Beiträge von Sokrates

    Das Problem ist das die Öffentlichkeit niemals davon erfahren wird, denn solche Themen werden von der Presse nicht einmal mit der Zange angefasst sondern Totgeschwiegen. Unsere Abgeordneten mit ihren fetten Diäten richten sich eher danach was es von der Lobby noch zusätzlich zu holen gibt, wer mehr zahlt oder sonstige Vergünstigungen springen läßt bekommt was er will, egal was es den Steuerzahler kostet.

    Naja. Die Pesse berichtet schon gelegentlich über dieses Thema. Aber es ist tatsächlich so, dass die deutschen Medien sehr wenig, viel zu wenig über dieses Thema berichtet. Und das kommt auch mir zunehmend merkwürdig vor.

    Zitat

    Der globale Intaktivismus kann und sollte fordern, dass in der

    Ausbildung der Imame und islamischen Religionslehrer die männliche (und
    schafiitisch sowie bei den schiitischen Dawoodi Bohra die weibliche)
    Beschneidung nicht mehr als verpflichtend dargestellt wird. Ohne Druck
    werden sich die Muftis, Scheiche und Islamverbände hier nicht bewegen.

    Dann fodere Mal schön.... Wir haben noch nicht mal die Öffentlichkeit oder ein Massenmedium, das unsere Forderung überhaupt verbreiten würde.

    Und selbst wenn das der Fall wäre, würde sie seitens der Politik auf taube Ohren stoßen.

    Du schreibst: "Ohne Druck werden sich die Muftis, Scheiche und Islamverbände hier nicht bewegen." Das ist zweifellos richtig. Aber um solch einen Druck auszuüben, bräuchten wir einen politischen Wandel im Land, und diesen wird es, zumindest die kommenden paar Jahre nicht geben. Unsere aktuelle Bundesregierung wird gegenüber Islamverbänden ganz sicher keinen Druck ausüben, uns erst recht nicht gegenüber Scheichen und Muftis im Ausland


    Und eine Grundvorrausetzung, dass es politischen Wandel in dieser Frage geben kann, wäre ein kultureller Wandel. Aber selbst damit wäre es schwer. Selbst in einem so beschneidungskritischen Land wie Dänemark, in dem kaum ein nicht-muslimischer Junge beschnitten wird, 80% der Bevölkerung, der gesamte dänische Ärztebund und zahlreiche medizinische Fachverbände ein Verbot der Beschneidung befürworten, sträubt sich die politische Klasse, dem Wunsch der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit Folge zu leisten. Merkwürdig in einer Demokratie, nicht wahr?

    Sorry Yolanda,

    Aber ich weiß nicht, was ich dir auf diesen Beitrag noch antworten soll. Du interepretierst hier Sachen in meinen Text hinein, die ich so nie gesagt habe und reißt einzelne Sätze komplett aus ihrem Zusammenhang.

    Hallo Sokrates - quo vadis, wo willst du eigentlich hin.

    "Ich war schon immer der Meinung [...], dass das Forum an sich nichts bzw. nur sehr wenig ändern kann" - das ist nicht nur eine bemerkenswert hohe Dosis an Pessimismus, das sind auch nicht die Fakten. Beschneidungsforum hat so viel ereicht.


    Allenfalls haben Personen, die in diesem Forum aktiv sind, viel erreicht. Das mag stimmen. Das Forum an sich jedoch hat eine begrenzte Wirkung.

    Aktionen in der Realwelt" - unterstellt das allen anderen Foristen, intaktivismusbezogen seit Jahren in einer Schweinwelt zu leben bzw. zu handeln?


    Das ist eine abwegige Interpreation. "Realwelt" ist hier als Gegensatz zur virtuellen Welt des Internets gemeint. Sonst nichts. Eine Aktion in der Realwelt wäre z. B. eine Demonstration.

    "Aber das kann ich eben schwer durchsetzen" - das ist vielleicht besser so, dass in einem Forum kein einzelner etwas "durchsetzt", sondern sich mit jedem anderen Menschen auf Augenhöhe bewegt. Aber geh doch mit gutem Beispiel voran und leiste etwas oder erzähle uns von deinen Ideen.


    Ziel von Beschneidungsforum, meinst du, sei dass: "ganz allgemeine Diskussionen zu allen Aspekten dieses naturgemäß vielschichtigen Themas geführt werden konnten" - warum vermeidest du, zu schreiben, dass es auch darum geht, die eine oder andere und eigentlich jede medizinisch unnötige Operation erfolgreich zu vermeiden, denn jede unnötige Beschneidung ist eine zuviel.


    Ein paar Anmerkungen zu diesem Satz hier:

    "in erster Linie auf die unberechtigterweise medizinisch indizierten Beschneidungen konzentrieren" - drängst du, Sokrates, dich (oder mich) damit nicht unnötig stark weg von den Millionen und Abermillionen religiösen bzw. traditionellen Beschneidungen weltweit, weg von den traditionell-afrikanischen Jungenbeschneidungen etwa bei nichtmuslimischen Familien in Nigeria oder Sierra Leone oder auch weg von den den US-amerikanischen Zirkumzisionen (die ich kulturelle Beschneidungen nennen möchte, nach historisch nur 100 Jahren in etlichen amerikanischen Familien psychisch beinahe ähnlich tief verankert wie die Beschneidungen (FGM oder MGM) in etlichen Teilen Afrikas)?


