit Jahren heißt es nun schon, in max 5 Jahren ist es marktreif. Ich werde dieses Jahr schon 40, ich will nicht noch weitere Jahre (Jahrzehnte?) verschenken, ohne proaktiv was zu meiner Verbesserung beigetragen zu haben. Andererseits: Ich würde mir von denen auch eine Vorhaut nachzüchten lassen, wenn ich danach nur noch einen Tag leben würde. Nur um wenigstens einmal zu erfahren, wie es sich anfühlt. Ich wünsche dir viel Erfolg, egal was auch immer du gegen deine Unzufriedenheit unternimmst. Du bist nicht alleine, buddy!
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      Hey fsx100, gerade dachte ich, ich schreibe mal wieder etwas dazu. Hatte eigentlich damit gerechnet, dass keiner mehr schreibt und wollte den Post wie ein Tagebuch nutzen. :D Danke dir für deine netten Worte. Das macht mir Mut! :)

      Ja, du hast Recht. Ich war auch als Kind tatsächlich schon „sexuell aktiv“. Hab mit meinem damaligen besten Kindergartenfreund sehr viel ausprobiert. Ich kann mich noch so weit entfernt daran erinnern, wie sensibel das alles war. Und dann später im Jugendlichenalter genauso. Umso bitterer ist es für mich, dass ich mich damals noch nicht wehren konnte. Das noch nicht verstehen konnte. Und jeder sagte, die Vorhaut wäre nur ein nutzloses Stück Haut. Das kam sogar so in Fernsehberichten und Frauen schreiten in den Medien nach beschnittenen Männern. Alles andere wäre unhygienisch und ekelerregend. Es ist einfach krank.

      Was Foregen betrifft, kann ich deine Bedenken absolut nachvollziehen. Deswegen habe ich jetzt bestellt. Gleichzeitig habe ich mich dort als Kandidat freiwillig gemeldet. In der Forschung ist es leider so, dass nichts von heute auf morgen kommt. Die haben vor 10 Jahren damit angefangen. Aber du siehst ja, wie lange sich andere Praktiken halten können. Dagegen ist eine Dekade eine sehr kurze Zeit. Wir bleiben gespannt. Und hoffnungsvoll.


      Für mich ist erstmal alles bestellt. Sogar versendet haben sie es schon. Ich bin gespannt und voller Zuversicht. Mein Exemplar ist traditionell schon immer besonders dehnbar und flexibel. Entweder gereicht mir das zum Vorteil oder aber es wird die Katastrophe. :D Ich berichte weiter.
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      So möchte ich nun auch meinen Bericht fortführen. Seit zwei Tagen kann ich kaum schlafen und beschäftige mich Tag und Nacht damit. Gerade habe ich noch mit meinem besten Freund darüber gesprochen. Er ist selbst teilbeschnitten, besitzt aber immerhin die wichtigsten Teile noch. Zeit seines Lebens ist er nie sexuell aktiv geworden. Ob das zusammenhängt kann ich nicht sagen.

      Er hat mir noch den Rat gegeben, es mit einem Ampallang Piercing zu versuchen, wenn gar nichts klappt. Das bzw die vertikale Variante davon soll einigen sehr viel bringen. Aber bevor ich mich noch weiter malträtiere, probiere ich erstmal den Weg der Restauration.

      Bei meinen Gedanken gibt es noch weitere Ergebnisse. Es sind aber eher Fortführungen von bisherigen Erkenntnissen.

      Ich hatte schon seit dem ersten Mal Probleme. Besondere Schwierigkeiten hatte ich, mich fallen zu lassen und zu vertrauen. Die ersten Male waren immer sehr unspaßig. Mit einer Freundin konnte ich gar nicht. Ich habe mich so unwohl gefühlt, dass egal was sie gemacht hat, er nicht einmal stehen wollte.


      Bei meiner jetzigen Freundin war es am Anfang auch so. Vorspiel und Entblößen sind eigentlich kein großes Problem. An sein Aussehen habe ich mich über die Jahre gewöhnt und immerhin ist er immer noch ein Teil von mir. Niemals würde ich mich selber verraten. Aber fallen lassen konnte ich mich trotzdem nicht. Gespürt habe ich bei all dem Druck nicht - oder war nicht in der Lage dazu. Das trifft es wohl am ehesten.

