Beiträge von wakankar

    Am Penis wird ein Pflasterstreifen angebracht, damit man die Haut im Injektionsbereich oberhalb etwas straff spannen kann. Wenn man durch Haut durchstechen will, dann geht das am besten, wenn man sie etwas vorspannt, sonst schiebt man sie mit der Nadel bloß vor sich her.

    Das unwillige Objekt ist halt nicht so leicht zu fassen, deshalb der Pflasterstreifen. So was ähnliches macht man auch, wenn man Leuten hinten in den Hals gucken will. Dann nimmt man einen Mulltupfer, faßt damit die Zunge und zieht sie nach unten.

    Da die Diskussion sicher wieder kommen wird, habe ich ein paar Informationen zum Peniswurzelblock zusammengestellt, die die Durchführung illustrieren sollen.

    Es werden aktuell ein paar Nebelkerzen gezündet, daß man diesen Block schmerzfrei nach Vorpräparation der Haut mit EMLA legen könne. EMLA betäubt aber nur die Haut und ist geeignet, den Schmerz einer oberflächlichen Hautpunktion für einen Venenzugang zu vermindern. Die Injektion der Medikamente erfolgt bei einem Venenweg in das punktierte Blutgefäß und nicht ins Unterhautgewebe, so daß bei dieser bestimmungsgemäßen Verwendung auch keine Injektions-Brennschmerzen eines Lokalanästhetikums auftreten.

    Die Injektionstiefe bei einem Peniswurzelblock ist viel tiefer. Es werden mehrere Faszien durchstochen, bis der korrekte Injektionsort für das Lokalanästhetikum erreicht ist. Dort in der Tiefe wird das Lokalanästhestikum dann injiziert, was einen Brennschmerz auslöst, weil da natürlich kein EMLA der Welt hingelangt ist.

    Sorry, werner, aber Dein letzter Satz bedeutet im Umkehrschluß, daß Beschneidungskritiker die sich am Forum beteiligen, nicht unzweifelhaft seriös sein können. Das hat mir gerade die Zornesröte ins Gesicht geblasen. Denn obwohl ich weiß, der Satz zielt nicht auf mich, trifft er mich sozusagen beiläufig.

    Ich kann ohne weiteres nachvollziehen, daß die Motivation eines Täters für das Kind nicht gleichgültig ist.

    Schließlich beschäftigt sich das verletzte Kind, wenn ihm denn die Verletzung endlich überhaupt bewußt zugänglich ist, immer wieder mit der Frage: Warum hat der/die das getan? Eng gekoppelt damit: Habe ich eine Mitschuld, weil ich dieses Verhalten herausgefordert habe?

    Daß Motivation und Perspektive der Täter auch Themen dieses Forums sind, liegt meiner Ansicht daran, daß man eben versuchen muß, die Täter zu verstehen, um gegen ihre Selbstrechtfertigungen die richtigen Gegenargumente zu finden. Da auf der Täterseite sowohl bei den religiösen Fundamentalisten als auch bei den Kindesmißbrauchern Weltbilder ausgehebelt werden müssen, ist es essentiell, die Basis dieser Weltbilder zu sehen -- und sie den Menschen zugänglich zu machen, die wir erreichen können. Das sind primär mal nicht die Täter, sondern die breite Bevölkerung und auch die Politik.

    Ich halte es nicht für einen Widerspruch und auch nicht für ein Alles-in-einen-Topf-werfen, den Fokus auf die Verletzung der Kinder zu legen. Von deren Sicht aus ist es in beiden Fällen eine enge Bezugsperson, die ihnen das antut. Das macht in beiden Fällen ihre Wehrlosigkeit aus.

    Aufgabe dieses Forums ist nach meinem Verständnis, den (damaligen) Kindern einen Ort zum Austausch und zur Überwindung ihrer Isolation zu bieten. Aber auch, ein Anwalt der Kinder zu sein, die noch klein sind und sich nicht selbst wehren können, indem gegen die Selbstrechtfertigungen der Täter vorgegangen wird.

    Hmm, schwierig ....

    Ich verstehe werners Bedenken zur Unterstellung, Beschneider seien sexuell pervers. Ich sehe das aber grundsätzlich anders, weil ich sowohl bei der Beschneidung kindlicher Genitalien als auch beim sexuellen Kindesmißbrauch die Machtverhältnisse sehe. Und die sind sehr ähnlich.


    Ob jemand Macht nutzt, um ein Kind zu mißbrauchen oder ihm die Vorhaut abzuschneiden, ist für mich derselbe Topf. Und daß die Täter anschließend auch noch die Diskurshoheit anstreben und Schmerzen, Beschneidungsfolgen und seelische Traumatisierung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln leugnen werden, das macht für mich die Parallele aus.

