Beiträge von NoCut

    Denn ein gütiger Gott tut Kindern nicht weh.

    Ich will weder Deinen Elan stoppen, noch jetzt auf jedes Detail eingehen. Bedenke aber, dass wir hier über die Religionsfreiheit für das Judentum diskutieren. Wir sind also im AT und nicht im NT. Der Gott des AT ist aber oft nicht gütig, sondern eher "rachsüchtig".

    Denke an die Vertreibung aus dem Paradies, den Turmbau zu Babel, die Sintflut, die Geschichte wo Gott Moses töten wollte und Zippora mal flink ihren Sohn beschnitten hat. Im AT kommt das Wort "Zorn" gefühlt häufiger vor als das Wort "Güte" ;)

    NoCut: "Hier streikt jetzt meine Goldwaage"

    Justieren wir sie. "Religion [...] ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen..." (https://de.wikipedia.org/wiki/Religion)

    Wie ändert man eigentlich einen Wikipediaeintrag ;)

    Religion kann nach meiner Überzeugung (Weltanschauung) niemals ein Sammelbegriff für Weltanschauungen sein. Bei der Religion sind sich alle einig, dass sie etwas glauben, von dem sie nicht wissen, dass es existiert. Bei der Weltanschauung gehen die Betreffenden dagegen davon aus, dass ihre Ansichten absolut richtig oder wahr sind. Entspricht also eine Weltanschauung nicht der Realität, dann ist es eher ein Irrtum, beim Glauben gilt der Grundsatz "Sehen heißt nicht glauben" bzw. lässt man sich bewusst darauf ein, dass man den Glauben nicht beweisen kann (z.B. ungläubiger Thomas).

    Das Problem beim Glauben ist daher aber auch wieder, dass dieser nicht mal im Ansatz rational begründet sein muss und sich damit wie beim Thema Beschneidung jeglicher sachlicher Diskussion entziehen kann, dass man sagt es wäre so von Gott gewollt. Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, welches aber gerade wie bei der Zwangsbeschneidung eine Gefahr für Kinder werden kann.

    Wenn ich jetzt das Statement von Guy aufgreife, würde ich aber auch sagen, dass jeder in Eigenverantwortung bei seiner Religionsausübung darauf achten muss, dass andere nicht zu Schaden kommen (Grenze der Religionsfreiheit sind die Rechte der anderen). Bei der Beschneidung ist dagegen das Gegenteil das bewusste Ziel. Unbegrenzte Freiheit schadet hier somit denen, die sich nicht selbst schützen können.

    Religionen sind nichts anderes als Varianten von Weltanschauungen, also Wertesystemen.


    Hier streikt jetzt meine Goldwaage ;)

    Nehmen wir doch diesen Satz mal mit Bezug zum Thema auseinander. Wenn ein Mensch an Gott oder ein höheres Wesen glaubt, wird er vermutlich niemals auf die Idee kommen, sich seine Vorhaut abzuschneiden oder gar die seines Sohnes oder seiner Tochter (Klitorisvorhaut).

    Sobald aber Menschen damit beginnen einen Glauben mit Regeln und Ritualen "auszustatten" oder zu "bereichern", kann es passieren, dass diese daran glauben, dass sie ihre Vorhaut abschneiden müssen oder gar dazu verpflichtet wären die Vorhaut ihrer Söhne / Töchter abzuschneiden. Dies wäre dann wohl eine religiöse Beschneidung.

    Wenn nun ein Land davon überzeugt ist, dass Masturbation furchtbar ist und im Laufe der Entwicklung zum dem Schluss gekommen ist, dass eine Beschneidung dies teilweise verhindern oder einschränken kann, so würde ich dies als eine weltanschauliche Beschneidung bezeichnen. Ähnlich würde ich dies auch sehen, wenn z.B. eine Frauenrechtlerin allen Männern unterstellt, dass sie sich nicht waschen würden und daher beschnitten werden müssten, um Gebärmutterhalskrebs und ähnliches zu verhindern. Wir haben es hier mit subjektiven Erfahrungen und Ansichten zu tun, die von den Betroffenen jedoch als objektiv betrachtet werden und in der Gesamtheit deren Weltbild darstellen. Auch die Empfehlungen der WHO & Co. gehören aus meiner Sicht in diesen Bereich.

