Beiträge von Paule89DE

    Autsch. 😅 ich hatte keinen brutalen Frontalangriff als Reaktion erwartet. Ey ich bin nicht da um jemanden anzugreifen. Ich bin sexuell aufgeschlossen und habe ich kein Problem öffentlich darüber zu reden, aber ich bin ja nicht mal betroffener. Mich beschäftigt das Thema einfach, weil ich sehr mitfühlend bin und bin verwundert, dass man kaum betroffene sieht. Aber so bleibt das leiden auch verdeckt.

    Man könnte durchaus was bewirken. Stellt dir vor ein betroffener meldet sich in einem Elternforum an, wo gerade über Beschneidung geredet wird, und schreibt dort seine Leidensgeschichte rein. Oder betroffene suchen extra nach Videos über Beschneidung und kommentieren "Ich wurde mit 5 Jahren beschnitten und leide bis heute darunter". Das macht was, mit Eltern, Ärzten und auch Kindern bei denen eine Beschneidung bevorsteht. Schicksale bewegen Menschen.

    Ja du hast recht, es ist rechtlich und moralisch nicht zu rechtfertigen. „Wer schweigt, schützt den Täter.“. Es ist absolut nicht nötig seine Identität zu verraten, nicht mal die großen Streamer machen das freiwillig. Klar, kann man anonym darüber reden. Aber ein Bild mit ellenlangem Text hier in einem Forum? Sorry, das findet keiner. Selbst ich nicht und ich hab 2 Wochen gebraucht, um das Forum zu finden und auch nach stundenlangen durchschauen, bin ich nicht darüber gestolpert. Auf Instagram oder Tiktok würden sie mehr bewegen. Ich verstehe, dass es sehr schwer ist, aber nur durch das publikmachen kann es was bewirken und vielleicht die eine oder andere Beschneidung abwenden.


    Anfeindungen? Hab ich ehrlich gesagt noch nie bemerkt, dass beschnittene angefeindet werden. Und glaub mir, ich hab echt schon viele Kerle kennengelernt. Auch in der Schwimmbaddusche ist das nie ein Ding - ich kann natürlich nur aus meiner Erfahrung reden. Mein erster Partner ist beschnitten und wir hatten da nie was Negatives erlebt, in Bezug auf Umkleiden, Duschen oder FKK. - Ich kann mir garnicht vorstellen, dass jemand angefeindet wird, weil er sagt "ich wurde beschnitten, gegen meinen Willen und leide darunter". - aber das ist natürlich nur meine Perspektive. Ich bin neugierig, ob ihr da andere Erfahrungen mit gemacht habt.

    Mir ist bei verschiedenen Männern aufgefallen, dass beschnittene deutlich unempfindlicher sind ... viel mehr "Input" benötigen. Gerade bei Blowjobs, welche ja viel mit Eichelstimulation zu tun haben. Nun mache ich das aber sehr gerne und es ist natürlich doof, wenn der Partner dabei wenig spürt. Auf der anderen Seite muss ich beschnittene meistens sofort bremsen, wenn sie mir einen Blasen, weil sie viel zu unsensibel loslegen und mich direkt überreizen.

    Beim Dating bin ich ein bisschen in der moralischen Zwickmühle: Ich will niemanden diskriminieren und es kann ja keiner was dafür, aber auf der anderen Seite passt es meist dann sexuell nicht so gut.

    Ich hab den Eindruck, dass viele beschnittene Kerle recht lange brauchen um zu kommen und dann auch oft einfach passiv werden und den Prostataorgasmus bevorzugen.

    Das sind so meine Erfahrungen damit und ich bin sehr gespannt, was ihr als betroffene (also genau der Gegenpart dazu) denkt.

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    Vielleicht noch kurz zu mir, bin ja neu hier und gar nicht betroffen. Meine Kindheit war nicht gerade leicht, aber in zwei Punkten haben meine Eltern was richtig gemacht. Von klein auf wurde ich trainiert auch unter der Vorhaut zu waschen und sie auch jedes Mal zurückzuziehen. Und trotz ADS haben sie mich nicht unter Drogen (Ritalin) gesetzt, um besser in die Gesellschaft zu passen.