    Nein das fordere ich selbstständlich nicht. Was ich aber fordere, ist strategisch vorzugehen,und sich zunächst auf das Erreichbare konzentieren.


    Was die Beschneidungen in den USA und in Afrika können wir hier in Deutschland leider so gut wie nichts bewirken. Die Amerikaner interessieren sich noch nicht mal dafür, was europäische Ärzteverbände sagen, warum sollten Sie dann auf deutsche Intaktivisten hören? Das müssen die US-amerikanischen Intaktivisten tun. Die amerikanische Intaktivisten-Bewegung ist 1 Million mal besser organisiert und zahlreicher als wir hier. Die haben mittlerweile sogar professionelle Anti-Beschneidungs-NGOs.

    Jeder von uns kann und, meine ich, sollte den Mut haben, einen Chirurgen oder ein Hospital zu kritisieren, der oder das falsch berät und unnötige Beschneidungen durchführt - und genau die entsprechend hohe Courage darf der Intaktivismus zeigen, wenn eine - welche auch immer - Tradition oder Religion die Zirkumzision bewirbt oder gar verlangt.


    Ein Kind ist ein Kind - eine Beschneidung ist eine Beschneidung - wir wollen das unversehrte Genital für alle Kinder, für jedes Mädchen und jeden Jungen.

    Nein, jedes Beschneidungsmesser muss weg, nicht nur das im allgemeinen deutschen Medizinbetrieb, sondern auch das himmlisch inspiriert ersonnene und das fromm geführte Beschneidungsmesser. Meine Religionsfreiheit endet in einem deutlichen Abstand vor dem Genital meines Kindes.


    Ich glaube, du hast mich völlig falsch verstanden. Ja, das sind alles Positionen, die ich teile. Ich verurteile selbstverständlich jedwede Art von Beschneidung wehrloser Kinder ganz gleich aus welcher Motivation. Daran ändert sich nichts.

    Das Ziel ist und bleibt das Gleiche. Aber wir müssen uns Strategien überlegen, wie wir dieses Ziel schnellstmöglich erreichen können.

    Mir geht es auch nicht, die rituelle Beschneidung oder die prophylaktische Beschneidung in den angelsächischen Ländern zu tolerieren.

    Worum es mir geht, strategisch vorzugehen, sich darauf zu konzentieren, was wir zunächst erreichen können, wo wir am ehesten Fortschritte erzielen können.

    Es gibt muslimische und jüdische Eltern, und Eltern aus anderen beschneidenden Kulturen, die unbedingt wollen, dass ihr Kind beschnitten wird.
    Und wir werden sie nicht daran hindern können.
    Der deutsche Gesetzgeber, wie jeder Gesetzgeber weltweit, macht die Eltern zu Herren über die Genitalien ihres Sohnes, gibt ihnen das Recht zu entscheiden, ob sie ihren vollständigen Penis behalten dürfen. Das ist der reine Wahnsinn, und ich finde das auf Deutsch zum Kotzen, aber es ist die Realität. Und an der wird sich so schnell nichts ändern. Dazu bräuchte es einen politischen Wandel.

    Anderseits gibt es Eltern, die ihre Söhne gar nicht beschneiden lassen wollen, die gar nie auf die Idee kämen, ihren Sohn beschneiden zu lassen, wenn sie nicht von – im besten Falle einfach nur desinformierten – Ärzten unter irgendeinem Vorwand dazu überredet würden.


    Einige der religiös und kulturell-motivieren Eltern können wir vielleicht durch gutes Zureden und Argumente überzeugen. Aber selbst das können wir in der Praxis nicht, weil wir gar keinen Zugang zu diesen Eltern haben. Das müssten die Ärzte machen. Die Ärzte, an die sich Eltern mit dem Ersuch nach einer rituellen Beschneidung ihrer Söhne wenden, müssten dieses Ersuch ablehnen und versuchen die Eltern davon überzeugen, von der Beschneidung abzusehen.

    Aber was machen sehr viele Ärzte stattdessen Sie versuchen auch noch diejenigen Eltern, die ihre Söhne gar nicht beschneiden lassen wollen, davon zu überzeugen, ihre Söhne einer Beschneidung zu unterziehen, ja sie diagnostieren ihnen sogar Krankheiten, die gar keine sind, um so einen Vorwand für eine Beschneidung aufzubieten.


    Du hast doch selbst berichtet, dass Du und dein Partner bei deinen drei Söhnen, gleich mehrere operationsfreundige Ärzte abwimmeln musstet, die mit irgendwelchen komplett abwegigen, von der medizinischen Literatur nicht gedeckten Diagnosen wie "rüsselförmige Phimose"ect daherkamen. Jetzt stell dir vor, was all diese Ärzte für Unheil und Schaden angerichtet haben an denjenigen Jungen, deren Eltern weniger resilient waren wie ihr.

