Beiträge von NoCut

    Hier widerspricht sich der Autor selbst. Das Thema ist erst erledigt, wenn alle Formen von GM gesetzlich verboten werden.


    Es wurde hier immer wieder vom "religiösen Recht" gesprochen. Wir haben in Deutschland das Recht auf Religionsfreiheit. Ich frage mich manchmal, ob der Missbrauch dieses Freiheitsrecht nicht dazu führen müsste, dass dieses Freiheitsrecht hier dann sogar verwirkt ist. Wenn eine Glaubensgemeinschaft Kinder verstümmelt oder wie bei den christlichen Kirchen diese Verstümmelung ohne Not als "biblische Tradition" zu verteidigen versucht, billigen wir hier denen Freiheitsrechte zu, die offensichtlich nicht dazu in der Lage sind, mit diesen Rechten verantwortungsvoll umzugehen. Ich werde mich aber davor hüten, laut über ein Verbot der drei Weltreligionen nachzudenken und mich daher vorerst ebenfalls mit einem Verbot aller Formen der GM begnügen.

    Nehmen wir doch aber mal auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Wir werden uns alle einige sein, dass keiner das Recht hat anderen vorzuschreiben, wie sie ihre Sexualität auszuleben haben. Was wäre jetzt aber, wenn sich ein Vergewaltiger damit rechtfertigt, dass das Verbot einer Vergewaltigung seinem Recht aus sexuelle Selbstbestimmung zuwiderlaufen würde. Und was entgegnen wir diesem Vergewaltiger, wenn er uns vor Gericht glaubhaft versichert, dass für ihn sein Sexualleben ohne Vergewaltigung nicht denkbar sei.

    Wir sind ja in Wahrheit gar nicht so blöde, dass wir nicht zwischen persönlichen Freiheitsrechten und einer Körperverletzung bzw. Vergewaltigung unterscheiden könnten. Freiheitsrechte sind immer persönliche Rechte, weshalb Freiheitsrechte niemals dazu geeignet sein können, in die Rechte von anderen bzw. denen von wehrlosen Kinder einzugreifen.

    Hinweis: Dumm und unsozial zu bleiben ist übrigens kein Grundrecht, weshalb das Erziehungsrecht oder die Schulpflicht statthaft sind ;)

    Tiefer können die Grünen nicht mehr sinken


    Früher haben Parteien nach der Wahl ausgelotet, mit welchen Parteien inhaltlich Schnittmengen vorhanden sind und dann verhandelt, wie man hier einen Kompromiss für eine Koalition finden kann. Heute spielen die Inhalte keine Rolle mehr und es werden lediglich wild Prozente addiert, die zu einer möglichen Regierungsbildung führen können. Natürlich wird wie in einem Theater den scheinbar ahnungslosen Wählern die Inszenierung dargeboten, dass man sich heftig hinsichtlich der verschiedenen Positionierungen auf der medialen Bühne streiten würde. Spätestens Anfang nächsten Jahres werden wir aber alle wissen, dass der Vorhang gefallen ist und wir sehen dann das "Happy-End".

    Was hat dies nun mit dem gestrichenen Passus der Grünen zum § 1631d BGB zu tun? Wenn Inhalte auch nur ansatzweise Koalitonsverhandlungen stören können, bietet es sich doch an schon im Vorfeld möglichst viele Steine aus dem Weg zu räumen. Die Grünen haben sich offenbar nicht nur seitens der Spitzenkandidaten bereits frühzeitig für eine Koalition mit der Komikerpartei "kompatibel" gemacht.

    Und wer trägt hier die Schuld für dieses politische Versagen? Natürlich die Wähler, die wohlwissentlich die Parteien gewählt haben, die bereits am 12.12.12 bewiesen haben, dass sie die Verfassung bzw. die Wahrung der Menschenrechte (Recht auf körperliche Unversehrtheit auch für minderjährige wehrlose Jungen) einen feuchten Dreck interessieren. Es stellt sich also die berechtigte Frage, wer hier tiefer gesunken ist, die Grünen oder die Wähler der Parteien, die wohl bald die neue Regierung bilden.

