Beiträge von Selbstbestimmung

    Ja, aber die Gerichte sind nicht alle gleich und es braucht nur eins mit Zweifeln und dann müssen sie sich in Karlsruhe damit früher oder später beschäftigen.

    Die Gerichte haben die Lektion, die dem Kölner Landgericht 2012 erteilt wurde sehr wohl wahrgenommen. Das wurde ja geradezu abgewatscht, u.a. von der Kanzlerin, der Bundesjustizministerin und dem Präsidenten des Gerichts.
    Und dann die Reaktionen aus dem Ausland. USA, Israel, Türkei, Aserbaidschan, usw. (Man hat das ja später auch in Dänemark erlebt, bis hin zur Drohung mit wirtschaftlichen Konsequenzen). Seit dem lehnt sich niemand mehr aus dem Fenster.


    Zitat

    es braucht nur eins mit Zweifeln

    Nur?
    "Hallo BVerfG, wir haben Zweifel"?
    Ein solches "Anrufen" muss sehr gründlich begründet sein. Das ist sehr aufwändig. Das kostet Zeit. Und es ist bestimmt nicht förderlich für die Karriere. Zumal bei den minimalen Erfolgsaussichten (dazu komme ich noch). Dazu kommt, dass die Gerichte permanent überlastet sind.

    2012, da war ich auch 100%ig der Meinung - wenn der 1631d vor das Bundesverfassungsgericht kommt wird das Gericht dieses schändliche Gesetz hinwegfegen wie Superman die Bösewichte. Schließlich hatte sich ja auch der (inzwischen offenbar "gesäuberte") wissenschaftliche Dienst entsprechend geäußert. Denn meiner Meinung nach ist der 1631d vielfach verfassungswidrig:

    Verfassungsrechtliche Einschätzung der religiös motivierten Beschneidung bei nicht-einwilligungsfähigen minderjährigen Jungen

    Mit der Abrissbirne durch neun Grundrechte

    Die Strafrechtler waren sich 2012 auch weitgehend einig: dass "Beschneidung" von Jungen ohne med. Notwendigkeit eine strafbare Körperverletzung ist. Ist ja im Grunde auch völlig logisch und intuitiv einleuchtend.

    Aber vorm BVerfG geht es nicht um Strafrecht sondern um Verfassungsrecht!

    Und bei den Verfassungsrechtlern ergibt sich ein anderes Bild: Ute Sacksofsky, Paul Kirchhof, Stefan Huster, Bernhard Schlink, Hillgruber, Höfling, Fateh-Moghadam, Germann, Papier, Kyrill-A. Schwarz, Jestaedt, Heinig, di Fabio...


    Dem Bundesverfassungsgericht gehört seit 2018 ein Henning Radtke an

    nicht nur das: Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts heißt Stefan Harbarth und der hat 2012 im Bundestag für den §1631d BGB gestimmt. Und die übrigen Richter wurden von den Parteien installiert, die mehrheitlich für den Jungesnverstümmelungsparagraphen gestimmt haben.
    Wenn der §1631d zum jetzigen Zeitpunkt vor das BVerfG käme wäre das mit großer Wahrscheinlichkeit der Super-Gau für unser Anliegen, für die genitale Autonomie von Jungen.
    Das BVerfG würde vielleicht die Rahmenbedingungen noch etwas "verschärfen" - das mit den "Religionsgesellschaften" rausstreichen - und dann den Orden "verfassungsgemäß" umhängen. Das höchste staatliche Gütesiegel, gewissermaßen. Und das würde uns dann bei jeder Gelegenheit um die Ohren gehauen "Was wollt ihr denn? Ist doch alles vom deutschen Grundgesetz gedeckt!"


    Inzwischen hat sich meine Einschätzung um 180° gedreht, zu meinem Entsetzen.

    Das BVerfG hat schon einige unfassbare Urteile gefällt. Es hatte auch nie ein Problem mit einer geschlechtlichen Diskriminierung zum Nachteil von Männern (§175 StGB, Wehrpflicht).
    Das BVerfG verkündet seine Urteile stets dreist "im Namen des Volkes" - aber das Volk hat dabei absolut nichts zu sagen, sein Rechtsempfinden (mehrheitlich gegen Jungenverstümmelung) interessiert das Gericht nicht.

