Autsch. 😅 ich hatte keinen brutalen Frontalangriff als Reaktion erwartet. Ey ich bin nicht da um jemanden anzugreifen. Ich bin sexuell aufgeschlossen und habe ich kein Problem öffentlich darüber zu reden, aber ich bin ja nicht mal betroffener. Mich beschäftigt das Thema einfach, weil ich sehr mitfühlend bin und bin verwundert, dass man kaum betroffene sieht. Aber so bleibt das leiden auch verdeckt.
Man könnte durchaus was bewirken. Stellt dir vor ein betroffener meldet sich in einem Elternforum an, wo gerade über Beschneidung geredet wird, und schreibt dort seine Leidensgeschichte rein. Oder betroffene suchen extra nach Videos über Beschneidung und kommentieren "Ich wurde mit 5 Jahren beschnitten und leide bis heute darunter". Das macht was, mit Eltern, Ärzten und auch Kindern bei denen eine Beschneidung bevorsteht. Schicksale bewegen Menschen.
Ja du hast recht, es ist rechtlich und moralisch nicht zu rechtfertigen. „Wer schweigt, schützt den Täter.“. Es ist absolut nicht nötig seine Identität zu verraten, nicht mal die großen Streamer machen das freiwillig. Klar, kann man anonym darüber reden. Aber ein Bild mit ellenlangem Text hier in einem Forum? Sorry, das findet keiner. Selbst ich nicht und ich hab 2 Wochen gebraucht, um das Forum zu finden und auch nach stundenlangen durchschauen, bin ich nicht darüber gestolpert. Auf Instagram oder Tiktok würden sie mehr bewegen. Ich verstehe, dass es sehr schwer ist, aber nur durch das publikmachen kann es was bewirken und vielleicht die eine oder andere Beschneidung abwenden.
Anfeindungen? Hab ich ehrlich gesagt noch nie bemerkt, dass beschnittene angefeindet werden. Und glaub mir, ich hab echt schon viele Kerle kennengelernt. Auch in der Schwimmbaddusche ist das nie ein Ding - ich kann natürlich nur aus meiner Erfahrung reden. Mein erster Partner ist beschnitten und wir hatten da nie was Negatives erlebt, in Bezug auf Umkleiden, Duschen oder FKK. - Ich kann mir garnicht vorstellen, dass jemand angefeindet wird, weil er sagt "ich wurde beschnitten, gegen meinen Willen und leide darunter". - aber das ist natürlich nur meine Perspektive. Ich bin neugierig, ob ihr da andere Erfahrungen mit gemacht habt.
Alles anzeigenJa, dieses Scheinargument wurde 2012 oft vorgetragen. Aber es ist eben nur ein Scheinargument.
Es hätte nie einen menschenrechtlichen Fortschritt gegeben, hätte nicht irgendwann ein Land angefangen. Dann kommt der Domino-Effekt, und ein Land nach dem anderen zieht nach. Siehe z.B. die Einführung des Frauenwahlrechts, die Abschaffung der Todesstrafe in Europa...
Man versuchte dieses Scheinargument 2012 noch zu verschärfen durch Formulierungen wie "ausgerechnet in Deutschland!" und "in Anbetracht der deutschen Geschichte", also Anspielungen auf die entsetzlichen Nazi-Verbrechen und den Holocaust.
Der Art. 2 im Grundgesetz ist aber eine direkte Reaktion auf jene abscheulichen Verbrechen. Denn das Recht auf körperliche Unversehrtheit wurde von den Nazis in unvorstellbarer Zahl brutal missachtet.
Was nie erklärt wurde war, warum heutzutage geborene, völlig unschuldige Jungen für die Verbrechen der Nazis büßen sollen. Das macht nicht den geringsten Sinn.
Und ob Deutschland wegen seiner Geschichte auf ewig das einzige Land wäre, dass kleine Jungen nicht schützen vor Genitalverstümmelung schützen dürfe?
Mit tiktok kenne ich mich nicht aus. Ist das da nicht anonym?
Hast du denn ein solches "tiktok" gemacht?
Dann Bravo!
Kannst du es hier verlinken?
Die Idee ist vielleicht nicht schlecht, anscheinend ist ja heute ein großer Teil der Menschheit tiktok-süchtig.
Ich kann diesen Appell von daher nur unterstützen. Alles, was helfen kann sollte versucht werden.
Wir haben hier im Forum "Betroffene klage an". Verständlicherweise scheuen viele Betroffene mit Namen oder erkennbarem Gesicht aufzutreten. Vielleicht gibt es Angst vor negativen Konsequenzen.