    Wenn die Natur sich dafür "entscheidet", dass die Vorhaut überflüssig ist, wäre doch alles in bester Ordnung. Dann warten wir einfach mal ein paar hundert Jahre ab und schauen, ob sich dieses seltene Phänomen vermehrt durchsetzt oder genauso selten bleibt wie bisher.

    Evolution hat einen anderen Zeitrhythmus als wir Menschen. Bevor die Evolution hier tatsächlich eine Trendwende vollführt, wird wohl eher China ein Land sein, welches die Menschenrechte achtet. Mit anderen Worten werden wir es tendenziell nicht mehr erleben.

    Wenn Hannes Stein jetzt von der Aversionstherapie abgekommen ist und mit seiner zweiten These dann eher in Richtung Erziehung tendiert, ist doch alles in bester Ordnung. Jedes Kind hat ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und eine Zwangsbeschneidung verstößt hier somit gegen das Gesetz.

    Seine rassenideologische Erklärung in seiner ersten These, würde ich gerne aus "historischen" Gründen tendenziell eher ignorieren. Außerdem kann ja auch ein Goi zum Jude werden oder anders ausgedrückt sind es ja nur Vollpfosten, die Rassismus mit Religion verwechseln (beide Begriffe beginnen zwar mir "R", können aber von durchschnittlich intelligenten Menschen durchaus voneinander abgegrenzt werden).

    Und die dritte These von Herrn Stein wirkt wie mit der Brechstange als Begründung zurechtgebogen. Anders ausgedrückt ist das aus meiner Sicht völlig meschugge. (BTW, aus Trauben kann man nicht nur Wein machen und wenn die verderben, wo soll hier dann der "Segen" sein?!)

    Fazit: Es gibt gute Gründe, warum Zwangsbeschneidungen ethisch nicht vertretbar sind. Die märchenhafte bis zum ideologisch geprägten Rassismus hinreichenden Erklärungsversuche bezüglich eines vermeintlich geringeren Alkoholkonsums zeigen deutlich, dass Einwände der Verfechter der Zwangsbeschneidung i.d.R nicht ernst genommen werden können.

    Du unterstellst ihm da eine Haltung, die er offensichtlich überhaupt nicht hatte. Eine Schweinerei fand er das nur bei Mädchen.


    Bist Du Dir sicher ;)

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    Es ging ziemlich durcheinander bzw. haben ihm hier alle reingegackert. Eine Sendung im öffentlichrechtlichen Fernsehen und dann eine herbe Kritik gegen den § 1631d BGB mit dem Hinweis, dass dies gewissermaßen ein Kniefall vor dem Judentum seitens der Gesetzgebung gewesen sei, ist für manche wohl zu harter Tobak gewesen. Anders lässt es sich wohl nicht erklären, warum die anderen ihn mit ihrem dummen Dazwischengeplapper ständig ins Wort gefallen sind und versucht haben das ganze zu relativieren.

    Die betreffende Stelle beginnt ca. bei 54:20 h.

    Anmerkung: Wer sich erlaubt in Deutschland "religiöse Gefühle" auch nur im Ansatz zu verletzen, wird härter angegangen als diejenigen, welche vorsätzlich Kindern eine schwere Körperverletzung zufügen. Ich für meinen Teil gelobe sofort damit aufzuhören die "religiöse Gefühle" von Zwangsbeschneidern zu verletzen, wenn die ihrerseits damit aufhören Kinder zu verletzen. Ich glaube man nennt diese Haltung Tit for Tat.

    ___________________________________________
    Nachtrag:

    Mein Eindruck bleibt aber, dass er die Beschneidung grundsätzlich verurteilt, aber für das Judentum bereit ist fünfe grade sein zu lassen.


    Ich glaube, jetzt weiß ich, warum Du/Ihr das anders bzw. vermutlich falsch verstanden habt. Herr Geißler hat sich auf die jüdische Beschneidung eingeschossen, wurde jäh unterbrochen und konnte seinen Satz nicht beenden. Er hat aber dann den Kopf leicht geschüttelt und die Augen zusammengekniffen. Passt diese Gestik zu einem "Ich habe dafür Verständnis ..."?! Ich denke wohl kaum bzw. hat er damit trotz Unterbrechung seinen Gedankengang ohne weitere Worte verständlich zu Ende gebracht.

