Vorausgesetzt, dass das klinische Erscheinungsbild das Gleiche ist: ich habe immer noch keine Idee, wie man herausfinden könnte, ob eine oder mehrere Zwangsretraktionen die Ursache sind. Durch Befragung von Eltern, Kindern, Ärzten? Ich bezweifle, dass man sich auf solche Aussagen verlassen kann.
In der hier im Forum schon zitierten Dissertation, deren Daten zum Teil in Beckers Arztpraxis erhoben wurden, berichtete zwar ein Drittel der befragten Eltern von solchen Retraktionsversuchen, die Probandenzahl ist aber zu klein, um wissenschaftlich aussagekräftig zu sein.
Beiträge von werner
-
-
Ich muss gestehen, dass ich mit diesem Konzept letztlich nichts anfangen kann. Auf einer abstrakten Ebene kann und wird niemand ernstlich das von Joel Feinberg stammende Konzept vom "Right to an open future" infrage stellen. Wie immer steckt der Teufel im Detail, wie z.B. dieser Artikel zeigt.
http://www.lawandbioethics.com/demo/Main/Ethi…arm_welfare.htm
Konkret am Thema berührt das die von rituellen Beschneidern aufgestellte Behauptung, der Beschnittenen könne als Erwachsener problemlos aus seiner bisherigen Religionsgemeinschaft aus- und in eine neue eintreten. Um diese Frage zu entscheiden, hilft mir Joel Feinberg nicht weiter.
-
-
Hinter den unsäglich verschwurbelten Argumentationslinien Beckers stehen einige Annahmen, denen man in einschlägigen Dokumenten immer wieder begegnet:
1. Die Untersuchungen über den Erfolg der Salbenbehandlung seien wissenschaftlich defizitär, die Erfolgsquote sei völlig übertrieben. Begründet wird dies oft durch Erfahrungen in der eigenen ärztlichen Praxis.
2. Beschneidungen im Kindesalter unter Vollnarkose mit PNB hätten keinerlei traumapsychologischen Auswirkungen. Dies sei angesichts der erwachten Sexualität in der Pubertät völlig anders. Eine Meinung, die übrigens auch von Frau Dr. Deusel vertreten wird.
3. Egal, wie man dazu steht: der reibungslose Schulbesuch könne durch eine Operation beeinträchtigt werden.
4. Ärzte gehen generell (!) sehr unterschiedlich mit Risiken um. Manche schlagen auch dann mit der Keule zu, wenn das Risiko nur klein ist, und so "klären" sie dann auch "auf". Hat ein Arzt den Horror von Lichen sclerosus vor Augen, wird er möglicherweise die prophylaktische Wirkung der Beschneidung bei der Diskussion der Behandlungsoptionen anders darstellen als ein Arzt, der dessen geringfügige Eintrittswahrscheinlichkeit im Kopf hat. Aus juristischen Gründen muss ich betonen, dass ich mit Ersterem nicht Becker meine.
5. Manche Ärzte ( Ähnlichkeiten mit Becker sind auch hier rein zufällig und nicht beabsichtigt) trauen der Zuverlässigkeit der Patienten bei der Befolgung von Behandlungsanweisungen nicht über den Weg. Lieber machen sie selbst "Nägel mit Köpfen". Und manche Ärzte wagen es nicht, den Wünschen der Patienten zu widersprechen.
-
In einem ihrer Bücher. Jetzt frag nicht welches und auf welcher Seite
"Wüstenblume", S.52
-
ich würde mir denken, daß bei vielen jungen alleine das abwarten, nicht-zurückziehen und cremfeuchte pflegen mögliche scleotisierenden vorgänge beendet).
Das ist eine Vermutung, oder gibt es dafür Studien? Falls (ich sage: falls) es sich tatsächlich um eine Autoimmunerkrankung handelt, würde das wohl kaum helfen, oder?
-
Quelle?
Quelle von was?
-
-
In diesem zusammenhang möchte ich kurz erwähnen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20854400British Association of Dermatologists' guidelines for the management of lichen sclerosus 2010.
hat da jemand zugriff drauf?Ganz einfach:
-
Waris Dirie ist Muslima.
-
...der jungen Moderatorin...
Ich finde es auch gut, wie sich empört, auch wenn es auf mich etwas gekünstelt wirkt. Es handelt es sich übrigens um einen äusserst erfolgreichen, programmatisch atheistischen Sender. Mir scheint, dass sich die junge Dame vor allem darüber empört, dass im Fall von Elinor Daniel die Mutter zur Beschneidung gezwungen wird. Was aber würde sie sagen, wenn die Mutter sich freiwillig dazu entscheidet?
-
Was mich bei der Sache am meisten nervt, ist diese Fokussierung auf die eigene religiöse/kulturelle Gruppe - die in diesem Artikel zum Tragen kommt.
D. h. die religiösen Befürworter der Beschneidung sehen die Befürwortung intakter Genitalien als Angriff speziell auf ihre religiöse Gruppe.Die Fokussierung auf die eigene Gruppe ist ja das typische Merkmal einer Lobbygruppe. Seilschaften ( hier mit anderen religiösen Gruppen und "wissenschaftlichen" Zeugen ) werden ausschliesslich nur dann gesucht, wenn und insofern es den eigenen Interessen dient.
-
Ist nicht neu:
http://www.unaids.org/en/resources/p…20101013fsiran/
Schon vor einigen Monaten wurde hier im Forum eine WHO-Untersuchung zitiert, dass die Staaten im Nahen Osten und in Nordafrika weltweit zur Zeit die höchsten HIV-Steigerungsraten haben.
-
-
Auf dem Hintergrund des beträchtlichen Legitimationsdrucks, der auf der VMMC in Afrika lastet, drängt sich die Frage geradezu auf, warum es keine (!) Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen VMMC und Aidsrate gibt. Selbst in der letzten Studie des glühenden Befürworters Bertrand Auvert ist nur von Mutmassungen und "was-wäre-wenn-Hochrechnungen" auf der Basis der drei RCTs die Rede. Selbst Auvert behauptet nicht (KANN nicht behaupten ), dass dies anders ist.
Statistisch wäre das "Herausrechnen" einzelner Variabler kein Problem, wenn man entsprechende Kontrollgruppen bildet. -
In einem Kommentar unter dem Artikel schrieb Stefan Schritt:
Zitat"Wie war das doch gleich mit der Einmischung in Familie und Erziehung ? Ich dachte, das wäre ein absolutes no-go, wenn ich die vielen Rabbiner in der Beschneidungsdebatte richtig verstanden habe ?! Vermutlich ist es wohl nur ein tabu, wenn es nicht-Rabbiner sind, die sich einmischen. Es ist also nicht zu ertragen, wenn Eltern sich das selber aussuchen können … tja, dann gehört Beschneidung wohl plötzlich doch nicht zur Personensorge, was ? Sieh mal einer an."
In Israel gibt es in Ehestandsfragen keine Freiheit VON Religion. Das ist ein rechtsstaatlicher Skandal, dem sich der deutsche Gesetzgeber bezüglich ritueller Beschneidung angeschlossen hat.
-
-
-
-
Zitat
"The fund raising is for supporting Elinor in her public and legal battle *against* the ruling of the rabbinical court, and not for paying the fine."