    Falls es dazu kommt kann ich mir das ellenlange, hochjuristische Geschwurbel schon vorstellen. So disfunktioniert Politik, Justiz und Demokratie.

    Zitat

    Dann stellen sie fest, dass bestimmte Handlungen, wie zum Beispiel die Beschneidung, nicht rückgängig gemacht werden können. B bringt die gesamte Thematik irgendwann auf den Punkt, als er sagt: „Ich bin Jude und stolz darauf. Was muss ein Jude tun, um anerkannt zu sein?

    Ich würde sagen: gar nichts. Aber wieso ist damit die Thematik "Genitalverstümmelung von wehrlosen Kindern" auf den Punkt gebracht?

    https://www.wasserburger-stimme.de/blog/2023/06/24/entwederoder/

    Zitat

    Audrey Alejandro, London: On Technicisation: Male Circumcision from Social Practice to a Transnational Object of Medical Expertise

    I²SoS Kolloquium

    Vortrag im Rahmen des Kolloquiums Institute for Interdisciplinary Studies of Science.
    Das Kolloquium findet nach Möglichkeit in Präsenz statt. Bitte wenden Sie sich für die digitale Teilnahme oder mögliche kurzfristige Änderungen an [email protected].

    Preise: kostenlose Veranstaltung

    I²SoS: Institute for Interdisciplinary Studies of Science (Bielefeld ist anscheinend bereits durch-anglisiert)

    Wer im Raum Bielefeld ist könnte sich das doch mal anschauen und berichten. Kost ja nix!



    https://www.bielefeld.jetzt/node/234304


    von ihrer Web-Site:

    Zitat

    Voluntary Medical Male Circumcision
    (VMMC): a controversial anti-HIV global health policy legitimised by
    International Organizations

    ‘Male circumcision’ refers to a wide range of practices of genital cutting and modification from 1 or 2 cm cuts to complete removal of the skin surrounding the penis, to urethrotomy. It has been used for millennia to structure social organisation and produce social norms. In 2007, the World Health Organisation (WHO) and the Joint United Nations Programme on HIV and AIDS (UNAIDS) established this ancestral practice as the 1st surgery ever used as a preventive health policy as part of their anti-HIV voluntary medical male circumcision programme (VMMC). In the midst of global protests to recognize male circumcision as a violation of human rights and despite literature showing how the beliefs associated with male circumcision in countries beneficiary of the programme b could lead to an increase of HIV transmission, 22 million VMMC surgeries have been performed on men aged 10-29 years in Eastern and Southern Africa since the beginning of the programme.

    Taking this policy as a case study, I explore how discourse and knowledge dynamics — such as resemantisation and technicisation — have contributed to the implementation and legitimation of this very controversial programme, which in turns ends up producing norms and legitimising practices through the knowledge and discourse it contributes to naturalise.

    https://www.audreyalejandro.com/voluntary-medi…rcumcision.html


    Zitat

    At first sight, the desociologisation and legitimation of medicalised circumcision by WHO by UNAIDS through “evidence-based” discourse and rhetoric of expertise might seem a perfect case to illustrate the current debates happening in the field of IOs and knowledge. However, the fact that the global medical community itself has denounced the lack of evidence supporting the policy and the (denied) cultural dimension of medicalised circumcision – practised only in the United States before this Global Health initiatives – is not easily accommodated by the literature.


    https://ecpr.eu/Events/Event/PaperDetails/57920

    https://www.gcr21.org/fellows/curren…udrey-alejandro

    Mir gefallen ab und zu die unterschwelligen Vorwürfe einfach nicht

    Mir auch nicht. ;)
    Ich bin auch niemandem hier Rechenschaft schuldig über mein Engagement außerhalb dieses Forums.

    Du brauchst mich hier auch nicht zu charakterisieren:

    Du bist hier ja immer groß am kritisieren Selbstbestimmung.

    Ich lobe auch stets, was zu loben ist!

