Beiträge von werner

    Meine ganz eigene Art, mit all dem fertig zu werden, ist, mich damit zu beschäftigen. So paradox das vielleicht zunächst klingen mag, entfernte sich meine Beschneidung immer mehr, je mehr ich sie an mich heranließ.

    Es KLINGT vielleicht paradox, aber es IST nicht paradox, finde ich. Es kann aber, wie Du auch schreibst, einige Zeit dauern und es kann sehr schmerzhaft sein. Diese Zeit und den Schmerz mit anderen (einer/einem) zu teilen, der einfühlsam reagiert, kann sehr hilfreich sein.

    Am Freitag und Sonnabend findet in Lübeck das 10. Symposium der AG Kinderurologie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie statt. Es werden dort u.a. die Professoren Maximilian Stehr und Rainer Tröbs anwesend sein. Professor Uwe Hübner wird einen Vortrag über Lichen sclerosus halten.


    http://www.kinderchirurgie.uni-luebeck.de/uksh_media/Dateien_Kliniken_Institute+/Lübeck+Campuszentrum+/Kinderchirurgie_HL/Bilder/Symposium/Flyer+NEU+(3)+(2).pdf

    Im neuen "Spiegel" ist ein Interview mit Prof. Tillig erschienen, in dem er seine Aussage vom letzten Jahr, Beschneidung ohne medizinischen Grund sei Kindesmisshandlung, wiederholt. Dieses Mal bezieht er sich auf die Verwendung der Emla-Salbe, die laut Tillig nur eine "Alibifunktion" habe.

    Zitat

    "Eine Beschneidung ohne Schmerzausschaltung ist aus unserer ärztlicher Sicht Kindesmisshandlung. Damit meine ich auch Beschneidungen unter ausschliesslicher Verwendung dieser Salbe."


    Eine Lösung für dieses Problem könne "nur vom Jüdischen Krankenhaus in Berlin kommen".


    Tillig äussert sich auch zur Frage der gestiegenen Phimose-Operationen.

    Zitat

    "Dafür wird es rnehrere Antworten geben.
    Fest steht, dass eine medizinische Indikation allein nicht die Ursache sein kann. Die Daten müssen nun zunächst transparent und differenziert analysiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie bemüht sich um Aufklärung und ruft alle beteiligten Fachgesellschaften aus den Disziplinen Urologie und Chirurgie zur Mithilfe auf."

    Als ich zu realisieren begann, was die Ursache dafür ist, habe ich erst mal danach gesucht, was andere für Probleme haben und wie sie damit umgehen. In Deutscher Sprache habe ich dazu leider nichts gefunden und die einzige Information die ich dazu finden konnte, war in Englisch.

    Mich würde interessieren, wo diese Seite ist und ob Du davon profitieren konntest bzw. wenn ja, wovon Du profitiert hast.

    Mir geht es ähnlich, ich falle immer wieder periodisch in ein Loch.

    Kannst Du sagen, wodurch das ausgelöst wird?

    Darum ging es mir doch gar nicht, sondern um das Erinnern an den Bund mit dem Ewigen. Entweder das ist notwendig, oder nicht. Wenn es notwendig ist, sollte das ja bei beiden Geschlechtern notwendig sein.

    Manchmal bist Du echt schwer von Begriff: wer makellos ist, muss selbstredend nicht erinnert werden. Wenn man Frau Dr. Deusel folgt.


    Stimmt. Aber später, da fangen sie ganz schön an zu mäkeln!

    Das ist genau der augenzwinkernde Stammtischhumor, den wir an Frau Dr. Deusel kritisieren. :thumbdown:

    Ach, und warum muss die jüdische Frau nicht täglich erinnert werden? Sind Frauen nicht so vergesslich? Oder sind sie nicht so wichtig?

    Ich nehme mal, dass diese Frage rhetorisch gemeint ist. Aber auch bei diesem Thema konnte sich Frau Dr. Deusel ein gewisses Amüsement nicht verkneifen: "Männer hören das ja nicht so gerne, aber Frauen kommen 'makellos' zur Welt." (O-Ton). Makellos ist hier natürlich spirituell gemeint.

    Das ist aber auch etwas anderes. Du merkst ja an deinen Haaren nichts von der Taufe mehr.

    Eben, das ist der "Nachteil", wenn man es nur symbolisch macht.


    Wenn der Wein ausschließlich eine symbolisch-rituelle Bedeutung hätte, dann könnte man das Ganze ja ausschließlich symbolisch-rituell machen. Nein, das ist beides nicht "symbolisch".
    Der Tropfen schweren Weines wirkt ganz bestimmt. Babys sind extrem empfindlich gegen Alkohol, und der wirkt sofort über die Atmung und die Schleimhäute. Das ist aber keine Narkose, sondern Alkohol ist ein Rauschmittel.