    Ein Wertesystem wäre aber aus meiner Sicht wieder viel komplexer. Es müssten Vor- und Nachteile mit den individuellen Rechten so in Einklang gebracht werden, dass ein Gleichgewicht herrscht. Nach meinem Werteverständnis würde dies bedeuten, dass sich jeder Erwachsene die Vorhaut, die Ohren oder die Nase abschneiden lassen kann, wenn er dies für sich so will. Er hat jedoch kein Recht einem Kind die gesunde Vorhaut abschneiden zu lassen oder gar hat ein Arzt oder wer auch immer das Recht einem Kind die Vorhaut abzuschneiden, weil ein dritter dies so bei ihm in Auftrag gibt. Hier muss ein Wertessystem zwischen den Rechten der einzelnen vermitteln und dafür sorgen, dass auch die Rechte des Kindes gewahrt bleiben.

    Ob das, was man heute teilweise unter Säkularisierung versteht viel anders ist als eine fanatische Religion, möchte ich nicht beurteilen müssen. Die reine Vernunft verkennt wohl, dass Weisheit mehr ist als nur Vernunft, weil hier das Herzliche oder Menschlich verloren geht. So gesehen könnten Menschen vielleicht sogar durch säkulare Gedanken irregeleitet werden, was ich beim TO nicht ausschließen möchte.

    Vier Gründungen aus Salzburg zeigten auf, dass auch hierzulande „viele gescheite Leute unterwegs sind“, wie Bernd Litzka betonte.

    Das Produkt stammt ja aus Salzburg, wo offenbar "viele gescheite Leute unterwegs sind", aber hier stellt sich die berechtigte Frage, wo dann die dummen Leute unterwegs sind, welche dafür sorgen, dass es für so ein Produkt überhaupt einen Markt gibt *** duck weg ***

    Vielleicht ist aber Österreich in Sachen Kinderrechte tatsächlich wenigstens im Denken schon weiter als wir von der Komikernation:

    Ohne medizinischen Grund scheint ein Eingriff an den Genitalien von Minderjährigen nicht gerechtfertigt, denn das Recht auf körperliche Unversehrtheit und insbesondere die Rechte von Kindern sollten hierbei besonders beachtet werden.

    ..... eben, und diese alten Zöpfe muss man dringend abschneiden, umso mehr sie von Menschen,von jüdischen Priestern vor 2600 Jahre ( geflochten ) ausgedacht wurden !!


    Ich persönlich verurteile jede Art von Zwangsbeschneidung, weil sie gegen das Recht der körperlichen Unversehrtheit verstößt. Die Argumentation sind hier die Menschenrechte. Sofern Du aber beabsichtigst gleichzeitig Religionen zu verbieten, stellst Du Dich abseits der Menschenrechte, Grundgesetz oder wie auch immer auf. Im Allgemeinen nennt man dies dann auch tendenziell Diktatur.

    Bei Deiner Beschäftigung mit der Bibel sind Dir ein paar Fundstellen entgangen. Die Beschneidung wird mehr als einmal erwähnt und es ist ja noch nicht so lange her, dass im christlichen Glauben die Beschneidung des Herrn noch gefeiert wurde.

    Davon abgesehen kannst Du beim Thema Zwangsbeschneidung nicht einfach alle Religionen komplett pauschalisieren. Es gibt Juden, die ihre Söhne nicht beschneiden lassen oder auch Moslems, die darauf verzichten. Umgekehrt lassen die koptischen Christen oder auch viele in den USA ihre Söhne beschneiden. Die Welt ist nicht schwarz/weiß ;)

    Vorweg muss ich eingestehen, dass "wir als Familie" teilweise Serienjunkies sind und gerne in dieser "heilen Welt" entspannen ;)

    Jetzt zum Thema, im ZDF gibt es die Serie Sibel & Max: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/k…elt,-ich-bin-da!

    Ca. bei Minute 40 kommt der spannende Moment. Ein junges Paar wurde Eltern und die Verwandten sitzen fröhlich zusammen. Eine Frau schaut aber im Gegensatz zu den anderen ganz betrübt. Auf die Frage, warum sie so drein schaut, meint sie, dass sie es bedauert, dass der Nachwuchs ein Junge geworden ist und kein Mädchen. Und schwups beginnt die Diskussion über das Thema Beschneidung und was dem Baby oder Kind wohl angetan wird, weil es ein Junge ist.