      Das konnte ich mir nie erklären. War doch alles in Ordnung. Ich habe mich doch auch nicht unwohl beim Ausziehen gefühlt. Aber sobald es daran ging, war es schlagartig vorbei.

      Gerade habe ich ein paar banale Sachen gegoogelt. Dabei bin ich auf einen Forumbeitrag gestoßen. Die Frage ist eigentlich recht harmlos, aber die Reaktionen treiben mich zur Weissglut. Auch, weil ich meiner eigenen Torheit erlegen war und die Dinge geglaubt habe, die da Kund getan wurden! Hier ist der Link: forum.maedchen.de/forum/liebe-…haut-beim-sex-nach-hinten

      Ja, ich musste googlen, was eigentlich bei einer intakten Vorhaut bei einer Erektion passiert. Wie disconnected muss man von seiner eigenen Physiologie eigentlich sein?

      Hier drei Zitate:
      „ICH HASSE VORHÄUTE!!
      BESCHNITTENE MÄNNER AN DIE MACHT !!!

      bitte schneidet euch dieses wiederliche teil ab” von SkinnyKate

      „Wieso? Ne Vorhaut ist was ganz natürlich, da könnten die ja auch Entfernung der Schamlippen verlangen....”, die Stimme der Vernunft von 19Hippo87.

      „der vergleich hinkt. die vorhaut ist im prinzip nutzlos, noch dazu fördert sie krankheiten, weil viele sich einfach nicht ordentlich waschen und sich darunter schön die bakterien sammeln.”, die qualifizierte Aussage von RosaPummelfee, die gleichzeitig MODERATORIN in einem Forum für junge MÄDCHEN ist und Vorbild fungiert.

      Wisst ihr, seit Jahren versuche ich mir den Glauben an die Menschheit zu retten. Aber ab dem heutigen Tag gebe ich es auf. So lange habe ich mich gewehrt. Gäbe doch auch liebe Leut. Aber ich bin im Alltag von einer dermaßenen Asozialität umgeben, die Leute sind rücksichtslos, dass man es sich nicht vorstellen kann und es wird überall selbst um den letzten Cent geschachert. Und auch die übrig gebliebenen Hochburgen der Gleichwertigkeit und Toleranz – die des Sex nämlich – brechen gerade wie ein Kartenhaus zusammen.

      „Beschneidet die Männer. Nehmt ihnen alles, weil ich es widerlich finde.“ Danke. Das ist der Mensch.
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      Streamer wrote:

      Er hat mir noch den Rat gegeben, es mit einem Ampallang Piercing zu versuchen, wenn gar nichts klappt. Das bzw die vertikale Variante davon soll einigen sehr viel bringen. Aber bevor ich mich noch weiter malträtiere, probiere ich erstmal den Weg der Restauration.
      Davon würde ich dir dringend abraten. Natürlich ist sowas Geschmacksache. Für mich sind Intimpiercings der Abturner schlechthin. Ich wurde im Alter von sechs verstümmelt, ich kenne bzw. kannte Sexualität bisher die meiste Zeit nur im beschnittenen Zustand. Mit dem Restoring bin ich jetzt seit Anfang 2014 mehr oder weniger aktiv dabei. Klar darf man nicht erwarten, dass es damit genauso intensiv wird wie im natürlichen Zustand, den du ja noch im Gedächtnis hast. Aber es wird besser. Viel viel besser und intensiver. Ich habe bisher noch von keinem Restorer gehört, dass er die Sache am Ende bereut hat. Falls du gut Englisch sprichst, kann ich dir die subreddits r/CircumcisionGrief und r/foreskin_restoration empfehlen.

      Diese unbefriedigenden sexuellen Erfahrungen, von denen du schreibst, kenne ich von mir selbst nur zu gut. Ich bin zudem auch noch schwul und hatte bisher nur intakte Partner. Ich bekomme bei der angeblich schönsten Nebensache der Welt quasi immer meine eigene Minderwertigkeit vorgeführt, weil die Unterschiede einfach so riesig sind. "Du hast ja gar nichts mehr dran, ich weiß nicht, was ich machen soll" hat mir mal einer gesagt. Danach war ich so fertig, dass ich eine ganze Flasche Vodka leer gesoffen habe. Das ist wirklich unfassbar bitter. Ja, Menschen können grausam und böse sein. Immer wenn man denkt, man würde das schlimmste schon kennen, wird man eines besseren belehrt.