    Ich würde einfach Frau Dr. Deusel bei nächster Gelegenheit zur medizinwissenschaftlichen Kronzeugin nehmen, dass auch aus kompetenter jüdischer Sicht die Betäubungswirkung des Weintropfens "Quatsch" ist ("Quatsch" ist übrigens MEIN Wort, aber ihre Aussage läuft auf das Gleiche raus.) Ob Frau Dr. Deusel mit ihrer Bemerkung auch dem von Paul Spiegel lustig gemeinten Statement, man mache Babies besoffen, entgegenwirken wollte, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Die Beschneidung kann man aus Frau Dr. Deusels Sicht auf keinen Fall symbolisch machen. Es handele sich um ein (wörtlich) "mnemotechnisches Zeichen". Sie verglich es mit einen Stammeszeichen für diejenigen, die in eine Königsfamilie (!) hineingeboren werden. Es sei ausserdem ein Hinweis auf Patrilinearität. Es erinnere den jüdischen Mann täglich mehrmals an seine (wörtlich) "Blutsbrüderschaft mit dem Ewigen." ( Das habe nichts mit Winnetou zu tun, wie sie belustigend anmerkte. Ja, sie bemühte sich in der Tat mehrfach, witzig zu sein - aus meiner Sicht, um den Verlust des "Häutchens" herunterzuspielen und dem Verstümmelungsvorwurf zu begegnen.)
    Dass man sich an ein Symbol täglich mehrmals erinnern würde, wage selbst ich zu bezweifeln. Jedenfalls denke ich beim Haarewaschen selten an meine Taufe...

    Dass auch Rechtsgelehrte mal irren können, ist für Frau Dr. Deusel kein Problem. Auch das nimmt sie belustigend zur Kenntnis:"Wo viel Glaube ist, ist auch viel Unglaube." ( wörtlich zu Maimonides). Entscheidend ist laut Frau Dr. Deusel, worauf "man" sich im Judentum letztlich einigt. Zu verschweigen, dass diese Einigung im Judentum keineswegs vollständig ist, und dass man sich, wenn "man" sich geeinigt hat, auch wieder "ent-einigen" kann, gehört zu Frau Dr. Deusels "Informationspolitik".

    Jedenfalls in ihrem Vortrag hat Frau Dr. Deusel nicht gegen die Assimilierung gewettert. Sie stellte es so dar, dass "man" sich um die Jahrhundertwende (18./19.) im Judentum über alle Reformbestrebungen hinweg darauf "geeinigt" hätte, die Beschneidung auf alle Fälle quasi als kleinsten gemeinsamen Nenner beizubehalten. Das sollte natürlich ein Hinweis auf die grundlegende Bedeutung der Beschneidung für "das" Judentum sein, egal, was man als Jude sonst noch so denkt.

    Was Frau Dr. Deusel unter "Schmerzbekämpfung im 19. Jahrhundert" versteht, ist mir zur Zeit unerfindlich. Im Rechtsausschuss redete sie zwar mehrmals von Betäubung, konkretisierte aber nie, was sie darunter versteht.


    Zitat

    "Die Grenze zwischen Mohel und Arzt dort anzusetzen, wo die Lokalanästhesie, die der Mohel nicht mehr gewährleisten kann, zu Ende ist, halte ich für sinnvoll. Aber ich kann mich hier auf die Woche oder den Monat nicht festlegen, deswegen habe ich das in meinem Statement auch bewusst offen gelassen. Aber sicherlich ist ab einem Alter von einem halben Jahr wirklich erforderlich, dass man andere Maßnahmen zur Betäubung ergreift."

    In ihrem Vortrag bemerkte sie lediglich, dass der Tropfen Wein ausschliesslich eine symbolisch-rituelle Bedeutung habe, und die Annahme, er sorge für Betäubung Unsinn sei. Da stellt sie sich genau wie bei der Ablehnung der Epilepsiebekämpfung durch Beschneidung als konsequente medizinwissenschaftliche Aufklärerin dar.


    Was die "Anpassungen" betrifft, so geht Frau Dr. Deusel bis auf die Betäubung mit Yona Metzger d'accord: professionelle Beschneider, sterile Instrumente, "moderne" Ratz-Fatz-Operationstechnik statt "endlose Quälerei" im Krankenhaus usw.