    Ich glaube, dies ist das erste Mal, dass dieses Thema sogar in einer eher seichten Fernsehserie im ZDF richtig thematisiert wird. Natürlich zoffen sich die Beteiligten nur über das Thema, aber immerhin wird dieser Punkt offen zur Sprache gebracht.

    Auch ich habe selbst Freunde, bei denen ich mir wünsche, dass sie niemals männliche Nachkommen haben werden, obwohl sie sich dies selbst sehnlichst wünschen. Ist es aber nicht Schade, dass die Freude über neues Leben davon überschattet wird, dass andere schon planen, wann sie diesem kleinen Menschen furchtbare Schmerzen zufügen können.

    NABUCO hat hier einen alten Thread ausgegraben. Bei der aktuellen Diskussion erkenne ich aber fast keinen Bezug mehr zum Ausgangsthema.

    Religionsfreiheit ist eine Frage der Toleranz und damit auch in jedem Fall ein schützenswertes Grundrecht. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit kann durch die Religionsfreiheit verdrängt werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Betroffene willentlich sein Recht auf körperliche Unversehrtheit verzichtet und sich freiwillig beschneiden lässt. Alles andere ist eine Körperverletzung, die auch mit juristischen Winkelzügen in Wahrheit nicht anderes darstellen kann.

    NABUCO fordert ein Verbot der Beschneidungen bzw. vermutlich meint der damit die Zwangsbeschneidungen. Trotz Religionsfreiheit und § 1631d BGB sind doch aber Zwangsbeschneidungen ohnehin schon verboten, weil sie objektiv betrachtet nicht dem Kindeswohl dienen. Dass hier nicht eingeschritten wird, ist ja lediglich politisch so gewollt bzw. im Grunde eine Art Vollzugsdefizit.

    Auch ich möchte kurz abschweifen und auf das Thema Verlust von Empfinden eingehen. Da ich nicht selbst betroffen bin, kann ich hier nur aus einem anderen Bereich berichten. Als Kind bekam ich eine Brille. Mir war davor nicht bewusst, dass ich kurzsichtig bin. Nachdem ich dann meine erste Brille beim Optiker in Empfang nahm, sah ich schärfer und war aber "nur" ganz zufrieden.

    Dann habe ich das Geschäft des Optikers verlassen und war überwältigt. Mein erste Eindruck, den ich nie vergessen werde, waren die Bäume, bei denen man plötzlich einzelne Blätter sehen konnte. Straßenschilder waren nun auch dann erkennbar, wenn sie nicht unmittelbar vor mir standen. Beschriftungen, Werbung und ähnliches konnte ich plötzlich erkennen und auch lesen.

    Dieses Erlebnis vorher / nachher kann und wird es bei Zwangsbeschneidungen niemals geben. Dennoch sollte jedem bewusst sein, dass es analog zum meinem Erlebnis gesprochen einen Unterschied macht, ob Bäume eine "verschwommene grüne Wolke" über ihrem Stamm haben oder Zweige mit vielen kleinen Blättern.

    Wer hat eigentlich irgendwann den Schwachsinn verbreitet, dass Religionsfreiheit auch das Recht beinhalten soll, andere zum eigenen Glauben zwingen zu dürfen. Zwangsbeschneidungen und Freiheit sind derart gegensätzlich, dass es hier eigentlich keinerlei Diskussion bedarf.

    So gesehen bin ich nun von den Äußerungen des Bundespräsidenten irritiert. Er befürwortet Zwangsbeschneidungen und plädiert für Toleranz in Bezug auf Atheismus. Gehört er eventuell auch zu denen, bei denen ein Mensch erst mit Erreichen der Volljährigkeit ein "richtiger" Mensch mit allen Rechten wird?!

    Mir ist es aber recht, dass er über den Gebrauch einer verbotenen Droge stolpert. Eine wesentliche Funktion von Drogen besteht darin, ungute körperliche Empfindungen oder seelische Gefühle zu unterdrücken, also das erlebte Level von Schmerz, Angst oder Qual zu mindern. Wie gut das Stolpern über eine verbotene Droge zu Becks Verleugnung des Schmerzes der Kinder und Männer passt, sowohl beim Thema Beschneidung als auch damals, als er Bestrebungen, sexuelle Ausbeutung von Kindern zu legalisieren, Raum gab!

    Mir gefällt diese Überlegung sehr gut, dass Drogen konsumiert werden, um ungute Empfindungen und Gefühle auszublenden und Volker Beck nun just mit einer verbotenen Droge erwischt wurde.

