Besten Dank für den Hinweis, aber die Entlarvung des HIV-Arguments für die Kinderverstümmelung ist seit Anno Dunnemal geleistet. Auch die nächsten hundert Gegenbeweise wird die Verstümmler nicht davon abhalten, sich darauf zu beziehen. Wer keine Probleme hat, das Antisemitismusargument gebetsmühlenartig zu wiederholen, ist auch gegen andere Erkenntnisse in diesem Sektor resistent.
Beiträge von werner
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Ich habe diese Argumentation jetzt schon so oft gehört, dass ich mich darüber nicht mehr aufregen, sondern nur noch mit den Schultern zucken kann. Aus der Sicht des Rabbiners ist das ja eigentlich kein wirkliches Problem: wie sollen denn Verbraucherschutzgesetze über dem Willen Gottes stehen? Geht einfach nicht. Schon eine Abwägung von Gottes Geboten mit irgendwelchen Menschenrechten ist aus dieser Sicht Gotteslästerung. Allerdings ist dann der Hinweis auf die "Harmlosigkeit" der Beschneidung und die Erklärung von medizinischen Standards völlig überflüssig und unglaubwürdig. Einzig die Frage, ob solche Standards der Halacha widersprechen, ist [edit:für viele Rabbiner] relevant.
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Zitat
"The move by the ministry comes amid criticism from senior practitioners such as Dr Timothy Stamps who says that the very same studies undertaken on circumcision on which the United Nations body relies upon had on the contrary proven that countries such as the US with a higher number of circumcised men had a high HIV prevalence rate.
“Instead of channelling funds towards circumcision, the money must be used to save pregnant mothers who die in huge numbers in this country,” he said.
“When we are losing 960 mothers for every 100 000 pregnancies, should circumcision be a priority?” Stamps added.
Other investigations have have found that circumcised men actually contracted HIV after going through the surgical procedure." -
... ich habe nicht rituelle Kindsvertümmelung mit den Novemberprogromen 38 gleichgesetzt.
Ich finde es gut und wichtig, dies unmissverständlich klar zu stellen, und auch Anspielungen durch "Wortakrobatik" zu vermeiden. Danke!Bei allem mehr als verständlichem Ärger über die sich wiederholenden Gleichsetzungen von Beschneidungskritik und Antisemitismus bzw. Holocaust seitens einiger jüdischer Verbands- und Religionsvertreter sollten wir uns nicht verleiten lassen, "mit gleicher Münze heimzuzahlen" und den "Nazispiess umzudrehen".
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Wirksam? Ich glaube fest daran, dass diese Zusammenziehung (Beschneidungsgegnerschaft <-> Naziregime) von vielen Juden als absurd und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung als Verleumdung empfunden wird.Ich stimme Dir hier absolut zu. Die Zusammenziehung von Beschneidungsbefürwortung und Naziregime halte ich allerdings für noch absurder.
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Wer "Kristallnacht" sagt, ist weit mehr als bloss "unten durch": er benutzt Nazi-Jargon. "Unten durch" klingt mir dafür ein bisschen sehr salopp. Wenn Du meinst, dass irgendwann Beschneidung genauso einmal "unten durch" sein wird, wirfst Du beides in denselben Topf. Das geht mir entschieden zu weit.
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Zitat
"Die Statistik lässt davon ausgehen, dass gesunde Kinder die Gefälligkeits-Diagnose "Phimose" gestellt bekommen, um die hohen Kosten einer religiös motivierten Beschneidung in einer Privatklinik zu vermeiden. Das ist nicht nur eine grobe Missachtung der körperlichen Unversehrtheit von Kindern, sondern auch ein massiver Betrug an den Sozialversicherungen, denen damit Millionen EUR für ein archaisches religiöses Ritual auf Kosten der Allgemeinheit verrechnet werden. Kritische Chirurgen sprechen seit langem von einer verwunderlichen "Phimose-Epidemie" in Österreich."
http://www.springermedizin.at/artikel/29551-…f-krankenschein
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Im Sinne der Religionen und Traditionen bleiben die Jungen ja auch unversehrt. Sie werden durch die Verstümmelung erst vollwertig. Es liessen sich in Religionen und Traditionen noch viele weitere Dinge finden, die Menschen, die nicht in diesen Traditionen sozialisiert sind, seltsam vorkommen.
Das ist also erstmal nicht erstaunlicher als vieles andere auch.
