Beiträge von NoCut

    Um nicht falsch verstanden zu werden, möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich mit sämtlichen Opfern des Nationalsozialismus Mitleid empfinde. Kein Mitleid oder ähnliche Gefühle habe ich gegenüber den Nachkommen dieser Opfer, sofern sie nicht selbst indirekt vom Holocaust betroffen waren, warum auch?

    ventus
    Nationalstolz wird es bei uns wohl trotz einiger Fähnchen noch lange nicht geben. Unsere Politiker haben es sich ja noch nicht mal getraut unsere nationale Verfassung gegenüber von Glaubensgemeinschaften zu verteidigen.

    Anderseits bin ich aber auch froh darum, dass es hier wenig Nationalstolz gibt, wenn ich sehe, wie hier blind Kinder zum Spielball zwischen öffentlichem Ansehen in der Welt und den Religionen werden. Nicht auszudenken, wenn es hier noch mehr "Selbstbewusstsein" gäbe.

    Das Beschneidungsgesetz als Zugeständnis zugunsten deutscher geschichtlicher Aufarbeitung zu rechtfertigen, halte ich für völlig daneben. Ich kann da beim besten Willen keinen Zusammenhang erkennen. Weshalb sollten nicht einsichtsfähige Kinder, die im 21. Jahrhundert geboren sind, mit ihrem Körper für das herhalten, was mehrere Generationen zuvor geschah. An so einem Deal, der allenfalls in die Kategorie historischer Ablasshandel einzuordnen wäre, dürften nicht einmal Opfer interessiert sein.


    Bundeskanzlerin Merkel warnt vor Beschneidungsverbot - SPIEGEL ONLINE

    Aussagen der Kanzlerin:

    "Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in
    dem Juden nicht ihre Riten ausüben können. Wir machen uns ja sonst zur
    Komiker-Nation."
    (*)

    [Was ist mit den Muslimen ?!]


    "Wir sind sehr froh, dass jüdisches Leben
    in Deutschland wieder eine Heimat gefunden hat."

    [Warum sind wir froh? Haben wir ein schlechtes Gewissen wegen "unserer" Vergangenheit?]

    Diese Aussagen war der Anstoß für die hastige Erarbeitung eines Zwangsbeschneidungsparagraphen. Von der CDU haben dann ja auch nur 4 Abgeordnete gegen den § 1631 d BGB gestimmt. Der Begriff moderner "Ablasshandel" dürfte leider nicht ganz falsch sein.

    (*) Hinweis am Rande: Die junge Union wollte eigentlich Ende letzten Jahres darüber beraten, ob man das Schächten ohne Betäubung verbieten sollte. Wegen der Beschneidungsdebatte kam man jedoch davon ab.
    Streit in der CDU ber betubungsloses Schchten - SPIEGEL ONLINE

    Das BÖSE Smegma wird verhindert. Diese Tendenz sollte gebrochen werden.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, muss "böses" Smegma durch Hygiene verhindert werden, weil es riecht und Entzündungen verursachen kann. Falsch ist aber die Annahme, dass absolut kein Smegma gesundheitlich unbedenklich wäre. Und eine Beschneidung führt genau zu diesem Zustand, der dann die natürlichen Funktionen des Smegma für immer zerstört.

    Ich habe wohl in der Hoffnung, dass ich besser verstanden werde, zuviel geschrieben und es dabei nicht genug auf den Punkt gebracht.

    Gehen wir davon aus, dass 70% der Bevölkerung Zwangsbeschneidungen ablehnen, was wohl nach der Umfrage vom letzten Jahr grob richtig sein müsste. Da stellt sich mir die Frage, warum 30% davon überzeugt sind, dass Zwangsbeschneidungen nicht verboten werden dürfen.

    In meinem Umfeld höre ich hier den Satz, dass man es den Juden nicht verbieten könne, immer wieder. Der Satz prescht meist nicht hervor und wird auch eher zurückhaltend, fast schon wie eine Entschuldigung gebraucht. Es hat für mich den Eindruck als entschuldigten sich diejenigen, weil ihnen im Innersten bewusst ist, dass Zwangsbeschneidungen einfach falsch sind. Der Satz hört sich so ähnlich an wie die Worte man hätte damals ja nichts gegen die Nazis unternehmen können.