    Über den Menschen Volker Beck gibt es kaum private Informationen. Lediglich über seine sexuelle Ausrichtung sowie in Bezug auf seinen verstorbenen Lebenspartner gibt es Hinweise. Aber selbst dieser Teil seines "Privatlebens" war und ist ja Teil seiner Politik gewesen.

    Bezüglich seines Elternhauses oder die Erfahrungen, welche er dort gemacht hat, ist nichts bekannt. Nach seinem Abitur begann er ein Studium, welches er abgebrochen hat. Zeitgleich oder kurz im Anschluss trat er der Partei "Die Grünen" bei und engagierte sich u.a. für Homosexuelle.

    Was hat dieser Mann erlebt? Wie war seine Kindheit? Wie war sein "schwules" Coming-out als Mitglied einer schwäbischen Familie? Hat er Gewalterfahrungen erlebt? Warum war er im Besitz unerlaubter Drogen? Welches Leid wollte er mit den Drogen überdecken?

    Natürlich würde ich es mir jetzt zu leicht machen, wenn ich einfach spekuliere, dass er als Mensch innerlich sehr verletzt gewesen sein könnte und daher auch kein Mitleid mit den Kindern hat, die mit seiner Unterstützung zwangsbeschnitten werden. Dennoch wäre es ein Erklärungsversuch, um den Menschen Volker Beck zu verstehen. Würden sich meine Spekulationen jedoch bewahrheiten, wird es auch für die eng, welche sich im Windschatten von Volker Beck als Verfechter der Zwangsbeschneidung positionieren.

    Was ist in dem nur vorgegangen?


    Volker Beck war wohl wirklich ein schillernder Politiker. 1988 plädierte er in seinem Buch dafür, dass Pädosexualität entkriminalisiert werden sollte, dann wurde er zum vehementen Verfechter von Zwangsbeschneidungen bei kleinen Jungen und jetzt stolpert er über eine Droge, die schon früher mutmaßlich unter dem Namen Pervitin keinen guten Einfluss auf deren Konsumenten gehabt hatte.

    Irgendwie ist er doch seiner Linie treu geblieben und ist politisch betrachtet von einem Fettnapf in den nächsten "gestiegen". Im Gegensatz zu seinen früheren Fehlern hat er nur dieses Mal nicht Kindern, sondern sich selbst geschadet.

    Sorry, aber so einem Philosophen glaube ich kaum noch ein Wort.

    Hallo Interested98, ich sehe gerade, dass Du an der Kompetenz Deines Philosophielehrers zweifelst. Dass Du Deinem Lehrer nicht glaubst, ist schon mal aus meiner Sicht ein sehr guter Anfang. Glauben heißt nicht wissen und in der Philosophie geht es ja schließlich nicht um Glaubensdogmen ;)

    Du bist natürlich verständlicherweise davon ausgegangen, dass ein Philosophielehrer irgendwo so etwas ähnliches wie ein Philosoph wäre. Das ist aber wie mit allen Lehrern. Ein Literaturlehrer ist ja z.B. i.d.R. auch kein Schriftsteller oder Dichter und so ähnlich kann es sich auch mit Philosophielehrern verhalten. Mit anderen Worten kann auch jemand Philosophie streng nach Lehrplan unterrichten bzw. einfach unreflektiert vortragen, was frühere Philosophen gedacht oder gesagt haben.

    Dass sich hinter einem Etikett nicht immer das verbergen muss, was darauf steht, sah man ja z.B. auch beim Ethikrat, der Zwangsbeschneidungen nicht kategorisch ablehnte, sondern lediglich "Standards" forderte. Aber das gleiche erlebt man dann auch wieder beim Thema Beschneidung selbst. Es wird von Religionsfreiheit gesprochen und diejenigen, welche hier das Wort Freiheit in übelster Form missbrauchen, meinen damit, dass sie Kinder ihrer Religionsfreiheit berauben möchten und darüber bestimmen möchten, welchen Glauben diese nach außen erkennbar für immer angehören sollen.

    Verliere nicht den "Glauben" in die Philosophie, sondern nutze sie, um die zu entlarven, die nichts Gutes im Schilde führen.