    Ich bin ein sehr mitfühlender Mensch und das Thema triggert mich einfach sehr. Es ist für mich unfassbar, dass man ein wehrloses Kind nimmt und ihm den Penis verstümmelt. Damit für sein ganzes Leben die sexuelle Empfindung dämpft. Nur weil die Eltern glauben, es würde ihn näher zu Gott bringen oder es wäre hygienischer oder schick. Ich bin nicht religiös, aber wenn Gott keine gewollt hätte, hätte er keine ran gebaut, oder? Und wäre der Schritt nicht kulturell viel bedeutsamer, wenn sich ein erwachsener Mensch dazu bekennt. Einer der die Folgen und Risiken abschätzen kann und kein unwissendes Kind?

    Ich bin regelrecht gefrustet, dass dieses Thema so ein 0-stillstand hat. Keine Diskussion in den sozialen Medien, keine Diskussion, keine Petition. Stattdessen wollen sie jetz die Generation, die schon massiv unter Corona litt, in den Krieg schicken. Und die Chats überwachen, um "Kinder zu schützen". Was für eine Doppelmoral.

    Es muss doch tauende Betroffene geben, die darunter leiden. Aber keiner spricht darüber. Und mit jedem Tag Schweigen werden neue Opfer geschaffen.

    Lieber Jules884,

    viel wichtiger als das Aussehen ist doch die Funktion. Dass es sich gut anfühlt, man sich vernünftig befriedigen kann und erfüllenden Sex hat (auch mit Kondom). Und das funktioniert nach der Beschneidung eben nicht mehr so gut. (Zum vergleich: deine Eichel hat etwa 4.000 Nervenenden ... deine Vorhaut 20.000).

    Zudem reibt deine Eichel dann schutzlos in der Unterhose und wird immer weniger empfindlich. Es gibt dann nichts mehr, was sanft darüber gleitet, du kannst nur noch stumpf mit der Hand darüber rubbeln. Sie trocknet aus und stumpft ab. Zur Hygiene: Wasser und Seife - gut ist.

    Ich würde dir davon abraten. NEIN! Schongarnicht, "weil es besser aussieht". Das wäre eine Fehlentscheidung, die du dein ganzes Leben Bereutst.

    Um ehrlich zu sein, ich würde eher meine rechte Hand amputieren lassen, als meine Vorhaut.

    Hab gehört in den USA ist das sehr weit verbreitet, das wird zum Teil standardmäßig nach der Geburt gemacht. Ich denke, es mangelt an Aufklärung. Noch in den 90/2000ern war vielen Ärzten nicht bewusst, dass es eine Verengung bis zu einem gewissen Alter normal ist und wie viel Empfindung verloren geht durch eine Beschneidung. Erst mit der klage 2012, von einem Beschnittenen ist das mal in den Fokus gerückt und das hat viele Ärzte auch über das leid, was damit einhergehen kann informiert.

    Leider hat sich unsere Regierung gegen das Grundgesetz gestellt und dann dieses Gesetz erlassen. Sie hatten mit Sicherheit Angst als "judenfeindlich" dazustehen.

    Zudem wäre Deutschland das erste Land mit einem solchen Verbot gewesen. Die Eltern wären einfach in ein Nachbarland dafür gefahren oder hätten es selbst unter unsterilen Bedingungen gemacht.

    Es mangelt an Aufklärung, die Eltern müssen erfahren, was sie damit ihrem Kind antun. Das Thema muss in den sozialen Medien vertreten werden. Notfalls in den Kommentarspalten, der Beschneidungsbefürworter. Weil dort informieren sich die Eltern zum Teil. Und zum Teil auch die Kinder. Der Widersprach eines Kindes im pubertären Alter, kann durchaus den Arzt in Probleme bringen. Vielleicht lenken auch einige uninformierte Eltern dann eher ein. Ich denke da wäre der Hebel was zu bewegen.

    Das funktioniert aber nicht, wenn alle anonym in einem Forum hocken. Es hätte schon eine große Wirkung, wenn hier jeder betroffene ein tiktok machen würde, in dem er sein Leid klagt.

    Das ist eine traurige Geschichte 🥺 wie gehts dir den heute damit und wie ist der Kontakt zu deiner Mutter?

    Naja normalerweise hält die Vorhaut die Eichel feucht... das müsstest du jetz manuell machen. Ich mache das manchmal, obwohl ich meine noch habe.... ein Tropfen Olivenöl ... nur soviel das es zwischen zwei Finger passt und damit die Eichel sanft einreiben. Ich weiß nicht, ob es aus Silikon Ersatzvorhäute gibt? Aber es wäre natürlich sinnvoll, die Eichel etwas abzuschotten, damit die Eichel nicht ständig Reibung und Reizen ausgesetzt ist, was sie sonst weiter unempfindlich machen kann.