Es kann deshalb ja auch vielleicht Sinn dieses Forums sein, den Glauben an den religiösen Sinn zu analysieren, aber nicht ihn,in die Tonne zu treten, auch nicht dadurch, indem man ihn mit den Absurditäten der gesundheitlichen "Vorteile" in einen Topf wirft. Damit trifft man nicht die Verstümmelung, sondern diffamiert den Glauben dahinter.
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Danke, Sokrates, für Deinen aufmerksamen Blick. Ich möchte nur hinzufügen, dass Busse selbst überhaupt kein Anhänger unnötiger Beschneidungen ist. Umso schlimmer wirkt der Kontrast zu mancher seiner Kollegen, von denen hier die Eltern berichten. Ich denke, gerade deshalb kann man die Seite von Busse empfehlen.
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In einem Leserbrief in der FAS beklagt ein Arzt, dass bei der Beschneidung nach Abzug der "technischen Kosten" dem Operateur nur noch ein Honorar von (je nach Operationsart) mickrigen 30 bzw. 45€ übrig bleibe. Der Leserbriefschreiber fragt sich, wo da der "gute Schnitt" herkommen solle.
Interessant sind auch die Begründungen des Schreibers für die Durchführung der Beschneidung: Beschneidungen werden von den Eltern frühzeitig gewünscht, damit in der Schule keine Fehlzeiten entstehen. Skeptisch sieht der Author auch die Sauberkeitserziehung, die vor allem bei muslimischen Eltern "schwierig bis unmöglich" sei. Das aber führe zur Operation der Vorhaut.
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Ist der bekannt? Praxis ist am Tegernsee.
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Führt nicht allein diese Praxis der Beobachtung zu einer Art Pathologisierung der Vorhaut, bei der die Vorhautentwocklung unter einem zeitlichen Korsett gesetzt wird, oder aber zumindest generell zu einem besonders krankheitsanfälligen "problematischen" Organ erklärt wird.Es wäre interessant zu wissen, wie mit den Vorsorgeuntersuchungen in den skandinavischen Ländern mit ihren erheblich geringeren Beschneidungsraten umgegangen wird.
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In der TAZ wurde Tillig letztes Jahr wie folgt zitiert:
Zitat"Bernd Tillig, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Neugeborenenchirurgie im Berliner Vivantes Klinkum Neukölln, sieht das anders: Zahlreiche Studien würden belegen, dass sich dieser Eingriff eben nicht mit gesundheitlichen Gründen rechtfertigen lasse."
Gemeint sind dabei die "Gründe" im Erwachsenenalter.
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Zitat
"In ihrem Vortrag erläutert die Rabbinerin und Urologin die medizinischen sowie religionsgesetzlichen Grundlagen der Beschneidung und beschreibt die große Bedeutung der Brit Mila für das Judentum. Im Anschluss Publikumsfragen."
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Zitat
"So one needs a thick skin to enter this fray."

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Aber ich muss schon sagen, dass ist ein interessanter Fund. Auch diese komische Reihe von Kurzschluss-Argumenten mit Gott sind schon interessant - fast schon komisch wenn es nicht so traurig wäre.
Ich denke, man kann das nur verstehen, wenn man die amerikanische Form von Gläubigkeit im Hinterkopf hat. Für europäische Ohren klingt das unheimlich naiv und selbstgestrickt. Für Amerikaner sind solche Statements normal. -
Statements über das lebendige Judentum in Deutschland liest man in letzter Zeit häufiger, z.B. auch, dass Berlin bei jungen Israelis "in" ist. Die Frage, wie das mit der angeblichen antisemitischen Woge durch die Beschneidungskritik zusammenpasst, würde ich gern mal einem Religionsvertreter stellen... -
Er belegt diesen schlimmen Vorwurf mit nichts. Kein einziger Fakt, kein Beispiel kann seine besonders in dieser Verallgemeinerung unglaubliche These stützen.
Aus der Sicht der meisten Juden besteht überhaupt kein Bewusstsein darüber, dass hier Fakten und Beispiele genannt werden müssten. Dass Beschneidungskritik per se antisemitisch ist, liegt für sie quasi "augenfällig" auf der Hand und ist keineswegs nur eine "These", über die man irgendwie "diskutieren" könnte/müsste. Für mich ist das zwar kein Grund, die Beschneidungskritik zu unterlassen, zumal es ja auch noch die muslimische und die amerikanische Beschneidung gibt, aber wahrnehmen sollte man die Situation im Judentum schon, so ärgerlich sie auch immer ist. -
Ich komm' nicht drauf.

Ich denke, er hat hier einfach Bar-Mizwa und Brit Mila verwechselt.