Beiträge von B.O.Bachter

    wünscht sich ausdrücklich die Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Gruppen gegen die Legalisierung. Ich habe ihm geschrieben, allerdings eher aus meiner politischen Perspektive (eines Grünen-Mitglieds).

    Wie kriegen wir solche Leute "ins Boot" bzw wir einen Fuss in die SPD? Das wäre doch großartig!!!


    Zum Thema SPD: vielleicht sollte man sich an die wenden:

    Laizismus in der SPD - Home

    Was mich wundert, ist wie so ein Treffen zustande kommt. Wird Westerwelle von den "Spitzenvertretern" in NY eingeladen oder ist das von ihm selber herbeigeführt. Mit deutscher Aussenpolitik hat es ja so gut wie nichts zu tun.

    Deshalb spreche ich das an: radikale und verfassungsfeindliche Tendenzen, wie ich sie in dieser Debatte in der Tat von sehr vielen Atheisten höre, sind nicht hinnehmbar.


    Liebe Maria,

    könntest du dir vielleicht selber darüber einig werden, ob es jetzt "einige", "sehr viele" oder "die meisten" (alles deine Worte) Atheisten sind, die dir gegen den Strich gehen. Das würde der Sachlichkeit dieser Diskussion zu Gute kommen. Auch würden mich Quellenangaben zu diesen "radikalen und verfassungsfeindlichen Tendenzen" interessieren (es müssen nicht "sehr viele" sein, "einige" würden genügen). Ich würde mich dann, falls es z. B. ein Forum ist - dort anmelden, um denen die Leviten zu lesen. Gerne per PM, um hier im Forum keine Spuren zu legen.

    Grüße,
    B.O.B.

    Ich habe Zweifel, dass uns religiöse und andere weltanschauliche Fundamentalkritik in unserem Anliegen weiterbringt.

    Im Gegensatz zu Maria kenne ich nicht die "meisten Atheisten", aber mir geht es nicht darum, jemand seinen Glauben auszureden.

    Sondern es geht darum, Argumente wie "Abraham/Moses/Mohammed hat gesagt, dass ...", "In der Bibel/Koran steht, dass ...", "Gott befiehlt ..." etc. etc., in der Diskussion um Rechtsgebung für NULL UND NICHTIG zu erklären.

    Man kann das natürlich in Watte packen, aber im Endeffekt geht es um nichts anderes und - egal wie man es dreht und wendet - aus Sicht der Religiösen stellt dies immer eine Zurückdrängung der Deutungshoheit, d. h. schrittweise Bagatellisierung ihres jeweiligen Glaubens dar, die mit allen Mitteln bekämpft werden muss (oder man lässt sich - wie im Fall der Staatskirchen - durch großzügige Mitteltransfers (450 Mio p. A.) und etliche andere Privilegien besänftigen).

    Insofern kann man hier noch so stark betonen: "WIR SIND NICHT RELIGIONSFEINDLICH", dieser Schuh wird BVJ immer angezogen werden, denn es ist die einfachste, wenn nicht sogar einzige Verteidigungslinie, die auf der anderen Seite zur Verfügung steht.

    Das ist nun wirklich schon ganz EXTREMER Unfug. Was fundamentalistisch-dogmatischen Atheisten auch völlig abgeht, ist die Erkenntnis, dass die Aufklärung keineswegs nur ein Produkt von Atheisten war, nicht einmal überwiegend. Ich respektiere Atheisten, solange sie sich nicht selber wie der Papst aufführen (Atheismus als die allein seligmachende Wahrheit) und nicht selber ständig genau das tun, was sie an den Religiösen kritisieren ("alles Böse in der Welt geht von den Religionen aus, darum sind Religionen zu bekämpfen").


    Dann versuche ich es anders herum: ein Atheist, der sein Kind beschneiden läßt, kann sich nur auf Argumente berufen (und seien sie noch so blödsinnig), aber nicht auf "Gott" (womit bekanntlich jede Diskussion abgewürgt ist). Und genau das ist das Problem. Es hat auch niemand jemals behauptet, dass Atheisten keine schlechten Menschen sein können. Nur können sie ihre Schlechtigkeit nicht durch Atheismus begründen.

    Apropos Aufklärung & Atheismus, hier eine Buchempfehlung von mir:

    Hintergrund - Verlag - Testament des Abbé Meslier

    Du verkennst, dass Atheismus zu Zeiten der Aufklärung und weit darüber hinaus ein absolutes "No-Go" war (und teilweise heute noch ist -> sh. USA). Meine Eltern haben mich z. B. nur deshalb taufen lassen, weil ein konfessionsloses Kind Anfang der 60er-Jahre in Bayern massiv mit Nachteilen zu rechnen gehabt hätte. Also bitte keine falschen Schlussfolgerungen, wer denn nun wirklich Atheist war oder nicht.

    Der Typ (Ehrenberg) ist entweder geisteskrank oder er will den Antisemitismus aktiv fördern. Anders sind diese geistigen Aussetzer nicht erklärbar. Interessant aber der Hinweis, dass des Sängers Höflichkeit (z. B. ARD) über diesen denkwürdigen Teil der Demo schwieg.