    Sehr wahrscheinlich hätte sie offenen Antisemitismus bei Dir gewittert... :whistling:

    Es läuft noch viel "härter". Dazu sollte ich vielleicht ergänzen, dass Frau Dr. Deusel von einer Mitorganisatorin der "Jüdischen Kulturtage", in deren Rahmen der Vortrag stattfand, vorgestellt wurde, die darauf hinwies, dass die Beschneidungsdebatte der grösste Bruch im Leben des deutschen Judentums nach dem 2. Weltkrieg dargestellt und Brücken zerstört hat, die längst noch nicht wieder aufgebaut sind. Dann wurde Frau Dr. Deusel als Urologin, aber natürlich auch als Rabbinerin und Mohelet vorgestellt, die über den "Bund mit Gott" sogar wissenschaftlich gearbeitet und ein Buch darüber veröffentlicht hat. Frau Dr. Deusel ist also eine jüdische Autorität, wenn nicht "die" jüdische Autorität zu diesem Thema in Deutschland.
    Ich kann mich täuschen, aber für mich war atmosphärisch mit den Händen zu greifen, dass jede Hinterfragung und jeder ergänzender Hinweis, geschweige denn eine kritische Bemerkung sofort als Antisemitismus im Raum gestanden hätte. Das hätte sich in diesem Rahmen quasi von selbst ergeben. Ich kenne diese Situation sehr gut aus Diskussionsveranstaltungen und persönlichen Gesprächen, und deshalb glaube ich auch nicht, dass ich mich getäuscht habe. Leider entsteht dadurch so etwas wie eine "kommunikative Tabuzone"; eine gegenseitigen Verständigung, ein Austausch, geschweige denn eine Auseinandersetzung ist damit schwierig bis unmöglich.
    Zwar befleissigt sich, wie ich versucht habe anzudeuten, Frau Dr. Deusel einer sehr "saloppen" Vortragsweise, ihre Verachtung für den altgriechischen, den altrömischen und den Antisemitismus der deutschen Mehrheitsgesellschaft ist aber natürlich unüberhörbar.
    Es ist Frau Dr. Deusel wichtig, die Geschichte der jüdischen Beschneidung nicht nur als theologische, sondern auch als medizinische Weiterentwicklung in Richtung Modernität zu beschreiben: genaue Festlegung der Abläufe, Durchführung durch "professionelle" Beschneider, zunehmendes Hygienebewusstsein. Bezeichnend für diese Argumentatitionsweise ist ihre Aussage vor dem Rechtsausschuss (es geht um das Reformjudentum im 19. Jahrhundert):

    Zitat

    "Wo die Beschneidung verlassen worden war, wurde sie wieder aufgenommen, wobei hier die enorme Weiterentwicklung innerhalb der Medizin gerade im 19. Jhdt. hinsichtlich Operationstechniken, Sterilität und Schmerzbekämpfung mit einbezogen wurde. Diese Beachtung des jeweils modernen ärztlichen Standards bei der Beschneidung gilt heute für alle Strömungen innerhalb des Judentums".

    Soviel vorweg: eine begnadete Rednerin ist Frau Dr. Deusel nicht gerade. Da wird einerseits über Zuvieles einfach hinweggewischt und dann wird man andererseits mit im Judentum strittigen Bibeldeutungen überladen. Mit ihrem Anspruch, in einer Stunde eine Zeitreise der Beschneidung vom alten Ägypten bis in die Gegenwart zu unternehmen, ist sie aus meiner Sicht eindeutig gescheitert. Für irgendwelche Differenzierungen bleibt da kein Raum. Man merkt auch mehr als deutlich, dass Frau Dr. Deusel ihren Vortrag nicht zum ersten Mal hält...

    Frau Deusel bemüht sich um eine resche und positive Ausstrahlung, die von einem unverfälschten fränkischen Dialekt untermalt wird. Dass es sich um die Geschichte zentraler religiöser heiliger Rituale handelt, und nicht bloss um die Geschichte des Wasserhahns, wird in ihrer Art des Vortragens jedenfalls nicht deutlich.

    Inhaltlich gesehen: wenn man sich etwas differenzierter über die Geschichte der Beschneidung informieren möchte, ist man in diesem Forum besser aufgehoben als bei einem Vortrag von Frau Dr. Deusel. Forumsmitglieder erfahren dabei nichts Neues. Die Vorhaut ist natürlich bei Frau Dr. Deusel nur "ein kleines Häutchen", das, wie sie belustigend bemerkt, zum Leidwesen vieler Männer deren geburtliche Makellosigkeit, wie sie die Frauen auszeichnet, beeinträchtigt. Klar, dass sie weg muss. Das können die Männer nicht auf sich sitzen lassen.