    Bevor jetzt aber der Eindruck entsteht, er hätte eine antisemitische Haltung vertreten, muss man wissen, dass er sich immer wieder mit der Bergpredigt beschäftigt hat. Ich schätze ihn daher so ein, dass er nicht eine ganze Religion nur aufgrund des Ritual der Zwangsbeschneidung komplett ablehnen oder verdammen würde. Umgekehrt passt es ja aber auch nicht in ein christliches Weltbild zu ruhen, bevor Kinder vor dieser Art der Körperverletzung geschützt sind.

    Heiner Geißler ist verstorben.


    Heiner Geißler war ein Politiker, aber auch Mensch, vor dem ich stets großen Respekt hatte.

    Die CDU hat einen wichtigen oder gar letzten Prüfstein verloren und die Gesellschaft verliert einen Menschen, der sich in seinem Leben immer wieder für Menschlichkeit eingesetzt hat.

    Sollte ich mal wieder im Battert klettern gehen, werde ich beim Anblick meines Kletterführers (Buch mit Beschreibung der Kletterrouten) an Heiner Geißler denken, dessen Vorwort dort abgedruckt ist. Da er früher selbst geklettert ist, hat man ihm damals die Ehre zu Teil werden lassen, dieses Vorwort zu verfassen.

    Es sind wohl Menschen wie Heiner Geißler, die derart in der Natur und Welt geerdet sind, dass ihnen noch auffällt, dass die Zwangsbeschneidung eine echte "Schweinerei" ist.

    Man darf schon auf die nächsten Urteile gespannt sein.


    Ich glaube, dazu wird es nicht kommen.

    Der heidnische Brauch der Beschneidung wurde durch seine Erwähnung im alten Testament Teil der großen Religionen. Dass Paulus die Beschneidung als verzichtbar bezeichnet hat, bedeutet für "Bibelgläubige" (manche von denen Glauben vermutlich sogar an Gott) ja nicht, dass eine Beschneidung heidnisch sei, obwohl sie dies ja historisch betrachtet in jedem Fall ist.

    Ähnlich sieht es ja auch mit dem Fleisch aus. Nur weil Christen sich nicht an das Schweinefleischverbot halten, wurde dieses ja nicht aus dem alten Testament gestrichen.

    Der Bäcker, der keine Torte für homosexuelle Hochzeitspaare backen wollte, ist ja offenbar ein "orthodoxer Christ". Er steht somit dem Judentum oder sogar dem Islam näher als ein gewöhnlicher Christ. Sicherlich werden orthodoxe Christen auch nicht die Steinigung von Homosexuellen öffentlich fordern, aber ihre Einstellung hierzu ist ja nicht weit von der entfernt, wie man sie aus islamischen Ländern kennt.

    Davon abgesehen gehört dieser Tortenbäcker zu denen, die dran glauben, dass Religion sich auch in die Sexualität zweier Menschen einmischen darf. Religionen, die derart davon besessen sind sogar das Sexualleben ihrer Anhänger zu dominieren, werden doch niemals ein Problem damit haben, wenn Kindern im Rahmen einer Zwangsbeschneidung ein Teil ihrer Sexualität geraubt wird (siehe z.B. katholische Kirche).

    Das Thema hier ist ja nicht Politik bzw. Menschenrechte, aber natürlich hat die Politik das negative Umfeld erst geschaffen, warum beispielsweise Paracetamol offensichtlich noch im Rahmen von Zwangsbeschneidungen angewendet wird.

    Als 1789 die "Menschenrechte" (Les droits de l'homme) ausgerufen wurden, war es Olympe de Gouges, die schnell erkannte, dass "l´homme" nicht Mensch, sondern Mann bedeutet. Ihr Bestreben gegen dieses Unrecht vorzugehen brachte sie auf den Schafott.