    Gegen die Nazis konnte man was unternehmen, aber sicherlich haben auch andere außer mir Vorfahren, denen diese Einstellung am Ende das Leben gekostet hat. Daher sehe ich es als eine Art Vermächtnis, sich nicht von einer Ideologie egal welcher Couleur leiten zu lassen, sondern zu versuchen immer das Richtige zu tun.

    Das Thema Beschneidung durch medizinische Irrlehre, dem Du zum Opfer gefallen bist, wird man nicht durch Gesetze beikommen. Hier müssen die Mediziner selbst dafür sorgen, dass derartige Ärzte zukünftig konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Daneben müssen Eltern aber auch entsprechend aufgeklärt werden, damit sie hier den Ärzten nicht blind vertrauen.

    Wie vermutlich die meisten hier im Forum, versuche ich im Alltag mit möglichst vielen Menschen über das Thema Zwangsbeschneidung zu sprechen, um auch Menschen mit dieser Problematik zu konfrontieren, die bewusst ihre Augen davor verschließen. Dabei habe ich sehr häufig die Erfahrung gemacht, dass ganz normale Menschen, die ich sogar als emotional einstufen würde, ein Verbot von Zwangsbeschneidungen kategorisch ablehnen. Zuerst dachte ich mir, dass es teilweise mit dem Bildungsstand oder der Unwissenheit in Bezug auf dieses Thema zusammenhängen könnte, aber da sogar studierte Menschen bzw. selbst einige Theologen Zwangsbeschneidungen für "unverzichtbar" halten, bin ich doch ins Grübeln geraten.

    In der öffentlichen Debatte wie auch hier im Forum wird gegen die Zwangsbeschneidungen immer die Vernunft und die Menschlichkeit als Argument angeführt. Warum prallen aber diese Werte, welche innerhalb unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens höchste Stellenwerte besitzen bei Zwangsbeschneidungsbefürwortern einfach ab.

    Die häufigste Antwort, welche ich in Gesprächen erhalte ist meist, dass man es doch den Juden aufgrund unserer Vergangenheit nicht verbieten könnte. Da steht er nun dieser Satz. Keiner hat bisher gesagt, man könne es den Moslems nicht verbieten, obwohl in Deutschland mehr Moslems leben als (beschnittene) Juden.

    Daher habe ich mal überlegt, warum vielen dieser Satz wie selbstverständlich über die Lippen kommt, obwohl diese Worte Babys oder auch Kindern unvorstellbare Schmerzen zufügen und ihnen ein Körperteil für immer verstümmelt. Gerade bei Babys sind wir Menschen doch darauf programmiert, dass wir diesen jeglichen Schmerz oder Leid zu ersparen versuchen. Junge Eltern durchleben schlaflose Nächte und tun alles, damit es dem Baby an nichts mangelt und hier wird einem solchen liebenswerten Geschöpf mit Absicht großer Schmerz bereitet.

    Die Antwort welche Ursache dahinter stecken kann, scheint mir nur eine Ideologie zu sein. Religionen sind praktisch immer Ideologien, welche innerhalb einer Gemeinschaft dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse und Wünsche den Gemeinschaftsinteressen untergeordnet werden. So gesehen ist es ja objektiv betrachtet nachvollziehbar, wenn Angehörige einer Glaubensgemeinschaft ihrem eigenen Kind Schmerzen und Leid zumuten, wenn sie an einen höheren Zweck und Sinn glauben.

    Warum aber rechtfertigen auch Menschen außerhalb dieser Glaubensgemeinschaften Zwangsbeschneidungen. Sie glauben weder an den Sinn und Zweck bzw. sehen hier ein Ritual, dass nur unnötig Schmerzen an wehrlosen Kinder verursacht. Dennoch machen sie sich dafür stark, dass Zwangsbeschneidungen legal bleiben.