    Zehntausendfach jedes Jahr werden völlig gesunde Jungen aufgrund falscher ärztlicher Behandlung beschnitten, obwohl ihre Eltern das eigentlich gar nicht wollen. Und daran müssen wir jetzt mal ansetzen.

    Das Problem der medizinisch-fehlindizierten Beschneidungen, hauptsächlich wegen der Scheindiagnose Phimose, ist das Grundproblem. Wir werden das Grundrecht auf körperliche Unversehrheit für alle Kinder und die Überwindung aller medizinsch unnötigen bzw. vermeidbaren Beschneidungen an Jungen niemals erreichen können, bevor nicht sicher geklärt und in der breiten Gesellschaft anerkannt ist, was eine medizinisch unnötige Beschneidung überhaupt ist.

    Stell dir vor, über Nacht gäbe es ein Gesetz, das alle medizinisch unnötigen, rituell motivieren Beschneidungen an Minderjährigen unter Straße stellte. Glaubst Du es wird sich irgendetwas ändern? Möglicherweise ist alles, wozu solch ein Gesetz führen würde, dass die Zahl der Phimose-Beschneidungen bei Minderjährigen schlagartig in die Höhe steigen würden. Muslimische Eltern und andere müssten sich nur willfährige Ärzte suchen, und die gibt es in diesem Land. Schon heute sind zweifellos ein nicht-geringer Teil der medizinisch-indizierten Beschneidungen an Jungen versteckte rituelle Beschneidungen.

    Der folgende retrospekive Studie untersucht die Verlässlichkeit Diagnosen der Lichen Sclerosus aufgrund klinischer Diagnosen. Ein interessantes Thema.Ich möchte mich aber damit nicht beschäftigen, sondern viel mehr mit dem, was uns diese Studie, sozusagen nebenbei, über die Beschneidungspraxis in Japan möglicherweise verrät.

    Kato T, Mizuno K, Nishio H et al. Can lichen sclerosus be diagnosed by preputial appearance or symptoms? Res Rep Urol. 2018 Sep 18;10:89-94.


    Laut dieser Studie wurden in einem Zeitraum von 15 Jahren (Mai 2001 bis Dezember 2016) in einem Krankenhaus in der japanischen Stadt Nagoya lediglich 58 Jungen wegen Phimose beschnitten. Die Jungen waren im Alter zwischen 2 und 20 Jahren, das Durchschnittsalter betrug 5 Jahre. Das wären also durchschnittlich nur 3,8 Beschneidungen pro Jahr. Die Stadt Nagoya hat rund 2,3 Millionen Einwohner.


    Insgesamt wurden in dem Zeitraum 418 Jungen unter 20 Jahren aufgrund einer Phimose an dieses Krankenhaus überwiesen. Schon allein diese Zahl erscheint mir wenig


    Laut Studie wurden 98 aus diversen Gründen (Paraphimose, buried penis, und Balanoposthitis bei der Untersuchung) von der Untersuchung ausgeschlossen. Wie diese behandelt wurden, berichtet das Studien-Paper nicht.


    Von den restlichen 320 Jungen, bedurften 171 (53.4%) keiner Therapie, 78 (24%) wurden konservativ mittels Steroidsalben behandelt, und 71 (22%) wurden operiert. Bei den 71 operierten Jungen war diese Operation bei 58 eine Beschneidung und bei 13 ein "Dorsalschnitt" oder eine Triple Inzision.


    A total of 418 patients were identified, of whom 98 were excluded from the study for various reasons (including paraphimosis, buried penis, and balanoposthitis at presentation). Of the remaining 320 boys, 171 (53.4%) required no therapy, 78 (24%) were treated with topical steroids, and 71 (22%) underwent surgery. Fifty-eight boys underwent complete circumcision or partial circumcision, and 13 boys underwent dorsal slit or triple incision preputioplasty.


    Natürlich weiß ich nicht, wie groß dieses Krankenhaus ist, und wie groß sein Einzugsgebiet ist. Trotzdem erscheinen mir diese Zahl von 58 Beschneidungen an Unter-20-Jährigen in 15 Jahren als ein sehr, sehr geringer Wert.

    Sokrates, ich finde es kontraproduktiv wieder hier eine Diskussion einzuschieben die nichts mit dem Thema zu tun hat. Jetzt sollen sich die Gemüter beruhigen und dann sehen wir weiter.


    Ja, ich weiß, aber so werdet ihr wenigstens auf mich aufmerksam. Ich möchte trotzdem darum bitten, das Etwas wieder zu entsperren. Wenn nicht für ihn, dann bitte mir zu Liebe.

    Es sind Fälle schwerer Komplikationen wie dieser, über die so gut wie nie in der "Laienpresse" berichtet wird. Wäre dieser Fall nicht in einem Artikel eines Fachjournals dokumentiert worden, hätten wir vermutlich nichts davon mitbekommen. Man fragt sich natürlich, wieviele solcher Komplikationen ohne Kenntnis der Öffentlichkeit in Deutschland jährlich noch auftreten.

    Eine Ischämie kann, wenn nicht rechtzeitig oder erfolgreich behandelt, können im schlimmten Falle zur Nekrose, dem Absterben des betroffenen Organs führen.


