Beiträge von Sokrates

    Hier gibt es den deutschsprachigen Auszug aus dem deutschen Originalartikel....


    https://www.springermedizin.de/die-nicht-retr…jungen/10707900

    Zitat von Das Etwas

    Ich habe generell ein Problem damit, jemandem zu einer Behandlung zu raten, BEVOR er überhaupt weiß ob er eine braucht.

    So ist es. Das kann man nur unterstreichen.

    karli. Ich bin auch der Auffassung, dass dein konkreter Fall ein anderer war. Wir sollten uns davor hüten, die eigene Erfahrung auf alle zu verallgemeinern.

    Es ist auch völlig in Ordnung, wenn du für die Salbenbehandlung Webung machst – aber nur dann, wenn es eine medizinische Notwendigkeit dafür gibt, und auf den konkreten Fall bezogen.

    Dein Beitrag war sicher gut gemeint, aber du stiftest damit Verwirrung.

    Hallo unbekannt,


    Ich möchte mich meinem Vorredner anschließen. Wenn die fehlende Zurückziehbarkeit bzw. Enge dein einziges "Problem" ist und du ansonsten aber keine Schmerzen oder sonstigen Probleme hast, solltest du dich wirklich fragen, warum du irgendetwas zwingend an deinem Zustand ändern musst.

    Falls du wirklich etwas verändern willst, dann solltest Du auf alle Fälle zuert eine konservative Salben-/Dehnungs-Behandlung durchführen. Die Grad der Enge spielt für die Erfolgssaussichten der Behandlung keine allzugroße Rolle. Es kann nicht von vorneherein gesagt werden, die Verengung ist zu stark, deshalb bringt eine Salben-Behandlung nichts. Eigentlich hätte dich dein behandelnder Urologe vorab über konservative Behandlungsmöglichen aufklären müssen!

    Es gibt sogar eine medizinische Studie von der Unversität Wien aus dem Jahr 2012 exakt zu dieser Frage, die den Einfluss des Schweregrades der Phimose auf den Erfolgschancen einer Salbenbehandlung untersuchte. Die Studie konnte keinen Zusammengang zwischen Schweregrad der Phimose und Behandlungserfolg feststellen. Der einzige Wermutstropfen an der Studie ist, dass die Studiensubjekte sehr jung waren (unter 10 Jahre).

    Auf alle Fälle aber hast Du Zeit und dich drängt nichts.

    Erol Özkaraca hat der SPD nach über 22 Jahren den Rücken gekehrt. Als Gründe nannte er eine zu laxen Umgang der SPD "mit dem politischen Islam und Islamisten"
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/protest…pd-aus-26227118

    Özkara bezeichnet sich selbst als sakulären Muslim. Er ist ein strikter des Befürworter des Berliner Neutralitätsgesetzes und liberal-sakulärer Werte und hat sich in der Vergangenheit immer wieder gegen Bemühungen ausgesprochen beides aufzuweichen.

    So hatte sich Özkara nach dem Kölner Beschneidungsurteil für die Rechte von Kindern auf körperliche Unversehrheit stark gemacht und auch einige Artikel zum Thema verfasst:


    Von 2011 bis 2016 war er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Anscheinend geriet er mit seinen politischen Positionen immer mehr in die Minderheitenposition in der SPD. 2016 verweigerte ihm die Partei einen sicheren Listenplatz auf der Landesliste.

    http://www.arte.tv/guide/de/06165…-der-lobbyisten

    Zitat von Aus der Vorankündigung

    Kaum eine Organisation auf der Welt hat eine wichtigere Aufgabe als die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie soll sich um die Gesundheit der Menschen kümmern und sie vor Krankheit schützen. Kritiker werfen der WHO jedoch vor, oft zugunsten der Wirtschaft und weniger zum Wohl der Menschheit zu handeln. Ist die Kritik berechtigt?
    (...)