    Parteienübergreifend habe ich das bereits getan auf Kommunahl- und Landesebene


    Das ist prima. Hier im Forum haben schon etliche User Politiker und Organisationen angeschrieben. Sie haben ihre Anschreiben und die Antworten hier im Forum veröffentlicht. Das ist sehr lobenswert! :thumbup:
    Die Antworten waren fast regelmäßig erschreckend, blamabel und aus der Kiste mit den Textbausteinen. Trotzdem sind solche Nadelstiche richtig.

    Im Übrigen ist dieses Forum öffentlich. Hier kann jeder der Milliarden Internetbenutzer ohne Anmeldung lesen. Und hier lesen auch von morgens bis abends "Besucher".
    Und es kommt immer wieder vor, dass Dinge, die zuerst in diesem Forum erwähnt werden bald darauf anderen Orts aufgegriffen werden.

    Der neueste Vorschlag von Ataman:


    Zitat

    Sie wolle den Grundgesetzartikel 3 um den Begriff „Lebensalter“ ergänzen. Der Artikel besagt, dass niemand wegen einer Behinderung, seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf.

    Guter Vorschlag, aber sicher nicht konsequent ernst gemeint.
    Denn im §1631d steht eine harte Altersdiskriminierung explizit drin: jünger als sechs Monate / älter als sechs Monate (hat Anspruch auf OP durch einen Arzt. der allein zu einer fachgerechten Anästhesie in der Lage ist)
    und eine weitere implizit : "nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes" "Kind" bedeutet, dass niemand >13 Jahre zur Genitalverstümmelung gezwungen werden darf. Ganz klare Diskriminierung nach Alter.

    "nicht einsichts- und urteilsfähig" ist schwammiger und dürfte irgendwo zwischen sechs und 13 liegen. Auch eine Altersdiskriminierung.

    Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit beinhaltet kein Mindestalter. Es setzt auch kein weibliches Geschlecht voraus.


    Frau Ataman, schreiten sie zur Tat! (Ironie) .

    Nein, wird sie ganz bestimmt nicht. Als "Sahnehäubchen " kommt noch das "männliche" oben drauf. Geschlechtliche Diskriminierung.

    Es gibt in Sachen Diskriminierung viel zu tun, die "Antidiskriminierungsbeauftragte" Ferda Ataman lässt es liegen.

    https://www.faz.net/aktuell/politi…t-18984474.html

    Sorry, ich kann nicht erkennen, wo Herr Klimke sich hier für die Legalisierung der Mädchenbeschneidung ausspricht. Wirklich nicht.

    Das sehe ich ähnlich wie bei Frau Hörnle, dass das nicht ihre eigene Position ist, sondern nur die Konsequenzen aufzeigt.

    Drei Buchstaben machen den Unterschied.
    Das entscheidende ist das Wörtchen "nur"


    Zitat von Romy Klimke

    Ein Verstoß gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Gleichbehandlung von Mann und Frau ließe sich letztlich nur umgehen, wenn...

    Nur! Etwas anderes geht für Klimke nicht.
    Dabei gäbe es eine einfache, auf der Hand liegende, gerechte, nicht-diskiminierende und kinderfreundliche Lösung:
    Genitalreduzierende, nicht-indizierte Eingriffe bei Kindern verbieten. Alle Kinder schützen. §226a StGB geschlechtlich symmetrisieren. Fertig ist die Laube!

    Im Übrigen hatte sich Hörnle schon lange zuvor eindeutig für die legale Jungenverstümmelung ausgesprochen und wurde von den Befürwortern fleißig zitiert. Das wollen wir doch mal nicht vergessen!

    Zitat

    Ich bin mir fast sicher, dass irgendwann ein Gericht Zweifel äußern wird.

    In absehbarer Zeit sehe ich das leider nicht. Dazu muss man sich die Urteile der letzten Zeit nur anschauen.
    Kusch, kusch, kusch. Unterwürfiger und verständnisvoller geht kaum noch.

    z.B.:

    Die von dem Kindesvater angeführten verbleibenden medizinischen Restrisiken auch einer ärztlich ordnungsgemäßen Beschneidung sowie die von mehreren Beteiligten und der Sachverständigen aufgeführten mit dem Eingriff verbundenen Schmerzen sind insoweit für sich genommen allerdings nicht entscheidungserheblich, denn diese liegen auch bei jeder medizinisch indizierten Beschneidung vor. Würde man auf diese Risiken und Schmerzen abstellen, würde das Recht der Eltern aus § 1631 d Abs. 1 BGB ausnahmslos ins Leere laufen, da jeder medizinisch nicht indizierte Eingriff dann bereits wegen der gesundheitlichen Restrisiken und der durch den Eingriff zugefügten Schmerzen zu unterbleiben hätte.
    ....