    Anmerkung: Die ursprüngliche Beschneidung fand in einem anderen Krankenhaus statt, an dem die Autoren tätig sind.

    Der vollständige Artikel kann hier eingesehen werden: https://www.thieme-connect.com/products/ejour…/s-0038-1667330

    Kann mir mal jemand erklären, warum "das Etwas" gesperrt wurde?

    Ich weiß, es hat eine kleine Auseinandersetzung mit einem anderen Forennutzer gegeben, aber deshalb muss man nicht gleich zu solchen Radikalmassnahmen greifen?

    Ich weiß, dass "das Etwas" rhetorischer Stil für manche hier gewähnungsbedürftig ist, auch für mich persönlich. Aber das hat auch seine Ursachen. Aus ihm spricht eine Frustration, die daher rührt, dass er beinahe seit zwei Jahrzehnte sich für eine genitale Unversehrheit von Kindern einsetze, gegen Mythen und Falschheiten angekämpft hat, sich Jahre lang abgemühte, und sich trotzdem nichts gebessert, sondern, so zumindest sein Eindruck sogar noch drastisch verschlimmert hat. Und das können wir doch nachvollziehen.

    Der Mann steht diesem Forum ohnehin nicht unbedingt freundlich gegenüber und er verirrt sich zudem nur selten in diesen Forum. Wenn ihr ihn mit solchen Massnahmen behandelt, dann verlieren wir ihn ganz.

    Ich hätte mich sehr gern mit ihm weiter unterhalten. Das kann ich jetzt nicht. Wenn ihr ihn bestraft, dann bestraft ihr auch mich unschuldig mit. Und vielleicht werde ich mich nie mehr mit ihm unterhalten können, weil er nach dieser für ihn sicher als demütigend Massnahme dem Forum womöglich für immer fern bleiben wird.

    Sein letzter Beitrag hier in diesem Thread war sehr ausführlich und enthielt viele wichtige Gedanken und Anregungen. Gedanken, die auch mir schon gekommen sind, und die wir alle beherzigen sollten. Besonders die letzten beiden Abschnitte.

    Nun - ich schrieb es bereits an anderer Stelle, bevor durch persönliche Hassreden durch andere vom eigentlichen Thema abgelenkt wurde - meines Erachtens nach macht es nur wenig Sinn, jeden kleinsten Schnipsel journalistischer oder politischer Berichterstattung aufzugreifen, egal wie schwer oder weit her geholt dieser sich überhaupt mit dem Thema Beschneidung/BGM in Assoziation setzen lässt. Das lässt nämlich für Außenstehende den Eindruck erwecken, dass uns die sinn- und inhaltvollen Argumente fehlen und wir einfach nur allgemeines "Rumgeheul" betreiben.


    Dem gegenüber verliert sich dieses Forum geradezu in diversen Zitaten irgendwelcher Ergüsse irgendwelcher mitunter total unwichtiger Lokaljournalisten oder -politikern, vielfach auch noch fremdsprachig, so dass die Zahl der Interessenten daran sehr sehr begrenzt sein dürfte, und der Aufklärung/Information des uns überwiegend besuchenden Publikums (nämlich deutschsprachige Leute auf der Suche nach Information) auch nicht dienlich. Die wenigen Rat suchenden Beiträge gehen dahinter geradezu unter.


    Ja, diese Kritik verstehe ich. Ich war schon immer der Meinung war, dass das Forum an sich, nichts bzw. nur sehr wenig ändern kann, weshalb dieses Forum aus meiner Sicht eine Kommuikations u. Vernetzungsplattform für Intaktivisten sein sollte, um konkrete Massnahmen und Aktionen in der Realwelt zu planen und zu koordnieren. Das war meine persönliche Idealvorstellung des Forums. Aber das kann ich eben schwer durchsetzen. Auch ist es ein Problem, dass womöglich nicht alle Forennutzer diese aktiontische Haltung verfolgen, sondern einfach nur reden, sprechen, oder diskutieren wollten.


    Dahingehend fand ich den Aufbau von Phimose-Info weitaus sinnvoller, eine Mischung aus grundsätzlicher Aufklärungsseite - getrennt für Erwachsene und Eltern "betroffener" Kinder - und Forum für konkrete Problemanfragen einzelner (wiederum getrennt nach Eltern- und Erwachsenen/Jugendlichen-Bereich).


    Ja, das ist richtig. Aber das "Beschneidungsforum" war niemals dafür gedacht, irgendetwas in der Art von "Phimose-Info" zu sein. Medizinische Beratung für konkrete Einzelfälle - diese Funktion sollte dieses Forum auch gar nicht erfüllen. Das war nie das Ziel. Genauso wenig wie die von mir favorisierte Funktion als Koordinationsplattform nie das Ziel war.

    Das "Ziel" war es ein allgemeines Diskussionsforum zu schaffen, für Personen, die sich für das Thema Beschneidung interessieren und dem Eingriff kritisch eingestellt sind, in dem ganz allgemeine Diskussionen zu allen Apekten dieses naturgemäß vielschichtigen Themas geführt werden konnten.