    Daran, dass auch die alten Griechen und die alten Römer schon Antisemiten waren, lässt Frau Dr. Deusel keinen Zweifel. Die Frage, ob man deshalb deren gesamten Kulturbeitrag in die Tonne treten sollte, lässt Frau Dr. Deusel offen. Die Vortragszeit drängt ja.

    Natürlich lässt Frau Dr. Deusel Maimonides nicht unerwähnt. Mit dessen Behauptung, die Beschneidung lähme das erotische Verlangen, habe er aber nicht recht gehabt. Das sei eigentlich eher metaphorisch zu verstehen. Mit den historischen Begründungen der Beschneidung in der Medizin (Epilepsiebehandlung usw.) geht Frau Dr. Deusel hart ins Gericht: das sei alles Quatsch. Die AAP allerdings...Und im Übrigen habe der Bund deutscher Psychiater und Psychotherapeuten die unverzichtbare Funktion identitätsstiftender Rituale...

    Die rechtliche Lage verdient nach Frau Dr.Deusel drei ganze Sätze: Religionsfreiheit und so. Ist eh klar. Ansonsten sei die Beschneidung sowohl im Nahen Osten als auch in Amerika überhaupt kein strittiges Thema. Bei den Juden sei sie heutzutage ein Zeichen, dass man dem Antisemitismus ausdrücklich trotze, und sich nicht mehr den gescheiterten Assimilationsideen des 19. Jahrhunderts hingeben würde.

    Zum Schluss noch drei kurze "Beweise" von ihr zum Antisemitismus in der Beschneidungsdebatte: David Gallagher habe Anklänge an die Ritualmordlegende dargestellt, Ron Goldman habe behauptet, beschnittende Männer seien gegenüber Frauen gewalttätiger und der Foreskinman könne aus dem "Stürmer" stammen.

    Fazit: das einzigste Problem bei der Beschneidung ist der Antisemitismus der Beschneidungsgegner. Den "Beweis" dafür liefert man, indem man alles weglässt, was dagegen spricht.

    Tja, das wars. An der anschliessenden Diskussion konnte ich wegen eines anderen Termins nicht teilnehmen. Erschlagen von soviel Desinformation verliess ich den Saal...

    PS. Der Saal, der 180 Personen Platz bieten würde, war zu einem Viertel besetzt. Ich war der einzige Beschneidungskritiker: alle ausser mir haben am Schluss des Vortrags alle geklatscht.

    Noch PS. Es handelt sich nicht um eine Habilitationschrift, sondern um eine Bachelorarbeit. Frau Dr.Deusel musst nach eigenem Bekunden zum Thema überredet werden.

    Danke, R2D2, für diese Analyse. Man könnte dem noch viele Beispiele hinzufügen. Hier drei weitere:

    Einerseits ruft die Staatsanwaltschaft den Zeitungsartikel mit wörtlichem Zitat(!) als Zeugen(!) an:

    Zitat

    "Dagegen ist in dem am 4. März 2013 im Tagesspiegel erschienen Bericht der vor Ort anwesenden Zeugin Keller sogar ausdrücklich davon die Rede, dass der Beschuldigte Fleischmann nach dem Eingriff eine ,,mit Betäubungsmittel getränkte Binde um die Wunde wickelte".


    Andererseits lässt sie das wörtliche Zitieren bei der nächsten Gelegenheit weg, und stellt fest, dass es in Wirklichkeit ganz anders war als in der Zeitung beschrieben:

    Zitat

    "Der Umstand, dass das Kind - wie auf den Bildem zu sehen ist - während des Eingriffs weinte, beweist nicht, dass es vermeidbare Schmerzen erlitt. Die hier gehörten Zeugen schildem, dass der Säugling nur kurz und auch nicht übermäßig stark geweint haben soll, was auch auf die für ihn ungewohnte Situation zurückgeführt werden kann."


    Im Zeitungsartikel heisst es dagegen unmissverständlich:

    Zitat

    "Da hat der Mohel die Vorhaut des winzigen Penis schon nach oben gezogen und in Sekundenschnelle mit einem einzigen Schnitt abgetrennt. Der Kleine brüllt nun heftig."

    Nix "Weinen", sondern "heftig brüllen", und nix wegen "ungewohnter Situation", sondern wegen Schnitt.

    Dass soll doch wohl nicht heissen, dass jeweils diejenigen Zeugenaussagen ernst genommen werden, die zum gewünschten Ergebnis führen?