    Was für eine hanebüchne Argumentation! Wenn das Leben oder die Gesundheit eines Kindes bei nicht-operieren in Gefahr wäre dann muss man die Risiken einer Operation eingehen. Bei einem gesunden Kind ist das nicht der Fall. Wie kann man das überhaupt nur vergleichen?


    Zitat von OLG Hamm

    Der Kindesmutter wird die Entscheidungsbefugnis über die Beschneidung lediglich vorläufig entzogen, bis durch die oben skizzierte zukünftige Beweisaufnahme in der Hauptsache eine belastbare Tatsachengrundlage dafür vorliegen wird, ob im Ergebnis im Falle der Beschneidung von G über die reinen Schmerzen des Eingriffs bzw. der lokalen Betäubung hinaus (diese Belastungen nimmt § 1631 d Abs. 1 BGB inzident hin, indem er einen Eingriff nach den Regeln der ärztlichen Kunst erlaubt) gewichtige Anhaltspunkte für eine nicht nur unerhebliche Gefährdung des Kindeswohls bestehen oder nicht. Sollte die nach § 26 FamFG von Amts wegen angezeigte umfassende Beweisaufnahme die Bedenken des Kindesvaters widerlegen, wird die Kindesmutter in einigen Monaten im Rahmen ihrer dann zu erwartenden nach entsprechender amtsgerichtlicher Entscheidung wieder vollständig alleinigen Personensorge berechtigt sein, gemäß ihrem Elterngrundrecht aus Art. 6 Abs. 1 und 2 GG, 8 EMRK von der Möglichkeit der Zustimmung zu einer rituell/kulturell begründeten Beschneidung Gs durch einen Arzt Gebrauch zu machen.

    Zitat

    Indem der Gesetzgeber in § 1631 d Abs. 1 S. 2 BGB auch den Zweck der Beschneidung mit in die Berücksichtigung einzieht, hat er jedoch deutlich gemacht, dass das Kindeswohl insoweit kein feststehender Begriff ist.

    Zitat

    Je nach der Schutzwürdigkeit des im Vordergrund stehenden Motivs für die Beschneidung kann die Schwelle einer Kindeswohlgefährdung niedriger als nach dem dargelegten allgemeinen Maßstab des § 1666 BGB anzusetzen sein (vgl. Hamdan, in: juris-PK-BGB, a. a. O., Rn. 18 und 19).

    Wenn die Eltern ein starkes Motiv haben muss das Kindeswohl halt zurückstehen! <X


    Siehe auch:

    Mutter bekommt alleiniges Sorgerecht um BGM durchführen zu können

    Erneut Bewährung für illegale Beschneidung des Sohnes

    Es ging immer um die auf 12 schlimme Jahre verkürzte "deutsche Geschichte". "Angesichts der deutschen Geschichte!" "Ausgerechnet in Deutschland!"
    Viele Täter hat man davon kommen lassen. Was, verdammt noch mal können die kleinen Jungen heute für jene Verbrechen? Warum müssen die dafür bluten? Das ist paradox!

    Steinmeier hält offenbar gerne Lobreden für Verfechter der Jungen-Genitalverstümmelung:

    ZdJ bedankt sich bei Volker Beck

    Steinmeier selbst hatte es ja auf den Punkt gebracht:



    Ja, elende Kindeswohlverräter seid ihr!

    In einem langen Sermon von Lobhudeleien darf natürlich ein drucksig-verklausuliertes Lob der Legalisierung der Kinder-Genitalverstümmmelung nicht fehlen:


    Zitat von Steinmeier

    Unbeirrbar und fest blieben sie, Frau Merkel auch in ihrem Eintreten für den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland....
    Ich aber habe ganz besonders großen Respekt dafür wie sie ....beharrlich dafür gearbeitet haben, dass jüdisches Leben in Deutschland eine feste, zukunftsfähige Grundlage hat...mit einer klaren Rechtslage zur Religionsausübung...