    Auch - und das muss aus mehreren Privatkontakten mit ehemaligen Fragestellern mal ganz deutlich betont werden - ist es ganz strikt zu vermeiden, insbesondere anfragende Eltern hier mit Formulierungen ala "lass die Vorhaut deines Jungen in Ruhe" oder ähnlichem zu versehen. Das versetzt denjenigen nämlich sofort und ohne Vorwarnung in eine Verteidigungshaltung, denn kein Elternteil möchte sich sagen lassen, es mache einfach nur so an der Vorhaut seines Jungen rum. (...)

    Solche verbalen Angriffe haben gegen Rat suchende Fragesteller absolut zu unterbleiben. Diese kann man sich allenfalls vielleicht erlauben, wenn klar erkennbar ist, dass da jemand entweder seinen Beschneidungsfetisch verbal ausleben will, oder aber "Werbung" dafür betreiben will oder sich einfach absolut und völlig beratungsresistent zeigt. Aber auf gar keinen Fall in der Erstantwort auf die Frage, bzw. direkt im Anschluss.
    Gerade bei der Beratung Rat suchender Eltern ist es wichtig, da mit dem notwendigen Feingefühl gegen eine höchstwahrscheinlich schon erfolgte ärztliche Beeinflussung in Richtung Pro-Beschneidung an zu kommen. Denn das Gros der Eltern, die sich diesbezüglich überhaupt im Internet erkundigen und nicht gleich die Unterschrift unter den OP-Bogen setzen, will einzig und allein das Beste für seine Kinder - und nicht einfach mal gerne öffentlich thematisieren, dass man bald den Filius beschneiden lässt.


    Ja, diese Kritik teile ich vollumfänglich. Es ist tasächlich so, dass wannimmer sich Rat suchende Eltern ans Forum gewandt haben – für das dieses Forum wie ich schon betont habe, nicht vorgesehen war – die Beratung aus meiner Sicht suboptimal verlief.

    Es gab dann immer zahlreiche Nutzer, die ihren Senf dazu geben mussten, und deren Beiträge sich teilweise widersprachen, was die Eltern nur noch mehr verwirrt haben muss. Dazu waren einige Beiträge auch von dürftiger Qualität, sehr kurz und wenig begründet.

    Elternberatung ist eine hochsensibele Aufgabe, bei der besonders vorsichtig und behutsam vorgegangen muss. Ich persönlich tue mich da auch schwer.

    Die Antworten müssen immer in einem verständnisvollen, freundlichen Tonfall verfasst sein. Sie müssen ausführlich sein. (Dürfen aber andererseits eauch nicht zu lang und die Eltern mit allen möglichen Details zum Thema Beschneidung vollkotzen, die für die Anfrage nicht relevant sind) Sie müssen vor allem auch wohl begründet sein.

    Lapidare, feindseelige Kurzantworten im Stile "Lass die Vorhaut deines Jungen in Ruhe" gehen überhaupt nicht. Das ist ein Totalausfall und treiben die Eltern in die Arme der– nennen wir sie mal gutmütig "desinformierten" – Ärzte.

    Forennutzer ohne größeres Fachwissen zum Thema Diagnose und Behandlung von Vorhauterkrankungen oder die sich in diesen Thema unsicher fühlen, sollten sich da einfach heraushalten.


    Der "Kampf" gegen die Beschneidung wird also am ehesten an der Basis gewonnen, nämlich da wo sie entsteht - bei den jüngsten! Die "Irrtümer" zum Thema, wann eine Phimose überhaupt eine Phimose ist und wann sie behandelt gehört oder eben nicht, sind die ersten, die es auszumerzen gilt. Dann hat man schon verdammt viel erreicht.
    Damit hat man dann auch etwas, womit man gegen allzu zweifelhaft berichtende Journalisten oder anderweitige Möchtegern-Redner zu Felde ziehen kann.


    Das denke ich seit langer Zeit genau so. Es ist auch meine Meinung, dass wir uns in erster Linie auf die unberechtigterweise medizinisch indizierten Beschneidungen konzentieren müssen. Da können wir mehr erreichen. (Es hat ja auch wenig Sinn, wenn wir gegenüber Muslimen und Juden die Vorzüge der genitalen Intaktheit predigen, während gleichzeitig jedes Jahr viel mehr Jungen wegen fadenschneiniger medizinischen Begründungen unnötigerweise beschnitten werden als muslimische und jüdische Kinder zusammen.)

    Und dafür wiederum ist es unerlässlich, dass wir breitenwirksam für Klarheit sorgen, was eine behandlungsbedürftige Phimose ist und -vor allem- was nicht.
    Das ist der Knackpunkt.

    Ich habe nicht alles von Etwas gelesen, viel zu lang.

    Da ich im Sommer oft am FKK war und im Winter in der Sauna und dabei viele Jungs gesehen habe, muss ich feststellen: Mindestens 80% (evtl. sogar 90%) aller Jungs sind UNBESCHNITTEN. Beschnittene sieht man nur sehr selten. Also keine Panik!


    Das ist zwar weit weniger katastrophal als die Erfahrungen von "das Etwas", und insofern auch beruhigend. Aber eine Rate von 20% wäre immer noch eine erschreckend hohe Zahl.