    Viele Gesundheitsexperten fordern eine grundlegende Reform. Insbesondere die Finanzierung der WHO sei ein Problem, denn der wachsende Anteil von privaten Spendern gefährde die Unabhängigkeit. Einer der größten Geldgeber ist die Bill & Melinda Gates Foundation. Mit breit angelegten Impfkampagnen haben die Stifter einiges für die Gesundheit der Menschen bewirkt, doch mit ihren Spenden nehmen sie auch starken Einfluss auf die Ausrichtung der Weltgesundheitsorganisation. Die WHO, so Kritiker, hänge mittlerweile am Tropf der Gates-Stiftung. Was ist dran an dem Vorwurf? Die Autorinnen Jutta Pinzler und Tatjana Mischke haben mit Kritikern und Befürwortern der WHO-Politik gesprochen, sie führten Interviews mit Stiftern und mit den Menschen in Afrika, Südamerika und Europa, die direkt von den Genfer Entscheidungen betroffen sind.


    Und wie vielleicht bekannt sein dürfte, ist Bill Gates ein einfriger Befürworter der Beschneidung von Afrikanern – und er bzw. seine Stiftung eine der Hauptfinanziers der Massenbeschneidungskampagnen in Afrika unter dem Vorwand der HIV-Bekämpfung.


    Zitat von Gates Stiftung

    Die Stiftung fördert männliche Beschneidung auf zwei Ebenen: Die Stiftung unterstützt in 14 afrikanischen Zielstaaten die Planung und Koordination, um die Beschneidungs-Initiative voranzutreiben und finanziert gleichzeitig die Entwicklung und Einführung von Geräten, die nichtoperative, kosteneffiziente Beschneidungen ohne großen technologischen Einsatz ermöglichen.

    Auszug der deutschen Webseite der Bill & Melinda Gates Foundation

    Ich weiß natürlich nicht, ob das Thema "Beschneidung" in der Doku behandelt wird, aber interessant ist es auf alle Fälle.

    Zitat von Schweitzer Kinderärzte

    "Unbestritten ist, dass aus strikt medizinischer Sicht die Zirkumzision vor Eintritt der Pubertät nur selten indiziert ist. Die Erkenntnis, dass eine enge Vorhaut in der Kindheit physiologisch ist und keines
    operativen Eingriffes
    bedarf, hat sich dank dem Einsatz der Kinderärzte weitgehend durchgesetzt; es werden heute deutlich weniger
    Zirkumzisionen vorgenommen als noch vor wenigen Jahren"

    Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Dafür hätte ich persönlich gerne belastbare Zahlen.


    Jetzt mal im Ernst, man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll über all die so bienenfleißig zur Ritualrettung auf den Markt geworfenen "Studien" von vorhautlosen Männern bzw. Forschern mit entsprechender Familientradition.
    Heißa, da kann Morris schon wieder was in eine seiner berüchtigten Meta-Studien einfließen lassen, mit höchstem Morris-Gewichtsfaktor.

    Wir wissen nichts über die Familientradition der Studienautoren.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28291263


    Zitat von ...

    We found no differences in long-term limbic-hypothalamic-pituitary-adrenal axis activity, subjective stress perception, anxiety, depressiveness, physical complaints, sense of coherence and resilience. Rather, an increase in the glucocorticoid levels indicated a healthy lifestyle and appropriate functioning. Thus, our findings provide evidence that male circumcision does not promote psychological trauma. Moreover, a qualitative approach, the ambivalence construct, was used for the discussion, aiming at a discourse devoid of biases.

    Zitat


    Ja, das was Herr Rotikansky und wer immer sonst an dem Artikel mitgeschrieben hat, ist schlimmste "medizinische Fakenews".

    Weil einige seiner Behauptungen nicht nur auf veralteten Belegen beruhen, sondern auf überhaupt keinen - sondern gänzlich frei erfunden sind.

    So seine Behauptung, dass wenn die Vorhaut ab dem 3. Lebensjahr nicht zurückziehbar ist, sich plötzlich "Smegma" bilden und Probleme machen würde, mit welcher er zuvor seine, wissenschaftlich unhaltbare 3 Jahres Altersgrenze begründet.