    Ei, was damit wohl gemeint ist? (Ironie)

    Steinmeier will das Ding nicht mehr beim Namen nennen.

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    Gewaltakte gegen die Genitalien erwachsener Männer werden von den Medien, der Politik und der Rechtsprechung offensichtlich als gravierender empfunden als Gewaltakte gegen die Genitalien von Jungen.
    Vielleicht liegt es daran, dass erwachsener Männer sich ggf. mit dem Wahlzettel rächen könnten. Jungen können das nicht. Und wenn sie dann erwachsen sind sind sie lange genug indoktriniert worden.

    Selbst eine Zirkumzision wird mit dem, was in der Ukraine geschieht nicht vergleichbar sein.

    Das stimmt natürlich.

    Zitat

    Zirkumzision als Routinemaßnahme oder aus rituellen Gründen

    Rituelle, traditionelle, religiöse Grunde (bzw Abgründe) - das kennt man ja.

    Aber Zirkumzision als Routinemaßnahme (Morris, ick hör' dir trapsen!) - das ist schon der Hammer. Routinemaßnahmen sind Zähne putzen, Staubsaugen usw...
    Oder ist gemeint als Routinemaßnahme zum Anlernen von Kinderchirurgen oder Urologen?
    Man kann einen Jungen nur einmal seiner Vorhaut berauben. Immer wieder (z.B. wenn er "frech" war) - das geht nicht.

    1. Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Zirkumzisionen an Jungen im Kindesalter weil es keine geben soll. Politisch unerwünscht.
    2. Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Zirkumzisionen an Jungen im Kindesalter weil es keine geben soll. Politisch unerwünscht.
    3. Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Zirkumzisionen an Jungen im Kindesalter weil es keine geben soll. Politisch unerwünscht.

    Wurde in Bezug auf Elternwunsch-Zirkumzisionen - ergo Genitalverstümmelungen - vom deutschen Bundestag am 12.12.2012 mit großer Mehrheit abgelehnt.
    Dito in Dänemark.

    Mit der Standard-Ausrede: Datenschutz.
    Datenschutz vor Kinderschutz. Bravo! <X

    Auch der regelmäßige Betrug an den Kassen-Beitragszahlern ist "politisch erwünscht" - aber Pssst!

    Bei den von KJA vorgelegten Zahlen erscheint mir einiges rätselhaft.

    Vertragsärztlich finanzierte Jungenbeschneidungen, ambulant:

    2012: 70.081 davon <=15 Jahre: 40.629

    >17 Jahre wird man kaum vom Jungen sprechen, sondern von Männern.

    Das würde bedeuten: fast 30.000 Zirkumzisionen im schmalen Altersband 16-17 Jahre. Kaum glaublich.

    Ich vermute die Überschrift wurde falsch gewählt. Sollte wohl "Vertragsärztlich finanzierte Beschneidungen, ambulant" heißen.

    Also gehen wir mal von 70.081 insgesamt aus.


    Dazu ist interessant:

    Prof. Dr. Roland Rinner vom Wissenschaftlichen Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG)
    hat für das Jahr 2011 mitgeteilt, dass die Techniker Krankenkasse 1.513 Mitglieder in stationärer
    Behandlung gehabt habe, bei denen eine Zirkumzision abgerechnet worden sei. Dazu kämen
    3.691 Patienten, die bei gleicher Diagnose ambulant im Krankenhaus, sowie 72.227
    Patienten die ambulant operiert worden seien

    77.000 alleine bei der TK

    Nun ist die TK zwar eine große, aber keineswegs die einzige Kasse. Da sind noch die AOK, die Barmer, BKKs u.v.a.m.

    Wie passt das zusammen? ?(

    In dem Artikel vom KJA heißt es:


    Zitat

    Erfasst sind hier nur Beschneidungen,
    die von Vertragsärzten abgerechnet wur-
    den. Es fehlen also alle privatärztlichen
    Zirkumzisionen, alle Beschneidungen in
    Krankenhäusern....