    Während des Nationalsozialismus wurden Juden zu Feinden erklärt und die herrschende Ideologie suggerierte den Menschen, dass man Juden, Sinti und Roma oder politisch Andersdenkenden Schmerzen und Leid zufügen dürfe, um damit dem Gemeinwohl zu dienen. Ideologien können daher die Basis sein, welche gesellschaftliche Verfehlungen propagieren und am Ende etablieren. Genau dies ist in Deutschland passiert.

    Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde in Deutschland diese falsche Ideologie ausgemerzt. Jedem wurde eingeimpft, dass die Ideologie der Nationalsozialisten falsch war und sie viel Elend über die Menschheit gebracht hatte. Da aber der Verlust dieser Ideologie auch einigen praktisch über Nacht alles entzogen hatte, an was sie fest geglaubt haben, war dieser Umdenkprozess nicht ganz so einfach. Es musste fast wie in einer Art Gehirnwäsche jedem klar gemacht werden, dass er auf den falschen Weg gekommen war.

    Heute leben wir im 21. Jahrhundert und das schwarze Kapitel der deutschen Geschichte ist für viele von uns so ähnlich präsent wie das finstere Mittelalter, welches wir auch nur vom Schulunterricht kennen gelernt haben. Nun kommt aber der springende Punkt. Wir wurden durch Lehrpläne dazu angehalten, dieses vergangene Kapitel nicht zu vergessen. Uns wurde auch eine "Erbsünde" anerzogen und man hoffte durch die Erziehung der nachfolgenden Generation einer Ideologie, wie sie im Nationalsozialmus geherrscht hat, für immer den Boden zu entziehen. Die Jüngeren konfrontierten die Älteren mit dem Gelernten und auch diejenigen, welche noch immer nicht einsehen wollten, dass der Nationalsozialismus falsch war, schwiegen wenigstens überwiegend.

    Unbemerkt hat sich hier aber eine neue Ideologie ausgebreitet. Diese besagt, dass man immer und überall auf die Opfer des Nationalsozialismus Rücksicht nehmen muss bzw. dass wir hier für immer eine Verantwortung zu tragen hätten. Genau diese Ideologie verhindert es nun aber, sich mit der Zwangsbeschneidung adäquat auseinander zu setzen.

    Die Ideologie im letzten Jahrhundert war falsch, aber die neue Ideologie ist in Bezug auf die Zwangsbeschneidungen nicht besser. Wie man hier aber die Öffentlichkeit erreichen soll, die mit dieser neuen Ideologie verblendet ist, bleibt fraglich. Man hat letztes Jahrhundert gesehen, dass erst alles in Schutt und Asche liegen musste, bevor sich die Mehrheit davon abgewandt hatte. Für uns alle und besonders im Sinne der unschuldigen Kinder hoffe ich jedoch, dass unsere Gesellschaft wenigstens etwas aus den Fehlern von damals gelernt hat und daher ein Umdenken schneller möglich wird.

    Fazit: Wir "doktern" an den Symptomen dieser neuen Ideologie herum und verwenden ständig wirkungslose Medikamente. Die neue Ideologie ist nicht in allen Punkten falsch, aber in Bezug auf die Zwangsbeschneidung aus meiner Sicht in jedem Fall.

    (Danke, dass Ihr bis hierhin gelesen habt.)

    Für mich ist bereits Philosophie und die Queer-Theorie incl. Transgender ein unüberwindbarer Widerspruch.

    Der Artikel selbst wirkt auf mich geschwollen formuliert und inhaltlich in weiten Strecken recht oberflächlich. Daher würde ich hier einen von fünf Sternen und keine "Kaufempfehlung" aussprechen ;)

    Was ist typisch jüdisch? Vielleicht die Art des feinsinnigen Humors, den uns Leeor Engländer hier in Vollendung präsentiert.

    Im Rahmen der Beschneidungsdebatte, die ja erst mit einer weltweiten Ächtung von Zwangsbeschneidungen verstummen wird, kamen vom Zentralrat der Juden Äußerungen, die ich persönlich als äußerst unsympathisch einstufen würde. Leeor Engländer schafft es mit seinem Schreibstil und seiner Ironie hier wieder eine Brücke zu schlagen, welche uns zur Realität zurück bringt.