    Jetzt bin ich aber OT bzw. muss ich jetzt wohl noch schnell die Kurve kriegen und darauf verweisen, dass kritisches Denken genau solche Zusammenhänge entlarvt, wie sie von Matthias Franz beschrieben werden ;) Wichtig aber auch bei dessen Ausführungen ist hier die Unterscheidung, dass nicht alle Menschen, die in ihrer Kindheit beschnitten wurden, automatisch Machos werden. Wenn es mehr Menschen wie Dich gäbe, die kritisch über die Hintergrunde nachdenken, würde sich die Welt wohl schneller zum Guten wenden.

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder, jetzt sind neben Renate Künast sogar Volker Beck und Claudia Roth gegen Beschneidung.
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/075/1807549.pdf

    Ich glaube wir missverstehen das ganze im doppelten Sinne bzw. müssen wir hier miteinbeziehen, dass ein Teil dieser Politiker in grundgesetzwidrigen Kategorien denkt:

    Für eine straffreie Zwangsbeschneidung haben votiert:
    Volker Beck (Köln)
    Britta Haßelmann
    Renate Künast
    Dr. Konstantin von Notz
    Claudia Roth (Augsburg)

    Für die Gewährung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit auch für Kinder haben votiert:
    Kai Gehring
    Katja Keul
    Monika Lazar

    Und der Stimme enthalten haben sich:
    Beate Walter-Rosenheimer
    Hans-Christian Ströbele

    Demokratisch betrachtet, haben mehrheitlich solche Politiker diesen Antag unterstützt, die sich im Zweifel einen feuchten Kehricht für Kinderrechte interessieren, wenn es um die "Bereitstellung von religiösen Ritualopfern für Erwachsene" geht.

    Der zweite entscheidende Punkt ist aber, dass man sich hier explizit für die Rechte von "ausländischen" Kindern einsetzen möchte. Da der Gleichheitsgrundsatz bereits beim Geschlecht innerhalb des § 1631d BGB missachtet wurde, kann es durchaus möglich sein, dass man jetzt auch hier das Grundgesetz verletzt und tatsächlich zwischen bereits im Inland lebenden Kindern und Kindern, welche erst aus dem Ausland einwandern, unterscheidet.

    Das im Antrag der Artikel 6 des Grundgesetzes genannten wird, sollte nicht überbewertet werden. Zwar ist davon auszugehen, dass die Unterstützer aufgrund dieses Verweises von der Existenz des Grundgesetzes Kenntnis besitzen müssten, aber im Umkehrschluss bedeutet dies in keiner Weise, dass sich sämtliche Politiker, die diesen Antrag unterstützen auch im vollen Umfang für die Verwirklichung der Rechte aus dem Grundgesetz jemals einsetzen würden. Man pickt mal wieder einen Artikel raus, der einem in den Kram passt und beim nächsten mal wird das Grundgesetz wieder mit Füßen getreten bzw. die Rechte von Schutzbedürftigen im wahrsten Sinne des Wortes beschnitten.

    Ihr könnt getrost davon ausgehen, dass sie in Bezug auf Beschneidung nur Mädchen meinte. Diese Differenzierung ist schlicht der Aufzählung geschuldet unter den Tisch gefallen.

    Soll das dann etwa auch bedeuten, dass Frau Künast nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn beispielsweise ein Junge gegen seinen Willen mit einem Mädchen verheiratet würde oder von seinen Eltern Prügel bekommen würde. Man müsste sich dann sogar fragen, ob sie vielleicht sogar beim Thema Kinderprostitution vielleicht nur an Mädchen gedacht hat, was allerdings in muslimischen Ländern im Gegensatz zu christlichen Ländern mit kinderliebenden Klerikern dann auch mehr Sinn machen würde.

    [Ironie on]
    Wenn wir die Schnittmenge für eine erfolgreiche Integration noch weiter erhöhen wollen, können wir auch die komplette Anarchie ausrufen oder zumindest die Grundrechte komplett außer Kraft setzen. Somit wäre dann sogar eine Integration von Anhängern der IS innerhalb Deutschlands denkbar. Ziel bei derartigen Maßnahmen wäre die Schaffung eines juristischen Vakuums, welches jedem beliebigen System eine frei Entfaltung gewährleistet. Die Bewahrung der Grundrechte oder von Menschenrechten allgemein führen zwangsläufig zu vermeidbaren Konflikten mit anderen Kulturen.
    [Ironie off]

    Manchmal ist es besser bereits am Anfang zu Ende zu denken.