    Immerhin wird dieser himmelschreiende Blödsinn ja bis heute im Web verbreitet, während beispielsweise Rauchenwald's "Plädoyer für die Vorhaut" nach zig Seitenumbauten in der Versenkung verschwunden ist


    Herrn Rauchenwald, der zum damaligen Zeitpunkt noch Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Urologie war, hat mal ein Forenmitglied betreff der österreich. Leitlinie für Phimose angeschrieben. Gegen diese Leitlinie ist die Leitlinie des Urologenverbandes im Routine-Beschneidungsland Kanada geradezu vorbildlich, ebenso wie die Informationsmaterialen, die Krankenhäuser im ehemaligen Routine-Beschneidungs-Land Australien verbreiten.


    Österreichische Leitlinie Kinderurologie

    Da der Beitrag aber schon über 1 Jahr alt ist, vermute ich, dass er nicht geantwortet hat.

    Allerdings muss man der Fairness halber sagen, dass ich bei docfinder.at (sowas ähnliches wie Jameda hierzulande) einen Eintrag fand, wo eine Mutter davon berichtete, dass ihr Sohn bei den anderen konsultierenden Ärzten sofort operiert werden sollte und der Rotikansky derjenige war, der ihren Wunsch einer Alternative berücksichtigt hat und 3 Monate später ohne OP alles gut war.
    https://www.docfinder.at/allgemeinchiru…nder-rokitansky (ganz runter scrollen)

    Ist allerdings auch schon 3 Jahre her und macht natürlich nicht wett, wenn er der breiten Öffentlichkeit eine absolut gegenteilige Auffassung als "Information" kund tut.


    Vielleicht hat er seine Meinung zwischenzeitlich revidiert oder verändert. Der Text ist nun schon älter. Definitiv älter als 3 Jahre. Ich schätze sein Alter auf mindestens 8 Jahre. Der Junge war nach Angaben der Mutter zum damaligen Zeitpunkt vier Jahre. Ich frage mich, ob es sich dabei um eine symtomatische Phimose handelte, oder nur um eine entwicklungsbedingte Nicht-Zurückziehbarkeit (physiologische Phimose).

    Vielleicht bedeutet das aber auch nur, dass es Ärzte gibt, die relativ betrachtet noch beschneidungswütiger sind als Rotikansky.


    Na toll, von kidsdoc und wie sie alle heißen beschreiben immer nur die Vorteile...Ja die Nachteile interessiert dene ihr KONTO BEI DER BANK nicht... im gegenteil beschnittene werden lukrative Bestandskunden für postoperative abänderungen. .Ich verstehe...Auch wenn ich vielleicht kurz vor einer mögl. Beschneidung stehe, kann und will ich das nicht gutheissen...Ich muss mich vielleicht verstümmeln lassen, aber ich kann alle anderen Optionen ausnutzen, KINDER können und dürfen das nicht...Und ich habe von dem mögl. Eingriff schon große Angst. Nicht vom Eingriff selbst, eher vom danach.
    Habe die Ehre


    Nein es ist eigentlich noch schlimmer. Herr Rotikansky versucht unter dem Deckmantel der Phimose-Behandlung Eltern eine Defakto-Routine-Beschneidung ähnlich wie in den USA anzudrehen. Dieser Artikel hat Phimose zum Thema und müsste daher die Diagnose und Behandlungsoptionen für konkretes medizinischen Problems informieren müsste, artet aber in eine Lobeshymne auf die Beschneidung aus.

    Ansonsten aber sieht die Bilanz ziemlich trüb aus. Unterhaltet euch mal mit Eltern kleinerer Jungs im Bekanntenkreis. Gefühlt alle Jungs beschnitten oder aber bald "fällig". Die Kinderchirurgen erleben mehr denn je regelrechte "Wellen" in den Monaten vor den Einschulungsterminen. ;( ;(

    Mich haben diese Zeilen ehrlich gesagt zutiefst schockiert. Ganz ehrlich.

    Nun habe ich mich selbst immer als eiskalten Realisten betrachtet. Mir war sehr wohl klar, dass nach wie vor viel zu viele völlig gesunden Jungen wegen "Phimose" oder anderen fadenscheinigen medizinischen Gründen beschnitten werden – ich habe es selbst wiederholt hier thematisiert– und uns da noch ein langer Weg vor uns liegt. Aber ich hatte zumindest den Eindruck - was die medizinisch (fehl-)indizierten Beschneidungen angelang – seien wir auf dem richtigen Weg.


    Ich habe diese Aussagen deshalb einen eigenen Thread gewidmet. "Gefühlt alle Jungs beschnitten oder aber bald fällig." - Nimmt die Beschneidungsrate immer weiter zu?

    Diese Aussagen verdienen meiner Ansicht nach besondere Aufmerksamkeit und eine eigene Debatte. Sie sind in ihrer Tragweit zu bedeutsam, dass wir sie hier im Thread einfach so untergehen lassen können.