      Du schreibst, dass du mit 13/14 beschnitten wurdest und dein halbes Leben eine Vorhaut hattest. Daraus schlußfolgere ich, dass du jetzt Mitte/Ende 20 bist und der Vorfall nach der Jahrtausendwende stattgefunden hat. Ich bin auf das Thema MGM direkt nach meinen ersten sexuellen Erfahrungen aufmerksam gewurden. Dass es sowas wie das gefurchte Band in der Vorhaut gibt und sie die primäre erogene Zone am Penis ist, wusste ich schon vor 20 Jahren. Die Arbeit von Taylor, die die nervale Ausstattung der Vorhaut untersucht hat, wurde im Jahr 1996 veröffentlicht. Es ist wirklich schlimm, dass man zu dem Zeitpunkt deiner Beschneidung wohl immer noch dachte, das wäre nur ein nutzloser Hautlappen. Viele denken es sogar heute noch.

      Du stehst vermutlich jetzt erst ganz am Anfang deines Heilungsprozesses. Ich habe mal gelesen, dass es vergleichbar mit dem Verlust eines geliebiten Menschen ist. Irgendwann hat man sich damit abgefunden, dass man ihn nie wieder sieht. Vermissen wird man ihn aber immer. Für mich persönlich hat das Schreiben und die Aufklärung zu diesem Thema therapeutischen Charakter. Ich bin mir sicher, dass auch du deinen Weg finden wirst.

      Gib nicht auf und hab Mut. Ich verstehe dich bestens.
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      Servus Streamer, auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier im Forum,

      auch wenn aus nicht so tollem Anlass...

      Streamer wrote:

      Wisst ihr, seit Jahren versuche ich mir den Glauben an die Menschheit zu retten. Aber ab dem heutigen Tag gebe ich es auf. So lange habe ich mich gewehrt. Gäbe doch auch liebe Leut. Aber ich bin im Alltag von einer dermaßenen Asozialität umgeben, die Leute sind rücksichtslos, dass man es sich nicht vorstellen kann und es wird überall selbst um den letzten Cent geschachert
      Deine Beobachtung...ja leider...sehe ich auch...jeder ist nur sich der nächste, Menschen werden benützt, zum Objekt gemacht...für die eigenen Interessen, eigene Bewertungen (dieses Forum aus dem du zitierst...)...wir begegnen uns nicht mehr als Menschen...

      Aber der Mensch ist nicht so angelegt, von Natur aus...ist eine Kulturleistung, anerzogen, geprägt...

      Niemand kann andere Menschen ändern...nur jeder sich selbst...und nur wenn ich mich ändere, in Beziehung zu anderen gehe, können sich andere auch ändern...

      Streamer wrote:

      Und auch die übrig gebliebenen Hochburgen der Gleichwertigkeit und Toleranz – die des Sex nämlich – brechen gerade wie ein Kartenhaus zusammen.
      War Sex je auf Gleichwertigkeit und Toleranz ausgelegt? Von Natur aus sicher...aber was ist da nicht alles an "Kulturleistung" (schlecht, böse, Sünde...gleichgeschlechtliche Sexualität) eingeflossen, hat uns geprägt?

      Streamer wrote:

      Die Jungen und Männer auf der Straße heute habe ich in einem völlig anderen Licht gesehen als bisher. Ich wünsche mir sehr, dass ihnen das allen erspart bleibt.
      Wünsche ich mir auch, dass unnötige Beschneidungen irgendwann Geschichte sind, als Verbrechen gebrandmarkt sind. Noch ein langer Weg?

      Jedes Verbrechen braucht schweigende Zeugen...
      Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama
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      fsx100 wrote:

      Streamer wrote:

      Er hat mir noch den Rat gegeben, es mit einem Ampallang Piercing zu versuchen, wenn gar nichts klappt. Das bzw die vertikale Variante davon soll einigen sehr viel bringen. Aber bevor ich mich noch weiter malträtiere, probiere ich erstmal den Weg der Restauration.
      Davon würde ich dir dringend abraten. Natürlich ist sowas Geschmacksache. Für mich sind Intimpiercings der Abturner schlechthin. Ich wurde im Alter von sechs verstümmelt, ich kenne bzw. kannte Sexualität bisher die meiste Zeit nur im beschnittenen Zustand. Mit dem Restoring bin ich jetzt seit Anfang 2014 mehr oder weniger aktiv dabei. Klar darf man nicht erwarten, dass es damit genauso intensiv wird wie im natürlichen Zustand, den du ja noch im Gedächtnis hast. Aber es wird besser. Viel viel besser und intensiver. Ich habe bisher noch von keinem Restorer gehört, dass er die Sache am Ende bereut hat. Falls du gut Englisch sprichst, kann ich dir die subreddits r/CircumcisionGrief und r/foreskin_restoration empfehlen.