    Das ist schon mal eine Fehlerquelle.

    Was auch nicht klar ist, was in dem Artikel überhaupt mit "Beschneidung" gemeint ist. Welche ICD-Schlüssel?

    Aufschlussreich ist der Artikel von 2013 von Birgitta vom Lehn in der FAZ:


    Die massive Ausweitung des ambulanten Operierens hat bei allen Vorteilen, die dies für Patienten im Einzelfall bedeutet, die Intransparenz eher befördert denn verringert. Denn was früher unter den Augen mehrerer, sich gegenseitig kontrollierender Fachkollegen in der Klinik stattfand, erledigt heute ein Arzt allein in seiner Praxis. Kontrollen bei Behandlung und Abrechnung finden so gut wie keine statt. Schon gar nicht wird kontrolliert, ob der Arzt auch tatsächlich das gemacht hat, was er aufgeschrieben hat. Abgerechnet wird jede Operation nach einem bestimmten Code. Für die Beschneidung gibt es einen anderen Code als für die vorhauterhaltende Operation, die sogenannte Vorhautplastik. Für die Plastik bekommt der Arzt gut 50 Prozent mehr Geld, immerhin 120 Euro extra. Welche Operation tatsächlich vorgenommen wurde, ist für die Kassen nicht nachvollziehbar: „Wir können in der Tat nicht überprüfen, ob der Arzt den falschen Code aufgeschrieben hat, sprich eine andere Behandlung durchgeführt hat als angegeben“, sagt eine AOK-Sprecherin. Und: „Das wäre dann Abrechnungsbetrug.“
    Fest steht aber, dass Ärzte den „lukrativeren“ Code im ambulanten Bereich bis zu zwanzig Mal häufiger abrechnen als den „billigeren“. Nur: In der Nachsorge stellen die Kinderärzte einen Befund fest, der dazu nicht passt. Kinderarzt Hartmann berichtet: „Eine Umfrage bei unseren Vorstandsmitgliedern und Landesverbandsvorsitzenden hat gezeigt, dass wir in unseren Praxen nach einer Operation eigentlich nur Kinder mit radikaler Beschneidung sehen, keine Kinder mit Vorhautplastiken.“


    Es gibt z.B.

    ICD N47 Vorhauthypertrophie, Phimose und Paraphimose Inkl.: Präputiale Adhäsion, Vorhautverengung

    Z41.2: Zirkumzision als Routinemaßnahme oder aus rituellen Gründen

    5-640.3 Frenulum- und Präputiumplastik


    Das wäre schon wichtig zu wissen, was davon mit den Zahlen gemeint ist. Eine Präputiumplastik ist keine Vorhautamputation. Aber eine als Präputiumplastik finanziell augehübschte Zirkumzison ist eine, und in vielen Fällen eine Genitalverstümmelung.


    Zitat von von Lehn

    So ist die Zahl der Vorhautoperationen bei kleinen Jungen in den vergangenen Jahren offenbar rasant gestiegen. Das Wissenschaftliche Institut der AOK hat für die F.A.S. alle dort abgerechneten ambulanten und klinischen Fälle von Vorhauteingriffen bei Jungen bis fünf Jahren ermittelt. 2006 waren es noch 5.472 Eingriffe, 2011 dann schon 7.103 – 30 Prozent mehr. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung verzeichnet zwischen 2008 und 2011 sogar einen Anstieg um 34 Prozent – allein im ambulanten Bereich.


    Es scheint also möglich, dass ein starker Rückgang bei den "medizinisch-indizierten" Zirkumzisionen dank der neuen Leitlinie zu einem großen Teil durch Etikettenschwindel für Elternwunsch-Verstümmelungen aufgefressen wird.

    Aber es wird auf verschiedenen Ebenen getäuscht, getrickst und geschummelt - nichts genaues weiß man nicht. Sollen wir auch nicht wissen.

    Klar ist: jeder Junge hat ein Recht auf Vorhaut. Dieses Recht ist unteilbar. Man kann sich nicht damit beruhigen, dass ein Teil der Jungen von der neuen Leitlinie profitiert, wenn der Anteil der Traditionsverstümmelungen immer weiter zunimmt. Völlig jeder Kontrolle entzogen. Auf Wunsch des Bundestags.