    Was hat dies jetzt aber mit Paracetamol und Beschneidung zu tun? Die Menschenrechte definierten die Rechte der Männer und noch heute hat man oft den Eindruck, dass "gewährte" Rechte der Frauen als Zugeständnisse der Männer aufgrund der Emanzipation gewertet werden könnten. Die Begriffe "Frauen" und "Männer" meinen nur die adulte Form des Menschen. Es hat wohl seinen Grund, warum man Kinderrechte explizit im Grundgesetz verankern müsste.

    Politiker haben es uns klar vor Augen geführt, dass Kinder bei uns nur als Menschen zweiter Klasse bzw. mit eingeschränkten Menschenrechten sind. Das Recht der Eltern auf eine rituelle Körperverletzung unter dem Deckmantel der Erziehung oder Religionsfreiheit wiegt höher als das Recht des Kindes keine Schmerzen ertragen zu müssen bzw. das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

    Kinderrechte sind somit irgendwo eher mit den Rechten von Tieren vergleichbar, die man zwar auch nicht grundlos quälen darf, aber deren Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht dem eines Menschen entspricht. Der Unterschied zwischen Tieren und Kindern ist wohl nur, dass Kinder wenigstens meist das Recht auf Leben zugesprochen wird (Ausnahme Abtreibung).

    Wenn wundert es dann, wenn Säuglinge bei einer äußerst schmerzhaften Operation lediglich mit einem Paracetamol-Zäpfchen (und süßem Wein) "anästhesiert" werden. Kinder sind nicht "l´homme" und können sich daher noch nicht wehren. Auch werden Kinder niemals eine Kampagne starten, wo auf das Risiko von Autismus, Allergien und Asthma hingewiesen wird, welches gerade bei Kinder durch Paracetamol ausgelöst werden kann.

    P.S. Hundehaltern wird aufgrund der massiven Nebenwirkungen dringend davon abgeraten Paracetamol als Schmerzmittel zu verwenden! Die "kleinen" Tierkörper verkraften dies offenbar ähnlich schlecht wie Säuglinge oder Kinder.

    Also wählen sie "mit Bauchschmerzen" das vermeintlich kleinste Übel, und der Rest bleibt zu Hause, und das werde dieses mal wohl ziemlich viele sein, ein für eine Demokratie sehr bedenklicher Zustand.


    Bauchschmerzen und die Wahl des "vermeintlich kleinsten Übels" ist genau die Strategie, die gegenwärtig allerorts die Misstände am besten beschreibt. Die einen wählen den Status Quo und akzeptieren, dass sie damit diejenigen unterstützen, welche den § 1631d BGB erst möglich gemacht haben.

    Aber auch beim Paracetamol ist es ja nicht anders. Bevor Ärzte oder religiöse Verstümmler Kinder noch mehr brüllen lassen, geben sie ihnen als "vermeintlich kleinstes Übel" Paracetamol und ähnliches Zeug, was weder richtig hilft noch wirklich in den notwendigen Mengen verträglich ist. Die wirkliche Alternative sehen sie aber nicht mehr, die da lautet Finger weg von den Genitalien der Minderjährigen.

    Es gibt aber in Wahrheit keinen Grund, ein Übel überhaupt zu wählen. Die Ärzte können sich daran erinnern, dass sie dem Patienten und nicht den fanatischen Eltern verpflichtet sind und Bürger können entweder "weiß" wählen oder die Partei, welche Menschenrechte akzeptiert und damit auch unsere Verfassung nicht beschneiden lässt. Dieser Schritt erfordert aber auch eine gewisse Courage. Eine Courage, die vielen Bürgern genauso fehlt wie den Ärzten, die ebenfalls genau wissen, was Paracetamol in den kleinen Körpern anrichten kann. Dieses Wissen um die möglichen Folgen macht aber Wähler genauso wie die Ärzte zu den Hauptschuldigen in diesem Unrecht gegen Kinder.

    Was wir brauchen sind Volksabstimmungen.