      Ja, das Piercing käme für mich nur dann in Frage, wenn alles andere nicht funktioniert. Wenn wirklich gar nichts klappt. Dann wäre das vielleicht so wie ein Schlussstrich. Dass man das Schicksal final akzeptiert. Aber mehr könnte ich mir ehrlich gesagt dafür auch nicht vorstellen.

      fsx100 wrote:

      Diese unbefriedigenden sexuellen Erfahrungen, von denen du schreibst, kenne ich von mir selbst nur zu gut. Ich bin zudem auch noch schwul und hatte bisher nur intakte Partner. Ich bekomme bei der angeblich schönsten Nebensache der Welt quasi immer meine eigene Minderwertigkeit vorgeführt, weil die Unterschiede einfach so riesig sind. "Du hast ja gar nichts mehr dran, ich weiß nicht, was ich machen soll" hat mir mal einer gesagt. Danach war ich so fertig, dass ich eine ganze Flasche Vodka leer gesoffen habe. Das ist wirklich unfassbar bitter. Ja, Menschen können grausam und böse sein. Immer wenn man denkt, man würde das schlimmste schon kennen, wird man eines besseren belehrt.
      Das tut mir so Leid:( Ich hoffe, dass es bei dir inzwischen besser ist.

      Du schreibst, dass du mit 13/14 beschnitten wurdest und dein halbes Leben eine Vorhaut hattest. Daraus schlußfolgere ich, dass du jetzt Mitte/Ende 20 bist und der Vorfall nach der Jahrtausendwende stattgefunden hat. Ich bin auf das Thema MGM direkt nach meinen ersten sexuellen Erfahrungen aufmerksam gewurden. Dass es sowas wie das gefurchte Band in der Vorhaut gibt und sie die primäre erogene Zone am Penis ist, wusste ich schon vor 20 Jahren. Die Arbeit von Taylor, die die nervale Ausstattung der Vorhaut untersucht hat, wurde im Jahr 1996 veröffentlicht. Es ist wirklich schlimm, dass man zu dem Zeitpunkt deiner Beschneidung wohl immer noch dachte, das wäre nur ein nutzloser Hautlappen. Viele denken es sogar heute noch.
      Ja, da hast du Recht. Meine Beschneidung dürfte etwa um 2006 gewesen sein. Also zehn Jahre nach diesen Erkenntnissen. :( Das macht die Wut auf dieses Arschloch nur noch viel größer. Aber gut, was soll man machen. Der sitzt ja jetzt in seinem "wohl verdienten" Ruhestand.

      Du stehst vermutlich jetzt erst ganz am Anfang deines Heilungsprozesses. Ich habe mal gelesen, dass es vergleichbar mit dem Verlust eines geliebiten Menschen ist. Irgendwann hat man sich damit abgefunden, dass man ihn nie wieder sieht. Vermissen wird man ihn aber immer. Für mich persönlich hat das Schreiben und die Aufklärung zu diesem Thema therapeutischen Charakter. Ich bin mir sicher, dass auch du deinen Weg finden wirst.
      Gib nicht auf und hab Mut. Ich verstehe dich bestens.
      Das auf jeden Fall. Du merkst ja, dass ich nicht nur zum Lamentieren hier bin, sondern daran arbeiten möchte. Aber es ist so unfair. Immerhin kann man Verlust und Trauma überwinden. Was an der Sache so fies ist, ist, dass du das dein Leben lang mit dir rumschleppst. Und jetzt verstehe ich mehr und mehr die Auswirkungen, die das psychisch auf mich hat. Welche Gedanken- und Verhaltensmuster sich dabei eingeschliffen haben. Verstehst du, Dinge, die man nur so schwer angehen kann, weil sie durch das vegetative Nervensystem und die Dauerreizung kommen. Zumindest ist das mein Eindruck, dass Persönlichkeit und Charakter nicht nur im Kopf sitzen. Beim Darm weiss man das inzwischen. Wie viel Einfluss deine Darmflora auf dein Verhalten haben kann, dass der Bauch tatsächlich bei Entscheidungen permanent mitwirkt, weil hier insgesamt so viele Nerven sind wie im Hirn eines "ausgewachsenen Labradors" liegen, etc. ist inzwischen bekannt (s. Erkenntnisse hierzu: simplyscience.ch/teens-liesnac…chen-darm-und-gehirn.html).