    Das ist in der Tat wohl mehr als dreist, was diese Politikerin hier von sich gibt. Hier nochmals etwas offensichtlicher, was Fakt ist:

    WahlperiodeSitzungnrAbstimmnrFraktion/GruppeNameVornameTiteljaneinEnthaltungungültignichtabgegebenBezeichnung
    172135BÜNDNIS`90/DIE GRÜNENKünastRenate10000Renate Künast

    Vielleicht ist das ganze aber auch nur ein Missverständnis und Frau Künast möchte damit nur ausdrücken, dass Asylverfahren, bei denen z.B. eine Zwangsbeschneidung im Raum steht, schneller abgewickelt werden müssen bzw. die Betroffenen sofort abgeschoben werden können, weil sie ja hier bei uns in diesem Punkt auch nicht mehr Schutz erhalten als in ihren Herkunftsländern.* Jedenfalls kann man vom Abstimmungsverhalten nicht darauf schließen, dass Frau Künast zu den Politikern gehört, die sich generell für alle Menschen und deren Rechte einsetzten.

    * Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit gilt in der BRD in Bezug auf Zwangsbeschneidungen abweichend vom Gleichheitsgrundsatz ausschließlich für Menschen weiblichen Geschlechts.

    Meiner Ansicht nach enthält die Beschneidungssituation ebenfals alle Bedingungen zur Herstellung von gelernter Hilflosigkeit, die mit Watson dann auch nur einen Durchlauf benötigt. (https://de.wikipedia.org/wiki/Erlernte_Hilflosigkeit)

    Das klingt ja nach einer richtig "praktischen" Methode. Man muss also einen Menschen nur in eine Situation bringen, wo er völlig hilflos bestialischen Schmerzen ausgesetzt wird, damit dieser Mensch dann für immer "lernt" sich seinem "Schicksal" zu fügen. Und hier wird wohl auch der Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielen, wann ein Mensch einer solchen "Erfahrung" erleiden muss. Dies würde dann erklären, warum Beschneidungen vorwiegend an Kindern vorgenommen werden.

    Am Ende bekommen wir dann einen Menschen, der sich einer Religion, einem Patriarchat oder staatlichen Wünschen stärker unterordnet als er dies ohne diese "Behandlung" je getan hätte. Ich hatte ja immer mal wieder geschrieben, dass ich die Zwangsbeschneidung für rückständig halte. Vermutlich ist diese Methode aber derart perfide, dass hier sogar die Manipulation durch unsere Medien oder Werbeindustrie rückständig erscheinen.

    Denn der aggressive Zugriff auf Genitalien ist in jeder Form und zu jedem Zeitpunkt ein schweres Trauma mit Folgewirkungen.


    Eigentlich gibt es hier doch nichts falsch zu verstehen. Herr Franz kritisiert hiermit indirekt auch die "Genitalbeschneidung" von jüdischen oder amerikanischen Säuglingen.

    Auf das Thema einer Beschneidung aufgrund falscher ärztlicher Beratung, scheint er tatsächlich nicht eingegangen zu sein. Mir ist bewusst, dass hier viele Ärzte Fehler begehen. Im Grunde stellen ja diese Formen der Körperverletzung ohnehin bereits eine strafbare Handlung dar und somit besteht wohl eher ein Vollzugsdefizit für diese Straftaten bzw. auch die Aufklärung der Betroffenen, dass man ihnen hier zu Unrecht Leid angetan hat.

    Gregor Gysi: "Für mich war eine andere Überlegung entscheidend."

    Dieser Satz sagt vermutlich ungewollt sehr viel über Herrn Gysi aus. Politische Entscheidungen trifft er wohl nicht nach Anstand oder Empathie, sondern nach Kalkül. Kollateralschäden kümmern ihn offensichtlich nicht, wenn er dadurch das Ergebnis erzielen kann, welches ihm politisch wichtiger ist.

    Nun aber das Traurige zum Schluss. Gregor Gysi war nur einer von 434 Menschen, denen mutmaßlich politisches Kalkül wichtiger war als das Schicksal unschuldiger Kinder. Und diese Menschen sind die Regierung, die wir gewählt haben, damit sie unsere Interessen vertreten. Seid also wachsam, wenn Politiker "emotionsgeladenen" Wahlkampf inszenieren. Bei den meisten scheint lediglich politisches Kalkül und keinerlei Wahrheit hinter den Parolen zu stecken.