Beiträge von werner

    Weguer
    Das Problem besteht darin, dass Du den o.g. (!) "Glauben" nicht für "gut" hälst. Es ist aber völlig ausgeschlossen, dass Wissenschaftler, Ärzte UND Eltern in " schlechtem Glauben" handeln ("Parents know best!"). Insofern widersprechen die Ausführungen nicht nur der Lebenserfahrung, sondern dem "gesunden" Menschenverstand. Widerspruch zwecklos!:)

    Ich habe mir ein striktes Selbstverbot auferlegt, und mische mich nicht (mehr) in innerreligiöse Debatten ein. Das einzige, was mir im Ohr klingt, ist der Satz meiner muslimischen Bekannten: "Wir haben keine Ahnung, wo das Beschneidungsgebot herkommt, jedenfalls ist das bei uns Tradition, und damit basta!" Aber das ist wahrscheinlich nur eine Einzelmeinung...

    Noch während ich mich mit dieser Studie beschäftigte, kam mir der Gedanke, dass diese Studie unmöglich wahr sein KANN. Denn: wenn sie wahr WÄRE, wären ja alle die Abermillionen, die man in die Beschneidungskampagnen in der " Dritten Welt" gesteckt hat, in den Sand gesetzt. Und ich habe ja schon als Kind gelernt, dass das, was nicht wahr sein DARF, auch nicht wahr sein KANN. Da meine Phimose - Operation in meiner Kindheit medizinisch indiziert war, meine Eltern also nur " mein Bestes" im Auge hatten, KANN es auch gar nicht wahr sein, dass ich bis in mein junges Erwachsenenalter darunter gelitten habe. Oder mache ich jetzt einen Denkfehler? Würde mich bei mir nicht wundern...:)

    Ich bedanke mich trotzdem für diesen Link!

    Zitat

    "Weibliche Genitalverstümmelung dient innerhalb der ungleichen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen der Kontrolle weiblicher Sexualität und damit der Frauen selbst. Auch stellt die weibliche Genitalverstümmelung einen sehr gravierenden Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar und hat lebenslange Folgen für die sexuelle Selbstbestimmtheit und Gesundheit von Frauen und ihrer Kinder bei Schwangerschaft und Geburt."

    Ich habe im Moment keine Lust, die ganzen Argumente und Belege zum "Masturbationsverhinderungsargument" und zur Empfindlichkeit der Vorhaut zusammenzustellen. Ich erlaube mir deshalb hier nur - OHNE Belege wie Frau W-Z - ihr Statement umzuformulieren.


    "Männliche Genitalverstümmelung dient innerhalb der (nach dem geplanten Gesetz) ungleichen Machtverhältnisse zwischen dem Elternwillen und der körperlichen Unversehrheit der männlichen Kinder zur Kontrolle der männlichen Sexualität und damit der Männer selbst gegenüber diesem Elternwillen. Auch stellt die männliche Genitalverstümmelung einen sehr gravierenden Eingriff in die körperliche Unversehrheit dar, da wesentliche Teile des männlichen Sexualorgans entfernt werden, was lebenslange Folgen für die sexuelle Selbstbestimmtheit und Gesundheit von Männern, ihren Frauen und ihrer Kinder, die diesem Gebot dann ebenfalls unterworfen werden, hat."

    Ich denke, dass ist ein sehr wichtiger Mann. Sollte man weiter verfolgen. Kennt Holm Putzke den? Vielen Dank für den Hinweis!

    Hier ein übrigens ein ausführliches Interview mit David Llewellyninfocirc: [10] The Cut Podcast: David Llewellyn: the Harm of Circumcision is Hidden because the genitals are hidden

    Daraus ein Zitat:

    "David Gibbons, who is the director of pediatric urology at Georgetown University Medical Center [remarked about this] a couple of times. He publisehd a letter in one of the urological journals and then also in an online comment [in] a popular magazine, [discussing] how many [cases of unintended] damage he has seen; he has certainly seen one [per] week, if not 2 [per] week, and I think that's pretty typical.

    I don't know how many pediatric urologists there are (there used to be few, [but] there are more now); there are maybe 300 in the United States, and if you figure 2 [cases] per week times 52 weeks—[let's say 100 cases] per year—times 300, [that is 30 thousand boys per year who receive damage needing correction on top of the damage of circumcision itself], and all of these [problems] are hidden because the genitals are hidden."

    Der Münchner Kinderchirurg Prof. Stehr hat ja über ähnliche Erfahrungen berichtet. Leider nennt er keine Zahlen. Warum nicht? Reinhard Merkel hat ein nationales Register über solche Fälle gefordert.

    Der Ethikrat besteht aus 27 Mitgliedern; nicht jeder gibt zu jedem Thema seinen Senf dazu. Anschliessend stimmen alle über eine Empfehlung ab. "Ergebnissoffen" zu diskutieren oder einen " gangbaren Weg" aufzuzeigen, ist nicht Aufgabe des Ethikrates. Er soll die Diskussionsbreite abbilden. Entscheiden tut dann die Regierung...

    Das Mendelssohn-Zitat ist wunderbar. Vielleicht sollte man den Beschneidungsbefürworter nicht nur eine Liste mit den pädiatrischen Gesellschaften, die Zwangsbeschneidung ablehnen, zuschicken, sondern auch eine Liste mit gleich- und ähnlich lautenden Zitaten.
    Sorry, ich vergass: das sind ja alles Antisemiten...

    Solange man mir nicht beweist, dass diese Vorhäute das "Resultat" religiöser oder anderer ZwangsBeschneidung sind, halte ich die Herstellung eines diesbezüglichen Zusammenhangs für Diffamierung und Demagogie. Tut mir leid.

    Wenn die beforschten Vorhäute aus medizinischer Indikation kommen, würde ich, bevor ich mir eine Meinung bilde, gern unseren Ethikrat dazu hören...