    Unser Forennutzer das Etwas hat in einem anderen Thread dieses Forums eine Aussage getätigt. Die mich wirklich gesagt mit blanken Entsetzen gefüllt hat:


    Ansonsten aber sieht die Bilanz ziemlich trüb aus. Unterhaltet euch mal mit Eltern kleinerer Jungs im Bekanntenkreis. Gefühlt alle Jungs beschnitten oder aber bald "fällig". Die Kinderchirurgen erleben mehr denn je regelrechte "Wellen" in den Monaten vor den Einschulungsterminen

    Nun werden nicht alle das "Etwas" kennen, aber er ist nicht einfach irgendwer. Er ist seit vielen, vielen Jahren in Sachen Phimose/Beschneidung(svermeidung) aktiv, viele Jahre bevor es dieses Forum gibt und bevor die meisten hier, einschließlich mir auf dieses Thema aufmerksam wurden. Er beschäftigt sich insbesondere seit vielen Jahren mit dem Problem der Fehldiagnose Phimose und den fehlerhaft indizierten Beschneidungen.

    Deshalb kann ich seine Aussagen auch nicht einfach so abtun.


    Was ist eure Meinung dazu? Was sind eure Einschätzungen dazu?

    Hat "das Etwas" recht mit seiner Einschätzung - dass immer mehr Jungen beschnitten werden?


    Nun habe ich mich selbst immer als eiskalten Realisten betrachtet, und mir war sehr wohl klar, dass nach wie vor viel zu viele völlig gesunden Jungen wegen "Phimose" oder anderen fadenscheinigen medizinischen Gründen beschnitten werden, und uns da noch ein langer Weg vor uns liegt, aber ich habe zumindest den Eindruck - was die medizinisch indizierten Beschneidungen abgeht -seien wir auf dem richtigen Weg.

    Aber wenn das Etwas mit seiner Einschätzung recht haben sollte, dann müssen wir uns ersthaft fragen, ob das Sinn macht, was wir hier machen und die letzten Tage gemacht haben, dann müssen wir unsere Strategie und unser Tun radikal überdenken.

    Zitat

    Na l, ihre Bitten würden erhört - dieser Wahnsinnige mit dem schlecht zusammengenähten Toupet (Trump) hat Obama's Gesundheitssystem mit Pauken und Trompeten versenkt und doch damals schon von den "stinkenden Unbeschnittenen" gesprochen. Was also war wohl in "seiner" Gesundheitspolitik auf jeden Fall wieder überall inbegriffen....


    Nein, zumindest diese Aussagen wurden ihm nur zugeschrieben. Diese Aussagen über die stinkenden Unbeschnittenen stammen von einer Satire-Seite.

    Aber ganz definitiv. Und natürlich wurde damals reichlich über diese Diskussion berichtet, der Begriff "medizinische Gründe, z. B. Vorhautverengung", ja selbst von den öffentlich sprechenden Contra-Beschneidungs-Rednern sehr unreflektiert als sozusagen eine der wenigen Legitimationen FÜR den Eingriff proklamiert.
    Und nachdem die Schreihälse mittels 1631d BGB gestopft waren, hatte von öffentlicher Seite aus Ruhe zu herrschen - und hat ja auch gut funktioniert. Der Eingriff war ausreichend verharmlost worden, nun auch rechtlich als legitim und Menschenrechte konform hingeben, so dass auch den letzten Gegnern die Zepter aus den Händen gerissen waren.


    Seitdem haben die elterlichen Anfragen bzgl Vorhaut Probleme ihrer Kinder und was man dagegen unternehmen könnte, wie man die vom Arzt verschrieben Salbe richtig anwendet etc stetig abgenommen. (...)
    Das ist kein Zufall!


    Ich selbst schon erkannt, dass wir etwas brauchen, was man unter dem Begriff "öffentlichkeit" zusammenfassen kann.

    Ich habe das in einem Beitrag vor etwa einem Jahr bereits zur Sprache gebracht, obwohl mir der Begriff Öffentlichkeit nicht eingefallen ist. Ich habe es mit Bewusstsein umschrieben. Aber es läufts gleiche hinaus. Ich denke, dass Öffentlichkeit der springende Punkt ist. Wir brauchen eine öffentliche Beschneidungsdebatte. Und es hilft nichts, sich hier in irgendwelche Foren zurückzuziehen, die im wesentlichen Gettos für Eingeweihte sind.


    Seitdem haben die elterlichen Anfragen bzgl Vorhaut Probleme ihrer Kinder und was man dagegen unternehmen könnte, wie man die vom Arzt verschrieben Salbe richtig anwendet etc stetig abgenommen. Schau die zahlreichen Foren durch. Nimm med1.de, Eltern.de, parents.at, urbia.de, elternforen.com und und und...

    Könnte dies nicht auch schlichtergreidend daran liegen, dass einfach weniger aus medizinischen Gründen beschnitten wird?

    Zitat

    Doch leider hat sich auch die Zahl der Anfragen von Eltern zu dem Thema seit der öffentlichen Debatte und dem staatlich verordneten Maulkorb zu diesem Thema sehr drastisch reduziert. So drastisch, dass die Existenz des Phimose-Info-Forums keinen Sinn mehr hatte...


    Du denkst also wirklich, dass das Schweigen der Medien zum Thema Beschneidung nach 2012 dazu führte, dass sich weniger Eltern hilfesuchend an Foren wendten.

    Nun ich will gar nicht behaupten, dass du falsch liegst.