    Juden, Moslems und Christen werden von geistigen "Anführern" in der Öffentlichkeit vertreten, die dem Ansehen des einzelnen Gläubigen schaden (können). Wichtig ist daher das eine vom anderen zu unterscheiden. Leeor Engländer weckt hier bei mir Erinnerungen an Menschen wie Hans Rosenthal und zeigt uns wieder, dass die Wahrnehmung einer Gemeinschaft nicht auf einige wenige reduziert werden darf, die sich in unseren Augen in der Öffentlichkeit eher negativ hervortun.

    Schuld ist Angela Merkel.

    Was erwartet man auch anders von einem Gottesstaat, welcher von einer Pfarrerstochter an der Spitze regiert wird, einen Pfarrer als Präsidenten hat und auch noch bis vor kurzem den Papst gestellt hatte.

    Dennoch bleibe ich dabei, dass die Kanzlerin zwar den Ton angegeben hatte, aber dennoch insgesamt 434 Abgeordnete mit JA gestimmt haben. Jeder Wähler, der nun den entsprechenden Parteien im Herbst seine Stimme gibt, macht sich daher aus meiner Sicht ebenfalls an jeder Zwangsbeschneidung mitschuldig.

    Diese Frage könnten 434 MdBs am besten beantworten. Ich sage mal so: Schuld an dem deutschen Beschneidungsgesetz hat die böse AAP. Weshalb das so ist, ist eigentlich relativ einfach:


    Die AAP hat bezüglich des § 1631 d BGB "nur" etwas für die entsprechende Grundstimmung gesorgt. Im Gesetzesvorschlag von Frau Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hieß es:

    "Unter deutschen Medizinern besteht weitgehend Einigkeit, dass angesichts der guten hygienischen Situation in Deutschland eine prophylaktische routinemäßige Beschneidung Neugeborener nicht indiziert ist (vgl. Schramm u. a., a. a. O., 872; Stehr/Schuster/Dietz/Joppich, Klin Pädiatr 2001; 213:50 ff.). Im Übrigen gehen die Ansichten über die Frage, inwieweit die Beschneidung geeignet sein kann, Risikofaktoren für die spätere Entstehung anderer Krankheiten auszuschalten, weit auseinander."

    Schuld am § 1631 d BGB haben daher für mich die 434 Abgeordneten und alle Wähler, welche diese Abgeordneten im Herbst wiederwählen.

    Die medizinische Entwicklung geht ja zunehmend in die Richtung der minimal-invasiven Operation. Dh. das Bewustsein, den Körper so wenig wie möglich zu verletzen, hat sich richtigerweise ausgebildet.


    Minimal-invasiv in Sachen Beschneidung würde eigentlich täglich Wasser und Seife sowie evtl. ein Kondom bedeuten.

    Leider tendieren aber Mediziner, welche sich für die Beschneidung einsetzen, eher zu maximal-invasiven Eingriffen. Ob solche Mediziner, welche der medizinischen Entwicklung zuwiderlaufen eher als "Medizinmänner / -frauen" zu bezeichnen wären, muss jeder für sich selbst beantworten.

    Ich habe gestern mal bei einem bekannten Professor für Rechtswissenschaften, der sich ebenfalls engagiert für die Abschaffung der Zwangsbeschneidungen einsetzt, nachgefragt (weiß nicht, ob ich hier einfach seinen Namen nennen darf). Vermutlich wisst Ihr aber alle, wen ich meine ;)

    Da Beschneidungen von Minderjährigen durch den § 1631 d BGB nicht rechtwidrig seien, würde leider kein Schadenersatzanspruch entstehen können. Schade :(

    Im Prinzip ist aber die Vorhaut genauso nutzlos wie das Hirn, wenigstens aus religiöser Sicht. Daher muss die Vorhaut weg und das Hirn darf nicht verwendet werden, weil es sonst kritische Fragen stellt.

    In Bezug auf die Beschneidungsdebatte zeigt der Artikel, wie ahnunglos Mediziner wir Prof. Bornstein & Co. vermutlich aus rückblickender Sicht wohl irgendwann einzuschätzen sein werden.