    In Bezug auf die "mit Betäubungsmittel getränkte Binde" hat die Journalistin nach Befragung nicht ausschliessen können, dass sie es sich um ein Betäubungsmittel gehandelt hat. Aus diesem Nicht-Ausschluss begründet (!) die Staatsanwaltschaft ein Naheliegen.

    Zitat

    "In ihrer formlichen Befragung konnte die Zeugin eine solche Handlung nicht ausschließen. Es liegt also nahe, dass im vorliegenden Fall eine Schmerzbehandlung stattgefunden hat."

    Weil man etwas nicht ausschliessen kann, liegt es nahe, dass es so war? Ist das noch Logik?


    Erstaunlich ist auch, was die Staatsanwaltschaft den Eltern zumutet.

    Zitat

    "Gingen die Eltem aber zunächst von einer de lege artis durchzuführenden Beschneidung aus, könnte ihnen aufgrund ihrer elterliche Garantenpflicht allenfalls eine Körperverletzung durch Unterlassen vorgeworfen werden, falls sie die Abweichung während der Durchführung erkennen konnten und eine Verhinderungsmöglichkeit zwar hatten, aber nicht rechtzeitig ergriffen."


    Während einer religiösen Zeremonie vor 400 Gästen sollen sich die Eltern auf den Mohel werfen?


    Gänzlich abseits von der Realität bewegt sich die Staatsanwaltschaft, wenn sie festhält:

    Zitat

    "Die hier gehörten Zeugenberichteten auch nicht davon, dass dieses Ritual vor Durchführung der Beschneidung von dem Kindesvater oder den Beschneider angektindigt worden wäre.
    Es ist mithin jedenfalls nicht nachzuweisen, dass die Kindeseltern vorab von dem Ritual wussten."

    Man redet ja nicht miteinander und weiss von nichts...


    (fett von mir!)


    Wir haben in diesem Land keine unabhängigen Staatsanwälte.

    Also, dem Eindruck, dass hier die Staatswälte nicht nur der Argumentation der Verteidigung zu 100% nachgekommen sind, sondern sie durch eigene Recherchen auch noch ausgebaut haben, möchte ich mit aller mir zur Verfügung stehenden Entschiedenheit auf das allerschärfste und allerunmissverständlichste zurückweisen. Nicht einmal im Traum könnte einer Staatsanwaltschaft eine derart absolut völlig abwegige Idee kommen.

    Oder?

    Wenn das die Kllitoris-Vorhaut die eines Mädchens gewesen wäre, säßen beide schon in U-Haft - Fluchtgefahr, wegen der schwere des Verbrechens. Außerdem haben beide Verbindungen ins Ausland.
    Alle 400 Gäste wären intensivst vernommen worden. Private Videoaufnahmen sichergestellt.
    Und dann der große Prozess, von "hoher gesellschaftlicher Bedeutung", mit Alice & Blöd & allem pipapo!

    Exakt! :thumbup:


    Kann ein Paragraph m Bürgerlichen Gesetzbuch einen Paragraphen im StGB "brechen" also übertrumpfen?


    Im Prinzip ja, wobei ein Jurist wohl kaum diese Worte benutzen würde. Bei der Beschneidung bleibt der rein strafrechtliche Tatbestand ja grundsätzlich zunächst bestehen. Er bleibt aber wegen der Bestimmungen im BGB straffrei. Ebenso bei ärztlicher Behandlung. Hier greifen die im BGB niedergelegten Bestimmungen über die Einwilligung.

    Das ist vergleichbar, als wenn zu Staatsanwalt einem Mann, der mit aufgesetzem Motorradhelm und Plastiktüten voller Geld aus einer Bank gerannt kommt während die Alarmanlage läutet, sagt, es könne ihm ja nicht nachgewiesen werden, dass das nicht sein eigenes Geld war. Und der Nachweis, dass die Pistole echt und kein Zigarettenanzünder war, ist auch nicht gegeben.


    Auch kann nicht nachgewiesen werden, dass der Raub ohne Einwilligung der Bank erfolgt ist und der Raub nicht nach den Regeln der Raubkunst erfolgt ist. Das Auslösen der Alarmanlage könnte unbeabsichtigt erfolgt sein und die Geschwindigkeit des Räubers könnte damit zu erklären sein, dass er noch vor Ladenschluss beim Aldi sein wollte. Auch die Aussage des Täters in der Bank: "Hände hoch - dies ist ein Überfall!" kann von den Zeugen missverstanden worden sein. Es kann nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeschlossen werden, dass der Täter in Wirklichkeit sagte:"Ich hab' 'nen Knall und geh' gleich die Wände hoch!"