    Niemand kann etwas tun und sich zur Begründung dessen auf den Atheismus beziehen. Das wäre ein lupenreiner Denkfehler, denn Atheismus beantwortet nur eine einzige Frage: ob es Gott gibt. Andere "Wahrheiten" werden nicht vermittelt, womit auch der immer wieder gern gebrachte Hinweis auf Stalin (der sehrwohl einen Personenkult inszenierte) ins Leere gehen.

    Anders verhält es sich bekanntlich bei Religionen (womit wir bei der Thematik dieses Forums wären). Es wird beschnitten, weil Abraham oder der liebe Gott das so will.

    Der Islam wächst massiv. Also nach darvinistischen Gesichtspunkten macht der Islam das hier richtig.

    Eines muss man dem Islam lassen: Seine Anhänger wehren sich gegen Kritik und Verleumdung, ganz im Gegensatz zum heutigen Christentum, dass immer mehr schrumpft. Der Islam wächst massiv. Also nach darvinistischen Gesichtspunkten macht der Islam das hier richtig.
    Man sollte einfach mal anerkennen, dass Menschen Religion brauchen (ich weiss das wird jetzt gleich auf Widerspruch stoßen). Es hält auch die Gemeinschaften zusammen, hier im überwiegend atheistischen Deutschland zerfällt die Gesellschaft.
    Übrigens hat dieser Salomon (jüdischer Name, man darf die jüdische Religion noch weniger kritisieren als die islamische) hier Unrecht wenn er das mit der Konfrontation aus der Verhaltenstherapie vergleicht. In der Verhaltenstherapie ist es ein Kunstfehler die "Klienten" mit Konfrotationen zu überraschen, Konfrontationen müssen immer angekündigt werden und kognitiv vorbereitet werden. Bei eine Psychotherapie gibt es auch noch den Unterschied dass der Klient ja desensibilisiert werden WILL! Sowas wie der Mohammed-Film (habe ihn nicht gesehen) trägt also nicht zur Mäßigung bei. Es gibt vielmehr Kräfte im Westen die ein "Clash der Kulturen" herbeiführen WOLLEN. Diesen Film gibt es seit über einen Jahr, er ist aber jetzt erst ins arabische übersetzt worden, von wem eigentlich und warum?

    Du hast insofern Recht, als man die jüdische Religion nicht kritisieren darf. Aber man muss es dennoch tun.

    Man kann ohne weiteres sagen, dass sowohl der Islam als auch das Christentum aus einer Kritik (man könnte auch gut sagen: Hetze) gegen das Judentum entstanden sind.

    Vergleiche hierzu:

    http://www.bibelkritik.ch/kirchenkritik/e13.htm

    Das Johannesevangelium, das judenfeindlichste Evangelium der Bibel,
    beschwert sich wortgewaltig über die "Kinder Abrahams", die Jesu Lehren
    nicht annehmen wollten (Joh 8, 44-45): "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit."

    Diese Bibelstelle wird von Neonazis (z. B. Horst Mahler) immer wieder gern zitiert.

    Wenn man sich also über Blasphemie aufregt (wie jetzt wg. dem blöden Video) sollte man erst mal vor der eigenen Tür kehren.

    Der Islam wächst massiv. Also nach darvinistischen Gesichtspunkten macht der Islam das hier richtig.

    Lesbarer Text hierzu:

    Religiöser Backlash

    Der Glaube ist zurück. Unter staatlich garantierter Freiheiten sogar
    vielfältiger denn je. Ob als weltoffener Kirchentag, biedere
    Esoterikmesse oder im Grinsekult um den Dalai Lama – für jeden ist etwas
    dabei, und das Interesse wächst. Dabei geht es nicht nur um gemeinsame
    Freizeitgestaltung. Die spirituellen Zusammenrottungen bieten Halt und
    Wärme in einer unberechenbaren und feindlichen Welt. Und damit falsche,
    reaktionäre Antworten auf die systemischen Zwänge des Kapitalismus.
    Die
    empfundene Entfremdung ist real. Doch ge­gen ihre gesellschaftlichen
    Ursachen hilft keine Offenbarung, sondern nur der sinnliche und
    praktische Kampf um Emanzipation im Diesseits.

    TOP BERLIN · Kein gutes Leben ohne Blasphemie!Staat.Kapital.Religion.Scheiße.

    Hatten wie den schon?

    http://de.qantara.de/Ein-Rechenfehler/19551c498/index.html

    Das Unerträgliche an der Meinung des Landgerichts, dass die Einwilligung der Eltern die Beschneidung nicht rechtfertigen kann, ist der Schaden, den sie dem Kind zufügt. Welchen Effekt hat die an den Beschneider adressierte Strafdrohung? Dem Jungen wird das Zeichen des Bundes vorbehalten, die im Familienkreis gefeierte Beglaubigung seiner Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Gottesfreunde. Sein Leben soll sich nicht von Anfang an in Übereinstimmung mit Abrahams Vorbild oder dem Beispiel des Propheten entfalten dürfen.