    Oder die Behauptung, die Beschneidung hätte eine Komplikationsrate von 0% - für die er wieder das Lehrbuch als Quelle nennt. Es gibt keine einzige Studie, keine einzige Studie, die die Komplikationen der Beschneidung untersuchte, die jemals eine Komplikationsrate von 0% feststellte.


    Aber trotzdem: Das wird jetzt sehr politisch und weicht vom eigentlichen Thema ab:

    George Orwell nannte das, was das Bundesinnenministerium plant, "Wahrheitsministerium". Wenn ein Staat sich anschickt, eine offizielle "Staats-Wahrheit" zu bestimmen, und Abweichungen hiervon unter Strafe zu stellen, ist er nicht länger demokratisch. So etwas wie objektive Wahrheiten und objektive Lügen gibt es nicht. (Naja, sagen wir mal in aller Regel nicht).
    Das so etwas bereits diskutiert werden kann, ohne einen Skandal auszulösen, sagt leider viel aus.

    Zitat von Selbstbestimmung

    Wenn es nach "onkologischen Gesichtspunkten" ginge, müsste man als erstes Mädchen die Brustdrüsen entfernen


    Ja. Wie bereits erwähnt, im Artikel sind derart zahlreiche krude Spekulationen, unbelegbare Behauptungen und widerlegte Falschheiten enthalten, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Und die Sache mit den "onkologischen Gesichtspunkten" ist noch nicht mal die krudeste und falscheste.

    Ich habe mir mal das Alter der Quellen die dieser Auf- und Abschneider aufgeführt hat angeschaut. Diese sind alle mindestens 20 Jahre alt.

    Stimmt. Aber einige dieser Quellen sind tatsächlich noch deutlich älter!


    So behauptet er etwa:

    Zitat von Kidsdoc

    "Nur bei etwa 4 % der Neugeborenen ist das innere Präputialblatt von der Glans bereits großteils bis vollständig gelöst (1). Die Lösung des Präputiums ist ein Prozeß der bei 80% der Knaben um das 2. Lebensjahr abgeschlossen ist (siehe Abb.: 1). Nach dem 3. Lebensjahr sollte das Präputium komplett zurückziehbar sein. Ganz wesentlich ist, daß die Reposition nicht erzwungen wird. Wesentlich ist, daß schon bei 50 % der Neugeborenen die Glansspitze mit dem Meatus urethrae gesehen werden kann, ohne daß die, in diesem Alter, physiologischen Konglutinationen zwischen dem inneren und äußeren Präputialblatt mechanisch gelöst werden müssen."

    Als Quelle ist für die Behauptung ein heute 20 Jahre altes Buch angegeben: "Anderson GF. ; Ashcraft K.W., Holder T.M. editors.Pediatric Surgery. 2nd ed. Philadelphia: W.B.Saunders, 1993; 58, Circumcision. p. 715-20."


    Tatsächlich stammen diese Werte über die Vorhautentwicklung aus Douglas Gairdners Studie zur Vorhautentwicklung, deren Ergebnisse als Teil des Papers "The Fate of the Foreskin" im Jahr 1949 veröffentlicht wurden.


    Jeder, der sich mit der medizinwissenschaftlichen Literatur bezüglich der Vorhautentwicklung auskennt, wird diese Werte sofort und unzweifelhaft als Produkt von Gairdners Studie erkennen, selbst wenn Gairdners Studie nicht explizit als Quelle genannt wird. Die Werte sind eindeutig als jene Gairdners zu bestimmen. "4%" zurückziehbar beim Neugeborenen, "80%" zurückziehbar im 2. Lebensjahr und 50% Sichtbarkeit des Meatus – das sind ganz eindeutig Werte aus Gairdners Studie. Das sind nämlich exakt Werte, die Gairdner in seiner Studie nannte - und nur Gairdner. Keine andere Studie über Vorhautentwicklung, die jemals veröffentlicht wurde, hat jemals auch nur verglichbare Werte festgestellt.