      Ich kann mir also nur vorstellen, welchen Einfluss ein doch relativ großes Organ mit mehreren zehntausenden Nervenenden auf deine Psyche hat. Es ist vielleicht kein riesiger Heckmotor, aber ein Tau, das vorne am Bug trotzdem in eine andere Richtung zieht. Und die Klarheit darüber macht mir Sorgen. Die Probleme, die ich jetzt entdeckt habe, sind das die einzigen? Gibt es mehr, die mir noch unklar sind? Wenn sich körperlich nichts ändert, was bedeutet das auf Dauer für mich?

      *seufz* Naja. Eigentlich bin ich ja doch recht zuversichtlich. Mein Leben lang fordern diese Dinge schon Kraft von mir. Keine Hürde hat mich bisher aufgehalten. Es ist nur eine Frage der Ausdauer und der Geduld. Wie ich oben geschrieben hab. Glück können wir trotzdem finden, aber es ist nur eine größere Herausforderung für uns.:D Ich hoffe, dass du und die anderen das ähnlich sehen können!:)
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      Urolüge wrote:

      Servus Streamer, auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier im Forum,

      auch wenn aus nicht so tollem Anlass...

      Streamer wrote:

      Wisst ihr, seit Jahren versuche ich mir den Glauben an die Menschheit zu retten. Aber ab dem heutigen Tag gebe ich es auf. So lange habe ich mich gewehrt. Gäbe doch auch liebe Leut. Aber ich bin im Alltag von einer dermaßenen Asozialität umgeben, die Leute sind rücksichtslos, dass man es sich nicht vorstellen kann und es wird überall selbst um den letzten Cent geschachert
      Deine Beobachtung...ja leider...sehe ich auch...jeder ist nur sich der nächste, Menschen werden benützt, zum Objekt gemacht...für die eigenen Interessen, eigene Bewertungen (dieses Forum aus dem du zitierst...)...wir begegnen uns nicht mehr als Menschen...
      Aber der Mensch ist nicht so angelegt, von Natur aus...ist eine Kulturleistung, anerzogen, geprägt...

      Niemand kann andere Menschen ändern...nur jeder sich selbst...und nur wenn ich mich ändere, in Beziehung zu anderen gehe, können sich andere auch ändern...
      Ja, andere zu ändern klappt nie. Bei manchen ist das auch ein unaufhaltsames Zusteuern auf den Abgrund. Man verliert ja doch den ein oder anderen Freund auf dem Weg, bei dem man sich seines Schicksals nicht sicher nicht. Ich finde es einfach widerlich, wie kaputt erzogen manche Menschen sind. Welche Eltern saßen da dahinter, welches Umfeld und welche Einflüsse durch Medien, Konzerne, etc.? Es ist eine grausige Vorstellung.

      Bei meiner Freundin und mir merke ich das. Sie fragt mich oft um Rat, aber geht am Ende eh ihren eigenen Weg. Aber das schöne ist, dass ich gemerkt habe, wie sehr sie bei Dingen eingelenkt hat oder von sich aus Fortschritte gemacht hat. Und gerade heute habe ich ihr geschrieben, dass sie mir Dinge beigebracht hat, ohne die ich gar nicht an diesen Punkt gekommen wäre. Hätte ich sie nicht kennengelernt und wäre ich nicht so lange mit ihr zusammen, würde ich mir noch immer die gleichen Fragen stellen, die ich mir oben endlich beantwortet habe. Ich glaube, das ist dann wohl wahre Liebe. Wenn man sich gegenseitig so sehr vervollständigen kann.

      Urolüge wrote:

      War Sex je auf Gleichwertigkeit und Toleranz ausgelegt? Von Natur aus sicher...aber was ist da nicht alles an "Kulturleistung" (schlecht, böse, Sünde...gleichgeschlechtliche Sexualität) eingeflossen, hat uns geprägt?
      Wünsche ich mir auch, dass unnötige Beschneidungen irgendwann Geschichte sind, als Verbrechen gebrandmarkt sind. Noch ein langer Weg?

      Jedes Verbrechen braucht schweigende Zeugen...