    Danke für den Artikel.

    Das Gesetz wurde vor wenigen Minuten beschlossen :)

    Falls unsere Gerichte besser funktioniern als unsere Gesetzgebung, dann werden Beschneidungen für die "Auftraggeber" und die damit "Beauftragten" bald ziemlich teuer werden. Und das beste dabei ist, dass dann Beschneidungen nach wie vor nicht verboten sind.

    Allerdings gehe ich davon, dass ein Wunder geschehen wird und Beschneidungen plötzlich auch religiös nicht mehr so unverzichtbar sein werden, wie es sich aktuell gegenwärtig dargestellt hat. Es ist halt ein Unterschied, wenn die Beschneidung "nur" das Kind schmerzt oder wenn die Beschneidung dann irgendwann auch die Eltern finanziell richtig schmerzt.

    Aber es gilt ja auch das biblische Gebot: "Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn..." Epheser 6, 4

    NoCut: Wahrscheinlich habe ich mich nicht ganz verständlich ausgedrückt. Darum versuche ich, meinen biblischen Befund noch einmal anders aufzuzäumen:

    @ Benni
    Auch von mir nochmals vielen Dank.

    Wenn ich es jetzt hoffentlich ganz richtig verstanden habe, erkannte man damals, dass die Religionsgemeinschaften vor Gott in Ungnade gefallen waren und die eine Gruppe wollte durch heidnisch anmutende Rituale Gott besänftigen und die andere versuchte es mit aufrechtem Glauben.

    Auf die heutige Sicht betrachtet, scheint die erste Gruppe sich durchgesetzt zu haben. In Bezug auf die anderen Religionen (Islam und Christentum) sehe bei großzügiger Betrachtung die gleiche Fehlentwicklung.

    Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn man die Beschneidungen gegen der Verkauf von Ablassbriefen ersetzt?! Ich frage mich immer wieder, warum gerade im religiösen Bereich der schlichte Aberglaube derartige Blüten treiben kann.

    Der Bundestag soll heute unter anderem über eine Änderung des § 197 BGB entscheiden. Dieser soll die Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche von Kindern gegenüber ihren Eltern oder anderen Erwachsenen auf 30 Jahre verlängern.

    „1. Schadensersatzansprüche, die auf der vorsätzlichen Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung beruhen."

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/062/1706261.pdf

    Was ist nun aber eine Beschneidung?

    1) Geschieht eine Beschneidung mit Vorsatz? - Ja
    2) Verletzt eine Beschneidung das Leben? - Teilweise ja - siehe aktuellen Todesfall USA
    3) Verletzt eine Beschneidung den Körper? - Ja
    4) Verletzt eine Beschneidung die Gesundheit? - Ja, körperliche, sexuelle und psychische Folgen
    5) Verletzt eine Beschneidung das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung? Ja

    Wenn ich das ganze richtig verstehe, können Eltern aufgrund des § 1631 d BGB zwar nicht strafrechtlich verfolgt werden, aber die Kinder hätten bei Verabschiedung des § 197 BGB-E das Recht, Schadensansprüche gegenüber ihren Eltern und den Beschneidern geltend zu machen.

    Manchmal kann es eben auch von Vorteil sein, wenn Leute sich Gesetze ausdenken und dabei so schlampig arbeiten, dass den Gerichten ausreichend Handlungsspielräume geschaffen werden, um hier gerechtere Lösungen zu finden.

    Zitat

    Damals hat der Klerus diese Unzufriedenheit Beschnittener versucht zu lösen, in dem die zukünftig verordnete Radikalzirkumzision jeden Versuch vereitelte, die Vorhaut wieder herzustellen.

    Ich könnte mir die Einrichtung eines Hilfsfonds für solche Fälle vorstellen und würde auch dazu beitragen.


    Warum nicht Ursache und Wirkung zusammenbringen? Wie wäre es, wenn man beim § 1631 d BGB noch ergänzt, dass bei jeder Beschneidung ein bestimmter Geldbetrag in einen Opferfonds einbezahlt werden muss, der für Rekonstruktionen, Schmerzensgeldzahlungen oder für psychische Behandlungen verwendet wird. Die Höhe des Geldbetrags könnte man entsprechend den notwendigen Aufwendungen festlegen. Und wer illegal beschneiden lässt, den kann man im Falle des "Schadenseintritts" ja einfach mit einem wesentlich höheren Betrag zur Kasse bitten.