    Kennst Du den Satz: "Wer etwas will - der findet Wege, wer etwas nicht will - der findet Gründe"

    Sicherlich wäre eine Volksabstimmung ein tolles Instrument, um über die Zwangsbeschneidung abzustimmen. Ich bin kein Prophet, um Deine Frage zu beantworten, aber selbst wenn die Volksabstimmung gesetzlich möglich werden würde und dann vielleicht sogar der § 1631d BGB zur Abstimmung käme, käme vermutlich von Dir dann der nächste Einwand.

    Die Wähler haben sich jetzt so in die Alternativenlosigkeit einlullen lassen, dass man sie in ähnlicher Art auch bei jeder Volksabstimmung entsprechend einlullen könnte. Wir brauchen daher keine Volksabstimmung, sondern mehr Menschen, die bei ihrer Wahlentscheidung die richtigen Prioritäten setzen. Menschenrechte haben für mich höchste Priorität.

    Zu Deiner Frage, wen man denn wählen sollte, wenn man scheinbar keine Wahl hat. Bevor ich den falschen eine Stimme gebe, habe ich doch selbst im Zweifel noch die Alternative ein leeres Blatt abzugeben. Ich persönlich habe nun das Glück, dass ich mit meiner Erststimme nach ausführlicher Recherche eine Kandidatin meine Stimme geben kann, die am 12.12.12 mit Nein gestimmt hatte. Und meine Zweitstimme geht an eine Partei, die den § 1631d BGB mit fast 70% seiner Mitglieder abgelehnt hat.

    Ich will jedenfalls keinen Kandidaten oder keine Partei wählen, die mir auf die Frage nach einer ausreichenden Schmerzbetäubung bei diesem äußerst schmerzhaften operativen Eingriff etwas von Paracetamol oder EMLA faselt. Anders gesagt kommt mir sogar die Galle hoch, wenn hier Paracetamol überhaupt als mögliche Form einer Schmerzbehandlung für eine OP als Alternative genannt wird.

    Die Frage könnte ja auch lauten, ob eine unzureichende Schmerzbehandlung mit Paracetamol oder EMLA bei einer Beschneidung als auslösender Umweltfaktor für das Auftreten von Autismus angesehen werden kann. Und sollte diese Frage mit Ja zu beantworten sein, dann treibt diese Wut auf diesen schwarzen Komiker meinen Blutdruck noch mehr in die Höhe, weil dieser "Politiker/Religionsfanatiker-Lobbyist" auch noch die Frechheit besitzt von einer "möglichst effektiven Schmerzbehandlung" zu schwafeln.

    Als Fazit kann man natürlich einer Partei oder einem Kandidaten seine Stimme geben bzw. das eigenständige Denken an diese "Vertreter" abgeben. Aber man kann auch selbst kritisch darüber nachdenken, warum Paracetamol als relativ schwaches Schmerzmittel bei einem Säugling diese unvorstellbaren Schmerzen nicht "effektiv" lindern kann und selbst über die genetischen und die umweltbedingten Faktoren von Autismus nachdenken. Geht man diesen Weg, fehlen nicht scheinbar die Alternativen, die man wählen könnte, sondern man hat einfach keine Wahl mehr, diesen Parteien seine Zustimmung zu erteilen, denen Menschenrechte völlig egal sind.

    Das Wort "Religionsfreiheit" ist ja ein Paradoxon. Im Straßenverkehr gilt die Regel rechts vor links. Wie sollen aber zwei Menschen verschiedenen Glaubens das uneingeschränkte Recht erhalten, ihren Glauben jeweils zu 100% frei ausleben zu können. Das Resultat wären Zusammenstöße am laufenden Band.

    Daher muss selbst ein Gläubiger akzeptieren, dass er einen Heiden nicht mit Gewalt zwangsbekehren darf und der erzkatholische Gläubige muss es im Zweifel ertragen, wenn freitags der Muezzin die Gläubigen zum Gebet ruft. Umgekehrt muss es der Moslem ja auch erdulden, wenn sonntags die Kirchenglocken unüberhörbar zum Gottesdienst läuten.

    Das Zauberwort heißt übrigens Toleranz. Oder mit den Worten Kants ausgedrückt: "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt." Freiheit kann innerhalb einer friedlichen Gemeinschaft immer nur als Kompromiss existieren. Eine uneingeschränkte Freiheit ist dagegen eine Tyrannei gegen diejenigen, deren Freiheit rücksichtslos mit Gewalt beschnitten wird.