    Ich möchte nur einen Einwand entgegenhalten, der dieser These widerspricht: Das Thema Beschneidung von Jungen wurde doch auch vor 2012 kaum bis gar nicht von den Massenmedien behandelt - und trotzdem war Phimose-Info doch häufig frequentiert. 2012 war eine Ausnahmeerscheinung - das zumindest mein Eindruck.

    Oder wie siehst Du das? Bist Du der Ansicht, oder hast du den Eindruck, dass heute noch weniger über das Thema berichtet wird als vor 2012?

    Ich koche innerlich. Ich finde das alles nur noch unfassbar, und muss gerade sehr an mich reißen, um die Form zu wahren und nicht unnötigerweise ausfällig zu werden.


    Dieser Mann ist noch nicht einmal ein ausgebildeter Kinderchirurg oder Kinderurologe. Er hat also von seiner Ausbildung her gar keine Erfahrung oder Expertise bezüglich der Chirurgie bei kindlichen, noch nicht ausgewachsenen Körpern. Gar nicht erst zu reden von Expertise in Sachen der Diagnose und Behandlung von urogenitalen Erkrankungen im Kindesalter.


    Er scheint nur ein allgemeiner Schönheitschirurg zu sein, der kosmetische Operationen für Erwachsene anbietet und sozusagen nebenbei - darauf deutet zumindest seine Webseite - auch noch kosmetische Beschneidungen an wehrlosen Kindern offeriert.

    Mehr noch: Er versucht nach seiner Webseite zu urteilen diese kosmetischen Beschneidungen auch noch mithilfe der Fehl-Diagnose Phimose an den Mann zu bringen.


    Ich möchte das jetzt gar nicht im Detail kommentieren und analysieren, was dieser Mann hier zum Thema Phimose und Beschneidung zum Stapel gelassen hat. Es genügt hier festzustellen, dass es vollkommener Unsinn ist und dass es mit dem gegenwärtigen medizinischen Standard komplett unvereinbar ist.


    Die Frage ist nun: was tun wir, um solche Ärzte aus dem Verkehr zu ziehen.


    Ärzte wie dieser Dr. Fenkl verbreiten - nachweisbare - Falschinformationen mit dem Ziel, zumindest aber mit dem unausweislichen Resultat, dass viele völlig gesunde Jungen beschnitten werden – dass sie postoperativen Schmerzen, den Risiken einer Narkose und des Eigriffs ausgesetzt werden, und einen Teil ihres Penis für immer verlieren.

    Solche Ärezte verbreiten Falschheiten, skandalöse Verharmlosungen des Eingriffs, die kein halbwegs ethischer Arzt, selbst wenn er der Beschneidung eher unkritisch gegenübersteht, unterschreiben würde. Im Falle des Herrn Fenkl zeugen einige Aussagen auch noch von einer ausgesprochen Grausamkeit und Mitleidslosigkeit gegenüber Patienten - oder besser gesagt Opfern.

    Das dürfen wir einfach nicht mehr länger zulassen!

    Solche Ärzte betrügen Eltern, sie betrügen die Gemeinschaft der Beitragszahler und setzen gesunden Kindern den Schmerzen, Risiken und den dauerhaften Schädigungen einer Beschneidung aus.

    Selbst wenn man der verqueren Ansicht ist, die Eltern seien die „Herren über die Genitalien“ ihrer Söhne, und es legal als auch moralisch legitim sei, wenn Eltern der Beschneidung ihres Sohnes einwilligen, selbst wenn diese nicht-medizinisch notwendig ist, so wäre die Beschneidung in diesem Falle dennoch weder legal noch ethisch, da die Einwilligung der Eltern unter Vortäuschung falscher Tatsachen erfolgte.

    Ich verstehe es wirklich nicht mehr, dass wir nicht mehr gegen solche Ärzte unternehmen.

    Es gibt es die neue deutsche Leitlinie aller relevanter Ärztegesellschaften, es gibt die kanadische Leitlinie, es gibt tonnenweise Sekundärliteratur zum Thema zeitgemäßer Phimosetherapie. Diese sind eindeutig. Wir haben eigentlich mehr als genug "Munition".

    Solche Aussagen, wie Sie Fenkl und andere verbreiten, entsprechen ganz einfach nicht mehr dem aktuellen medizinischen Standard. Vielleicht war das noch in den 1990ern Jahren, ja vielleicht sogar noch vor 10 Jahren anders. Aber jetzt nicht mehr.

    Zur Not, wenn es anders nicht mehr geht, dann muss man diese Ärzte einfach öffentlich „shamen".

    Dann müssen Männer, ganz besonders aber Jungen und ihre Eltern vor solchen Ärzten gewarnt werden. Es muss Eltern einfach klipp und klar gemacht werden, dass es ein bestimmtes Klientel an Ärzten gibt, die ihren Kindern "an die Genitalien" wollen - die aus extrem fragwürdigen Motivation mithilfe von Falschinformation und Fehldiagnosen massenhaft gesunde Kinder zu beschneiden. Und das muss im großen Stil geschehen und öffentlichkeitswirksam und nicht nur durch einen "Ärztepranger" hier auf einem Forum.