Kurzes Update: Also eine Beschneidung ist schon eine Möglichkeit, Harnwegsinfekte zu verhindern, aber das bringt ohne medizinische Indikation natürlich nix, weil sie ansonsten sehr selten sind. Bei unserem Fall ist es aber de facto schon so, dass es eine Indikation gibt und die HWIs die Niere schädigen können. Nun ist es aber so, dass sie nur dann geschädigt werden, wenn sie unbehandelt bleiben. Das ist mal das eine.
Die andere Seite ist: Die HWIs werden in unserem Fall durch eine (natürliche) Phimose wahrscheinlicher, weil sich dort Bakterien sammeln können. Das Problem wäre anders ohne Phimose, da man die Vorhaut da besser reinigen könnte. Eine mögliche Lösung ohne Beschneidung ist laut Arzt, die Phimose zu lösen. Das geht recht einfach mit Kortison- und Östrogen-Salbe, ganz ohne systemische Nebenwirkungen (auch wenn diese Praxis erst im Alter von ab 4-5 Jahren üblich ist). Damit sollte sich die Vorhaut von der Glans lösen und man kann die Vorhaut regelmäßig reinigen.
Außerdem: Der Arzt meint, es wäre gar kein Problem, die Reflux-OP ohne Beschneidung zu machen und dann zu beobachten, ob die HWIs weg sind. Es ist eben wie gesagt nicht so, dass jeder neuerliche HWI sofort die Niere strukturell gefährdet. Ob eine Beschneidung oder sonst was theoretisch notwendig ist, könnte man dann immer noch entscheiden.
Die Nierenbeckenerweiterung kann (und wird höchstwahrscheinlich) sich bei Behebung des Reflux komplett zurückbilden, die Niere also wieder komplett normal (was bei Erwachsenen nicht möglich wäre).
Insgesamt doch recht erfreuliche Nachrichten ![]()