    Zitat

    ICD-Code

    Z41.2: Zirkumzision als Routinemaßnahme oder aus rituellen Gründen
    Für diesen ICD-Code liegt aktuell kein Erklärungstext vor

    Wir arbeiten kontinuierlich an der Erweiterung der ICD-Code-Texte. Bitte schauen Sie doch in Kürze noch einmal auf dieser Seite vorbei.

    "In Kürze", ja nee, ist klar. Sind ja erst 11 Jahre ins Land gegangen.


    Zitat

    Quelle

    Bereitgestellt von der „Was hab’ ich?“ gemeinnützigen GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)


    Bundesministerium für Kaputtmachen von Jungengenitalteilen.

    "gemeinnützig" - Genitalverstümmelung ist eher gemein als nützlich

    "Bereitgestellt von der „Was hab’ ich?“"
    Das ist überhaupt der Brüller! Die Jungen haben vorher - gar nichts! Sind kerngesund.

    Aber danach fehlt ihnen was. Wie oft fragt man: "was fehlt dir"? Hier ist es völlig klar.


    https://gesund.bund.de/icd-code-suche/z41-2

    Zitat

    Three boys have bled to death in recent years post-circumcision in the UK (Celian Noumbiwe, Angelo Ofori-Mintah, and Goodluck Caubergs) and 11 were admitted in just one year to just one hospital with life-threatening haemorrhage or sepsis. An NHS whistleblower, himself a paediatric surgeon, said in 2016 circumcisions were leaving children “maimed for life”.
    A Freedom of Information Request to the General Medical Council last year revealed complications of circumcision recorded between 2012 and 2022 included penile deformity, infection, urinary complications and inadequate anaesthesia. Babies required blood transfusions in some cases.
    A 2018 YouGov poll showed 62% of the British public would support a law against non-medical circumcision of boys.
    NSS: “Andrew Lye spoke up in defence of the bodily integrity and autonomy of children”
    NSS campaigns officer Dr Alejandro Sanchez said: “In 2016, the UN Committee on the Rights of the Child urged the government to ensure ‘no one is subjected to unnecessary medical or surgical treatment during infancy or childhood’.
    “Religious infant circumcision is exactly that: unnecessary, painful and risky surgery on non-consenting children to satisfy religious or cultural beliefs of their parents. Allegations of antisemitism or Islamophobia cannot be allowed to silence legitimate criticism of harmful religious practices.

    https://pembrokeshire-herald.com/82898/campaign…s-circumcision/

    In GB, in Deutschland, in Dänemark, in Norwegen - überall eine klare Mehrheit gegen Genitalverstümmelung. Was hat das eigentlich noch mit Demokratie zu tun?
    Stattdessen wird in Neyland eine Hexenjagd auf den Bürgermeister Andrew Lye durchgeführt, der sich 2008 gegen BGM ausgesprochen hatte und er wird zum Rücktritt genötigt.


    Zitat

    The claims were made against Andrew Lye at a Neyland council meeting when members were handed an extract of a 2008 blog he wrote discussing the morality of male circumcision.

    Zitat

    Mr Lye sys his blog, entitled ‘Uncut’, was part of a campaign against female genital mutilation, and also questioned the morality of male circumcision.
    “I was born with it and cannot understand why any religion should require its removal (I can understand if there is a medical need) because if God didn’t mean us to have one, he’d have created us without one," he said.

    Zitat

    Councillor Brian Rothero said in the Monday meeting the blog was stirring up racial hatred towards Jews and Muslims.
    "It's nothing short of antisemitic and anti-Muslim," Mr Rothero said.
    He proposed a successful vote of no confidence in Mr Lye, who was temporarily removed as mayor ahead of an emergency general meeting.
    Mr Lye has since resigned both as mayor and as a councillor.

    So funktioniert die Einschüchterung. Wer unbequeme Wahrheiten ausspricht wird diffamiert und politisch eliminiert.
    Auf welcher Seite ist jetzt der Hass?

    https://www.westerntelegraph.co.uk/news/23579164.…emitism-claims/

    https://yougov.co.uk/opi/surveys/re…a9a9be/toplines