    Wenn Lobbyisten die Beschneidungen aus wirtschaftlichen Gründen vorantreiben, würde dieser Trend jedenfalls damit sofort beendet werden. Auch wurde sich dann herausstellen, dass Beschneidungen nur daher religiöse so "tief" verwurzelt sind, weil nur das eigene Kind hierfür ein sehr großes Opfer bringen muss.

    @ Benni
    Vielen Dank für diese hervorragende Aufstellung.

    Wenn man das ganze mal zusammenfasst, sind es vier verschiedene Bünde, welche sich hier angesammelt haben:

    1) Beschneidung
    2) Ablösung des Erstgeburtsopfers durch Tieropfer
    3) Bundestafeln / Dekalog
    4) Beschneidung der Herzen

    Als kritischer Mensch stellt sich mir die Frage, warum man mehr als einen Bund benötigt hatte. Ist das alte Testament eine Ansammlung von verschiedenen Glaubensrichtungen (Volk Juda, Volk Israel und die Nachkommen Ismaels) oder zeigt es wie überwiegend angenommen die historische Entwicklung eines einzigen Glaubens über einen längeren Zeitraum. Falls letzteres zutrifft, war der jüdische Glaube nicht immer statisch bzw. hat sich dieser früher noch weiterentwickelt.

    Die Beschneidung der Herzen wäre somit der geschichtliche Höhepunkt gewesen, nachdem es dann aber wieder ganz offensichtlich rückwärts ging. Selbst in den Zeiten von Jesu, war sowohl die Beschneidung wie auch die Auslösung im Tempel noch üblich (siehe Hanna, die Jesus bei seiner Auslösung als den Erlöser erkennt) und natürlich der Dekalog. Dank Paulus wurde aber der Fortschritt wieder aufgegriffen und daher nur noch die Beschneidung der Herzen gefordert bzw. das Abendmahl als neuer Bund manifestiert (falls ich hier nicht falsch liege).

    Was unterscheidet somit das alte und das neue Testament? Im alten Testament waren die Bünde vorwiegend greifbar und physisch fassbar (Beschneidung - Autsch - fassbar). Beim neuen Testament scheint es mir als ob die materielle Ebene ein Stück weiter zurücktritt und der Glaube dadurch mehr im Vordergrund steht.

    Das alte Testament bietet aus meiner Sicht wohl je nach Interpretation eine sehr orthodoxe Glaubensausrichtung oder im Gegensatz dazu einen fortschrittlicheren innigen Glauben. Die Beschneidung zeigt aus meiner Sicht auch, wie sich der jüdische Glaube von den Anfängen des Reformjudentums wieder entfremdet hat.

    Beim Islam scheint mir die Beschneidung im Gegensatz zum Judentum keinen religiösen Hintergrund zu haben. Es ist wohl vielmehr die unreflektierte Übernahme eines heidnischen Rituals, welches lediglich in einen scheinbar religiösen Rahmen integriert wurde, ähnlich wie unser Tannenbaum an Weihnachten.

    Und was bedeutet dies für Kirchenfunktionäre, welche Beschneidungskritiker als religiöse Analphabeten bezeichnen? Man sollte Gottesdienste besser wieder auf lateinisch halten und Bibeln als altgriechische Ausgaben verbreiten. Sonst kommen hier nur ständig neue kritische Stimmen, welche hier alles hinterfragen und noch mehr Zweifel sähen.

    Dann wird man (die - meist religiöse - Gegenseite) aber behaupten, das sei Hokuspokus...

    Einen nadelnden Tannbaum ins Wohnzimmer stellen, im Garten bunte Eier suchen und dann will die "meist religiöse - Gegenseite" nicht wahrhaben, dass eine schmerzhafte Beschneidung an einem kleinen Säugling oder einem Kind nicht einfach abprallt. Das wäre dann Borniertheit.