    Leon Wieseltier schrieb 2009 in der "New Republic" in einer Replik auf Christopher Hitchens, der die Beschneidung als sexuellen Missbrauch charakterisiert hatte, der wichtigste Gesichtspunkt, der für den Ritus spreche, sei Mitgliedschaft: "Ich bin ein Jude, und so ist mein Sohn ein Jude. Da ich glaube, dass es eine Ehre ist, ein Jude zu sein, werde ich meinem Sohn diese Ehre nicht vorenthalten. Wenn ich ihn nicht zu einem Juden mache, kann er sich später nicht entscheiden, ob er ein Jude sein will oder nicht, weil er das nicht kennt, wofür oder wogegen er sich entscheidet." Genauso argumentierte jetzt Robert Spaemann in der "Zeit".
    Wieseltier weiter: "Mein Kind ist frei, aber jetzt noch nicht. Und der Schnitt ist nicht das einzige Zeichen, das ich an ihm anbringe.
    Vielleicht wird er die Liebe und den Stolz in diesem Zeichen sehen. Aber er ist nicht nur seines Vaters Sohn, wie ich nicht nur meines Vaters Sohn war. Wir sind die Söhne eines Volkes."

    Bedeutet das jetzt, dass ein unbeschnittenes Kind kein Jude sein kann? Wäre mir neu, aber ich bin kein Experte. Natürlich stellt sich mir - als Vulgärrationaliste - auch die Frage, wie ein Junge, der sich später entscheidet, keine Jude mehr sein zu wollen, die Vorhaut zurückkriegt. Aber ich bin ja auch nicht Feuilletonchef der FAZ.

    Ja, das ist wirklich ein seltsames Phänomen.

    Ich finde das Phänomen - mit Verlaub gesagt - überhaupt nicht seltsam.

    Menschen suchen die Zugehörigkeit zu Gruppen und die das Zusammengehörigkeitsgefühl wird umso stärker, je mehr man sich von aussen angegriffen fühlt.

    Daraus folgt zwangsweise, dass Angriffe von außen direkt begrüßt werden, auch wenn sich der eine oder andere darüber gar nicht bewußt ist.

    Das einzige, was uns bleibt, ist rationale Argumentation.

    grüsse,
    BOB

    Hallo Pizarro73,

    in einem Punkt muss ich dir widersprechen: die Tendenz "Religion kommt - Verstand geht" ist bei der SZ schon seit längerem erkennbar. Die Ergündung dieses Phänomens beschäftigt mich und andere nicht zuletzt deshalb, weil die linke Hälfte der Gesellschaft ja eigentlich traditionell eher religionskritisch ist (oder besser gesagt war).

    LG,
    BOB

    Für die meisten gibt es keine Niveau-Untergrenze und einer kommt mit derart pseudo-mittelalterlich-religiös-philosophischer Sprache daher, dass ich mich am Boden wälze, unentschlossen ob vor Bauchschmerz oder Lachen.

    Das geht mir ähnlich. Diesem einen hat der Glaube offensichtlich so den Verstand verstellt, dass es eigentlich ungerecht erscheint, wieso Scientology hierzulande nicht als Religion anerkannt ist. Viel schlimmeres können die bei einem Menschen auch nicht anrichten.

    Ein Blick ins Horrorkabinett der religösen Rechtsverdreher:

    Wie aber definiert man "Unversehrtheit", und was ist "freier Wille"? Wird ein zukünftiger Jurist ein deutsches Ehepaar auf die Anklagebank setzen, weil es sein hilfloses Kind der deutschen Sprache, dem deutschen Kindergarten und der deutschen Schule ausgesetzt hat? Denn könnte der herangereifte Sohn nicht einmal den Wunsch empfinden, Chinese zu sein, und bliebe er vom Ziel seiner Wünsche nicht für immer abgeschnitten, weil die Eltern ihn gegen seinen noch unfertigen Willen zum Deutschen gestempelt haben?

    Das Argument klingt lächerlich, weil es lächerlich ist; und es ist auch gar kein Argument, sondern Unsinn. Die Strafbarkeit der jüdischen Beschneidung wird an den Haaren einer abstrusen Rechtsphilosophie herangezogen und mit dem Lächeln der Besserwisser vorgetragen.

    http://www.welt.de/kultur/literar…l#disqus_thread

    Fazit: "Freier Wille" und "Unversehrtheit" kann man nicht definieren, also gibt es auch kein Recht darauf. Selten so einen verquasten Blödsinn gelesen.

    Da Juden sich sowohl religiös als auch ethnisch als Juden sehen, gibt es auch atheistische Juden.

    Hi Anna,

    was ich schon immer über Religion wissen wollte, aber mich nie zu fragen wagte:

    Für den Fall, dass sich ein Jude taufen lässt, könnte/müßte man dann von einem evangelischen oder katholischen Juden sprechen? Analog wäre ein Jude, der zum Islam übertritt, dann ein muslimischer Jude. Irgendwie klingt das aber nach Oxymoron. Was meinst du?

    grüsse,

    B.O.Bachter