Erstmal danke für deine Antwort und das Teilen deiner Erfahrungen.
Natürlich hast du recht, es gibt Hilfsmittel wie Öl oder bei mir z. B. Gleitmittel.
Und das Kopfkino wird hier ja nicht schlecht geredet, es ging um den Mythos, dass Sex ausschließlich Kopfsache ist, wie es manche Urologen gerne behaupten.
Der Verlust stellt sich dadurch dar das einem nur noch das Kopfkino übrig bleibt, die Betonung liegt auch auf HILFSmittel, sie sind aber kein adäquater Ersatz für
das was mal war. Den das ist nicht rekonstruierbar. Das Kopfkino ist ein Teil des sexuellen Erlebens, aber nicht DER Teil.
Es freut mich sehr zu hören, dass es dir anscheinend damit sogar besser gehen soll. Ich kann dies definitiv nicht bestätigen.
Ich konnte jetzt auch nicht rauslesen, inwieweit radikal du beschnitten worden bist, mit oder ohne Frenulum etc.
Das wäre zumindest für mich interessant zu wissen.
Also, nicht in Selbstmitleid versinken, sondern Lösungen suchen. Auch wenn das Arbeit im Kopf ist... Und jeder braucht seine eigene Lösung für diesen Sachverhalt.
Hier kann ich dir nicht ganz zustimmen. In Selbstmitleid versinken? Nein ich denke, das möchte niemand. Und das kennzeichnet sich auch nicht dadurch nur, weil jemand etwas negativ beschreibt, wozu du vielleicht eine positive Beziehung zu hast. Lösungen zu suchen für einen Verlust der nicht wiedergutzumachen ist halte ich für schwierig, das habe ich lange versucht, weil ich lange in dem Glauben stand, dass die Beschneidung keinen Einfluss darauf hatte.
Und ich bin immer wieder darin gescheitert, der gleiche Prozess immer wieder von vorne, weil ich die Verluste nicht wahrhaben wollte/konnte.
Eine Lösung ist für mich grundsätzlich die Neutralisierung eines Problems. Und das Problem was ich und manch anderer hier versucht hat aufzuzeigen ist wie du es eigentlich sehr treffend beschreibst die Arbeit im Kopf, wo vorher keinerlei oder viel weniger Arbeit nötig war.
Für mich sind Hilfsmittel, das Teilen mit den Erfahrungen und auch die politische Position gegen die rituelle Beschneidung Dinge die mir helfen, mit dem Verlust besser umzugehen.
Aber ich betrachte sie nicht mehr als eine Lösung. Sonst könnte man auf den Gedanken kommen das ist unerheblich ist, ob beschnitten wird oder nicht, man kann es ja eh durch genug Mittel, Arbeit und Fantasie wider Wettmachen.