    In beiden Fällen geht es um die Rechte der Kinder auf körperliche Unversehrtheit, über die hinweggegangen wird.

    "Eine Anästhesist im 3. Jahr, der einen 100% lege artis durchgeführten
    penilen Block nicht durchführen kann, gehört nicht in die Anästhesie." -- sagt Prof. Latasch

    Und was sollte mit einem Krankenhauschefarzt geschehen, der noch nicht einmal die Fachinformation eines von ihm verwendeten Medikamentes umsetzen kann? Der bei Neugeborenen das vorgeschriebene Dosierungsintervall um Stunden unterschreitet? Der ein Medikament auf eine offene Wunde aufbringt, für das eine solche Anwendung bei Kindern unzulässig ist? Und der seine diesbezüglichen Empfehlungen vor dem Rechtsausschuß des Bundestages vorbringt?

    Approbationsentzug wäre -- im Kontext der Äußerung von Prof. Latasch und in Relation dazu -- wohl angemessen.

    Hat denn heute einer den Titelblattkommentar des Parteiblattes der Grünen, der taz, gelesen?
    Mir kommt die Zeitung seit fast 25 Jahren ins Haus. Heute habe ich das Abo gekündigt.

    In „Kulturkampf von rechts“ ist noch einmal alles enthalten, was – in der Regel von der Boulevardpresse oder von Fundamentalisten – zur Diffamierung von Andersdenkenden eingesetzt wird:

    Daß die Grünen keinen Papst haben, ändert nichts an der Enthüllung im Stil Salamitaktik zur eigenen Pädophilie-Geschichte, die schon sehr an die katholische Kirche erinnert. Genau wie die katholische Kirche bis heute nichts aufgearbeitet hätte, wäre sie nicht von der schieren Größenodnung überrollt worden, haben die Grünen 20 Jahre lang ihre Geschichte nicht aufgearbeitet.

    Und Pädophile als „Lebensreformspinner“zu bezeichnen, verniedlicht und ignoriert auf fatale Weise, daß bei diesem sexuellen Mißbrauch Kinderseelen zerstört werden. Niemand kann einem ehemals sexuell mißbrauchten Kind erzählen, daß die – von ihm selbst verfaßte – Geschichte der offenen Hose Daniel Cohn-Bendits nur „Provokation“ und nicht wahr ist.

    Auch eine „junge“ Partei die „noch kein Zentrum“ hatte, besteht aus verantwortlichen Individuen mit einer moralisch-ethischen Verantwortung. Diese moralische Verantwortung halten die Günen für eine ihrer Kernkompetenzen. Dann müssen sie sich auch daran messen lassen. Sonst heißt so etwas „Scheinheiligkeit“.

    Aber Opfer sind eben bei den Grünen nur die Opfer der anderen. Und Menschenrechte nur so lange relevant, wie keine Wählerstimmen gefährdet sind – siehe Abstimmung der Grünen zum Beschneidungsgesetz.

    Die meisten Forscher sind Jungs, auch die Schmerzforscher. Das ist nun mal immer noch so in diesen höheren Gefilden. Die "Jungs", die ich angesprochen hatte, sind nicht die "Schmerzforscher" am Hospital for Sick Children Toronto. Die würde ich gar nicht als Schmerzforscher bezeichnen. "Jungs" war von mir einfach als Oberbegriff für die Leute gemeint, die reproduzierbare und valide Studien liefern sollten. Für welche Methode auch immer.

    (Mir sind Geschlechtsgenauigkeiten in Texten ziemlich egal. Ich finde das weibliche Binnen-I-Gendern genauso nervig, deshalb lege ich solche Geschlechtsbezeichnungen nicht auf die Goldwaage. Das werde ich mir auch nicht mehr angewöhnen. Es lenkt mich von der Konzentration auf die Inhalte ab.)

    Zur Wirksamkeit und Versagerquote des Peniswurzelblockes bei der kindlichen Zirkumzision kann ich nichts sagen. Das wird nämlich in Deutschland nur bei der rituellen Beschneidung gemacht. Davon weiß ich nur insofern was, als ich ein kleines Kind habe brüllen hören, dem ein Peniswurzelblock von einer Kinderchirurgin gelegt wurde. Das brennt nämlich schauderhaft. Alle Kinder, bei denen eine medizinische -- oder auch eine sogenannte medizinische -- Indikation vorliegt, bekommen in Deutschland eine Vollnarkose.

    Auch wenn die neue S1-Leitninie der Kinderchirurgen zu Phimose und Paraphimose nicht in allen Bereichen zustimmungsfähig ist, zur Anästhesie ist sie ganz klar:
    "Die Operation erfolgt in Allgemeinanästhesie, ergänzt durch eine Leitungsanästhesie (Penis- alternativ Kaudalblock)." Keine Ausnahmen im ganzen Papier.