    Die USA ist hier aber angesichts von Hochzeitstorten, die nur für heterosexuelle Paare gebacken werden sollen, bis hin zur Zwangsbeschneidung von Kindern mit vielen andere Gesellschaften vergleichbar, welche zwar auch die humanistischen Werte kennen, aber sie dennoch nur ansatzweise real leben. Auch in Deutschland ist und bleibt Humanismus in vielen Bereichen eine Utopie. Bei der Zwangsbeschneidung werden Kinder daher in fast allen Gesellschaften einfach zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Man steht ihnen einfach nicht die gleichen Menschenrechte zu, wie man diese jedem Erwachsenen gewähren würde.

    Ein "Gleichklang" von Religion und Freiheit ist übrigens die freireligiöse Bewegung. Im Gegensatz zur "Religionsfreiheit" kennt sie bereits Toleranz und die Humanität. Anders ausgedrückt können nur menschenverachtende bzw. kinderrechteverachtende Prinzipien wie die Religionsfreiheit als Rechtfertigungsgrund für eine Zwangsbeschneidung vorgeschoben werden.

    Und hier schließt sich auch wieder der Kreis zur Torte. Ein Mensch, der entweder frei in seiner Religion ist oder frei von jeglicher Religion ist, besitzt auch den freien Geist, um für einen Andersgläubigen eine Torte zu backen. Und "freie" Menschen werden einem Kind selbst die Entscheidung darüber überlassen, ob es im Erwachsenenalter seine Vorhaut einer Religion opfern will, die für immer in einer "phallischen Phase" gefangen bleibt. Wer sich also auf die Religionsfreiheit beruft, ist und bleibt ein Gefangener von Dogmen, was ihn dann zur jämmerlichen Marionette einer Religion werden lässt. Oder was bedeutet der Begriff "Komikernation", wenn man mal hinterfragt, wer hier das Heft des Handelns in der Hand behält und wer hier als lächerliche Marionette den § 1631d BGB auf den Weg gebracht hat.

    Ich bekam auf Abgeordneten-Watch neulich von einem MdB erklärt, dass EMLA-Salbe nur eine Möglichkeit im Rahmen der Lokalanästhesie sei bzw. zwischenzeitlich andere Mittel angewendet würden, die besser geeignet seien?! Wenn jetzt auch noch Paracetamol weg fällt, was bleibt dann. Sollen Säuglinge dann während der OP mit Opium, Morphin oder gar mit Metamizol (in den meisten Ländern verboten) lokal "betäubt" werden (von Anästhesie kann ja wohl kaum die Rede sein!).

    Der MdB stammt übrigens aus der Partei der "schwarzen" Komiker. Halten wir also fest. Wir haben ein Regierung, die ein Gesetz zu verantworten hat, welches real das Wohl der Kinder gefährdet und welches nur den Zweck hat Erwachsene nicht an die Kandare nehmen zu müssen, wenn sie sich in ihrem religiösen Fanatismus über Menschenrechte hinwegsetzen.

    Hinweis: Am 24.09.17 wird die Mehrheit der Bundesbürger die Politiker im Amt bestätigen, welche mit dem § 1631d BGB dafür gesorgt haben, dass auch künftig wehrlose Kinder unter großen Schmerzen zwangsbeschnitten werden dürfen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wen ich mehr verachten soll. Diejenigen, welche den § 1631d BGB beschlossen haben oder diejenigen, die immer wieder aufs Neue die Parteien wählen, welche Kinder als Menschen zweiter Klasse behandeln.

    @Rolf

    Ich habe offen gesagt fast die Befürchtung, dass Du diese Bibelstelle "false" ausgelegt hast. Der Weinberg mit den besten Voraussetzungen brachte keine guten Ertrag und als "Strafe" soll er nun nach meinem Verständnis weder gepflegt noch sollen die Reben beschnitten werden.