      Ja, da können wir nur dran arbeiten, dass wir diese Vergangenheit ablegen. Der Wahn zum Selbstausdruck heutzutage, der leider auch viele in vorschnelle Geschlechtsumwandlungen bewegt, kommt ja genau aus diesem Grund. Früher hat man uns alles verboten, heute ist es genau das Gegenteil. Es wird fast erwartet, dass man einen Tick hat. Das ist die erste Phase. Genauso wie bei der Legalisierung von Cannabis in den USA. Die Konsumzahlen unter Collagestudenten steigt rasant an. Dafür fällt der Alkoholmissbrauch genauso stark. Irgendwann wird sich das einpegeln – spätestens wenn die Leute genug davon hatten. Und so wird es wohl hoffentlich mit diesem Thema auch sein. Und dann können wir wirklich ohne Tabus offen darüber in der Gesellschaft reden.
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      Heute habe ich das erste Mal wieder mit meiner Freundin darüber gesprochen. Und ich möchte etwas berichtigen. Ich glaube, dass ihre erste Reaktion nur so negativ bei mir ankam, weil ich in einer ohnehin schon verletzlichen Grundstimmung war und sie von Arbeit und Gesundheit zu angestrengt war. Eigentlich hätte ich es an dem Abend gar nicht ansprechen sollen. Seltsamerweise kann ich meinen Beitrag nicht bearbeiten, darum schreib ich es eben als Antwort.

      Heute hat sie sehr viel aufgeschlossener reagiert und mit mir darüber geredet. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, können wir endlich richtig darüber reden. Da freue ich mich schon sehr drauf. Aber bis dahin vergeht noch ein bisschen Zeit.

      Mir sind noch ein paar Sachen zu dem Thema eingefallen, aber ich bringe sie gerade schon gar nicht mehr zusammen. Ich hab heute Sport gemacht, war beim Frisör und bin dadurch auch ein wenig rumgefahren. Das allein ist schon ein Therapieprogramm. Auf dem Heimweg konnte ich den Zustand zum ersten Mal seit Beginn dieser Reise akzeptieren. Und als ich dann nach Hause kam und mich geduscht hatte, bin ich totmüde auf der Couch versackt und bin friedlich eingeschlafen. Warum ich das so ausführlich beschreibe?:D Ich hoffe und glaube, dass der erste Sturm jetzt vorübergezogen ist. Mein Kopf dreht sich nicht mehr nur um das Thema. Ich kann heute noch etwas für mich tun und dann hoffentlich mal wieder schlafen.
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      Streamer wrote:

      Irgendwann wird sich das einpegeln – spätestens wenn die Leute genug davon hatten. Und so wird es wohl hoffentlich mit diesem Thema auch sein.
      Wird das so sein können? Um bei Cannabis oder Alkohol zu bleiben...ist das nicht die freie Entscheidung jedes einzelnen? Aber kann sich davon nicht jeder auch lossagen...wenn er dazu bereit ist? Beschneidung kann man nicht rückgängig machen...und die Strukturen die das aufrechterhalten...stärker als jede Sucht?

      Beides erfordert jedoch dasselbe...absolute Ehrlichkeit, sich selbst gegenüber...das härteste im Leben jeden Mensches?
      Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama
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      Ich kann mir jetzt übrigens gut erklären, warum die Haremkultur im Orient so verbreitet ist/war. Warum den Islamisten 72 Jungfrauen versprochen wurden und nicht nur eine. Warum Monogamie dagegen in Europa der Standard wurde.

      Nach der Beschneidung fehlt der Off-Schalter. Der Schalter, der die Begierde wieder ausstellt. Darum braucht es den Harem, aber auch der wird nie genug sein. Mohammed, als Beispiel, hatte eine 15 Jahre ältere Frau. Und das 25 Jahre lang. Als er dann die Macht hatte, wurden daraus schnell zehn oder mehr Frauen plus Sklavinnen. Und das wird von Radikalen als Ideal angestrebt. Das ist doch absurd.

      Da wird einem doch klar, was für eine kranke Kontrollmethode die Beschneidung war und immer noch ist.
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      Streamer wrote:

      Da wird einem doch klar, was für eine kranke Kontrollmethode die Beschneidung war und immer noch ist.
      Ja, Beschneidung ist nichts anderes als Mindcontrol. Wenn ein Mann Sexualität nicht als das sinnliche und spirituelle Ritual wahrnimmt, so wie es die Natur für ihn vorgesehen hat, verändert das sein komplettes Weltbild. Solche Männer zeigen oft Probleme mit der Empathie und tendieren zur Verrohung. Sowas wusste man bereits in der Bronzezeit, als man die Beschneidung als Methode zur sexuellen Zügelung einsetze.

