Wer nicht damit zufrieden ist, dass er einen vollständigen Körper hat, der kann den selbsbestimmt verstümmeln. Machen aus nachvollziehbaren Gründen die wenigsten, aber manche machen das.
Wer nicht damit zufrieden ist, dass er lebt kann diesen Zustand selbstbestimmt beenden. Machen aus nachvollziehbaren Gründen die wenigsten, aber manche machen das.
Die Geschichte mit der Selbstverstümmelung oder Selbsttötung kennt ja im Gegensatz zur Beschneidung mehr Farben als schwarz und weiß. Vom Ohring über die Tätowierung bis hin zu "Schönheitsoperationen" gibt es ja eine breite Palette. Und nicht jeder, der Selbstmord begeht, will seinem Leben tatsächlich ein Ende setzen.
Die Beschneidung ist aber eine ganz andere Hausnummer, eben weil sie fremd bestimmt oder durch Zwang veranlasst ist. Siegmund Freud wurde ja selbst beschnitten. Als er rund eineinhalb Jahre alt war, hat er vermutlich die Beschneidung seines jüngeren Bruders als Kleinkind miterlebt. Man vermutet, dass ihm dies das Trauma seiner eigenen Beschneidung wieder ins Bewusstsein gerufen hat.
Freud bildete ja eine Analogie zwischen Beschneidung und Kastration. Wenn nun dieser Vollpf..... (Bollag?), der es als sein "natürliches Recht" (hier stimme ich Selbstbestimmung voll zu, dass wir hier über ein perverses Recht sprechen) Kinder zu verstümmeln oder frei bzw. willkürlich über alles bestimmen zu können, muss ich an die Kastration denken. Kastration ist ja abstrakt betrachtet die Macht einem anderen die Möglichkeit zu nehmen, sich fortzupflanzen.
Wenn ich mir hier diesen herrschsüchtigen Pascha vorstelle, der sich als Alpha-Tier empfindet, so wird ihm die Beschneidung eines Jungen insgeheim die Befriedigung verschaffen, dass seine Potenz zwar allmählich altert und nachlässt, aber der Nachwuchs durch die Beschneidung dann auch wieder entsprechend geschwächt wird und seine Unterlegenheit damit verringert wird. Der Sexualtrieb dürfte aber einer der stärksten Triebe des Menschen sein, was dann wieder erklären würde, warum es so schwierig ist, gegen die Zwangsbeschneidung anzugehen.