    Reben und auch viele andere Nutzpflanzen "geizt" man aus, um den Ertrag zu erhöhen (bei Reben kommt man teilweise davon sogar wieder ab). Die Bibel wird von "Bibelgläubigen" als das genau Wort Gottes betrachtet. Geschrieben bzw. aufgeschrieben, abgeschrieben und verfälscht wurde die Bibel jedoch durch Menschen. Ein Schöpfer wird im Gegensatz zu engstirnigen Kleingeistern sehr genau wissen, dass eine Beschneidung der Genitalien nicht mit dem Ausgeizen von Pflanzen vergleichbar ist. Die Amputation der Klitoris-/Penis-Vorhaut würde ja eher dem Entfernen der Blütenblätter ähneln. Und würde man Blüten die Blütenblätter amputieren, würde den Insekten die "Lust" vergehen, diese für die Befruchtung zu besuchen. Außerdem würde viele der Blüten durch den fehlenden Schutz wohl keine Frucht mehr hervorbringen.

    Ich würde mich selbst übrigens nicht als ungläubig bezeichnen, aber im Gegensatz zu "Bibelgläubigen" halte ich solche hirnrissigen Gleichnisse genauso für Unsinn wie den Aberglaube über schwarze Katzen, Freitag den 13. und anderen Erfindungen für Menschen mit wenige Verstand und viel Phantasie.

    Das Wort "falsch" kommt nicht von mir, sondern von Kristina Arriaga, einer US-Kommissarin für internationale Religionsfreiheit.


    Mir war schon klar, dass diese "Beurteilung" nicht von Dir stammt. Ich weiß weder wer Frau Kristina Arriaga ist, noch welche Aufgaben eine US-Kommissarin für internationale Religionsfreiheit inne hat. Das einzige was ich sofort verstehe, ist dann wieder der Unsinn, wenn eine "US-Kommissarin" sich um die "internationale Religionsfreiheit" kümmert. Warum kümmert sich diese "Behörde" / Institution nicht gleich um die Religionsfreiheit in der gesamten Galaxie oder sind die doch ein kleines Stück weniger arrogant als von mir angenommen.

    Jeder kann und soll seine Religion frei leben können, wie es ihm beliebt, sofern dadurch andere nicht zu Schaden kommen. Und wenn schon das Wort international bemüht wird, warum dann nicht auch die universellen Menschenrechte, die jedem Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit zubilligen. Die USA ist und bleibt aber in Bezug auf Menschenrechte ein Entwicklungsland und ist schon deshalb nicht dafür geeignet, objektive Aussagen über "richtig" oder "falsch" zu treffen.

    Dass Jungen ganz ohne Vorhaut geboren werden habe ich noch nie gehört und kann ich mir auch gar nicht so richtig vorstellen.


    Du kennst Dich offensichtlich nicht "sooo" mit dem Islam aus ;) Normalerweise wird die Beschneidung im Islam auf das alte Testament gestützt. Wenn man hier aber etwas vor und hinter der betreffenden Bibelstelle weiter ließt, stammen die Moslems von einer Sklavin Hagar ab, welche von Abraham auf Geheiß seiner Frau Sahra und auch auf Geheiß Gottes mit ihrem Sohn verstoßen wurde.

    Wahrscheinlich kursiert aus diesem Grund parallel die Geschichte, dass der Prophet Mohamed ohne Vorhaut zur Welt gekommen wäre und daher alle Moslems ihm hier durch eine Amputation der Vorhaut nachahmen sollten. Wenn man dies so "sachlich" betrachtet, natürlich völliger Unsinn. Aber einer angesehenen Person (Abraham bzw. im Islam Ibrahim) einer konkurrierenden Religion nachzufolgen, ist ja nicht minder fragwürdig.