      Das funktioniert natürlich nicht wirklich mit der Zügelung. Sofern ein Mann eine hohe Libido besitzt, die er nicht mehr richtig befriedigen kann, kommt am Ende nur sexueller Frust dabei raus. Man schaue sich nur die hohe Prävalenz von Vergewaltigungsfällen in Ländern an, die großflächig verstümmeln. MGM Cultures = Rape Cultures. Extremes Machogehabe lässt sich in diesen Kulturen natürlich ebenfalls beobachten, als Kompensation für den durch die MGM herbeigeführten Mangel an Männlichkeit.
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      Hierzu passt dieser Artikel von Prof. Matthias Franz recht gut:
      focus.de/magazin/archiv/politi…en-zu-tun_id_5262514.html
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
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      Weguer wrote:

      Hierzu passt dieser Artikel von Prof. Matthias Franz recht gut:
      focus.de/magazin/archiv/politi…en-zu-tun_id_5262514.html
      Sehr guter Artikel!
      Leider geht er nicht ganz auf die sexuellen Auswirkungen ein.
      Man weiß mittlerweile ja auch, dass beschnittene Männer stärker zu abweichenden sexuellen Verhaltensmustern neigen:

      cirp.org/library/psych/boyle6/


      Boyle et al wrote:

      Altered Sexual Behaviours
      Apart from reducing sexual sensation and pleasure (Bensley & Boyle, 2001; Gemmell & Boyle, 2001; Immerman & Mackey, 1998; Milos & Macris, 1994; Money & Davison, 1983; O'Hara & O'Hara, 1999), circumcision also leads to changes in sexual practices. For example, Laumann, Masi, and Zuckerman (1997) reported that circumcision is associated with more elaborate sexual behaviours. It is possible that reduced sexual sensation may impel some circumcised men to engage in more elaborate sexual practices in order to attain sexual gratification. In regard to unsafe sex practices, Bensley and Boyle (2001) found that circumcised men were significantly less likely to use condoms than were genitally intact men. Presumably, use of a condom reduces sexual sensation, which may be of somewhat greater concern to circumcised men (cf. Gemmell & Boyle, 2001; Van Howe, 1999).


      Ich kann selbst aufgrund meiner Erfahrungen auf diversen schwulen Partnerbörsen bestätigen, dass die Anzahl der Beschnittenen unter Leuten mit extrem bizarren Fetischen (Objektfetischismus, SM, kinky usw) auffällig hoch ist. Vermutlich liegt es daran, dass die physische Stimulation und die beim "normalen" Sex erfahrene Befriedigung als zu gering wahrgenommen wird und die Betroffenen das Ganze mit schrägen Vorlieben zu kompensieren versuchen.
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      Ein kleiner Gedanke zu dem Thema. Wo ich die Hintergründe kenne, fange ich an, alle möglichen Entscheidungen in meinem Leben zu hinterfragen. Ob da ein Zusammenhang besteht? Ich bin beruflich Fotograf. Und ich beschneide meine Bilder in der Regel nie, sondern nehme sie so, wie sie sind. Richte sie gerade, aber groß Ausschnitte nehme ich nie. Eigentlich passen die meistens auch direkt, aber trotzdem. Aber das ist doch echt trotzdem fraglich, ob so ein Eingriff wie die Beschneidung auch auf diese Dinge einen Einfluss hat.
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      Na ja, ich zucke immer innerlich zusammen, wenn jemand das Wort "beschneiden" in einem anderen Kontext geht. Selbst wenn es nur um die Beschneidung von Bäumen oder Hecken geht. Ich frage mich hingegen sehr oft, wo ich im Leben stehen würde, bzw. was alles jetzt anders wäre, falls ich intakt aufgewachsen wäre. Ich bin mir sicher, dass ich mir dann einige unbefriedigende sexuelle Erlebnisse erspart hätte und generell über eine viel größere sexuelle Reife verfügen würde. Wegen der Beschneidung war ich bei diesen Themen immer sehr gehemmt.
      Ich weiß, dass es alles nur wilde Spekulation ist. Wäre ich nicht beschnitten worden, wäre ich vermutlich heute eine andere Person.