    Der Peniswurzelblock wird in Deutschland zur medizinisch indizierten oder auch sogenannten medizinisch indizierten kindlichen Zirkumzision erst in Narkose gelegt und dient als Basis für die postoperative Schmerztherapie. Was in den Etablissements der rituellen Beschneider passiert, dazu kann ich nichts sagen. Und wenn die eine Alternativmethode haben, die genauso gut wirksam ist wie die Vollnarkose, dann können sie ja versuchen, die in ganz Deutschland auch bei den Eltern und Kindern durchzusetzen, die eine medizinisch indizierte Zirkumzision bekommen. Die Zustimmung der zugehörigen Eltern dürfte schwierig zu kriegen sein. Die haben nämlich Ohren und Empathie und wissen um die Alternative, die Narkose.

    Prof. Latasch verwendet in seiner pdf im Ethikrat drei Literaturangaben:

    1. "Effect of Neonatal Circumcision on pain response during subsequent routine vaccination"
    2. "Breast Milk and Glucose for Pain Relief in Preterm Infants: A Noninferiority Randomized Controlled Trial"
    3. "Efficacy of sweet solutions for analgesia in infants between 1 and 12 months of age: a systematic review"

    Alle drei stammen aus dem Hospital for Sick Children Toronto (Taddio et al. ...).

    Nr. 1 wurde in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Doktorarbeit von Frau Taddio zur -- von der EMA gerade als unzureichend klassifizierten -- Wirksamkeit von EMLA bei der Neugeborenenbeschneidung veröffentlicht. Die Aussage "Neugeborene haben ein Schmerzgedächtnis" könnte im Zusammenhang mit der behaupteten Wirksamkeit von EMLA verkaufsfördernd für das Medikament gewirkt haben.

    Nr. 2 basiert ebenfalls nur auf Verhaltensbeobachtungen und Herzfrequenzmessungen. Die Messungen beginnen erst 30 sec. nach dem Einstich für die Fersenblutabnahme. Andere Untersuchungen haben belegt, daß zum Zeitpunkt des Einstiches keine Glucosewirkung besteht. In dieser Studie wurde dieses riskante Zeitfenster also lieber ausgespart. An relevanten Nebenwirkungen beider Verfahren werden erwähnt: Sauerstoffsättigungsabfälle und Würgen.

    Nr. 3 ist ein typisches Beispiel für die Studien des Hospital for Sick Children Toronto. Es wurde ausschließlich die Reaktion auf den Schmerzreiz einer Impfung zugrunde gelegt, schmerzhaftere Prozeduren ausgeschlossen (genannte Beispiele: Venenpunktion und das Legen eines Blasenkatheters)
    Aussortierung von 14 Studien aus einem Pulk von 695, Verwendung weicher Kriterien zur Schmerzmessung, ausgesprochen differierende und nicht konsistente Aussagen zur Wirksamkeit. Nichtsdestotrotz gefolgt von einer klaren Schlußfolgerung: "Das wirkt und ist zu empfehlen." Die machen das immer so.

    Das waren die Grundlagen der Behauptungen von Prof. Latasch zur Wirksamkeit von Glucoselösung bei der Neugeborenenbeschneidung vor dem Deutschen Ethikrat. Weder Nr. 2 noch Nr. 3 behaupten eine Wirksamkeit für die Neugeborenenzirkumzision. Nr. 3 schließt schmerzhaftere Reize als eine Impfung sogar aus.

    Ich bin es ein wenig müde, jede Behauptung eines selbsternannten Schmerzwissenschaftlers, Spezialgebiet Neugeborenenzirkumzision, zu widerlegen.
    Ich würde umgekehrt einfach mal vorschlagen,
    -- die Jungs liefern einen überzeugenden Beweis der Wirksamkeit der von ihnen empfohlenen Methoden und Substanzen -- auf der Basis der aktuellen Schmerzforschung.
    -- Sie belegen Nebenwirkungsfreiheit und
    -- die Zuverlässigkeit der Wirkung der von ihnen empfohlenen Methoden, damit bei unwirksamen Lokalanästhesien nicht die Methode Ratz-Fatz zum Einsatz kommt.

    Das einzige Gelbpulverige, das mir sonst noch einfällt, ist Chinosol (apothekenpflichtig). Das sind Tabletten zur Wunddesinfektion, die aber für den Gebrauch auch aufgelöst werden.

    Vielleicht hat der Rabbi aber auch das Kleingedruckte der Gebrauchs- und Fachinformation nicht gelesen. Soll ja unter auch unter ärztlichen Medikamentenanwendern, sogar in führender Position im jüdischen Krankenhaus Berlin, vorkommen.