    Jetzt aber mal zum Thema halb bedeckte Glans. Grundsätzlich sind FKK und Erotik zwei paar Schuhe. Unser Verstand kann diese beiden Bereiche sicherlich sehr gut trennen. Bei unseren Hormonen bin ich jedoch davon überzeugt, dass diese hier nicht in der Lage sind, klar zu trennen ;) Somit würde ich die "Beobachtung" als natürliche Reaktion auf eine visuelle Wahrnehmung interpretieren, welche hier bei dem Jungen zu diesem "Phänomen" geführt hat. Jedenfalls bin auch ich nur ein Mann und musste lernen in solchen Situationen notfalls an ein "Nilpferd Oder an Matheunterricht" zu denken. (http://www.songtexte-kostenlos.com/barbara-schoen…n-nilpferd.html)

    Mit anderen Worten kann man seine Hormone nicht steuern, aber man kann seine Gedanken steuern und damit indirekt seinen Hormonhaushalt runterfahren. Ein 10-jähriger wird hier aber wohl noch wenig Erfahrung damit haben, weshalb es wohl zu dieser kindlichen Reaktion gekommen ist. Und die Berichte über Sauna (mir fällt hier noch das Thema Waxing ein) zeigen doch deutlich, dass auch wir Erwachsenen hin und wieder an unsere Grenzen kommen können ;)

    P.S. Sollte der "Glaubensstifter" nicht ohne Vorhaut zur Welt gekommen sein und sollte er auch nicht beschnitten worden sein, könnten bei ihm das gleiche passiert sein wie bei dem kleinen Jungen *** duck weg ***

    Aha, es gibt also falsche und richtige religiöse Praktiken, und welche falsch und richtig sind, das definieren "die richtigen" Religionsgemeinschaften...


    Ich würde das nicht unnötig verkomplizieren. Die Beurteilung, was im religiösen Sinne richtig oder falsch ist, bleibt Aufgabe von Theologen, Geistlichen und ähnlichem. Herauszufinden, welche "Praktiken" gegen die Menschenrechte verstoßen, ist die Aufgabe von Richtern und Religionen für ihre ethischen Verfehlungen zu tadeln ist Aufgabe einer aufgeklärten Gesellschaft.

    Es bleibt also somit festzuhalten, dass alle drei Weltreligionen sich schuldig machen. Zwei praktizieren Rituale, welche gegen die Menschenrechte verstoßen und die dritte nimmt die beiden vorherigen auch noch in Schutz. Ich muss hier immer unwillkürlich an Krähen denken.

    Wahrscheinlich wird diese Welt erst dann eine bessere sein, wenn man den Glauben von den Religionen befreit hat.

    Jetzt ist mein Penis im errigierten Zustand deutlich kleiner als vorher,dazu spannt es und ist schmerzhaft.

    Legt sich das wieder oder muss ich jetzt damit leben?

    Ein Penis wird durch die Beschneidung nicht kleiner. Bei einer Erektion wird aber gerade bei einer straffen Beschneidung ein Teil des Penis häufig "in den Körper" gedrückt. Mit anderen Worten ist die "verschwundene" Länge zwar nicht wirklich weg, aber der tatsächlich sichtbare / "nutzbare" Teil des Penis verringert sich oft dennoch.

    War die Beschneidung bei Dir medizinisch unumgänglich oder hast Du Dich etwa aufgrund einer unzureichenden Aufklärung bezüglich der negativen Folgen (Sensibilitätsverlust durch Keratinisierung, Verlust von Nervenzellen, etc.) beschneiden lassen?

    Ich habe eine schlechte Nachricht für alle bisherigen und künftigen Beschneidungsopfer. Der § 1631d BGB bedient sich nicht nur an den verkommenen Moralvorstellungen der letzten Jahrhunderte (Kinder haben keine Rechte bzw. noch nicht mal das Recht auf körperliche Unversehrtheit oder gar das Rechte keine sinnlosen Schmerzen erleiden zu müssen), sondern jetzt wird sogar selbst heute noch mit den schon damals antiquierten Begründungen aus dem Jahr 2012 aufgefahren.

    Wer nur einen Funken Ethik besitzt, kann sich bei diesen unmenschlichen Moralvorstellungen nur angewidert abwenden. BTW, es kam sogar das Hinterzimmer Argument, welcher ja beim § 226a StGB seltsamerweise keine Rolle gespielt hat.

    Vielleicht kommt für mich jetzt doch folgendes in Frage:
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Vote_blanc

    [Leerer Stimmzettel bzw. damit die Aussage, dass keiner der Kandidaten für mich wählbar ist.]