    Um Gairdner zu zitieren:

    Zitat von Douglas Gairdner (1949):

    Of the newborns, 4% had a fully retractable prepuce, in 54% the glans could be uncovered enough to reveal the external meatus, and in the remaining 42% even the tip of the glans could not be uncovered. Of the older group 10% had been circumcised and a few had at some time had their prepuce "stretched"; the figures from which the diagram is constructed are therefore not precise, but they indicate with sufficient accuracy that the prepuce is non-retractable in four out of five normal males of 6 months and in half of normal males of 1 year. By 2 years about 20% and by 3 years about 10% of boys still have a non-retractable prepuce.

    [farbliche Hervorhebung von mir]

    Zu Douglas Gairners Daten wurde schon vieles geschrieben. Gairdner hat nur Jungen bis zum 5. Lebensjahr untersucht, bei denen zuvor schon Manipulationen an der Vorhaut vorgenommen wurden. Gairdners Daten wurden auch von sämtlichen nachfolgenden, wesentlichen aufwändigeren Studien über die Entwicklung der Retrahierbarkeit der Vorhaut widerlegt.

    Das Lehrbuch von Anderson, Ashcraft und Holder übernahm Gairdners Werte ganz einfach, und Herr Rotikansky übernahm sie unreflektiert von dort.

    Der Text ist mir wohl bekannt. Schon länger wie dieses Forum existiert.

    Darin sind derart zahlreiche krude Spekulationen, unbelegbare Behauptungen und widerlegte Falschheiten enthalten, dass ich gar nicht weiß, wo ich da anfangen soll.

    Hallo Liebe Soraya,


    Du hast ja nun schon sehr viele Antworten bekommen, deshalb habe ich mir lange überlegt, ob ich dir auch noch eine Antwort schreiben sollte. Zuviele Köche verderben bekanntlich den Brei.


    Zum medizinischen Teil deines Problems, möchte ich nichts mehr weiter hinzufügen. Du solltest dich daran halten, was Mario Lichtenheldt erklärt hat, dem ich mich voll und ganz anschließe. Ich hätte dir inhaltlich nur das Gleiche erklären können, nur mit anderen Worten, was ich dir aber erspare. Was das Thema Vorhaut und Therapie von Vorhautproblemen betrifft, kennt sich Mario besser aus viele Ärzte.


    Was der religiöse Teil deiner Frage betrifft, möchte ich noch etwas erklären. Du sagst, dass einzige biblische Argument, dass dein Mann für die Beschneidung kennt, ist: "Wenn Gott es geboten hat dann muss es ja das beste sein, Gott macht ja keinen Fehler!"

    Aber Gott hat das nur im Alten Testament geboten. Christen stehen nicht mehr unter den Gesetzten des Alten Testaments. Das Gebot zur Beschneidung gilt für sie nicht. Genauso wie das Gebot, kein Schweinefleisch mehr zu essen oder koschere Speisevorschriften einzuhalten, so gilt auch das Gebot der Beschneidung für Christen nicht mehr. Das sind alles Gottes Gebote, die auch so im Alten Testament zu finden sind, aber für Christen dennoch nicht mehr eingehalten werden. In Nigeria verzichten die Christen auch nicht auf den Verzehr von Schweinefleisch oder halten die Koschere Speisegesetze ein, oder? Vielleicht kannst du ja auf diese Weise argumentieren.

    Auf dieser Seite findet du einige Zitate aus dem Neuen Testament, die die Beschneidung für unnötig erklären. Sie sind in englischer Sprache. Du sagtest ja, dass das für dich in Ordnung geht.


    http://www.circumstitions.com/Xy.html

    Zitat von Soraya

    "Was ich meine mit nicht biblisch... es geht mir um die Ursprüngliche Praxis, das die Bibel nur das Kürzen der Vorhaut forderte. Also eher eine Quelle wo das aus historischer
    Sicht erklärt wird, gern auch aus biblischer Sicht (so über die Hebräische Ursprache und die erklärungen dazu) aber eben
    religionsneutral, keine seite vom jüdischen Glauben (das ist das was ich am meisten GEfunden habe) oder so."


    Das könnte vielleicht der Text sein, nachdem Du suchst:

    http://www.cirp.org/library/history/peron2/


    Ich hoffe, ich konnte dir irgendwie weiter helfen.

    Liebe Grüße.