    Könnte Octenisept und Tannolact-Pulver sein. Das wird auch in der Broschüre "Familien Mentsch - das jüdische Elternmagazin - Oktober 2007" auf der Einkaufsliste für Eltern erwähnt.

    Octenisept ist ein Desinfektionsmittel.
    Tannolact ist ein Gerbstoff und wird als Badezusatz verwendet. Rezeptfrei erhältlich. Bei Schleimhautanwendung Brennen, Jucken, Hautrötung.

    Die Übersichtsarbeit "Pain relief for neonatal circumcision" von Barbara Fryer-Brady (Cochrane Database, 2009) bezieht zur Wirksamkeit von Betäubungsillusionen für den Fall der Neugeborenenbeschneidung klar Position: "Trials of oral acetaminophen, sugar solutions, pacifiers, music, and other environmental modifications to reduce circumcision pain did not prove them effective." -- siehe Anlage

    Die Studie von 1997, die Latasch erwähnt, ist auf seiner Präsentation des Vortrages im Ethikrat zu sehen (Seite 13). Diese Präsentation kann man direkt neben der Audiodatei runterladen und einsehen.
    Stevens, Yamada, Hospital for Sick Children, Toronto -- die üblichen Verdächtigen.

    Falls irgendjemand von mir erwartet, daß ich mir das Video ansehe:
    Vergeßt es einfach, mir geht das zu nahe.

    Ich würde das nur dann tun, wenn Ihr mich -- im Wissen, daß ich die Bilder anschließend nicht mehr los werde -- ausdrücklich darum bittet, zu einem medizinischen Sachverhalt etwas zu sagen.

    Bevor wir hier ein neues Thema aufmachen, sollte jeder von der Seite des Ethikrates mit der Sitzung vom 23. August einen Screenshot machen.

    Ich bin sehr gespannt, wie lange es dauern wird, bis diese Audiodatei plötzlich verschwunden ist.

    Wahrscheinlich mit dem Hinweis darauf, daß solche Zusatzdateien immer nach einem Jahr geschreddert werden ...

    Hab' ich das jetzt richtig verstanden? Die brauchten durchschnittlich 6,7 bzw. 8,5 Minuten, um einen Venenweg zu legen? Ein einigermaßen brauchbarer Anästhesist ist damit -- von extremen Ausnahmen abgesehen -- in 15 Sekunden durch. Zumal er ja beim Neugeborenen nur einen Versuch hat, weil nur 1g EMLA erlaubt ist und die nur auf einer Stelle ausreichend wirken.

    Wenn das dieselben "health professionals" sind, die dann die Beschneidungen durchführen, prost Mahlzeit.

    Die Audioversion des Videos von Prof. Latasch ist immer noch auf der Internet-Seite des Deutschen Ethikrates nachzuhören:
    http://www.ethikrat.org/sitzungen/2012…zung-23-08-2012
    Ab Minute 7:30 ungefähr geht's los.

    Eigentlich könnten die Funktionsträger der Zentralräte einem leid tun, daß sie keine andere Verteidigungsstrategie haben als die von Guy beschriebene. Aber nur eigentlich .... wenn es nämlich nicht um die Schmerzen und Verstümmelungen kleiner Jungen gehen würde.

    Prof. Latasch zeigte in der Sitzung des Ethikrates am 23. August 2012 ohne Not und um die Geringfügigkeit des Eingriffes zu demonstrieren ein Video von einer jüdischen Beschneidung, in dem das Neugeborene während des gesamten Eingriffes durchdringend und jämmerlich brüllte. Wohlgemerkt zu Aufklärungszwecken und um die deutsche Öffentlichkeit und seine Kollegen im Ethikrat zu informieren.

    Es scheint mir vor diesem Beispiel doch wahrscheinlicher, daß hier einfach ein großer Realitätsverlust auf Seiten der jüdischen Funktionsträger vorherrschend ist.

    Dem ist eigentlich nur noch hinzuzufügen, daß mir ein befreundeter Anästhesist einmal erzählt hat, daß er den Eindruck hat, die Frauen würden von ihren Männern "vorgeschickt". Das schien mir plausibel, weil das bei den Eltern aus dem Kulturkreis der Zeugen Jehovas auch so ist. Da sitze ich auch überwiegend den Müttern gegenüber, die von mir "auf gar keinen Fall Blut für mein Kind" gegengezeichnet haben möchten. Die Väter (incl. begleitendem Rechtsanwalt) kommen erst, wenn doch eine Bluttransfusion notwendig war und auch gegeben wurde.

    Und: Allein erziehende Mütter treffen ihre Entscheidungen nicht "überwiegend alleine". Auch die leben in ihrem sozial-kulturellen Umfeld. Und sind wegen der erhöhten Belastung (Arbeit, Familie, Verantwortung) vielleicht noch leichter unter Druck zu setzen.